Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckrige zur Ebene.

Jesaja 42,16

Wie sehr wir in schwierigen Zeiten Hoffnungsbilder brauchen, erleben wir gerade wieder hautnah. Kontaktsperren, die Einschränkungen des öffentlichen und beruflichen Lebens sowie eine Viruserkrankung, gegen die bis jetzt kein Kraut gewachsen ist, verunsichern. Pläne sind durchkreuzt, und was die Zukunft bringt, ist ungewiss. In solchen Zeiten braucht es Bilder der Hoffnung, braucht es das vielbeschworene Licht am Ende des Tunnels oder die Kraft, die krumme Wege gerade macht.

Wie kraftvoll die biblischen Hoffnungsbilder sein können, haben Generationen vor uns immer wieder erlebt. Ich denke beispielsweise an Martin Luther King. Seine Rede, die durch den Ausspruch „I have a dream“ bekannt wurde, fußt genau auf diesen biblischen Hoffnungsbildern. Sie waren der Ausgangspunkt für seinen Kampf gegen die Rassentrennung und gaben ihm Zuversicht, auch wenn der Erfolg des eigenen Einsatzes nicht garantiert war. Biblische Hoffnungsbilder versprechen uns keine Seidenstraßen und kein ständiges Scheinwerferlicht – aber sie erinnern uns daran, dass es immer auch andere Perspektiven im Leben gibt. Lassen wir uns von ihnen anstecken! Amen.

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

I will trun darkness before them into light, the rough places into level ground.

Isaiah 42,16 (Good News Bible, Today’s English version)

Just how much we need pictures of hope in difficult times, we are experiencing up close again. The reduction of personal contacts, the limitations of public and professional life, and a viral disease, against which there is no remedy until now, are unsettling. Plans have been thwarted and what the future holds is uncertain. At such times, images of hope are needed; we are in need of the much-touted light at the end of the tunnel or the force that makes crooked paths straight.

Generations before us have seen again and again how powerful the biblical images of hope can be. I am thinking, for example, of Martin Luther King. His speech, which known to many through the phrase „I have a dream“, is based precisely on these biblical images of hope. They were the starting point for his fight against racial segregation and gave him confidence, even if the success of his own efforts was not guaranteed. Biblical images of hope are no promise for silk roads or a constant live in spotlights – but they remind us that there are always different perspectives in life. We just have to trust them! Amen.

Prayer: Hanns Hoerschelmann

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Gott gab uns Atem, damit wir leben, er gab uns Augen, dass wir uns sehn.

Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

Gott gab uns Hände, damit wir handeln, er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

Evangelisches Gesangbuch, Lied 432, 1.3

 

Die Worte dieses Liedes erinnern uns: Gottes Vision für uns und seine Schöpfung ist nicht Ich-Bezogenheit, sondern Achtsamkeit für andere und Solidarität, ist nicht Zerstörung, sondern Bewahrung der Schöpfung, ist nicht Orientierungslosigkeit, sondern ein Verwurzeltsein in Gottes Liebe, ist nicht Stillstand, sondern Verwandlung hin zu einem Neuanfang, einem Neustart.

Nutzen wir als einzelne und Gesellschaft die Chance, das zu ändern, was in der Vergangenheit nicht gut lief, zerstörerisch war!

Stellen wir die Weichen neu!

Krisenzeiten sind stets eine Chance für einen Neubeginn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln. „Wir können neu ins Leben gehn“.

Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

God gave us breath that we might live, he gave us eyes that we might see each other.

God has given us this earth that we insist on it the time.

God gave us hands to act, he gave us feet to stand firm.

God wants to change the earth with us. We can go back to life.

Evang. Hymn Book, Song 432, 1.3

 

The words of this song remind us: God’s vision for us and His creation

is not ego-related, but mindfulness for others and solidarity, is not destruction, but preservation of creation, is not disorientation, but being rooted in God’s love, is not stagnation, but transformation. towards a new beginning, a fresh start.

Let us as individuals and society take the chance to change what did not work well in the past and what was destructive!

Let’s set a new course!

Times of crisis are always an opportunity for a new beginning.

God wants to change the earth with us. ‟We can go back to life“.

Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn, die er aus der Not erlöst hat, die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden. Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Psalm 107,1-3 + 8-9

Diese Vorstellung, dass Menschen aus allen Himmelsrichtungen bei Gott zusammenkommen, kommt öfter im Alten Testament vor: die sogenannte „Völkerwanderung zum Zion“. Das bedeutet, Menschen erkennen Gott an und wenden sich an ihn. Sie nehmen ihn ernst und erhoffen sich Orientierung. Sie wissen, dass diese Erde Gott gehört und wir entsprechend mit ihr umgehen sollen. Diese Idee bringt zum Ausdruck, dass Menschen aus allen Himmelsrichtungen gleich viel wert sind und sie dasselbe Recht darauf haben, dass es ihnen gut geht. Und das fordert uns heraus, uns auch darum zu kümmern, dass es so ist. Gott erlöst aus der Not, wie es hier in dem Psalm heißt. Das gilt sowohl für seelische wie auch für körperliche Not. Wir können mit darauf achten, dass es dabei gleichwertige Bedingungen für alle gibt. Und dann werden wir Gott auch gemeinsam danken können, wenn die Not gewendet werden konnte. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich.

 

Andacht: Christoph von Seggern, Referat Partnerschaft und Gemeinde, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

Oh give thanks to the Lord, for he is good, for his steadfast love endures forever! Let the redeemed of the Lord say so, whom he has redeemed from trouble and gathered in from the lands, from the east and from the west, from the north and from the south. Let them thank the Lord for his steadfast love, for his wondrous works to the children of man! For he satisfies the longing soul, and the hungry he fills with good things.

Ps 107,1-3 + 8-9

You can find this idea more often in the Old Testament that people from all directions come together to worship god. It’s the so called ‘migration of peoples to the Zion’. It means, they accept god and want to contact him. They take him seriously and expect guidance. They know, this earth belongs to god and according to that we should treat his creation. This idea expresses that all human beings from all cardinal points should be worth equal and have the same right, that they can live well. This is challenging us to care for this, too. God redeems us out of trouble, as it is noticed in this psalm. This is meant in the same way for our souls and our bodies. We can be careful that there are equal conditions for all of us. Then we will be able to praise god together when our troubles went away. Oh give thanks to the Lord, for he is good, for his steadfast love endures forever!

 

Prayer: Christoph von Seggern

Illustration: Daniela Denk

Beides stimmt. Eine russlanddeutsche evangelische Frau besucht ihre Freundin in Almaty, Kasachstan. Die aserbaidschanische muslimische Freundin geht dort zum Beten gerne in die russisch-orthodoxe Kirche. Das tröstet sie und gibt ihr Kraft, gerade auch, wenn sie harte Schicksalsschläge zu tragen hat. Das bekräftigt die evangelische Frau darin, dass sie zum Beten gerne auch in die katholische Kirche gehen kann.

Kirchengebäude sind gut. Aber Gott wohnt im Himmel, und wohnt im Herzen.

Die evangelische Frau erinnert sich auch daran, wie sie als Kind damals in Kasachstan getauft wurde, in sowjetischer Zeit. Es war ein geheimes Treffen, nachts, aber viele aus dem Dorf waren da. Viele muslimische Nachbarn, die dabei waren, haben sich auch taufen lassen. Nicht als Konversion, oder Bekenntnis zum Christentum. Nein, sondern weil der Wanderpfarrer als Heiliger Mann galt, als Person mit einer besonderen religiösen Rolle, und vor allem, weil der Segen des einen Gottes guttut. Vermutlich wäre das einigen islamischen Theologen suspekt, auch die damals aggressiv antireligiöse Kommunistische Partei hätte diese Art von Vergeschwisterung vermutlich nicht befürwortet. Lutherisch-theologisch würde ich das jetzt auch nicht als Taufe bezeichnen. Aber in ihrer Erinnerung nennt sie es so.

Sie ist gerne evangelisch, in stolzer Familientradition. Sie legt in ihrem Leben Wert auf Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und ihr eigenes Empfinden. Sie betet gerne das Vaterunser, auf Russisch, auch für sich daheim. Wie sie es von ihrer russischen Mutter gelernt hat. Religiöse oder kirchliche Autoritäten oder Organisationen oder Institutionen sind ihr eher suspekt. Sie müssen sich erst als vertrauenswürdig erweisen. Es braucht dazu Menschen, die auch ehrlich und glaubwürdig sein wollen, die mit Herzen bei der Sache sind, und mit Empathie.

Ich finde diese selbstbestimmte Art, glauben zu wollen, sehr ansprechend, auch sehr modern und zeitgemäß. Und ich wünsche mir christliche Kirchen und andere religiöse Traditionen, Gemeinschaften und Organisationen so, dass sie Menschen dabei helfen und unterstützen, ihre je eigenen Wege gut gehen zu können.

Gott lebt im Himmel, und im Herzen.

Und ich wünsche mir, dass wir dafür da sind, dass die Weite und die Vielfalt des christlichen Glaubens heute auf der ganzen Welt, in unseren Umgebungen unterstützt werden kann. Jede und jeder auf ihre oder seine Weise. Bei aller Kritikfähigkeit, die da erst recht wichtig ist. Nicht alles ist hilfreich.

Ich wünsche mir einen einfachen Zugang zur Liebe Gottes für viele Menschen. Mit dem weiten Horizont der Welt, mitten unter uns.

 

Andacht: Gottfried Rösch, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt; er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind, und die Richter auf Erden macht er zunichte: Kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum wurzelt ihr Stamm in der Erde, da bläst er sie an, dass sie verdorren, und ein Wirbelsturm führt sie weg wie Spreu.

Jes 40,22-24

Wir lesen diese Worte in einer Zeit tiefer Verunsicherung. Die Angst vor der Pandemie hat uns im Griff. Was früher selbstverständlich war, ist jetzt nicht mehr möglich. Und es ist, wie es im biblischen Wort heißt: Ein Wirbelsturm bläst uns an, Lebenspläne werden durcheinandergewirbelt, Existenzen bedroht durch Arbeitslosigkeit und Konkurs. In Vers 23 heißt es: „er gibt die Fürsten preis, dass sie nichts sind“. Die Politiker/innen sind hilflos, ein winziges Virus schickt die Weltwirtschaft auf Achterbahn, und Politiker/innen und Expert/innen versuchen, gesellschaftliches Leben unter diesen Bedingungen zu managen.

„Trostbuch Israels“ – Trost und Ermutigung will dieses Wort geben, indem es uns die Macht des Schöpfers vor Augen stellt. Amen.

 

Andacht: Alexander Mielke, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

Die vollständige Fassung dieser Andacht kann via Mail an alexander.mielke@mission-einewelt.de bestellt werden.

 

The power of the creator

It is he who is seated over the arch of the earth, and the people in it are as small as locusts; by him the heavens are stretched out like an arch, and made ready like a tent for a living-place. He makes rulers come to nothing; the judges of the earth are of no value. They have only now been planted, and their seed put into the earth, and they have only now taken root, when he sends out his breath over them and they become dry, and the storm-wind takes them away like dry grass.

Isaiah 40, 22-24

We read these words in times of great uncertainty. The fear of the pandemic controls us. That what used to be taken for granted is now no longer possible. It is like as the biblical text indicates: a hurricane blows at us, life plans are turned upside down, livelihoods are threatened by unemployment and bankruptcy. Verse 23 says: He makes rulers come to nothing. The politicians are helpless, a tiny virus sends the global economy in a roller coaster and politicians and experts try to manage the social life under these conditions.

“comfort book of Israel” – this book is intended to give comfort and encouragement, by reminding us the power of the creator. Amen.

 

Prayer: Alexander Mielke

Illustration: Daniela Denk

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht des Herrn.

1. Mose 3, 8

Da hatten zwei die Hosen (die sie noch nicht hatten) gestrichen voll. Das erinnert mich nur zu gut an die Zeiten, in denen ich als Kind etwas ausgefressen hatte und meinen Eltern auch nicht unter die Augen kommen wollte.

Solche Erfahrungen sind es wohl, die bewirken, dass wir Menschen Abstand und Distanz in menschlichen Beziehungen oft mit Negativem verbinden. Jetzt wieder: Corona, social distancing, Maskenpflicht! Wer ist da schon begeistert?

Dabei lehrt uns Jesus, dass zur Nächstenliebe auch die Distanz gehört. Liebe braucht nicht immer nur Nähe, sie braucht auch mal den Abstand. Und man muss dazu gar nichts ausgefressen haben. Wie oft berichtet die Bibel, dass sich Jesus zum Gebet ganz allein zurückzog.

Und danach kommt auch wieder eine Zeit der Nähe – idealerweise qualitativ verbesserter Nähe.

Adam und Eva bekamen immerhin ein paar Felle, und trotz Gartenverbots die Zusage weiterer Begleitung durch den Herrn. Jesus schöpfte eindeutig aus seinen Rückzugs- und Distanzzeiten immer wieder neue Kraft und vertiefte Erkenntnis über seinen Weg.

Das macht mir Mut zu behaupten, dass auch nach Corona, social distancing und Maskenpflicht Zeiten neuer und qualitativ verbesserter Nähe auf uns warten. Und hoffentlich auch neue Kraft und vertiefte Erkenntnis über unseren weiteren Weg!

 

Andacht: Klaus Dotzer, Referat Afrika, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

Adam and his wife hid themselves from the presence of the LORD God amongst the trees of the garden.

Genesis 3, 8 (King James Version)

 Two people were terribly frightened, as I used to be as a child when I had done wrong and tried to hide away from my parents.

It is such experiences that make us think that distance in human relations is something bad.

Now again: Corona, social distancing, mask requirement! Who is excited about that?

But Jesus teaches us that distance is also part of love for one’s neighbor. Love doesn’t always need closeness, it also needs distance. Even if nothing is wrong. How often does the Bible tell us that Jesus retired to pray alone.

Thereafter comes a time of closeness. Ideally, improved proximity.

After all, Adam and Eve got some coats of skins and, despite the garden ban, the promise of further accompaniment by the LORD God. Jesus clearly drew new strength and deepened knowledge about his mission from his retreat and solitary times.

That makes me bold enough to say that after Corona, social distancing and the obligation to wear masks times of new and improved closeness will come. And hopefully also new strength and in-depth knowledge of our own mission!

 

Prayer: Klaus Dotzer

Illustration: Daniela Denk

Aufgrund des Corona-Virus sind Menschen auf der ganzen Welt in Not. Wir leben alle in unsicheren Zeiten. Da tut es gut, auf Gottes Souveränität zu schauen. Ich habe Psalm 46 immer geliebt. Es beginnt mit den Worten: „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein bewährter Helfer in Zeiten der Not“. Wir werden in unserem Leben immer wieder Probleme haben und schwierige Situationen erleben, aber wir können Zuflucht bei Jesus suchen. Er beschützt uns in schwierigen Zeiten. Wir können darauf vertrauen, dass er uns sicher durchbringt.

Hochschulen, Universitäten, Bibliotheken, Schulen, Kirchen und Missionsorganisationen sind jetzt geschlossen. Doch die Kirchen sind nicht geschlossen, sondern nur die Gebäude. Du bist die Kirche. Wir sind die Kirche. Das Absagen der Versammlungen, die wir früher hatten, bedeutet nicht, dass wir aufgehört haben, Gott anzubeten. Gott ist nicht an Orte gebunden.

Lassen Sie uns, liebe Gläubige, in dieser Situation die Familiengebete wiederbeleben und unsere Häuser zu Orten machen, an denen der Name des Herrn verkündet wird. Gott ist nicht an größere Gruppen gebunden, er kann einzelne Gebete hören, wie er es für die kollektiven Gebete tut.

Die Liebe Gottes und seine Treue zu uns sind stärker als diese schreckliche Krankheit. Wir sollten uns nicht fürchten, sondern ihm vertrauen, denn er hat gesagt, auch wenn wir durch Feuerflammen oder Wasserfluten gingen, wird er immer bei uns sein (Jes 43,2). Was er versprochen hat, wird er tun. Amen!

Andacht: Yusuph Mbago, Pfarrer der Kirchengemeinde Zum Guten Hirten in Oberhaching und ökumenischer Mitarbeiter von Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.

Jer 8,7

 

Die Zugvögel kommen aus den wärmeren Ländern zu uns zurück, bringen ihre Nester in Ordnung und brüten. Für uns Menschen bedeutet ihre Nähe ein Stück „heile Welt“. Der Storch, der über uns hinfliegt: Kann uns seine Gegenwart trotzdem etwas vermitteln, etwas „sagen“?

Der Prophet Jeremia fragt uns: Warum seid ihr klugen Menschen so stur, wendet dem lebendigen Gott euren Rücken zu und merkt nicht, dass die Welt aus den Fugen gerät? Kehrt um, tut Buße, ehe es zu spät ist. Gott ist eure Zukunft!

 

Andacht: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

 

 

Even the stork in the heavens knows her times, and the turtledove, swallow, and crane keep the time of their coming, but my people know not the rules of the Lord.

Jer 8,7

 

The birds are migrating from the warmer regions back to our places, they mend their nests and start breeding. We humans see in their behavior a piece of realized peace: Free birds living with us together. Can their presence mean anything to us?

The Prophet Jeremia asks us: Why are you clever people so blind, turn your back to God, and do not realize that the world is in big trouble?

Turn around and repent before it is to late. The Lord is your future!

 

Prayer: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

Schafft Recht und Gerechtigkeit

Jer 22,3

Heute vor sieben Jahren stürzte die achtstöckige Textil-Fabrik Rana Plaza ein. 1.136 Menschen starben, über 2.000 wurden verletzt. Schon am Tag vor dem Unglück wurden Risse in dem Gebäude entdeckt, viele Menschen wurden jedoch gezwungen, ihre Arbeit fortzusetzen. Sie hatten hauptsächlich Kleidung für den Export produziert, unter anderem für europäische Modefirmen wie Primark, Benetton, Mango, C&A, und auch für deutsche Unternehmen wie KiK oder Adler beziehungsweise deren Zuliefer/innen.

Viele Menschen verloren ihr Leben. Tausende Familien standen plötzlich vor dem wirtschaftlichen Abgrund, da die verunglückten Näher/innen oft Alleinverdiener/innen waren. Rana Plaza wurde zum Synonym für alles, was in der Bekleidungsindustrie nicht stimmte: Gier, Hungerlöhne, die Ausgliederung von Produktion und Problemen und immer schnellere Zyklen der Mode, die im Endeffekt alle fertigmachten.

Wir möchten heute der Opfer gedenken und die Erinnerung als Mahnung ansehen, dass wir uns dafür einsetzen, dass sich die Rahmenbedingungen verändern. Dazu gehört ein Lieferkettengesetz, wie es von einem breiten Bündnis der Zivilgesellschaft in Deutschland und weltweit gefordert wird. Unternehmen müssen zur Einhaltung von sozialen, ökologischen und sicherheitsrechtlichen Standards entlang ihrer Lieferketten gesetzlich verpflichtet werden. Weitere Informationen: www.lieferkettengesetz.de

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

Create Right and Justice

Jer 22,3

Today seven years ago, the eight-story textile factory Rana Plaza collapsed. 1,136 people died and over 2,000 were injured. The day before the accident, cracks were discovered in the building, but many people were forced to continue their work. They had mainly produced clothing for export, among others for European fashion companies such as Primark, Benetton, Mango, C&A and also German companies such as KiK or Adler or their suppliers.

Not only did many people lose their lives; thousands of families suddenly faced the economic abyss, as the accidental seamstresses were often the sole earners. Rana Plaza became synonymous with everything that was not right in the clothing industry: greed, starvation wages, the outsourcing of production and problems, and ever faster cycles of fashion that ended up defeating everyone.

Today, we would like to commemorate the victims and view the memory as a reminder that we are committed to changing the framework conditions. This includes the Supply Chain Act, as demanded by a broad alliance of civil society in Germany and worldwide. Companies must be legally obliged to comply with social, environmental and security standards along their supply chains. For more information: www. lieferkettengesetz. de

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Ich habe dich bereitet, dass du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse dich nicht!

Jes 44,21

Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Heb 10,35

 

Wir danken dir, Herr, unser Gott: Wie du dein Volk Israel von Anfang an liebst und nicht vergisst, so sind auch wir bei dir nicht vergessen und in deiner Liebe aufgehoben. Daran wollen wir uns erinnern und täglich, darauf neu vertrauen. (Kl: Joh 17,9.19:: Bl: 1.Pet 1,1-12)

 

Welch starke Worte gibt uns die Tageslosung heute mit:

Ich vergesse dich nicht!

Werft euer Vertrauen nicht weg. Es wartet eine Belohnung!

Wir danken dir Gott! Dass du uns nicht vergisst und wir uns deiner Liebe sicher sein können!

Vertrauen wir täglich neu auf dich und schöpfen Zuversicht.

 

In diesen Tagen müssen wir uns in Geduld üben und nicht nachlassen, die uns auferlegten Beschränkungen, Einschränkungen und Verbote zu akzeptieren. Wir wissen, dass Beschränkungen nur in kleinen Schritten gelockert werden können und leben mit der Unsicherheit, was als nächstes passieren wird. Wann werden wir unsere Familie und Freunde wieder treffen können? Wann wird Arbeitsalltag, Schulunterricht und Kindergartenbetreuung wieder so sein, wie wir es gewohnt sind? Mit den täglichen Emotionen und Gefühlen müssen wir zurechtkommen. Wut, Angst, Traurigkeit, aber auch Freude, Glück und Zufriedenheit.

In all diesen Unsicherheiten können wir auf Gott vertrauen, uns seiner sicher sein. Er vergisst uns nicht. Wir brauchen großes Vertrauen in Politik und Gesellschaft. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und auf eine Belohnung vertrauen. Wir spüren immer wieder einen fast verloren geglaubten Zusammenhalt zwischen Menschen und Gruppen. Wir sehen digitale Kreativität, wie Glaube gemeinsam gelebt werden kann. Wir machen uns Gedanken und hören, wie wir unsere Partnerkirchen unterstützen können. Sind gemeinsam in Glaube und Gebet vereint. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Welt und unser Alltag weiter verändert. Und welche Belohnungen nach der Zeit der Pandemie auf uns warten.

Wir danken dir Gott, für unsere neu gewonnene digitale Kreativität. Wir danken dir, für allen Austausch in unseren Familien. Wir danken dir, dass du uns zeigst, was unsere Gärten und unsere Umwelt im Frühjahr bereithält. Manches haben wir lange nicht mehr so wahrgenommen, gehört, geschmeckt, beobachtet – Du vergisst uns nicht.

Wir können uns gerade in dieser Zeit deiner Liebe sicher sein. Aus ihr schöpfen wir täglich neue Zuversicht und stärken unser Vertrauen in unser Tun und Wirken.

So stärkt uns unser Glaube in diesen Zeiten und wir können uns von Gottes Segen beschützt fühlen. Amen

 

Andacht: Sara Neidhardt, Ausstellung einBlick, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

I have made you; you are my servant; O Israel, I will not let you go out of my memory.

Jes 44,21

So do not give up your hope which will be greatly rewarded.

Heb. 10,35

 

Thank you, Lord, our God: as you love your people Israel from the beginning and bear it in mind, we have also not been forgotten and we are in good hands. We want to remember that and trust in it every day.

 

The motto of today offers us strong words:

I don’t forget you!

Don’t lose your trust. A reward is waiting for you!

We thank you Lord! You don’t forget us and we can be certain of your love!

We trust in you and are confident day after day.

 

We must be patient in these days and continue to accept the imposed restrictions and prohibitions. We know that restrictions can only be relaxed in small steps and we live with the uncertainty what happens next. When do we meet again with family and friends? When will work life, school lessons and kindergarten be the same again? We must be able to cope with the emotions and feelings every day. Anger, fear, sadness but also joy, happiness and satisfaction.

In these uncertain times we can trust in God, we can be sure of it. He keeps us in mind. We have to trust in politicians and society. We should not lose hope and expect a reward.  We experience a great social cohesion between people who had been give up for lost. We can see how faith is lived together with help of digital creativity. We think about how we can support our partner-churches. They are united in prayer. We are excited about how the world and everyday life will change and which rewards await us beyond the pandemic period.

We thank you Lord, for our newfound digital creativity. We thank you for the exchange within our families. We thank you for showing us what nature offers us in spring. Not seen, heard, smelled, watched for a long time. You keep us in mind.

We can be certain of your love particularly now. We are confident and strengthen our trust in what we do.

Our faith helps us in this day and age and we can feel protected by God’s blessing. Amen.

 

Prayer: Sara Neidhardt

Illustration: Daniela Denk