Ordination und Aussendung

Pfarrerin Daniela Schmid wird das nächste Jahr in Brasilien arbeiten

Seit vergangenem Samstag ist Daniela Schmid nicht nur ordinierte Pfarrerin der bayerischen Landeskirche, sondern auch für ein Jahr ausgesandt in die Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, eine Partnerkirche der bayerischen Landeskirche. Die 29jährige Theologin wird ab September für zwölf Monate in der Paroquia dos Apostolos im südbrasilianischen Joinville arbeiten.

In einem feierlichen Gottesdienst in der Sankt Lukaskirche in Schweinfurt wurde Schmid von Gisela Bornowski, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg in ihr Amt als Pfarrerin ordiniert und von Lateinamerikareferent Hans Zeller anschließend zu ihrem Dienst nach Brasilien ausgesandt.

Für ihre Arbeit in Brasilien bringt Daniela Schmid schon einige Erfahrungen mit. Seit einem Praxisjahr, das sie im Jahr 2004 teilweise in dem armutsorientierten
Bildungsprojekt CACTUS in Mexiko verbracht hat, bestehen ihrerseits enge Beziehungen nach Lateinamerika. Die konnte sie 2008 während eines Studienaufenthaltes an der Universidad Bíblica Latinoamericana noch vertiefen. Im Jahr 2010 schließlich absolvierte sie im Rahmen ihres Theologiestudiums als Stipendiatin ein Gemeindepraktikum in der lutherischen Kirche in El Salvador.

Nach eigener Aussage erwartet sie sich aufbauend auf diesen Erfahrungen von dem Jahr Probedienst in Brasilien einen „Einblick in eine lateinamerikanische lutherische Kirche, die geschichtlich stark durch europäische, insbesondere deutsche Einwanderer geprägt ist und sich dadurch von den zentralamerikanischen Kirchen unterscheidet“. Dabei kommt ihr zugute, dass sie ihr Vikariat in der Sankt Lukaskirche in Schweinfurt absolviert hat. Das dortige Dekanat Schweinfurt pflegt seit mehr als 25 Jahre eine enge Partnerbeziehung zu vier lutherischen Gemeinden in Rio de Janeiro.

Rekordbeteiligung beim diesjährigen Fotowettbewerb der Freiwilligen von Mission EineWelt

Insgesamt 32 junge Freiwillige haben am diesjährigen Fotowettbewerb von Mission EineWelt teilgenommen und 76 Fotos aus 13 Partnerländern ins Rennen geschickt. Das ist Rekord in der Geschichte des Wettbewerbs. Insgesamt sind im Auftrag des Partnerschaftszentrums derzeit 49 Freiwillige in 15 Partnerländern und arbeiten dort ein Jahr lang in kirchlichen Projekten mit.

In drei Kategorien konnten die jungen Leute jeweils ein Bild einsenden: Alltag und Leben im jeweiligen Land, aus dem Alltag der Freiwilligenarbeit und ein Motiv zum Kampagnenthema „Land“ des Zentrums. Die fünfköpfige Jury hat nun die drei Siegerfotos ausgewählt und prämiert.

Den ersten Platz belegte eine Momentaufnahme von Johanna Maihöfer, die in Bolivien aufgenommen wurde. Das Bild der Tübingerin zeigt eine Marktfrau, die gerade ihr Mittagessen isst, im traditionellen Outfit der Cholita paceña mit Handy. Die Jury hob in ihrer Urteilsbegründung die sehr gelungene Umsetzung der Gleichzeitigkeit von Moderne und Tradition auf diesem Foto hervor. Das Bild strahlt innere Ruhe und Harmonie aus und beeindruckt durch den gewählten Ausschnitt und Farbgebung.

Auf Platz 2 landet ein Foto aus Tansania, das Verena Knöll aus Ellingen aufgenommen hat. Es zeigt Kinder beim Tauziehen während eines Kinderbibeltages. Die Jury befand: Das Bild ist fotografisch brillant und überzeuge sowohl durch den besonderen Bildausschnitt, als auch durch die eingefangene Szene. Es stecke den Betrachtenden mit seiner Fröhlichkeit und Dynamik an.

Antje-Frieda Schröder aus dem niedersächsischen Meinersen schließlich gewann mit ihrem Foto eines Mannes bei seiner Arbeit in der Makoroboi-Area in Mwanza (Tansania) den 3. Preis. Das Bild zeigt ihn, wie er aus Altmetall neue Gebrauchsgegenstände herstellt. Die Momentaufnahme, so die Jurybegründung, zeige einen Alltag in Tansania, der für Touristinnen und Touristen nicht offensichtlich ist und übliche Klischeevorstellungen durchbricht: Ein sinnvoller Umgang mit Ressourcen ermögliche einen ausreichenden Lebensunterhalt und schaffe Zufriedenheit.

Der 1. Preis wird von Mission EineWelt mit 300 Euro prämiert, der 2. Preis mit 200 Euro und der 3. Preis mit 100 Euro.

Hinweis: Das Auswahlverfahren für einen Freiwilligen-Einsatz ab 2015 beginnt bereits im September 2014 mit den Infotagen in München und Nürnberg.

Gedenkveranstaltung von Mission Eine Welt, der Pazifik-Informationsstelle und weiteren Gruppen

Am 6. und 8. August jähren sich die amerikanischen Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Die Atombomben im August 1945 sollten das Ende des Zweiten Weltkrieges beschleunigen und Japan zur Kapitulation zwingen. 92.000 Menschen starben unmittelbar durch die Bombenexplosionen, weitere 130.000 Menschen erlagen später ihren schweren Verletzungen.

Am Mittwoch, 6. August 2014, findet deshalb

von 16.00 bis 19.00 Uhr eine Gedenkveranstaltung

vor der Lorenzkirche in Nürnberg statt.

Mission EineWelt lädt zusammen mit der Pazifik-Informationsstelle, dem Nürnberger Evangelischen Forum für den Frieden, dem Nürnberger Friedensforum und weiteren Gruppen zu dieser Veranstaltung vor der Nürnberger Lorenzkirche ein. Auch die Kurzandacht um 17.00 Uhr in der St. Lorenz-Kirche widmet sich dem Hiroshima-Gedenktag.

Hiroshima ist zu einem Symbol für den Widerstand gegen jede Form von ziviler und militärischer Nutzung von Nuklearenergie geworden. Weltweit gedenken Menschen am „Hiroshima-Gedenktag“ auch der Opfer von Atombombentests vor allem im Pazifik sowie der von den gesundheitsschädlichen Folgen des Uranabbaus Betroffenen in Australien und Afrika, der von Uranmunitionseinsatz Betroffenen in Irak und Afghanistan als auch der Opfer der Unfälle in den Atomkraftwerken von Tschernobyl und Fukushima.

Mission EineWelt und die Pazifik-Informationsstelle wenden sich entschieden gegen eine zivile und militärische Nutzung von Atomenergie und Atomwaffen. Gottes Schöpfung zu bewahren ist uns Anspruch und Verpflichtung zugleich.

Kontakt:

Gisela Voltz, Pfarrerin,

Fachreferentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Mission EineWelt

Tel.: 0911-1300003 oder 0911-36672-0

Mitwirkende aus 23 Nationen beim diesjährigen Sommerstudienkurs von Mission EineWelt

Vom 7. bis 27. Juli 2014 fand zum zehnten Mal die Summer School von Mission EineWelt statt. Der Einladung des Partnerschaftszentrums nach Neuendettelsau folgten in diesem Jahr Mitglieder von Kirchen aus 23 Nationen. Unter dem Motto „God of Life – Lead us to Justice and Peace“ wurde die Verantwortung und Rolle der lutherischen Kirchen in der Gesellschaft thematisiert.

Die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am internationalen Summerstudienkurs kamen aus der ganzen Welt – von „A“ wie Australien bis „T“ wie Tansania. Während der Summer School diskutierten sie gemeinsam über Gerechtigkeit und Frieden im Kontext der eigenen Kirche, über die soziale und politische Verantwortung der Kirche im Allgemeinen sowie über die generelle Beziehung zwischen Kirche und Staat. Ein wichtiger Programmpunkt war dabei der Besuch beim bayerischen Landesbischof. Vor einem tansanischen Liedgruß wurde mit Dr. Heinrich Bedford-Strohm intensiv über die öffentliche Theologie Dietrich Bonhoeffers und die Verantwortung von Kirchen in kritischen Situationen diskutiert.

„Das Voneinander-Lernen ist eine wichtige Erfahrung der Teilnehmenden in den gemeinsamen Seminarstunden. So sehen sie, wie andere mit ähnlichen Problemen umgehen“, so Pfarrerin Dr. Claudia Jahnel, die die Sommerstudienkurse seit sechs Jahren leitet. Offen wurde in den vergangenen Wochen über die Situation der eigenen Kirche und vor allem die politische und gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen gesprochen. Die Kirchen weltweit stehen vor zum Teil vergleichbaren Situationen: Für viele bildet das Zusammenleben mit Angehörigen anderer Religionen eine zentrale aktuelle Herausforderung. Staatliche Religionspolitik oder fundamentalistische Einflüsse und Machtbestrebungen von außen – seien sie islamischer, christlicher oder anderer Art – erschweren die interreligiöse Kommunikation. Was können die Kirchen in diesen Situationen dazu beitragen, damit Menschen verschiedener Religionen friedlich miteinander leben können? Wo müssen sie aber auch für die Rechte von religiösen Minderheiten eintreten?

„Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt. Vor allem die Gespräche untereinander waren für mich sehr wertvoll. Das Seminar hat mich ermutigt und bestätigt, mich als Christ und als Pfarrer der lutherischen Kirche für das Wohl der Gesellschaft einzusetzen“, beschreibt Jegadass Kuvala Krisnan seine Eindrücke. Der 30-Jährige kommt aus Malaysia und ist dort Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche. Er findet es gut, dass Mission EineWelt diesen Kurs anbietet und so den internationalen Austausch zwischen den lutherischen Kirchen fördert.

 „Für mich ist es eine Chance, mehr über die Wurzeln meines Glauben zu erfahren“, gibt auch Pfarrer Bere Titus Komora aus Kenia preis. Als Vater von sieben Kindern ist es für ihn zwar nicht leicht, so lange von seiner Familie getrennt zu sein. Doch auch er ist sehr dankbar für die Chance, am internationalen Sommerstudienkurs teilzunehmen.

Die Wurzeln des eigenen Glaubens kennenzulernen, das war auch das Ziel der Luther-Tour am Ende der Summer School. Innerhalb einer Woche wurden die Städte Eisenach, Erfurt, Wittenberg und Eisleben besichtigt. Ein straffes Programm für die Teilnehmenden, die fast alle zum ersten Mal die Wirkungsstätten Martin Luthers besuchen konnten. „Für manche ist dieser Studienkurs die einzige Möglichkeit, aus ihrem Land mal rauszukommen und zu sehen, dass die lutherische Kirche sehr viel größer ist“, erklärt Jahnel.

Bilderausstellung der Jesuitenmission Nürnberg bei Mission EineWelt zu Flucht und Vertreibung

Noch bis Ende August ist die Ausstellung „Von der Arche zu den Boatpeople“ bei Mission EineWelt in Neuendettelsau zu sehen. Die knapp 50 Exponate zu „Flucht und Vertreibung im Wandel der Zeit“ von Künstlern aus aller Welt spannen einen Bogen von biblischen Vertreibungsgeschichten bis zum Thema Flucht in unseren Tagen.

Die Ausstellungsexponate stammen aus dem Besitz der Jesuitenmission Nürnberg. Für die Ausstellung wurde ein Präsentationssystem gewählt, das selbst schon das Thema verbildlicht: Schutzzäune, die zum Teil mit Stacheldraht bewehrt sind. Biblische Themen von der Vertreibung aus dem Paradies über die Arche Noah bis zur Flucht nach Ägypten kommen ebenso vor wie Schreckensbilder der Flucht aus Kambodscha, das Schicksal der vietnamesischen Boatpeople, die Vertreibung von Ureinwohnern durch Profitgier und der Leidensweg derjenigen, die über das Mittelmeer Europa erreichen wollen. Ein Textbanner an jedem Zaun deutet die Kunstwerke und schafft mit einem Projektfoto aktuelle Verbindungen.

Die Ausstellung ist im Erdgeschoss von Mission EineWelt (Hauptstraße 2, Neuendettelsau) im Otto-Kuhr-Saal und im Vorraum der Dauerausstellung „einBlick“ aufgebaut. Sie ist von Dienstag bis Freitag von 14.00 bis 17.00 Uhr und am Samstag von 10.00 bis 13.00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Global Cache“ entstand in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Medienzentrale

Die EineWeltStation Nürnberg, Teil der Arbeit des Referats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt, ist von der Stadt Nürnberg ausgezeichnet worden. In der Kategorie  „Initiativen, Vereine, Verbände und Privatpersonen“ wurde das Projekt „Global Cache“ mit dem 2. Preis des diesjährigen Umweltpreises ausgezeichnet. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Medienzentrale Nürnberg, die den medienpädagogischen Teil des GPS-gestützten Stadtrundgangs entwickelt hat.

In einer Pressemitteilung der Stadt Nürnberg heißt es zur Entscheidung für diese Idee aus dem Partnerschaftszentrum: „Das Projekt „Global Cache“ richtet sich in seiner modernen Form mit GPS-Unterstützung vor allem an Jugendliche ab 14 Jahren. An acht Stationen in der Innenstadt sind Rätsel zu lösen und werden Hintergründe zur modernen Konsumgesellschaft vermittelt. Alle wichtigen Themen wie Ernährung, Kleidung, Fairer Handel und vieles mehr werden angesprochen und auf lockere Art Tipps und Anregungen zu einem nachhaltigeren Lebensstil den Jugendlichen nahe gebracht.“

Insgesamt 37 Bewerbungen waren in diesem Jahr unter dem Motto „Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für den Umweltpreis der Stadt Nürnberg eingegangen. Die Jury hat dabei beschlossen, mehrere Preisträger auszuzeichnen und zwei Kategorien zu bilden: Schulen sowie Initiativen, Vereine und Verbände. Insgesamt wurden sechs Preisträger und vier Anerkennungen vorgeschlagen. Das Ergebnis der Preisjury war ein einstimmiger Vorschlag, der am vergangenen Mittwoch vom Nürnberger Stadtrat ebenso einstimmig bestätigt wurde. Der 2. Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Die feierliche Preisverleihung wird erst nach der Sommerpause erfolgen.

Nähere Informationen zum Global Cache-Projekt finden Sie hier.

Partnerschaftsgruppe aus Rio de Janeiro zu Besuch im Partnerdekanat Schweinfurt

„Die Unterschiede in Sprache, Kultur und Lebensbedingungen trennen uns nicht. Viel stärker sind die Gemeinsamkeiten, die uns verbinden.“ Das betonen die Mitglieder einer siebenköpfigen Partnerschaftsgruppe aus Brasilien, die zurzeit in Bayern auf Besuch ist. Seit 1987 besteht die Partnerschaft zwischen den vier kleinen lutherischen Gemeinden in der brasilianischen 12-Millionen-Metropole Rio de Janeiro und dem eher ländlichen bayerischen Dekanat Schweinfurt. Und seit vielen Jahren besuchen sich die Aktiven gegenseitig, um sich zu unterstützen und noch besser kennenzulernen.

„Die Partnerschaft mit Schweinfurt hilft uns, vor allem Projekte in der Jugendarbeit voranzubringen“, übersetzt Pfarrer Rolf Rieck aus der Martin-Luther-Gemeinde in Rio seine brasilianischen Kolleginnen und Kollegen. Gerade in der Jugendarbeit hätten die lutherischen Gemeinden noch Nachholbedarf. Grundlage zwischen den bayerischen und brasilianischen Partnern bei dieser gemeinsamen Arbeit sei der gemeinsame Glauben und die gleichen Ziele, auch wenn die Partner mit unterschiedlicher Sichtweise an die Themen herangingen. Die bestehenden Unterschiede würden nur dazu zwingen, sich deutlich verständlich zu machen. Das gelänge aber gut.

Die gerade zu Ende gegangene Fußball-Weltmeisterschaft sei teilweise eine konfuse Zeit gewesen. Gestiegene Preise, Verkehrschaos, abgeriegelte Stadtteile, Wohnungskündigungen, weil während der WM höhere Mieteinkünfte lockten, das war die eine Seite der Medaille. Viele Stadtbewohner wären in der Zeit einfach weggegangen, um dem Rummel zu entkommen. Die andere Seite sind Investitionen in die Infrastruktur wie Straßen, Busse, U-Bahnen, die bleiben. Und das brasilianische Volk habe sich als guter Gastgeber gezeigt. „Wir haben das gut gemacht“, darin war sich die Gruppe einig. Allerdings bliebe die Frage, warum das ganze Geld „nicht in die medizinische Versorgung oder die Bildung geflossen“ sei. Mit Schweinfurt zusammen werde man die angefangenen Projekte, wie die Kindertagesstätte in Ipanema, fortsetzen.

Ins Stocken geriet das Gespräch nur bei der Frage, was die brasilianischen Gäste ihren bayerischen Mitchristen unbedingt mal sagen wollten, aber bisher nicht getan haben. Der Grund dafür kam nach einem mehrminütigen Austausch in der Landessprache Portugiesisch mit der Antwort. Es sei für die Brasilianer eine gute Übung, von sich zu sprechen. Deshalb erwarten sie einen offenen Dialog mit den bayerischen Mitchristen. „Wir wollen hören und gehört werden.“ Sie wollten mehr erfahren von den Partnern in Bayern und deren Sicht besser kennen lernen. „Damit bekommen die Kontakte Gesichter.“

Und die beiden Vertreterinnen aus Schweinfurt meinten auf die Gegenfrage nach dem, was sie den Partnern in Brasilien schon lange mal sagen wollten. Es seien wirklich tolle Partner, die vom Herzen her reden. In Schweinfurt werde bewundert, was die vier kleinen Gemeinden in Rio an sozialen Herausforderungen stemmen.

Noch bis zum 8. August wird die Partnerschaftsgruppe aus Brasilien überwiegend im Dekanat Schweinfurt, aber auch auf den Spuren Martin Luthers in Wittenberg und Erfurt unterwegs sein, bei Veranstaltungen mitwirken, an Besichtigungen teilnehmen, viele Gespräche führen und gemeinsame Themen bearbeiten.

Das Fest der weltweiten Kirche stand unter dem Thema Migration

Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen in diesem Jahr rund 1.200 Besucherinnen und Besucher zum Fest der weltweiten Kirche nach Neuendettelsau. Auf zwei Bühnen auf der Hauptstraße und im Innenhof der kirchlichen Einrichtung wechselten sich Musik- und Wortbeiträge ab, eine große Zahl von Informationsständen, Workshops, Lesungen, Gesprächsrunden, Informationsveranstaltungen mit internationalen Gästen zeigten das weltweite Engagement des Zentrums und seiner Partner in Übersee.

Spiele, Quiz, eine Fotoaktion, aber auch Angebote wie Stühle bauen, Brot backen, Holztiere herstellen oder Netzsäcke knüpfen boten neben den Informationsangeboten eine reiche Abwechslung. „Gottes Haus hat viele Wohnungen“ war das Festwochenende überschrieben.

Am Vormittag hatte das Fest mit einem Gottesdienst in der St. Nikolaikirche begonnen. Der tansanische Pfarrer Emmanuel Kileo, der die letzten sieben Jahre als ökumenischer Mitarbeiter in Kaufbeuren gearbeitet hat, ging in seiner Predigt auf den Unterschied zwischen den deutschen Begriffen „zuhause“ und „daheim“ ein. Er habe sich hier mit seiner Familie durchaus zu Hause gefühlt, aber daheim sei er in Tansania, wo er nun wieder hingehen wird. Mit Blick auf die derzeitige Flüchtlingssituation sagte Kileo: „Niemand wandert ohne Grund aus.“ Es gebe Flucht wegen Hunger oder Krieg, wegen Angst vor Entführung und Sklaverei, oder weil ein Mensch in seiner Heimat keine Chance sehe auf der Suche nach Bildung und Arbeit. Als Christen, so Kileo, seien wir verpflichtet, „die Würde der Benachteiligten zu schützen“ und für Gerechtigkeit in der Welt einzutreten.

Das Thema Migration und Flucht ist derzeit ein Arbeitsschwerpunkt des Partnerschaftszentrums Mission EineWelt und blitzte an vielen Stellen und Veranstaltungen des Festtages durch. Eine Fotoaktion „Wir zeigen Gesicht – für eine bessere Asyl und Migrationspolitik“ oder eine Sonderausstellung „Von der Arche zu den Boatpeople“, eine Bühne mit den Plakaten zur Kampagne „Türen auf – Gottes Volk kennt keine Fremden“, all das und der Umstand, dass wieder mehr als 20 Nationen bei dem Jahresfest vertreten waren, machte das Engagement für die Eine Welt und einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen deutlich.

Neben solch schwerer Kost war eine vielfältige musikalische Unterhaltung geboten. Afghanische Sitarmusik, tansanischer Rap-Gesang, ein lateinamerikanischer Chor, peruanische Panflöten oder eine deutsche Band, dazu zum Einstieg ein Posaunenchor und all das bei einem Angebot an Mittagessen aus verschiedenen Ländern oder einfach Kaffee und Kuchen.

Am Vorabend waren rund 300 Besucher zum schon traditionellen Open-Air-Konzert gekommen. Christoph Zehendner, Theologe, Moderator und Liedermacher hatte im Innenhof des Zentrums sein Programm „Wortweltenwanderer“ vorgestellt und das Publikum begeistert.

Das Fest endete am Sonntagnachmittag mit der Aussendung von 42 jungen Männern und Frauen, die über das Internationale Evangelische Freiwilligenprogramm im Auftrag von Mission EineWelt ein Jahr in einem Projekt einer der Übersee-Partnerkirchen in Afrika, Asien, dem Pazifik und Lateinamerika mitarbeiten werden. Die Freiwilligen stellten sich in zwei Gruppen vor und wurden anschließend gesegnet.

In seinem Schlusswort lud Direktor Peter Weigand ein, sich daran zu freuen, dass wir hier in Internationalität friedlich leben können. Das habe dieser Festtag wieder gezeigt.

Feierliche Enthüllung der Umwelt-Logos am Haupteingang des kirchlichen Zentrums

Mission EineWelt ist nun offiziell nach dem europäischen Umweltmanagementprogramm EMAS III (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert. Beim diesjährigen Fest der weltweiten Kirche wurde am Sonntag das Schild feierlich enthüllt, das die Anstrengungen des Partnerschaftszentrums für einen schonenden Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen dokumentiert. Der Direktor von Mission EineWelt, Peter Weigand, nahm gemeinsam mit dem Umweltbeauftragten des Partnerschaftszentrums, Günter Fischer, und Bernd Brinkmann als Vertreter der Landeskirche die feierliche Enthüllung vor.

Bernd Brinkmann, der den Arbeitsbereich Klimacheck und Umweltmanagement in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern leitet, betonte den Vorbildcharakter, den Mission EineWelt mit dieser Zertifizierung und dem Weg bis dahin habe. Die Landeskirche versuche, möglichst viele Einrichtungen und Kirchengemeinden mit auf diesen Weg zu nehmen. Das sei ein Grund, zu feiern.

In einer 28-seitigen Umwelterklärung des landeskirchlichen Zentrums, die der Umweltbeauftragte Fischer kurz vorstellte, wird über die Umweltleitlinien informiert, Kennzahlen und wichtige Faktoren der direkten und indirekten Umweltauswirkungen wie Heizenergie, Strom- und Wasserverbrauch, Mobilitätsdaten oder der Papierverbrauch des kirchlichen Zentrums, aber auch bestimmte Verhaltensweisen und die Vermittlung des Umweltgedankens in der Öffentlichkeit dargestellt.

Bereits Ende Mai bekam Mission EineWelt die Zertifizierungsurkunde mit der Registernummer DE-158-00125. Neben dem EMAS-Logo darf das Zentrum nun auch das kirchliche Logo „Grüner Gockel“ als Zeichen des Umweltengagements führen.

Die weltweiten Partner des international agierenden Zentrums sollen über diese Umweltstandards informiert und im eigenen Wirkungskreis motiviert werden, im Umwelt- und Klimaschutz aktiv zu werden. Mit einigen der Partnerkirchen führt Mission EineWelt bereits gemeinsame Umweltprojekte vor Ort durch.

Australische Kirchendelegation auf Einladung von Mission EineWelt in Deutschland

Zu einem knapp zweiwöchigen Besuch war eine Delegation der Lutherischen Kirche von Australien (LCA) unter Leitung von Bischof John Henderson in Deutschland. Mission EineWelt hatte die 38-köpfige Besuchergruppe vom 5. Kontinent mit Vertretern vor allem aus dem Bildungsbereich eingeladen. Auf dem dichten Programm, das unter der Überschrift „Das Land Luthers und die christliche Erziehung“ stattfand,  standen unter anderem Gespräche in kirchlichen Einrichtungen in Neuendettelsau, ein Besuch in Dachau und Berlin, eine Tour zu den Stätten, an denen Martin Luther gewirkt hat, und ein intensiver Meinungsaustausch zu Fragen der kirchlichen Bildungsarbeit.

Bei den Verhandlungen und Beratungen ging es aber auch um „Optionen der Kooperation im Pazifik und in Asien“. Das hob Dr. Traugott Farnbacher hervor, der bei Mission EineWelt das Referat Papua-Neuguinea, Pazifik, Ostasien leitet. Nach seinen Worten bestand großes Interesse bei den australischen Gesprächspartnern, die über 150-jährigen Beziehungen zwischen den Lutheranern Australiens und Bayerns zu vertiefen und Handlungsoptionen im internationalen Miteinander auszuloten. Vertreter der LCA unterstrichen nach Worten Farnbachers dabei die Bedeutung der Beziehungen zu den bayerischen Partnern, weil die etwa 70.000 Mitglieder zählende Kirche die Rückbindung an die Partner aus dem Land der Reformation als motivierend erlebt.

Mission EineWelt, das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, arbeitet mit der australischen Kirche in fünf verschiedenen Ländern und Regionen eng zusammen. Dazu gehören Papua-Neuguinea, die Mekong-Region, Fidschi und auch Malaysia. Gemeindeaufbau und das Thema Bildung sind dabei gemeinsame Schwerpunkte.

Für 2015 ist der Besuch eines Chors australischer Ureinwohner, der Aborigines, geplant, der dann unter anderem auch den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart besuchen wird.