Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind. Lukas 10,20

 

Wo überall sind unsere Namen verzeichnet? – Zum Beispiel auf dem Standesamt oder im Kirchenbuch: Wir haben Abstammungsurkunde, Geburtsurkunde, Taufurkunde, Schulzeugnisse.

Oder es geht auf eine Reise: Hallo, Sie dürfen nicht mit, Ihr Name steht nicht auf der Liste. Das kann viel Ärger bedeuten. Manchmal kann man das Versehen ausbessern, aber oft ist es zu spät. Es gibt aber auch Listen, auf denen wir lieber nicht stehen. Früher gab es das „Leumundszeugnis“, in dem stand, dass wir eine „weiße Weste“ haben. Heute gibt es dafür das „Führungszeugnis“.

Manchmal werden wir auch einfach vergessen. Sind wir zu unbedeutend, unerwünscht oder gar lästig? – Das kann schmerzen.

Aber einer vergisst uns nicht! Die Geltungsdauer eines Ausweises kann ablaufen oder er kann gestohlen werden. Aber Gott vergisst uns nicht. Gott wartet auf uns. Er ist der Vater, der Geduld hat und uns immer wieder neue Möglichkeiten auftut, gewöhnlich unsichtbar, manchmal aber überraschend klar. Der Lebensweg ist keine Autobahn, soll aber auch kein Irrweg sein. Gott will unserem Leben Sinn und Ziel geben. In der Taufe, als wir noch hilflos waren, hat er sein „Ja“ zu uns gesagt und uns einen beständigen Namen gegeben. Jesus steht als Bruder an unserer Seite. Wir müssen nicht autark sein oder uns durchs Leben boxen. Jesus hilft uns mit seinem Wort und stärkt uns in der Gemeinschaft mit anderen Brüdern und Schwestern durch das Heilige Abendmahl, seine Liebe kennt keine Grenzen. Sie gibt uns Vergebung und öffnet Türen, bis zu der letzten Tür zur Ewigkeit, für die er allein den Schlüssel hat.

Wir beten: Lieber himmlischer Vater, danke, dass wir allezeit mit dir reden dürfen, dass wir dir nicht gleichgültig sind und du uns niemals vergisst. Amen

 

Andacht: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

 

 

But rejoice that your names are written in heaven. Luke 10.20

 

Where are our names listed? – At the registry office or in the church register for example: we have a full form birth certificate, a birth certificate, baptismal certificate, school reports.

Or you go on a journey: Hallo, you aren’t allowed to come along, your name is not on the list. That can mean a lot of trouble. Sometimes the mistake can be corrected, but often it is too late. But there are also lists you don’t want to be on. In Germany there once was a certificate of repute that said whether we had clean hands. Today there is a certificate of conduct for this purpose.

Sometimes we also are just forgotten. Are we too insignificant, unwelcome or even a nuisance? That can hurt.

But one does not forget us! The validity of the passport can expire or the passport can be stolen. But God doesn’t forget us. God is waiting for us. He is the father who has patience and who gives us new opportunities again and again, usually invisible, sometimes even surprisingly clear. The way of life is no highway but shouldn’t be a false path. God wants to give our life a sense and a target. In the baptism when we were still helpless, he said his “yes” to us and gave us a permanent name. Jesus stands by our side as a brother. We don’t need to be self-sufficient or have to push us through life! Jesus helps us with his word and strengthens us in communion with other brothers and sisters through holy communion, his love knows no bounderies. It offers forgiveness and opens doors up to the last door to eternity for which he alone has the key.

Let us pray:

Dear Heavenly Father, thank you that we are allowed to talk to you at all times, that you are not indifferent to us and that you never forget us. Amen

 

Prayer: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Alle deine Geschöpfe sollen dich preisen, HERR, alle, die zu dir gehören, sollen dir danken! Psalm 145,10

 

Die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. Hebräer 6,7

 

Die Bibelworte erinnern uns an das Wunder von Gottes Schöpfung. Wie wunderbar sind doch die Tier- und Pflanzenwelt und auch die Menschen gemacht! Unsere Nachbar*nnen sind Biolog*innen. Sie erzählen begeistert immer wieder von der Genialität, wie einzelne Pflanzen, Tiere und der Mensch aufgebaut sind. Welche ausgeklügelten Systeme allein in einem Pflanzenblatt oder einem Knochen stecken. Wie gut und hochkompliziert viele Prozesse in den Ökosystemen aufeinander abgestimmt sind. Das erzeugt Ehrfurcht und Staunen. Sie sind überzeugt, das hat sich nicht alles nur durch Evolution entwickelt, das hat seinen Ursprung in Gott, dem Schöpfer allen Lebens.

Überlegen Sie kurz selber: Worüber können Sie staunen, was bewundern Sie in Gottes Schöpfung besonders?

Dass wir selbst Teil dieses Wunderwerks Gottes sind, sollte uns immer wieder mit Dankbarkeit erfüllen und dazu bewegen, mit Ehrfurcht und Achtung mit unseren Mitgeschöpfen, mit der Erde umzugehen.

Leider treibt die Menschheit vor allem in den letzten beiden Jahrhunderten einen massiven Raubbau an unserer Lebensgrundlage, der Mutter Erde, an der Tier- und Pflanzenwelt. Die menschliche Zerstörung von Lebensräumen und Ökosystemen wie den wichtigen Wäldern, führen zu einem erschreckenden Schwinden der Biodiversität.Gute Luft, sauberes Wasser und gute Böden sind von der biologischen Vielfalt unserer Erde abhängig. Die Artenvielfalt hilft uns im Kampf gegen den Klimawandel und reduziert die Auswirkungen von Naturgefahren.

Auch durch Zoonosen hervorgerufene Pandemien, wie die aktuelle Corona-Pandemie, entwickeln sich schneller, wenn der Lebensraum und die Biodiversität abnehmen. Wann endlich haben wir ein Einsehen, dass wir mit unserer derzeitigen Lebensweise unsere Lebensgrundlage zerstören? Wann endlich kehren wir entschlossen um aus dieser Sackgasse? Wann endlich versuchen wir auch mit unserem Lebensstil, Gott zu preisen und zu danken? Wann endlich achten wir unsere Mitgeschöpfe und leben nicht gegen, sondern im Einklang mit Gottes Schöpfung?

Gott, bitte schenke uns Weisheit und Einsicht und lass uns die notwendigen Veränderungen nicht als Verzicht, sondern als Geschenk und Bereicherung erfahren. Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

All your works praise you, Lord; your faithful people extol you. Psalm 145:10

 

Land that drinks in the rain often falling on it and that produces a crop useful to those for whom it is farmed receives the blessing of God. Hebrew 6:7

 

These Bible words remind us of the wonder of God’s creation. How wonderfully the animal and plant world and also human beings are made! Our neighbours are biologists. They always talk enthusiastically about the genius of how individual plants, animals and humans are constructed. What sophisticated systems are in a plant leaf or a bone alone. How well and highly complicated many processes in ecosystems are coordinated with each other. This creates awe and wonder. They are convinced that this hasn´t developed all through evolution alone, that it has its origin in God, the creator of all life. Think for yourself for a moment, what can you marvel at, what do you admire most in God’s creation?

The fact that we are part of this miracle work of God should fill us constantly with gratitude and move us to treat our fellow creatures, the earth, with reverence and respect.

Unfortunately, mankind, especially in the last two centuries, has massively overexploited the basis of our life, Mother Earth, the animal and plant world. Human destruction of habitats and ecosystems, such as the important forests, are leading to an alarming decline in biodiversity. Good air, clean water and good soil depend on the biodiversity of our planet. Biodiversity helps us to fight climate change and reduces the impact of natural hazards. Zoonotic pandemics, such as the current Corona pandemic, also develop more rapidly when habitat and biodiversity decline. When will we finally realize that we are destroying our livelihood with our current way of life? When will we finally and consistently turn around from this dead end? When will we finally try to praise and thank God even with our lifestyle?

When will we finally respect our fellow creatures and live not against but in harmony with God’s creation? God, please grant us wisdom and insight and let us experience the necessary changes not as a renunciation, but as a gift and enrichment.

Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Jakob sprach: Herr ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast. 1. Mose 32,10

 

Eine ganz und gar erstaunliche Grundidee unseres Glaubens: Das Kleine und Schwache wird bevorzugt gegenüber dem Großen und Starken. Da ist Jakob bei weitem nicht das einzige Beispiel, der gegenüber seinem erstgeborenen Bruder Esau bevorzugt wird. Das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel! Es ist ein strenger Anti-Darwinismus: Nicht der Stärkere setzt sich durch und kann sich auf die Dauer behaupten! In der Kirche setzen wir dem oftmals propagierten „Recht des Stärkeren“ eine soziale Gewichtung entgegen. Das dürfen wir nie vergessen, denn „die Ersten werden die Letzten sein und die Letzten werden die Ersten sein.“

Andacht: Christoph von Seggern, Referat Partnerschaft und Gemeinde, Mission EineWelt

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Then Jacob said, I am less than nothing in comparison with all your mercies and your faith to me your servant. Genesis 32:10

 

An absolutely amazing basic idea of our belief: the small and weak is preferred over the big and strong. Jacob is by far not the only example, who is preferred over the firstborn brother Esau. This topic runs like a red thread through the bible! It is a strict anti darwinism: not the stronger one will dominate in the end! In the church we oppose the “right of the stronger” with a social weighting. We always have to keep in mind: “the first will be the last and the last will be the first.”

 

Prayer: Christoph von Seggern

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden. Jakobus 1,5

 

Weisheit kommt an vielen Stellen der Bibel vor. Sie ist nie etwas, was man allein durch Ausbildung, Studium und Wissen erreichen kann. Diese Aspekte sind auch wichtig, und Schriften in der hebräischen Bibel greifen sogar auf Erkenntnisse und Einsichten anderer Völker zurück. Ein Aspekt darf aber nie fehlen: Weisheit ist ein Geschenk Gottes. Der Jakobusbrief greift das auf und sagt: Wem an Weisheit mangelt, der bitte Gott darum.

In der Bibel äußert sich Weisheit darin, wie ein Mensch lebt und handelt. An anderer Stelle nennt der Jakobusbrief ein paar Kennzeichen dieser Weisheit. Sie wird bei Menschen an ihrem ganzen Leben abzulesen sein, an ihrer Freundlichkeit und Güte. Im Gegensatz dazu stehen Menschen, die gehässig, voller Neid und Streitsucht sind. Der Jakobusbrief schreibt weiter: „Die Weisheit aber, die von Gott kommt, ist vor allem aufrichtig; außerdem sucht sie den Frieden, sie ist freundlich, bereit nachzugeben und lässt sich etwas sagen. Sie hat Mitleid mit anderen und bewirkt Gutes; sie ist unparteiisch, ohne Vorurteile und ohne alle Heuchelei.“ (Übersetzung: Hoffnung für Alle)

Da muss man nicht mehr viel kommentieren. Wir Menschen brauchen solche Weisheit. Bitten wir Gott darum: für uns und andere Menschen.

 

Andacht: Michael Seitz, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit

 

 

If any of you need wisdom, ask God for it. He will give it to you. God gives freely to everyone. He doesn’t find fault. James 1:5

 

The Bible is talking about wisdom in many places. It is never something that can be achieved through training, study and knowledge alone. These aspects are also important and writings in the Hebrew Bible even draw on knowledge and insights from other people. But one aspect must never be missing: Wisdom is a gift from God. The Letter of James picks up on this and says: whoever needs wisdom, ask God for it.

In the Bible, wisdom is expressed in the way a person lives and acts. Elsewhere, the Letter of James names a few characteristics of this wisdom. It can be seen in people’s lives, in their kindness and goodness. In contrast to this are people who are jealous and bitter. The Letter of James goes on to write: „But the wisdom that comes from heaven is pure. That’s the most important thing about it. And that’s not all. It also loves peace. It thinks about others. It obeys. It is full of mercy and good fruit. It is fair. It doesn’t pretend to be what it is not.“ (Translation: New International Readers Version)

There is no need to comment much more. We human beings need such wisdom. Let us ask God for it: for us and for other people.

 

Prayer: Michael Seitz

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

 

Ist nicht mein Wort wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der die Felsen zerschlägt? Jeremia 23,29.

Ich bin gekommen, um ein Feuer in der Erde zu entfachen. Und ich wäre froh, wenn es schon brennen würde! Lukas 12,49 BB

 

Wenn wir von Gott sprechen, müssen wir in der Lage sein zu erkennen, dass dieses Wort nicht unser eigenes ist, sondern das Wort des Herrn. Wer das Wort Gottes in seinem Mund hat, muss dieses Wort verwenden, ohne es zu verfälschen. Aber wie können wir wissen, wenn eine Botschaft nicht vom Herrn ist? Vor allem, wenn die Botschaft wie ein Feuer ist, das brennt und verwundet, oder eine Botschaft wie ein Hammer, der zerstört, ohne aufzubauen. Ich erinnere mich an einen Lehrer, der uns den folgenden Satz lehrte: „Gesegnet ist die Frau, gesegnet ist der Mann, der sich der Gegenwart des Heiligen Geistes bewusst ist, wenn er das Wort des Herrn spricht.“ Es gibt immer wieder Menschen, die sich selbst Propheten nennen. In den schlimmsten Fällen manipulieren politische Führer*innen das Wort Gottes und präsentieren sich als von Gott gesandte Messiasse, die die absolute Wahrheit für sich gepachtet haben. Es sind nicht nur Pastor*innen (z.B. in Lateinamerika), die religiösen oder politischen Fanatismus fördern, sondern es gibt auch Politiker*innen, die politischen Fanatismus durch Religion fördern. Die Losungstexte erinnern mich an ein Lied des Propheten Jeremia: „Wie kann ich vor dir fliehen, wie kann ich nicht reden, wenn deine Stimme in mir brennt?“ In einer anderen Strophe heißt es: „Heute fordere ich euch, mein Volk, auf, zu zerreißen und niederzureißen.“ Und wenn ich darüber nachdenke, füge ich hinzu: „Um zu bauen, muss man dekonstruieren und dann pflanzen“. Und in diesem Sinne ist Gottes Wort wie ein Hammer: zum Dekonstruieren und dann zum Aufbauen.

Gott weiß, wer seine Propheten sind und wer von ihm auserwählt wurde, das Feuer und der Hammer zu sein, um wiederaufzubauen und zu etablieren. In manchen Kirchen verwenden religiöse Führer diesen Text, um Gemeinden „Angst zu machen“. Aber Gott spricht nicht mit Feuer und Hammer, um einzuschüchtern. Er redet von falschen Propheten. Wenn ich anfange, über die Symbolik des Feuers zu recherchieren und zu schreiben, wird dieser Text zu lang. Nur so viel: „Feuer“ bedeutet auch reinigen, läutern und loswerden, was alt und verrottet ist. Seien wir wie das Feuer und der Hammer, trennen wir uns von Altem, um uns neu zu machen und gemeinsam einen neuen Weg der Liebe, der Hoffnung und des Friedens zu bauen.

 

Andacht: Sergio Rios Carrillo, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Is not my word like a fire, says the LORD, and like a hammer that breaks the rocks? Jeremiah 23:29.

I have come to kindle a fire in the earth. And I would be glad if it were already burning! Luke 12:49 BB

 

When we speak of God, we must be able to recognize that this word is not our own, but the word of the Lord. Whoever has the word of God in his mouth must use that word without distorting it. But how can we know when a message is not from the Lord? Especially if the message is like a fire that burns and wounds, or a message like a hammer that destroys without building up. I remember a teacher who taught us the following phrase: „Blessed is the woman, blessed is the man who is aware of the presence of the Holy Spirit when he speaks the word of the Lord.“ There are always people who call themselves prophets. In the worst cases, political leaders manipulate the word of God and present themselves as messiahs sent by God, who have the absolute truth for themselves. Not only are there pastors (e.g. in Latin America) who promote religious or political fanaticism, but there are also politicians who promote political fanaticism through religion. The slogan texts remind me of a song of the prophet Jeremiah: „How can I flee from you, how can I not speak, when your voice burns within me?“ Another verse says, „Today I challenge you, my people, to tear up and tear down.“ And thinking about it, I add, „To build, you must deconstruct and then plant.“ And in this sense, God’s Word is like a hammer: to deconstruct and then to build.

God knows who His prophets are and who has been chosen by Him to be the fire and the hammer to rebuild and establish. In some churches, religious leaders use this text to „scare“ congregations. But God does not speak with fire and hammer to intimidate. He is talking about false prophets. If I start researching and writing about the symbolism of fire, this text will become too long. Just this: „fire“ also means to cleanse, purify and get rid of what is old and rotten. Let us be like the fire and the hammer, let us separate ourselves from the old in order to make ourselves new and build together a new path of love, hope and peace.

 

Prayer: Sergio Rios Carrillo

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Die Israeliten werden umkehren und den HERRN, ihren Gott, suchen, und werden mit Zittern zu dem HERRN und seiner Gnade kommen in letzter Zeit. Hosea 3,5

Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Philipper 2,13

 

Umkehr, Umkehr zum Leben, Umkehr zu Gott ist das Thema der heutigen Losungsworte. Beide Verse klingen wie eine Verheißung, die Verheißung, dass Gott in uns wirkt. Gott selbst bewegt Menschen zur Umkehr aus unheilvollen und lebensfeindlichen Strukturen, aus Sackgassen, die das menschliche Zusammenleben und Gottes Schöpfung zerstören. Diese Botschaft hat etwas Tröstliches an sich, Gott ist da und wirkt in uns, wenn wir es zulassen, wenn wir uns auf ihn, seine Liebe und seine Botschaft einlassen. Gottes Angebote sind Gnade, Umkehr und Neuanfang. Wenn wir uns auf Gott einlassen, seine Liebe in uns wirken lassen, wird dies uns verändern in unserem Denken, Wollen und Handeln.

Die Umkehr zum Leben, sie geschieht schon jetzt, überall dort, wo Menschen Gott suchen, wo Menschen sich auf Gottes Liebe einlassen, wo Menschen anfangen, ungerechte und lebenszerstörende Strukturen, Gesetze, Regeln oder Lebensweisen zu verändern, wo Menschen sich für Frieden einsetzen, wo Menschen ihre Mitgeschöpfe achten und bewahren, wo Menschen sich für Menschenrechte und Menschenwürde einsetzen, wo Menschen auf Gottes Liebe und Gnade vertrauen.

Lasse ich mich auf Gott ein, lasse ich mich durch seine Liebe verändern, bin ich bereit, umzukehren aus den Sackgassen meines Lebens? Gottes Verheißung gilt, jeden Tag aufs Neue! Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Afterward the Israelites will return and seek the Lord their God and David their king. They will come trembling to the Lord and to his blessings in the last days. Hosea 3:5

For it is God who works in you to will and to act in order to fulfill his good purpose. Philippans 2:13

 

Conversion, conversion to life, conversion to God is the theme of today’s watchwords. Both verses sound like a promise, the promise that God will work in us. God himself moves people to repentance from unwholesome and hostile structures, from dead ends that destroy human coexistence and God’s creation. There is something comforting about this message, God is there and working in us if we allow it, if we engage with him, his love and his message. God’s offers are grace, repentance, and new beginnings. If we get involved with God, let his love work in us, this will change us in our thinking, desire and acting.

The conversion to life is already happening now, everywhere where people seek God, where people engage in God’s love, where people begin to change unjust and life-destroying structures, laws, rules or ways of life, where people work for peace, where people respect and preserve their co-creatures, where people work for human rights and human dignity, where people trust in God’s love and grace. Do I engage in God, let myself be changed by his love, am I ready to turn back from the dead ends of my life? God’s promise applies every day anew! Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Heike Halbmann

 

 

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Du gibst meinen Schritten weiten Raum, und meine Knöchel wanken nicht. 2. Samuel 22,37

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Korinther 3,17

 

Weite Räume und grenzenlose Freiheit, das sind im Moment wohl eher Wunschvorstellungen. Realität sind verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Kontaktbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Grenzkontrollen oder Quarantänevorschriften bestimmen seit knapp einem Jahr unser Leben und Arbeiten. Eine Herausforderung für unsere Gesellschaft, für Familien, ja am Ende für jeden von uns. Weite Räume und Freiheit finden zum größten Teil nur noch im Kopf-Kino statt. In der jetzigen Situation klingen die beiden Verse aus den Losungen wie ein schlechter Scherz. Sie sind eine Zumutung.

Doch es ist genau diese Zumutung, die für mich die Losungen so wertvoll machen. Immer wieder führen sie mich aus meinen eingefahrenen Gedankengängen heraus. Sie fordern mich heraus, die Blickrichtung zu ändern, anderes zu hoffen und mein Vertrauen auf eine Botschaft zu setzen, die für die einen eine Torheit ist, für die anderen aber die Kraft Gottes.

Ich halte mich eher an Letzteres. Nicht aus blanker Verzweiflung, sondern als Teil einer Gemeinschaft, die sich von den Realitäten der Gotteskraft getragen weiß. Die nicht müde wird, Geschichten und Erfahrungen zu teilen, die von der Kraft Gottes zeugen. Von dem Halten des wankenden Knöchelns und der erlebten Freiheit – auch und gerade in Zeiten der Unsicherheit und erlebten Einschränkungen.

 

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor Mission EineWelt

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

You provide a broad path for my feet, so that my ankles do not give way. 2. Samuel 22,37

Where the Spirit of the Lord is, there is freedom. 2 Corinthians 3,17

 

Wide spaces and limitless freedom, these are more of a wishful thinking at the moment. The reality is tightened measures to contain the corona pandemic. Contact restrictions, night curfews, border controls or quarantine regulations have been determining our lives and work for almost a year. A challenge for our society, for families, and ultimately for each of us. For the most part, vast spaces and freedom only take place in the head cinema. In the current situation, the two verses from the Moravians sound like a bad joke. They are imposition.

But it is precisely this imposition that makes the verses so valuable to me. Repeatedly, day after day, they lead me out of my entrenched line of thought. They challenge me to change my line of sight, to hope for something else and to place my trust in a message that is folly for some, but the power of God for others.

I tend to stick to the latter. Not out of sheer desperation, but as part of a community that knows itself to be carried by the realities of God’s power. A community that never gets tired of sharing stories and experiences that testify to the power of God. Stories about holding the swaying ankle and experiencing freedom – also and especially in times of uncertainty and experienced restrictions.

 

Prayer: Hanns Hoerschelmann

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

Illustration: Heike Halbmann

 

Und es murrte die ganze Gemeinde der Israeliten wider Moses und Aaron in der Wüste. 2.Mose 16,2

 

So und ähnlich liest man immer wieder in der langen Geschichte vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und seiner langen Wanderung durch die Wüste.

Fast möchte man unsere momentane Situation mit einer Wüstenwanderung vergleichen: Schon fast ein Jahr lang beschäftigt uns Corona, und immer wieder aufs Neue müssen wir uns einschränken: So muss man ja momentan überlegen, welche einzelne Person man einladen soll: Oma oder Opa? Alex oder lieber seine Frau? Eine*r muss zuhause bleiben. Dass man gelegentlich im Stillen gegen „die Oberen murrt“, ist durchaus verständlich.

Wann hat das alles ein Ende?

Das mögen die Israeliten während ihrer 40jährigen Wanderung durch die Wüste auch gedacht haben.

Wann endlich ist das Ziel erreicht? – Wann können wir wieder normal leben?

Eine endlose Warteschleife tut sich auf! Das ist doch kein Leben!

Während der Wüstenwanderung der Israeliten passiert allerdings eine Menge Positives: Gott schenkt Wunder und Rettungen; es gibt Geburten, Hoffnungszeichen und Begegnungen mit Gott; und nicht zuletzt die zweimalige Übergabe der Zehn Gebote an das Volk Israel!

Öffnen doch auch wir die Augen, was alles während dieser endlos langen Warteschleife in der Pandemie passiert! Hoffentlich entdecken wir viel Gutes?!

Für mich persönlich waren es zum Beispiel eingeschränkte, aber intensive Treffen im kleinsten Kreis und viele Spaziergänge, immer wieder mit anderen Freund*innen. Ein echter Segen!

Gott segne unser Dasein in der Warteschleife!

 

Andacht: Ulrike Bracks, Kirchliche Studienbegleitung

Illustration: Heike Halbmann, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

And all the children of Israel were crying out against Moses and Aaron in the waste land. 2.Mose 16:2

 

One reads like this again and again in the long story of the exodus of the people of Israel from Egypt and their long hike through the desert.

You almost want to compare our current situation with a very long desert hike: Corona has kept us busy for almost a year and we always have to limit ourselves again and again: so you have to think about which single person you would like to invite: Grandma or Grandpa? Alex or his wife? One has to stay at home. That one occasionally quietly grumbles against the “upper ones” is quite understandable.

When does it all end?

That is what the Israelites may have thought during their 40-year hike through the desert.

When will the target finally be reached? When can we live normally again?

An infinitely waiting loop opens. That’s no life!

But during the desert hike of the Israelites a lot of positive things happened: God gives wonders and rescues; he gives births, signs of hope and encounters with god; and not least two handovers of the ten commandments to the people of Israel.

Let’s open our eyes to what’s happening during this infinitely long waiting loop in this pandemic. Hopefully we will discover a lot of good things!

For me personally it was, for example, limited but intensive meetings in a small group and many walks, again and again with other friends. A real blessing!

God bless our existence in the waiting loop!

 

Prayer: Ulrike Bracks

Illustration: Heike Halbmann