So ist es jetzt bei uns Allen:

Termine wurden ab gesagt, Häuser geschlossen,

Private Treffen wurden abgesagt, Spielplätze gesperrt,

Gottesdienste wurden abgesagt, Sportveranstaltungen vertagt,

Konzerte wurden abgesagt, Hochzeiten verschoben …

… Absagen über Absagen

Das beschäftigt uns, macht uns traurig und verunsichert uns.

Aber!!! Die Welt ist nicht nur Corona, besteht nicht nur aus Absagen.

Sie ist und bleibt Gottes Schöpfung; in Gott ist alles aufgehoben, Schönes und Schweres. Dazu ein paar Worte, die mir vergangene Woche zugeschickt wurden:

Sonne ist nicht abgesagt, Frühling ist nicht abgesagt,

Liebe ist nicht abgesagt, Lesen ist nicht abgesagt,

Musik ist nicht abgesagt, Phantasie ist nicht abgesagt,

Freundlichkeit ist nicht abgesagt, Gespräche sind nicht abgesagt,

Hoffnung ist nicht abgesagt, Beten ist nicht abgesagt.

Und dass wir Alle Gottes Kinder sind, ist auch nicht abgesagt, sondern richtig „angesagt“ 😉

Gott segne uns alle an diesem Tag

 

Andacht: Ulrike Bracks, Kirchliche Studienbegleitung, Neuendettelsau

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemand reut.

2. Korinther 7,10

 

Alles anders.

Wir warten auf unsere Passion.

Wir warten. Aber sie kommt nicht.

Was kommt, sind Umstände, die unsere Geduld erfordern.

Schon am Morgen suchen sie uns auf:

Unsere Nerven gehen uns so leicht durch, der Bus ist bereits voll, die Milch läuft über, die Freunde erscheinen nicht, das Telefon läutet ununterbrochen, die, die wir lieben, streiten sich; man möchte schweigen und muss sprechen, man möchte ausgehen und muss daheim bleiben, man möchte daheim bleiben und muss weggehen.

So treten Geduldsübungen an uns heran, neben- oder hintereinander, und vergessen immer uns zu sagen, dass sie das Martyrium sind, das für uns vorgesehen ist.

Wir aber lassen sie mit Verachtung an uns vorüberziehen und warten auf die Gelegenheit, unser Leben hinzugeben, eine Gelegenheit, die der Mühe wert wäre.

(Madeleine Debrel im Fasten-Wegweiser „Wandeln 2020“: www.anderezeiten.de)

 

Gebet:

Gott, Du  Schöpfer des Himmels und der Erde und allem, was darinnen ist.

Sich in Geduld zu üben, fällt uns in diesen Tagen nicht leicht, und dennoch ist es wichtiger denn je zuvor.

Vieles von dem, was uns sicher schien, wird unsicher, vieles von dem, was uns zentral und wichtig erschien, wird marginal und unwichtig.

Wir bitten Dich, sei Du uns in dieser Passionszeit nahe.

Lass uns diese, für uns neue Situation als Deinen Passionsweg mit uns begreifen.

Damit wir ihn gehen können, mit Geduld, Schritt für Schritt.

Amen.

 

Gabriele Hoerschelmann, Direktorin, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

Oliver Henke mit einer Kollegin vor dem Info-Board des KCMCWie ist die aktuelle Situation in Tansania bezüglich Corona? Wie viele dokumentierte Infektionen gibt es?

Es gibt nur 12 positive Fälle, die Dunkelziffer kennt niemand. Für mich ist es statistisch undenkbar, dass in einem der größten touristischen Länder Afrikas mit guten Handelsbeziehungen zu China das Virus nicht schon früher im Land war. Wie auch immer, schwere Fälle haben wir bei uns im Krankenhaus noch nicht gesehen.

 

Was geschieht zur Aufklärung der Bevölkerung?

Es gibt öffentliche Ansagen mit Lautsprechern und per WhatsApp. Auch die Fernsehsender senden über Corona in einer Dauerschleife.

 

Gibt es schon Maßnahmen, die ergriffen werden?

Schulen und Universitäten sind geschlossen, Handewaschstationen gibt es vor jedem Laden und eigentlich allen Gebäuden und den Märkten. Im Krankenhaus wird zudem jede/r Besucher/in auf seine/ihre Temperatur hin untersucht und die Hände müssen desinfiziert werden. Im Cancer Care Centre haben wir Restriktionen für Angehörige, die nicht mehr das Gebäude betreten dürfen, sofern der/die Patient/in nicht auf Hilfe angewiesen ist.

 

Wie bereitet sich das Gesundheitswesen vor?

Es gibt Isolationszimmer in den Governmental Hospitals und nur ein nationales Referenzlabor für die Testungen.

 

Wie sind die Kliniken ausgestattet?

Schlecht. Das war vor Corona so, und ist auch jetzt so. Ich schätze, 100 Betten mit Beatmungsmöglichkeiten im Land für 55 Millionen Menschen. Angesichts eines chronisch überforderten Gesundheitssystems muss man natürlich die Sinnhaftigkeit aller Maßnahmen hinterfragen. Was bringt es, die Infektionskette zu verlangsamen? Die Kapazitäten sind mit oder ohne Corona überlastet.

 

Wie bereiten Sie und Ihre Familie sich vor?

Wir persönlich sind aktuell nicht angespannt und planen nur von Tag zu Tag. Wir wollen zunächst einmal im Land bleiben, da die Situation in Deutschland sicherlich nicht besser ist, und hier vor Ort wird unsere Hilfe zudem benötigt.

 

Wird es in Tansania gelingen, das Virus unter Kontrolle zu halten?

Interessanter ist eigentlich die Frage, ob das Virus hier in Tansania mit einer ähnlich hohen Todesrate einhergehen wird wie in Norditalien, Iran und China. Ich denke nicht, da viele Faktoren, wie jüngere Bevölkerung, viel Aufenthalt im Freien und so gut wie keine Luftverschmutzung, für einen milderen Verlauf sprechen. Wie bereits gesagt, das Virus müsste aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im Land sein, und wir haben keine Nachrichten von schweren Verläufen oder vielen Patient/innen. Über eine WhatsApp Gruppe der Botschaft sind alle deutschen Ärzte im Land miteinander in Kommunikation, und so haben wir einen guten Überblick über die Situation.

 

Krebsspezialist Oliver Henke arbeitet als Onkologe im Cancer Care Center des Kilimanjaro Christian Medical Centre (KCMC) in Moshi, Tansania. Er wurde von Mission EineWelt ausgesendet.

 

Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Arbeit von Mission EineWelt, damit auch weiterhin wichtige, nachhaltige Projekte umgesetzt werden können. Tragen Sie dazu bei, dass Menschen eine Chance erhalten:

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Wir bleiben miteinander verbunden. Menschen sind soziale Wesen.

Es ist ungewöhnlich, und eine komische Atmosphäre, wenn das Gebäude von Mission EineWelt nun so leer ist. Home Office. Und so viele Veranstaltungen und Begegnungen plötzlich abgesagt.

Als ich ein kleiner Junge war, ist unsere Familie von Tansania ins Fichtelgebirge gezogen. Da blieb so einiges mit mir verbunden, was dann plötzlich weg war, und ich habe mich im Fichtelgebirge eingelebt. Später sind meine Eltern wieder nach Tansania gezogen, und ich habe das Fichtelgebirge wieder verlassen. Und doch bleiben Verbindungen. In Lebensgeschichten, da sammelt sich so einiges an, an Eindrücken, Erinnerungen, Beziehungen und Verbindungen. Auch über Trennungen und Entfernungen hinweg.

Mission EineWelt gehört zur Kirche, ist ein Teil der weltweiten Kirche. Da geht es oft um Verbindungen über Kontinente hinweg. Über große Entfernungen hinweg. Auch die zeitliche Entfernung prägt die Kirche:

Jesus – das ist schon lange her, und die Geschichten gehen aber noch weiter, und im christlichen Glauben fühlen sich Menschen heute, und auf der ganzen Welt, mit Jesus verbunden. Auf verschiedene Weisen.

Mit Studierenden war ich kürzlich in Malaysia, und wir haben die Vielfalt der Religionen und die Formen des Christentums dort erlebt. Wenige Tage später kam vom Bach Festival in Malaysia ein YouTube-Clip, den viele Menschen weltweit geteilt haben, weil er musikalisch und geistlich Menschen verbinden konnte. Der Clip wurde in verschiedenen Ländern aufgenommen, und ging viral, im doppelten Sinne des Wortes.

Zur Pandemie wird über Kontinente hinweg auf Englisch, Chinesisch und Deutsch gesungen:

 

Befiehl Du Deine Wege

und was Dein Herze kränkt,

der allertreusten Pflege

des, der den Himmel lenkt.

Der Wolken Luft und Winden

gibt Wege, Lauf und Bahn,

der wird auch Wege finden,

da Dein Fuß gehen kann.

 

Wo auch immer ich bin, wo auch immer Du bist, wo auch immer Sie sind:

Wir bleiben verbunden mit Wolken, Luft und Winden, und Gott trägt uns gemeinsam, über Räume und Zeiten hinweg.

https://www.youtube.com/watch?v=4nV8NakYNfs&feature=youtu.be&fbclid=IwAR2xX5JwPqfsIRKHOoo-Z4ujAgA37jdbhFZMxUxDbKnCE0LkmQxbfyoEboY

Einen guten und gesegneten Tag heute!

 

Andacht: Gottfried Rösch, Leiter des Referats Mission Interkulturell bei Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mssion EineWelt

»Bis heute, 24. März 2020, gibt es nur 12 bestätigte Fälle hier in Tansania. Zur Aufklärung und der Bevölkerung werden alle verfügbaren Medien eingesetzt. Seit letzten Dienstag, dem 16. März 2020 sind alle Schulen und Universitäten im Land geschlossen. Es wird empfohlen, die sozialen Kontakte herunterzufahren und nur die notwendigsten Reisen zu unternehmen. Im Krankenhaus haben wir eine Isolationsstation eingerichtet. Da wir keine Beatmungsgeräte haben, werden wir bei den schweren Verlaufsformen der Krankheit nur sehr wenige Therapiemöglichkeiten haben. Da es im Land kaum Testmöglichkeiten gibt, können wir die Diagnose nur nach rein klinischen Aspekten stellen. Die Lage hier in Ilembula ist noch ruhig. Bisher hatten wir noch keinen einzigen Corona-Fall. Aufgrund der eingeschränkten Testmöglichkeiten werden wir nur sehr schwer einen Überblick über die Situation bekommen. Ein erhöhtes Aufkommen an Patient/innen kann bisher nicht beobachtet werden. Ganz im Gegenteil, im Krankenhaus ist es eher ruhig, und die Menschen kommen nur, wenn es unbedingt notwendig ist.«

Werner Kronenberg arbeitet als Chirurg am Lutheran Hospital in Ilembula, Tansania. Er wurde von Mission EineWelt ausgesendet.

 

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Wir bitten Gott, dass sein Geist euch mit Weisheit und Einsicht erfüllt und ihr auf diese Weise seinen Willen immer besser erkennt.

Kolosser 1,9

 

Unser Gebet kann uns helfen, einen Blick dafür zu bekommen, was für uns und andere hilfreich und wichtig ist. Hier ein paar Anregungen:

Wir beten für uns: Was müssen wir tun und was können wir gut bleiben lassen, damit andere und wir selbst vor Infektion geschützt werden?

Wir beten für die, die im Gesundheitswesen, in der Pflege und im Bereich der Grundversorgung arbeiten.

Wir beten für die, die politische Entscheidungen dahingehend treffen müssen, was hilfreich und notwendig ist.

Wir beten für die, die gerade mit Hochdruck daran forschen, wie der Corona Virus bekämpft werden kann.

Wir beten für die, die an den Rand der Nachrichten gedrängt werden, so wie Menschen, die auf der Flucht sind. Wie sieht unsere Verantwortung für sie aus?

Gott segne uns mit Weisheit und Einsicht.

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We have been asking God to fill you with the knowledge of what he wants. We pray that he will give you spiritual wisdom and understanding.

Kolosser 1,9

 

Our prayer can help us to understand what is helpful and important for us and others. Here are a few suggestions:

We pray for us: what do we have to do and with what should we do without for right now so that others and we are protected from infection?

We pray for those who work in the areas of health care and nursing or care for our basic needs like food.

We pray for those who have to make political decisions about what is helpful and necessary.

We pray for those who are working hard on research into how to combat the coronavirus.

We pray for those who are not in the headlines right now, like people who had to flee their home. What is our responsibility for them?

God bless us with wisdom and insight.

 

Michael Seitz, Mission Eine Welt, Referat Mission Interkulturell

Illustration: Daniela Denk, Mission EineWelt, Öffentlichkeitsarbeit

Wann immer ich im letzten Monat an diesem Report über den Corona-Virus geschrieben habe, so schien der Inhalt am nächsten Tag wieder überholt. Inzwischen sehen sich Menschen auch außerhalb Chinas und Asiens mit den Auswirkungen des neuartigen Virus konfrontiert. In vielen Ländern wiederholt sich eine Situation – ähnlich wie wir sie schon vor eineinhalb Monaten in China, Hongkong und anderen Regionen Asiens hatten.

 

Maßnahmen zur Eindämmung der Krise

In den betroffenen Ländern Asiens haben sich zwei Methoden als erfolgreich erwiesen, den Ausbruch und die rasante Verbreitung des Virus zu stoppen.

 

Isolationstrategie in China

In China, wo der Virus vermutlich bereits Ende November auf einem Markt in Wuhan ausbrach, ist die Bevölkerung seit Ende Januar mit einschneidenden Maßnahmen im Alltag konfrontiert. Nachdem einzelne Infektionscluster nicht mehr nachvollzogen werden konnten, hat sich das gesamte Land in kürzester Zeit in extremer Weise isoliert. Die Mobilität wurde weitestgehend eingestellt, Restaurants und Geschäfte wurden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Sehenswürdigkeiten geschlossen und soziale Kontakte der Menschen auf ein Minimum reduziert. Hochrisikogebiete wie die gesamte Provinz Hubei mit mehr als 50 Millionen Einwohner/innen wurden konsequent abgeriegelt. Außerdem wurden massiv medizinisches Personal und Hilfe in die besonders betroffenen Gebiete geschickt.

In China waren bereits Anfang Februar 2020 mehr als eine Milliarde Menschen von gravierenden Einschnitten im alltäglichen Leben betroffen. Selbst in kleinen Provinzstädten gab es strikte Auflagen, beispielsweise, dass nur eine Person pro Haushalt alle zwei Tage zum Lebensmitteleinkauf gehen darf. Fiebermessungen an Zugängen von Wohnvierteln, vor Supermärkten oder ganz allgemein auf der Straße wurden alltägliche Routine. Damit einher geht eine Öffentlichkeitskampagne, die den Menschen Verhaltensregeln vermittelt und über die getroffenen Maßnahmen und deren Notwendigkeit informiert.

Daneben gibt es eine inzwischen durchgängige und konsequente Isolierung und Behandlung von infizierten Personen. So konnten die Infektionsketten erfolgreich unterbrochen und die Anzahl der Neuinfektionen schnell gesenkt werden. Die meisten Neuinfektionen, die China verzeichnet, kommen inzwischen aus dem Ausland. In vielen Städten sind erste Anzeichen von Normalität zu erkennen. Die Zuversicht wächst, dass man die Ausbreitung des Virus im Griff hat. Geschäfte und Restaurants öffnen wieder, und auch die Produktion läuft wieder an. Es ist bemerkenswert, dass China mit fast einem Fünftel der Weltbevölkerung dies nach dem explosiven anfänglichen Ausbruch geschafft hat. Der Anteil der Infizierten an der Gesamtbevölkerung ist niedriger als in vielen europäischen Ländern. Das war nur durch extreme Kontrollmaßnahmen, wie auch durch Selbstdisziplin und monatelangem Verzicht seitens hunderter Millionen von Bürger/innen möglich.

 

Identifizierung der Infektionswege und Massentests in Südkorea

Im demokratischen Südkorea hingegen wurden konsequent die Infektionswege identifiziert und durch Massentests und frühzeitige Isolierung und Behandlung der Menschen, die ebenfalls anfangs rasante Ausbreitung der Krankheit inzwischen unter Kontrolle gebracht. Das wurde sicher auch erleichtert, dass ein Großteil der Infektionen auf eine Person zurückzuführen war. Infektionscluster müssen identifiziert, getestet und isoliert werden. Wenn das nicht möglich ist, dann müssen wie in China mit einschneidenden Isolationsmethoden sämtliche Infektionsketten unterbrochen werden.

 

Strategie-Mix in anderen asiatischen Ländern

In Hongkong, Macau, Singapur oder Taiwan hat man es geschafft, mit einer Mischung aus Isolierung und Tests, mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung, die Verbreitung des Virus gering zu halten und unter Kontrolle zu bringen. Durch die weltweite Verbreitung kehren viele Menschen nun in ihre Heimatländer zurück. Das führt dazu, dass fast alle Neuinfektionen „importierte“ Fälle von außen sind. Dadurch wächst in Asien die Angst vor einer zweiten Infektionswelle. Folgerichtig gilt für Einreisende eine zweiwöchige Quarantäne oder die Einreise wurde bereits ganz untersagt.

 

Die Arbeit der Amity Foundation

Die Amity Foundation hat am 24. Januar 2020 begonnen, Hilfsmaterialien in besonders betroffene Regionen in Hubei zu schicken. Bis heute hat Amity mehr als 74 Millionen RMB an Spenden erhalten und diese dafür verwendet, Hilfsgüter in mehr als 14 betroffene Städte und Regionen zu schicken. Die Spenden und Hilfsgüter wurden durch Online-Fundraising und vor allem in Partnerschaft mit einheimischen Unternehmen gesammelt. Zudem hat Amity starke Unterstützung von chinesischen Kirchen (CCC/TSPM) und auch von ausländischen Partner/innen erhalten. Während am Anfang der Krise noch versucht wurde, medizinische Waren aus dem Ausland zu importieren, bekommt Amity inzwischen mehr und mehr Anfragen aus dem Ausland mit der Bitte um Unterstützung.

Internationale Treffen, Trainings, Konferenzen und Austauschprogramme müssen derzeit leider abgesagt oder verschoben werden. Für Partnerschaftsbesuche und vor Allem für den Jugendaustausch ist das eine sehr bedauernswerte Entwicklung. Konferenzen finden zunehmend online und digital statt, was sie inklusiver macht und was meiner Meinung nach angesichts der globalen Erwärmung (ökologischer Fußabdruck) eine begrüßenswerte Entwicklung ist.

 

Die Situation in Hongkong

In vielen Regionen Asiens und vor allem auch in Hongkong ist man durch die SARS-Krise in 2003, bei der fast 800 Menschen starben, sehr sensibilisiert. Mit etwa 357 Infektionen mit Covid19 (was etwa 0,005 Prozent der Bevölkerung ausmacht) sind die Fallzahlen in Hongkong sehr niedrig. Dennoch sind die schmerzlichen Erfahrungen mit der SARS Krise im kollektiven Gedächtnis der Menschen. Die stark frequentierten Grenzübergänge nach China wurden nach großem öffentlichem Druck von der Regierung schnell geschlossen und bleiben dies bis heute. Auch die Schulen sind seit Anfang der Krise zu. Die angekündigte Wiederaufnahme des Schulbetriebs Mitte April wurde bis auf weiteres verschoben. Am Anfang der Krise haben fast alle Angestellten für einige Wochen von zu Hause aus gearbeitet. Nun arbeiten die meisten wieder in den Büros. Aber noch immer werden Veranstaltungen weitestgehend abgesagt und soziale Kontakte deutlich reduziert. Die Menschen gehen seit zwei Monaten fast ausschließlich mit Maske aus dem Haus.

Die Nutzung von Masken im Alltag ist umstritten. Bei Menschenansammlungen auf engem Raum haben sie jedoch ihre Berechtigung. Zum anderen verhindern sie die Gefahr einer Verbreitung des Virus durch unerkannt erkrankte Menschen. Masken erfüllen zudem auch eine soziale Funktion. Sie zeigen, dass Ihr/e Träger/in die Gefahr des Virus ernst nimmt. In der Wohnenklave Discovery Bay, die besonders bei Ausländer/innen beliebt ist, trägt kaum jemand eine Maske. Dies führt bisweilen zu Spannungen in der Bevölkerung. Während es Berichte gibt, dass asiatisch aussehende Menschen in anderen Ländern für das Tragen einer Maske kritisiert werden, wird hier Kritik an Menschen geübt, die keine Maske tragen.

Nach anfänglichem Maskenmangel gibt es inzwischen wieder überall Masken zu kaufen. Diese sind zwar noch immer sechs Mal teurer als vor der Krise, aber immerhin verfügbar und nicht mehr so teuer wie zu Beginn der Krise. In vielen Gebäuden wie auch an öffentlichen Orten liegen Hand Sanitzer aus. Aufzugschalter und Bankautomaten werden abgeklebt und mehrmals täglich gereinigt. Bei einigen Restaurants, Postämtern oder Geschäften wird am Eingang die Temperatur an der Stirn gemessen. Die Selbstquarantäne von Menschen, die von außerhalb nach Hongkong kommen, wird von Mitarbeitenden der Einwanderungsbehörde durch regelmäßige Videoanrufe überwacht. In der Öffentlichkeit wie in den Zeitungen sind große Anzeigen geschaltet, die über Hygiene- und Isolationsmaßnahmen informieren. Mit Durchsagen in den öffentlichen Verkehrsmitteln wird an die Menschen appelliert, Masken zu tragen und andere Hygienestandards zu befolgen. Wichtige Ankündigungen wie Quarantäneanordnungen werden von der Regierung auch über SMS an alle Bürger verschickt. Zudem wird die Öffentlichkeit penibel und detailliert über die Hintergründe eines jeden neuen Falles informiert. Es gab und gibt Berichte über Verfehlungen und Fehlverhalten. Den einen gehen die Maßnahmen nicht weit genug, den anderen ist es zu viel. Aber im Großen und Ganzen werden die Maßnahmen als notwendig erachtet und akzeptiert.

Das Jahr 2019 war für Hongkong ein schweres Krisenjahr. Zuerst die Proteste und nun das Virus haben Bevölkerung und Wirtschaft schwer getroffen. Die Stadt lebt vor allem von Tourismus und Einzelhandel. Die Zahl der Besucher/Innen und Tourist/innen ist drastisch eingebrochen. Die Corona-Pandemie sorgte für einen Rückgang um bis zu 96 Prozent. In der Bevölkerung gibt es die Befürchtung, dass die Arbeitslosenquote weiter ansteigt.

Und dennoch geht das Leben weiter. Die Menschen gehen viel nach draußen an die frische Luft. Wandern oder Fahrradfahren hat Hochkonjunktur. Auch wenn große Veranstaltungen weiterhin abgesagt und soziale Kontakte eingeschränkt werden, isoliert man sich nicht vollständig. Einkaufszentren sind weiterhin gut besucht. Es gibt inzwischen auch wieder kleinere Proteste der Bevölkerung gegen die Regierung, nachdem die Protestbewegung seit Monaten in der Öffentlichkeit nicht mehr sichtbar war. Restaurants bleiben seit jeher geöffnet, und es machen auch wieder begrenzt Museen und anderen Einrichtungen auf, mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. Das obligatorische Tragen einer Maske wie auch das Desinfizieren der Hände ist seit fast zwei Monaten zur Regel geworden.

 

Die deutschsprachige evangelische Gemeinde in Hongkong (EGDSHK)

Die andauernde Schulschließung trifft auch die evangelische deutschsprachige Gemeinde. Seit zwei Monaten können wir die deutschsprachige Schule nicht wie gewöhnlich für Gottesdienste nutzen. Daher müssen wir uns jeden Sonntag neue Räumlichkeiten suchen. Die Gemeinde trifft sich im kleinen Kreis, auch mal am Strand in Discovery Bay (DB). Wir halten Gottesdienste privat ab und versuchen uns weiterhin zu treffen, und ebenfalls auch unsere katholischen Geschwister einzuladen. Die deutschsprachige katholische Gemeinde wird aus Peking mitbetreut. Aufgrund der Einreisesperre kann der katholische Pfarrer derzeit nicht mehr nach Hongkong kommen. Schön ist ebenfalls, dass wir von einem deutschen Unternehmer eine größere Anzahl Masken gespendet bekommen haben, die wir an Flüchtlinge und Obdachlose in Hongkong verteilen konnten. So können wir als Gemeinde auch die Menschen in Hongkong unterstützen, die dem Virus besonders schutzlos ausgeliefert sind.

 

Was bringt die Zukunft?

Die Unsicherheiten, die mit dem Virus einhergehen, sowie die weltweite Ausbreitung des Virus stellen die Weltgemeinschaft vor eine große Herausforderung. Das Primat des wirtschaftlichen Wachstums, profitgesteuerte Privatisierungen und neoliberale Reformen im Gesundheitswesen über die letzten Jahrzehnte verschärfen die Krise. Auch der weltweit zunehmende Populismus und nationalistische Tendenzen stehen einer hinreichenden Eindämmung der Pandemie entgegen. Meine Befürchtung ist, dass die Krise die seit Jahren zunehmenden nationalen und internationalen Polarisierungstendenzen in Politik und Gesellschaft verstärken wird und sich Vorurteile und Rassismus verfestigen.

Andererseits ist die Zahl der Infizierten weltweit noch sehr niedrig im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Zudem ist zu hoffen, dass der kommende Sommer die Verbreitung des Virus zusätzlich behindern wird. Die Beispiele in Asien zeigen, dass die Pandemie durch die jetzt getroffenen Maßnahmen eingedämmt werden kann und dass das alltägliche Leben weitergehen wird. Dafür müssen die reichen Länder aber vor allem auch an die ärmeren Menschen in n den Ländern des globalen Südens denken, und diesen notfalls die entsprechende Unterstützung zukommen lassen. Denn in dieser globalen und existentiellen Pandemie zeigt sich auch, dass diese nur durch Solidarität, Mitgefühl und Rücksichtnahme gelöst werden kann.

Es ist zu hoffen, dass wir letztendlich, wenn die Krise vorbei ist, daraus lernen und uns in Zukunft mit gleichem Engagement auch auf andere globale Herausforderungen wie die Klimaerwärmung oder die weltweit grassierende Ungleichheit konzentrieren werden.

 

Martin Lachmann, Hongkong, 23. März 2020

(Martin Lachmann wurde von Mission EineWelt nach Hongkong ausgesendet)

 

Informationen zur Arbeit der Amity Foundation:

https://www.amityfoundation.org/eng/

https://www.amityfoundation.org/eng/social-media

 

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Aufgrund der Corona-Krise kann der Zentralamerikatag leider nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden,. Aber inzwischen wurde ein spannendes Programm für den virtuellen Raum  erarbeitet.

Die genauen Login-Informationen für das Webinar zum Zentralamerikatag werden allen Angemeldeten demnächst per Mail zugesendet und für alle weiteren Interessierten hier veröffentlicht:

https://mission-einewelt.de/events/zentralamerikatag-2020/

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund und Frühregen hüllt es in Segen.
Psalm 84,4-7

Bleiben Sie zu Hause!
So lautet eine der wichtigsten Verhaltensregeln in Corona-Zeiten. „Zu Hause“ ist für viele ein Ort, an dem sie sich wohl und sicher fühlen, der Schutz und Geborgenheit bedeutet. Wo sie ihre Liebsten treffen, wo sie gerne sind. Da kann man sich schon mal einschränken und ein paar Wochen daheim bleiben. Was aber ist mit den Menschen, die sich daheim nicht wohlfühlen, weil sie einsam oder psychisch angeschlagen sind? Oder weil ihr Daheim von Gewalt und Streit geprägt ist. Oder mit denen, die kein richtiges Zuhause haben: Obdachlose, Menschen auf der Flucht . Viele Hilfsangebote für diese Menschen fallen plötzlich weg.
Als Christinnen und Christen haben wir immer ein zu Hause bei Gott, dürfen wir uns trotz aller Unsicherheiten und Bedrohungen in der Welt stets bei ihm daheim und geborgen fühlen. Dieses Vertrauen auf Gott kann uns dazu anregen, auch in Krisenzeiten nicht nur auf uns selbst zu schauen, sondern die Menschen ohne Zuhause zu unterstützen und ihnen zu helfen. Durch Gespräche am Telefon, online, indem wir sie beim Einkaufen unterstützen. Indem uns ihr Schicksal nicht gleichgültig bleibt, sondern wir uns für sie einsetzen und dafür sorgen, dass sie nicht vergessen werden. Gerade die Geflüchteten, die in Lagern vor den Toren Europas oder auf den griechischen Inseln meist auf engstem Raum unter katastrophalen hygienischen und medizinischen Verhältnissen festsitzen, brauchen dringend Unterstützung und Solidarität.
Sich für andere einzusetzen, nicht nur um sich selbst zu kreisen, mit Menschen auf der ganzen Welt verbunden zu sein in Solidarität, im Handeln und auch im Gebet, kann heilsam und segensreich sein. Und uns so auch eine geistige Heimat geben.
Bleiben Sie zu Hause und bleiben Sie auch bei Gott zu Hause!
Amen.


Gisela Volz, Mission EineWelt, Referat Entwicklung und Politik
Illustration: Daniela Denk, Mission EineWelt, Öffentlichkeitsarbeit

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,

der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Lukas 9,62

 

Nur zu gerne sehen wir und sehnen wir uns zurück, aber meistens mit einer Spezialbrille, die das Gelungene überbetont und das Missratene ausblendet.

Doch hier geht es nicht um mich und meine Lieben, sondern um das Reich Gottes. Nicht zurückschauen, sondern vorausschauen, schauen auf den, der gesagt hat: Ich bin der Weg. Das macht uns frei und hilft uns zur Wahrheit, die uns auch wieder auf Jesus hinweist. Wir müssen nichts beschönigen, ausblenden oder unter den Teppich kehren. Gott gibt uns eine Aufgabe und ein Ziel: die Nachfolge.

Heute ist Frühlingsanfang. Das soll nicht nur im Garten so sein, sondern auch in unserem Herzen. Wir dürfen auf Jesus schauen, nicht in den Spiegel, in dem wir uns ja eigentlich seitenverkehrt sehen. ER ist das Licht der Welt, unser Licht, damit auch wir nicht verbissen uns mit unserem „Pflug“ abmühen und davonlaufen, wenn die „Lebens-Furche“ zu missraten droht.

Was wir tun, ist „Handarbeit“, auch wenn es mit unserem Kopf geschieht. Das Wachsen und Gedeihen können und brauchen wir nicht vollbringen. Jesus, der das Leben ist, kann auch aus unseren krummen Furchen eine gute und reiche Ernte geraten lassen.

Um seinen Segen wollen wir bitten. Amen

 

Das Lied: (EG 391) Jesu, geh voran… ist auch unser Gebet.

Jesu, geh voran auf der Lebensbahn! Und wir wollen nicht verweilen, dir

getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland.

Soll’s uns hart ergehn, lass uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen

niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir.

Ordne unseren Gang, Jesu, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, gib

uns auch die nöt’ge Pflege; tu uns nach dem Lauf deine Türe auf.

 

Andacht: Karl Lippmann, ehemaliger Mitarbeiter des Bayerischen Missionswerks in Papua-Neuguinea

Illustration: Daniela Denk