Von 20. November bis 19. Dezember wird in den Ausstellungsräumen von Mission EineWelt die Ausstellung „Make Chocolate fair!“ gezeigt, die Einblick in die Produktion von Schokolade gibt. Die Ausstellung ist Teil einer gleichnamigen europäischen Kampagne, die auf die Missstände in der Kakaoproduktion hinweist und für eine angemessene Bezahlung der Kakaobäuerinnen und –bauern eintritt. Für Schulklassen bietet Mission EineWelt spezielle Führungen mit Begleitprogramm an.

Durchschnittlich 100 Tafeln Schokolade isst jeder Mensch in Deutschland pro Jahr. Für die wenigen Konzerne, die einen Großteil der auf dem Markt befindlichen Schokolade anbieten, ist das ein lukratives Geschäft. Die etwa fünfeinhalb Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die in mühevoller Handarbeit Kakao anbauen, werden mit Summen abgespeist, die kaum das Überleben sichern.

Die Ausstellung zur Kampagne „Make Chocolate fair!“ informiert über die Produktionsbedingungen von Schokolade und zeigt Wege auf, wie auch VerbraucherInnen dazu beitragen können, dass die Dominanz der Konzerne auf dem Schokoladenmarkt durchbrochen wird und die meist in Westafrika beheimateten KakaoproduzentInnen fair bezahlt werden.

 

Weitere Informationen:

Dauerausstellung einBlick

09874 9-1530

ausstellung@mission-einewelt.de

https://mission-einewelt.de/besondere-einrichtungen/dauerausstellung-einblick/

 

Foto: INKOTA

Am 4. November 2018 wurde Pfarrer Yusuph Mbago, ökumenischer Mitarbeiter von Mission EineWelt, mit einem festlichen und richtig fröhlichen Gottesdienst in seiner künftigen Gemeinde in Oberhaching eingeführt. Gleich zwei Chöre sorgten für eine schöne Stimmung und trugen dazu bei, dass der Gottesdienst trotz einer guten tansanischen Länge von über zwei Stunden wie im Flug verging. Es war zu spüren, dass sich die Gemeindeglieder und die vielen VertreterInnen der Tansania-Partnerschaften auf Yusuph Mbago und seine Familie, Ehefrau Tupulike Mahenge und die beiden Töchter Agape und Rebeka, freuen. Von jeder Partnerschaftsgruppe wurden ihnen Willkommensgeschenke und Grüße überbracht, oft sogar auf Kiswahili – ein Zeichen dafür, wie fest verankert die Partnerschaften im Dekanat München sind. Das Oberhachinger Pfarrersehepaar Irene Geiger-Schaller und Karsten Schaller begrüßten die neuen Gemeindeglieder im Namen der Gemeinde und hoben hervor, wie deren Anwesenheit die langjährige Partnerschaft mit der Gemeinde Ikwete in Tansania gestärkt und bestätigt wird. „Seit über 30 Jahren besteht diese Partnerschaft und jetzt bekommen wir einen Pfarrer, der genau aus dieser Gegend kommt – das ist fast wie ein Wunder“, betonte Karsten Schaller.

Da Yusuph Mbago in den kommenden vier Jahren zu je einer Hälfte in der Gemeinde Oberhaching und überregional für Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission, in ganz Bayern tätig sein wird, wurde er entsprechend auch vom Dekan des Prodekanats München-Südost, Mathis Steinbauer, und dem Direktor von Mission EineWelt, Hanns Hoerschelmann, eingeführt.

In seiner Antrittspredigt über Römer 13, 1-7 sprach Yusuph Mbago ganz im Sinne Martin Luthers darüber, dass der Staat dafür eingesetzt sei, die öffentliche Ordnung zu garantieren. Nehme der Staat seine Aufgabe jedoch nicht so wahr, dass er seinen BürgerInnen ordentlich diene, dann hätten die ChristInnen das Recht, die VertreterInnen des Staates zu ermahnen und sie an ihre Pflichten zu erinnern, und daran, ihre Arbeit als DienerInnen Gottes zu tun.

Genau das haben kirchliche Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania in diesem Jahr gemacht und die tansanische Regierung im sogenannten „Osterbrief“ an ihre Pflicht zu gutem Regieren erinnert.

Manfred Kurth

Seit 25 Jahren gibt es sie: die Straße der Menschenrechte in Nürnberg. Zur Feier dieses Jubiläums hängen bis 1. November im Stadtgebiet der Frankenmetropole 25 Großplakate, die sich mit dem Jubiläum und/oder dem Thema „Menschenrechte“ beschäftigen.

Mission EineWelt gratuliert mit einem Plakat im Design ihres aktuellen Jahresthemas: „Der Mensch – Not for Sale“. Für die weltweite Arbeit des Partnerschaftszentrums der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern sind die Menschenrechte eine zentrale Grundlage, deren Einhaltung leider immer wieder vehement eingefordert werden muss. Mission EineWelt gratuliert  der Stadt Nürnberg, dass sie den Menschenrechten in Veranstaltungen verschiedenster Formate Raum gibt und dies seit 25 Jahren mit der Straße der Menschenrechte auch dauerhaft tut.

Foto:Tobias Mathies, LWB Genf

Foto:Tobias Mathies, LWB Genf

Am vergangenen Wochenende hat die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) erstmals eine Frau an ihre Spitze gewählt: Pfarrerin Sílvia Beatrice Genz übernimmt ab Januar die Kirchenleitung in der IECLB. Seit 2010 war sie bereits für zwei Dienstperioden als stellvertretende Kirchenpräsidentin tätig.

Genz setzt auf integrative Teamarbeit. In ihrer Predigt im Abschlussgottesdienst des Konzils betonte sie die Rolle der Gemeinden in der Kirche: Es sei „sehr wichtig“, darüber nachzudenken, „wo und wie die Gemeinden die Mitwirkung einer möglichst großen Zahl von Personen in der Planung bestehender Aktivitäten wie auch der neuen missionarischen Herausforderungen anregen können.“

Neben der Kirchenpräsidentin wurden auch der erste stellvertretende Präsident, Pastor Odair Braun, und der zweite stellvertretende Präsident, P. Dr. Mauro Souza, in ihr Amt für die nächsten vier Jahre eingesetzt.

Vor ihrer Wahl in die Kirchenleitung arbeitete Sílvia Beatrice Genz 28 Jahre als Pfarrerin in verschiedenen Gemeinden. Vorher hatte die heute 61-Jährige von 1976 bis 1983 am Instituto Pré-Teológico, São Leopoldo sowie an deren Nachfolgeinstitut, der Theologischen Fakultät EST, São Leopoldo Theoplogie studiert.

Als Gemeindepfarrerin legte Genz großen Wert auf die Förderung und Stärkung des Gemeindelebens durch Fortbildung von Mitarbeitenden und Leitungspersonen.

Das 31. Kirchenkonzil der IECLB tagte von 17. bis 21. Oktober in der Christerlöserkirche in Curitiba/PR. Das Konzil ist das höchste Organ der IECLB. Es wird alle zwei Jahre in einer der Kirchengemeinden abgehalten. An den Sitzungen nehmen jeweils etwa 200 Personen teil: Delegierte aus Partnerkirchen und Einrichtungen weltweit sowie der Ökumene, Delegierte aus den 18 Synoden und weitere Mitarbeitende der IECLB.

Mission EineWelt gratuliert der neu gewählten Kirchenleitung und wünscht ihr segensreiches Wirken im Dienst der Menschen.

Renate Hauerstein

Noch bis 19. Oktober läuft in Genf die vierte Verhandlungsrunde über das so genannte UN Binding Treaty, ein internationales Abkommen, das Unternehmen rechtsverbindlich verpflichten soll, einen Katalog von Menschen- und Arbeitsrechtsnormen einzuhalten. Über 100 Staaten beteiligen sich inzwischen an den Verhandlungen, doch die Bundesregierung sieht tatenlos zu. Im Vorfeld hat sie – unter anderem gegen Frankreich – durchgesetzt, dass auch die EU sich nicht aktiv an den Gesprächen in Genf beteiligt. „Wenn sie allen Menschen statt einem immer exklusiver werdenden kleinen Kreis dienen soll, braucht die globale Ökonomie nichts so dringend wie eine Resozialisierung“, sagt Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt. „Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, sich endlich aktiv und vor allem konstruktiv in die Verhandlungen einzubringen.“ Mission EineWelt ist Mitglied der Treaty Alliance Deutschland, die sich für die Realisierung des Abkommens einsetzt.

Es ist eine vielleicht einmalige Chance. Seit Juni 2014 verhandelt auf Beschluss des UNO-Menschenrechtsrats eine immer größere Gruppe von Staaten unter der Leitung Ecuadors und Südafrikas ein internationales Abkommen, das Menschen- und Arbeitsrechtsstandards festschreibt und Unternehmen verpflichtet, diese einzuhalten. Die erste Sammlung von Bausteinen sah unter anderem explizit den Vorrang von Menschen- und Arbeitsrechten vor Handels- und Investitionsabkommen sowie die Einführung eines Unternehmensstrafrechts vor. Dadurch bekämen Menschen die Möglichkeit, gegen Unternehmen zu klagen, die sich nicht an die im Abkommen vereinbarten Standards halten. Zusätzlich war ursprünglich die Einrichtung eines internationalen Gerichtshofs vorgesehen, der auch Menschen aus Ländern, die nicht dem Abkommen beitreten, eine Klagemöglichkeit eröffnen würde.

Käme ein solches Abkommen zustande, hätten vor allem internationale Konzerne wesentlich weniger Möglichkeiten, Menschen- und Arbeitsrechtsstandards ebenso wie Verpflichtungen zum Schutz der Umwelt nach Belieben zu umgehen. „Der Standortwettbewerb nach dem Motto ‚maximaler Profit durch maximale Ausbeutung‘ hätte ein Ende, wenn international verbindliche Standards für Menschen- und Arbeitsrechte etabliert wären. Gerade in den Ländern des globalen Südens würde das die Chancen auf wirtschaftliche Entwicklung und eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung deutlich erhöhen“, ist Hoerschelmann überzeugt.

Leider hat die Einflussnahme nördlicher Industriestaaten inzwischen dazu geführt, dass im vorliegenden Zero Draft einige Eckpunkte schon wieder aufgeweicht wurden. So ist jetzt plötzlich die Rede von alternativen Sanktionsmöglichkeiten statt von der Einführung eines Unternehmensstrafrechts. Vom ursprünglich vorgesehenen internationalen Gerichtshof für Menschen- und Arbeitsrechte ist im augenblicklichen Vertragsentwurf nichts mehr zu finden. Und auch der ehemals explizit festgeschriebene Vorrang von Menschenrechten vor Handels- und Investitionsrechten findet sich nicht mehr im aktuellen Text.

Die Treaty Alliance Deutschland, ein Zusammenschluss verschiedener Nichtregierungsorganisationen, unter ihnen Brot für die Welt, Misereor, Christliche Initiative Romero und Mission EineWelt, fordert deshalb die Bundesregierung auf, ihre Blockadepolitik aufzugeben und sich dafür einzusetzen, dass wichtige Eckpunkte wie der Vorrang von Menschen- und Arbeitsrechten vor Handelsrechten sowie die Einführung eines Unternehmensstrafrechts und eines internationalen Gerichtshofs für Menschenrechte wieder in den Vertragstext aufgenommen werden.

Mission EineWelt versteht ihr Engagement für das Binding Treaty im Kontext der Initiative „Waking the Giant“ des Lutherischen Weltbundes mit dem Ziel, dass Kirchen weltweit verstärkt an der Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mitwirken. „Waking The Giant“ wird in globalen und lokalen ökumenischen Strukturen umgesetzt.

Weitere Informationen: https://www.cora-netz.de/die-treaty-alliance-deutschland/

„Arbeitsrechte in der Spielzeug-Lieferkette“ waren das Thema einer vom Nürnberger Bündnis Fair Toys veranstalteten Tagung am 16. Oktober 2018 im Nürnberger Rathaus. GewerkschafterInnen und verschiedene Nichtregierungsorganisationen diskutierten mit VertreterInnen der Spielzeugindustrie über die immer noch weit verbreiteten Verletzungen von Arbeitsrechten in Produktionsbetrieben der Branche. Ziel der Tagung war, Möglichkeiten abzustecken, wie diese Missstände konsequent und nachhaltig beseitigt werden können.

Jürgen Bergmann von Mission EineWelt, Mitbegründer des Nürnberger Fair Toys-Bündnisses, fasste die Anliegen der Zivilgesellschaft so zusammen: „Aus VerbraucherInnensicht wäre ein vertrauenswürdiges Siegel hilfreich, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion garantiert – egal ob in Asien, Europa oder sonstwo hergestellt wird. Die bisherigen Zertifizierungen wie  ICTI-Care oder BSCI weisen erhebliche Mängel auf. Was wir brauchen, ist ein Multistakeholderansatz, bei dem Industrie und Handel, Gewerkschaften und NGOs paritätisch vertreten sind. Vorbild könnte die Fair Wear Foundation aus dem Bekleidungsbereich sein. Dort sind inzwischen über 80 Bekleidungsunternehmen Mitglied und arbeiten gemeinsam an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben.“

Ähnlich könnte es nun auch in der Spielzeugindustrie laufen. Erstes Ergebnis der Tagung in Nürnberg ist eine Vereinbarung mit einigen Vorreiter-Betrieben, einen Multistakeholderprozess ähnlich dem in der Textilindustrie anzustoßen. Alle TeilnehmerInnen waren sich zudem einig, dass verbindliche Sozialstandards entlang der Lieferketten auch für Unternehmen hilfreich wären. Die UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte sehen die Entwicklung solcher Sozialstandards vor. In Deutschland erfolgt die Umsetzung im Rahmen des so genannten Nationalen Aktionsplans (NAP), dessen Umsetzung nicht gesetzlich verpflichtend ist, sondern auf freiwilliger Basis erfolgen soll. Hier forderten die TeilnehmerInnen von der Bundesregierung mehr Verbindlichkeit, damit ernsthaft bemühte Unternehmen keinen Wettbewerbsnachteil haben.

Mission EineWelt ist neue Gesellschafterin der Klima-Kollekte. Der Landeskirchenrat der ELKB hat kürzlich den entsprechenden positiven Beschluss zum Beitritt in den Gesellschafterkreis der Klima-Kollekte gefasst. Inzwischen ist auch die Eintragung ins Handelsregister erfolgt.

„Mit Mission EineWelt verbindet die Klima-Kollekte bereits eine langjährige Zusammenarbeit im Rahmen eines Kleinstprojekts mit der Partnerkirche in Nicaragua“, so Dr. Olivia Henke, Geschäftsführerin der Klima-Kollekte. „Zukünftig wird Mission EineWelt im Auftrag der ELKB unseren Gesellschafterkreis erweitern. Wir freuen uns auf die weiterhin gute Zusammenarbeit.“

„Die Themen Klimagerechtigkeit und Klimaschutz sind wichtige Bestandteile unseres Engagements für Partnerschaft, Entwicklung und Mission, im Gespräch – aber auch in der praktischen Umsetzung. Von daher ist es nur konsequent, wenn wir uns nun in der Klima-Kollekte noch stärker einbringen“, begründet Hanns Hörschelmann, Direktor von Mission EineWelt, den Einstieg in den Gesellschafterkreis der Klima-Kollekte.

In Kooperation mit der Lutherischen Kirche in Nicaragua setzt Mission Eine Welt mit Mitarbeitenden in den Dörfern Madriz und Chinandega ein Projekt um, in dem es darum geht, offene Feuerstellen durch energieeffiziente Kochstellen zu ersetzen. Dadurch spart ein Haushalt rund 6 Kilo Brennholz pro Tag. Es müssen also für den täglichen Bedarf weniger Bäume gefällt werden. Emissionen und Rauchentwicklung werden verringert, und auch in den Häusern verbessert sich die Luftqualität. Die Frauen werden entlastet, weil sie kein Feuerholz mehr sammeln müssen. Ein weiterer positiver Effekt sind die Arbeitsplätze, die durch den Bau und den Erhalt der neuen Kochstellen geschaffen werden.

Das Projekt läuft über sieben Jahre und ist angelehnt an den Gold Standard. Die Einsparung beträgt jährlich 678 Tonnen CO2. Bisher sind schon 2014 Tonnen CO2 eingespart worden.

Der Leitgedanke der Klima-Kollekte, „CO2 vermeiden – reduzieren – kompensieren“, wird von Mission EineWelt auch in Neuendettelsau umgesetzt: Bereits seit 2014 ist Mission EineWelt offiziell nach dem europäischen Umweltmanagementprogramm EMAS III (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert und leistet so einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz.

Mission EineWelt ist das achte Gesellschafterhaus der Klima-Kollekte. Mit dabei sind außerdem: Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), das Schweizer Hilfswerk Fastenopfer, das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘, die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e. V., das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR sowie das Zentrum für Mission und Ökumene – nordkirche weltweit.

 

Die Klima-Kollekte gGmbH

Die Klima-Kollekte gGmbH ist ein CO2-Kompensationsfonds von christlichen Kirchen, über den Organisationen, Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen ihre Emissionen ausgleichen können. Der Kompensationsbeitrag fließt in Klimaschutzprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Die Projekte dienen dabei nicht nur dem Klimaschutz, sondern tragen zur Armutsbekämpfung vor Ort bei sowie zur Umsetzung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG).

„Sehnsucht nach Gottes Reich – 100 + 1 Andachten und Predigten“ lautet der vollständige Titel des neuen Buches von Traugott Farnbacher, Leiter des Referats Papua-Neuguinea/Pazifik/Ostasien bei Mission EineWelt. Am Montag, 1. Oktober 2018, um 17 Uhr liest der Autor in den Räumen der Ausstellung „einBlick“ aus seinem neuesten Werk und gibt vielleicht auch den einen oder anderen Einblick in dessen Genese.

Die nun in Buchform vorliegenden Andachten und Predigten hat Farnbacher hierzulande oder unterwegs in Kirchen im Pazifik und in Asien gehalten. Leitmotiv ist Jesu Ankündigung seines Reiches, die Farnbacher als „Schlüsselverheißung, Grund und Ziel aller christlichen Mission“ verortet. Der Theologe sieht in dieser Aussicht den „Inbegriff unserer Hoffnung“, allerdings nicht als reine Zukunftsutopie, sondern als gegenwärtige Präsenz: „Gott wirkt durch seinen Geist in der Welt. Unser Ausschauhalten nach Gottes Eingreifen ist nicht vergebens“, ist Farnbacher überzeugt.

Am 16. September 2018 wurde Ling Chunxiang zum Abschluss der 5. Sitzung des dritten Aufsichtsrats der Amity Foundation  zur neuen Generalsekretärin gewählt. Als Stellvertreter wählte das gut 20-köpfige Gremium Gu Chuanyong, Vertreter der Religionsbehörde der Provinz Jiangsu, sowie Pastor Zhang Keyun, Vorsitzender der Drei-Selbst-Bewegung Jiangsu. Nach dem Abschluss ihres Magisterstudiums im Sommer 1999 arbeitete Ling Chunxiang in der Abteilung für ländliche Entwicklung bei Amity. Im Dezember 2016 wurde sie zu einer von fünf StellvertreterInnen des Generalsekretärs ernannt.

Sie ist Nachfolgerin von Qiu Zhonghui, der nach 15 Jahren als Leiter der Stiftung aus seinem Amt scheidet. Unter ihm hat Amity Foundation unter anderem das Spendenaufkommen aus dem Inland über Crowdfunding und digitale Medien vervielfacht, die höchste nationale Auszeichnung als AAAAA NGO erhalten und sich mit Büros in Addis Abeba (2015) und Genf (2016) weiter internationalisiert.

Beim bundesweiten Aktionstag für gerechten Welthandel am 29. September 2018 setzen sich viele verschiedene Gruppen und Organisationen für einen gerechten Welthandel und eine menschenfreundliche Gestaltung der globalen Wirtschaft ein. Das Ziel: Die Bedürfnisse der Menschen und Gemeinwesen sollen Vorrang vor rein ökonomischen Interessen Weniger haben. Akut geht es darum, die anstehende Ratifizierung des umstrittenen und Freihandelsabkommens CETA zu verhindern. In Nürnberg findet von 12 bis 14 Uhr beim Brunnen in der Kaiserstraße/Ecke Fleischbrücke eine größere Aktion des Nürnberger Bündnisses für gerechten Welthandel statt. Unter anderem ist eine Performance angekündigt.

Mit der Aktion wollen Aktive vom evangelischen Partnerschaftszentrum Mission EineWelt, von attac, von Mehr Demokratie und vom Bund Naturschutz auf die verheerenden Folgen der neoliberalen Wirtschafts- und Handelspolitik der Europäischen Union (EU) hinweisen, die unter anderem in Gestalt der Handelsabkommen CETA (EU-Kanada), EPAs (EU-Afrikanische Staaten), JEFTA (EU-Japan) & Co nachhaltige Entwicklung, Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte bedroht.

Im Vorfeld der Landtagswahlen in Bayern und Hessen treten die am Aktionstag Beteiligten dafür ein, die noch ausstehende Ratifizierung von CETA durch die EU-Mitgliedstaaten mit einem „Nein“ von Bayern und Hessen im Bundesrat zu verhindern. Vor allem von den Grünen und der Linkspartei, die sich auf Bundesebene gegen CETA ausgesprochen haben, wird erwartet, dass sie sich bei einer Regierungsbeteiligung auf Landesebene dafür einsetzen, im Bundesrat die Ratifizierung abzulehnen. Derzeit wird CETA in weiten Teilen vorläufig angewendet.

Ein Kurswechsel in der EU-Handelspolitik ist dringend nötig, denn CETA ist eine Bedrohung für Umwelt- und Verbraucherschutzstandards, bäuerliche Landwirtschaft und öffentliche Daseinsvorsorge. Der in CETA enthaltene Schutz von ArbeitnehmerInnenrechten ist äußerst schwach, und die Bestimmungen zur regulatorischen Kooperation sowie die Einführung einer Investitionsschutz-Paralleljustiz vergrößern den Einfluss transnationaler Konzerne auf die Politikgestaltung und unterhöhlen die Demokratie.

Neben CETA lehnt das Bündnis für gerechten Welthandel auch die weiteren geplanten Handelsabkommen wie JEFTA, EU-Mercosur, EU-Mexiko, EU-Australien, EU-Neuseeland, die Abkommen mit afrikanischen Staaten (EPAs) und ein neues „TTIP light“ (EU-USA) ab. Seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten erwecken Bundesregierung und EU-Kommission den Eindruck, als gäbe es nur noch die Alternative zwischen radikaler Freihandelspolitik und rechtspopulistischer Abschottung. Dem widerspricht das Bündnis und setzt auf eine gerechte, soziale und ökologische Gestaltung der Weltwirtschaft im Interesse der Menschen, nicht der Konzerne. Handelspolitik muss transparenter und demokratischer werden, Handelsabkommen müssen sicherstellen, dass Umwelt- und Verbraucherschutz sowie Arbeitsstandards weltweit verbessert statt marginalisiert werden und dass der schonende Umgang mit Ressourcen, deren gerechte Verteilung sowie die Verringerung des Verbrauchs fossiler Rohstoffe aktiv unterstützt wird. Darüber hinaus braucht es verbindliche Menschenrechts- und Nachhaltigkeitskapitel, in denen geregelt wird, dass Verstößen gegen Verpflichtungen im Bereich der Sozial-, Menschenrechts- und Umweltstandards nachzugehen und konsequent Abhilfe zu schaffen ist. Aber Ansätze in diese Richtung, wie das derzeit im UN Menschenrechtsrat verhandelte UN Treaty für Menschenrechte, werden insbesondere von der Bundesregierung blockiert.

(s. auch https://www.gerechter-welthandel.org/wp-content/uploads/2017/12/Zehn-Forderungen-Handelspolitik.pdf)

Ein guter Zeitpunkt für einen Fototermin wäre um 12.30 Uhr.

Ansprechpartnerin:
Gisela Voltz Tel: 0911 36672-0 oder 0179 7875830