Am gestrigen Mittwoch wurde Mission EineWelt von einer Delegation aus Tansania besucht, die sich seit Anfang des Monats auf einer Begegnungsreise im Partnerdekanat Erlangen befindet.

Im Gespräch mit dem Tansania-Fachreferenten von Mission EineWelt, Pfarrer Manfred Scheckenbach, konnte die Gruppe das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission kennenlernen und sich beim anschließenden Besuch der Diakonie von Neuendettelsau zudem darüber austauschen, wie Menschen mit Behinderung in Deutschland bzw. in Tansania leben und gefördert werden.

Bereits am vergangenen Sonntag nahm die Gruppe, bestehend aus vier Mitarbeitenden der Tumaini Universität Makumira, am Festgottesdienst zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit dem Dekanat Erlangen (und gleichzeitig 10-jährigen Partnerschaftsjubiläum mit der Universität Erlangen) teil. Pfarrer David Shao, Hochschulpfarrer in Makumira, hielt dabei die Predigt.

Das weitere Besuchsprogramm der Gruppe sieht neben einem Besuch auf der Wartburg auch Gespräche und Vorträge der Gäste in Schulen und Gemeindegruppen vor, bevor es am 22. Juli wieder zurück nach Tansania geht.

Wer die Gäste selbst kennenlernen möchte, kann im Afrika-Referat von Mission EineWelt erfahren, an welchen Gottesdiensten und Veranstaltungen die Delegation in den kommenden Tagen teilnehmen wird.

Jahresempfang in Augsburg zum Thema Migration und Flucht

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Mit diesem Wort von Karl Valentin begrüßte Regionalbischof Michael Grabow die rund 100 regionalen und internationalen Gäste, die zum gemeinsamen Jahresempfang von Mission EineWelt und dem Kirchenkreis Augsburg und Schwaben gekommen waren. Das Motto der Kampagne von Mission EineWelt „Türen auf! Gottes Volk kennt keine Fremden“ gefalle ihm besonders gut. „Es geht um den Menschen, nicht um den Fremden“, so Grabow. 50 Millionen seien derzeit auf der Flucht. „Wir haben als Deutsche eine besondere Verantwortung“, betonte der Regionalbischof, als Christen hätten wir diese Verpflichtung ohnehin. Es ginge nicht nur darum, die Flüchtlingsprobleme hierzulande zu lösen, sondern weltweit die Ursachen der Flucht zu bekämpfen.

Die Augsburger Situation schilderte Matthias Schopf-Emrich, der beim Diakonischen Werk Augsburg das Referat Migration leitet. Augsburg kenne derzeit keine rassistischen Auswüchse, obwohl sie an dritter Stelle der Städte mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund stehe. Derzeit gebe es in Augsburg 900 Asylsuchende in acht Unterkünften. „Wir können es nur schaffen, neue Unterkünfte anzubieten, wenn Kirche, Staat und Stadt neue Flächen zur Verfügung stellen“, so Schopf-Emrich. Es gebe viele Initiativen im Landkreis, die sich des Themas annehmen.

Dr. Renate Gierus, die als Koordinatorin des Indianermissionsrat COMIN in Brasilien dafür arbeitet, dass die Urbevölkerung der Kaingang gehört wird, machte auf deren Situation aufmerksam. „Migration findet dort statt, weil es keine Arbeit gibt oder kein Wohnraum vorhanden ist“, erzählte eine Vertreterin der Kaingang. Problem sei auch, dass die Urbevölkerung ihrer Rechte beraubt würde.

„Es wird derzeit viel über Flüchtlinge berichtet“, erzählte Emmanuel Ndoma, der sich im Auftrag von Mission EineWelt um Flüchtlinge, unter anderem in Erstaufnahmelager Zirndorf, kümmert. Das Grundgesetz sage, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. Die Lebenswirklichkeit in solchen Lagern in Deutschland, so Ndoma, sage etwas anders. Deutschland brauche ein Zuwanderungsgesetz und Flüchtlinge müssten hierzulande arbeiten dürfen.

Den Gedanken der Einen Welt mittragen: Unter diesem Motto wurde sechs Ehrenamtliche während des Jahresempfangs für ihren engagierten und teilweise jahrzehntelangen Einsatz geehrt.

Zum Schluss bedankte sich Direktor Peter Weigand für die Gastfreundschaft in Augsburg und den gelungenen Rahmen für den diesjährigen Empfang.

Pfarrer Christoph von Seggern ist seit Monatsanfang der neue Leiter der Regionalstelle Nord von Mission EineWelt. Der 48jährige Theologe war zuletzt mit seiner Frau Ute gemeinsam in der Kirchengemeinde Bayreuth/Saas (Auferstehungskirche) tätig und hat in der Partnerschaftsarbeit als Dekanatsmissionspfarrer Erfahrungen für seine neue Aufgabe gesammelt.

Vor zwei Jahren war Christoph von Seggern im Rahmen des Perspektivwechsel-Programms für einige Wochen im tansanischen Machame und auch Gastgeber für seinen tansanischen Pfarrerskollegen, der daraufhin die Bayreuther Kirchengemeinde besuchte.

Die Regionalstelle Nord wird demnächst von Bayreuth nach Bamberg umziehen, um zentraler den ganzen nordbayerischen Raum abdecken zu können. Zurzeit wird noch ein geeignetes Büro gesucht. Bis dahin wird von Seggern von Bayreuth aus arbeiten. Das Pfarrersehepaar hat zwei erwachsene Kinder.

Auf Einladung von Mission EineWelt besuchte der neugewählte Generalsekretär der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo, Gilbert Ilunga Nkasa Talwa, Partnerkirchen in Deutschland und berichtete bei Mission EineWelt über die Situation seiner Kirche. Die geschätzt 60.000  Mitglieder zählende Kirche in der Demokratischen Republik Kongo ist nach Aussage Talwas im Umbruch.

Nach einem jahrelangen Konflikt um die Führung in der Kirchenleitung und nach einem längeren Prozess der Überprüfung der Strukturen und Finanzen ist die zentralafrikanische Kirche nun auf dem Weg, sich neu aufzustellen. Mit allen Kräften wird an der Beilegung des Konflikts gearbeitet. „Auch Verwaltungsprozesse in unserer Kirche werden neu organisiert“, so der Generalsekretär, der erst im Dezember letzten Jahres in dieses Amt gewählt wurde. Damit soll erreicht werden, dass das Handeln der Kirche von Transparenz und Verantwortungsbewusstsein geleitet wird. Talwa setzt bei dieser Neuausrichtung der lutherischen Kirche auf die Hilfe der Übersee-Partner. „Wir brauchen Ihre Unterstützung“, so der Generalsekretär. Sowohl finanziell als auch personell hofft die Kirche im Kongo dabei auf den Beistand der Partnerkirchen auf dem langen Weg der Neuorganisation. Nach den Gesprächen bei Mission EineWelt reiste der Generalsekretär weiter nach Genf zu Besuchen beim Lutherischen Weltbund.

Nachdem Mission EineWelt bereits im Februar zwei junge Freiwillige aus Lateinamerika in Deutschland begrüßen konnte, sind nun auch zwei Frauen aus Tansania eingetroffen, die für die nächsten Monate in Dekanaten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) leben und mitarbeiten werden.

Die 30-jährige Atuvonekisye Ngogo kommt aus Mbeya  in Tansania und ist kirchliche Mitarbeiterin in der Südwest Diözese. In den nächsten Wochen wird sie im Dekanat Selb im Schülercafé des Evangelischen Jugendwerkes mitarbeiten.
Frau Rachel L. Lemburis stammt ebenfalls aus Tansania, genauer aus der Nähe von Simanjiro, Diözese Arusha. Sie ist 28 Jahre alt, diplomierte Journalistin und unterstützt während ihres Aufenthalts in Deutschland das Team des Kindergartens Gollhofen im Dekanat Uffenheim.

Beide Frauen nehmen aktuell an einem vorbereitenden Deutschkurs teil, doch schon ab nächster Woche geht es in die Einsatzstellen vor Ort.

Seit 2014 ist das Internationale Freiwilligenprogramm von Mission EineWelt eine „Zweibahnstraße“. Junge Erwachsene aus den Partnerkirchen kommen zu uns nach Deutschland und bringen ihre vielfältigen Erfahrungen und Qualifikationen in die bayerischen Gemeinden ein. Dieser Austausch – jetzt auch in Süd-Nord-Richtung – macht die Partnerschaft konkret, der Eine-Welt-Gedanke wird lebendig.

Der 15. Zentralamerikatag findet am kommenden Samstag in Nürnberg-Ziegelstein statt

Unter dem Thema „Palmöl – Megaprojekte, Wahlen und Widerstand“ beschäftigt sich am Samstag, 28. Juni 2014, der 15. Zentralamerikatag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit den sozioökonomischen und politischen Realitäten im Zentrum des amerikanischen Kontinents.

Landfrage und Landkonflikte, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, Palmöl- und Zuckerrohrplantagen, Megaprojekte wie Staudämme und Kanalbaupläne oder das geplante Freihandelsabkommen werden im Zentrum der Tagesveranstaltung im Gemeindehaus der Melanchthon-Gemeinde in Nürnberg-Ziegelstein stehen. Mit Gästen aus Honduras und Costa Rica wird es um die Situation in den jeweiligen Ländern, um Menschenrechte und ökologische Standards gehen und um die Frage, wie die Regierungen mit dem Widerstand der Zivilbevölkerung umgehen.

Daneben wird Andrea Lammers vom Ökumenischen Büro in München als Gesprächspartnerin zu Zentralamerika zur Verfügung stehen. Musikalisch untermalt wird der Zentralamerikatag, der um 9.30 Uhr beginnt, von der Gruppe „Arte por la Vida“.

Veranstaltungsflyer (PDF):
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Im Juni steht der Dokumentarfilm „Yoga – Die Kunst des Lebens“ der Filmemacherin Solveig Klaßen auf dem Programm des Mittwochskinos von Mission EineWelt.

In ihrem Ursprungsland Indien ist die jahrtausendealte Yoga-Lehre bis heute ein ganzheitliches Konzept, das auf unterschiedliche Weise praktiziert und gelehrt wird. Die Dokumentation begleitet eine Gruppe westlicher Pilger auf eine Reise in die Yoga-Hauptstadt Rishikesh und in einen abgelegenen Ashram im Himalaya. Dort wird Yoga als Kunst des Lebens unterrichtet.

Fernab der kommerziellen Auswüchse geht die Dokumentation zurück zum Ursprung des Yoga. Mit ihren farbenfrohen Aufnahmen und auf visuell ansprechende Weise zeigt die Dokumentation, dass Yoga den Praktizierenden nicht nur große Werte wie Hingabe, Achtsamkeit und Losgelöstheit von den materiellen Dingen näher bringt, sondern ein durchaus irdischer Lebensbegleiter ist, humorvoll und fröhlich.

Mission EineWelt zeigt den Dokumentarfilm am 25. Juni um 19.30 Uhr im Otto-Kuhr-Saal (Hauptstraße 2 in Neuendettelsau). Der Eintritt ist frei.

Der 20. Juni wird alljährlich als Weltflüchtlingstag begangen. Mit einem Gottesdienst und einer Informationsveranstaltung macht die Kirchengemeinde St. Johannes in Augsburg-Oberhausen am darauf folgenden Sonntag, dem 22. Juni 2014, gemeinsam mit Mission EineWelt und dem Zentrum interkulturelle Beratung „Tür an Tür“ auf das Thema Migration aufmerksam.

Unter dem Titel „Türen auf! – Gottes Volk kennt keine Fremden“ findet um 9.30 Uhr ein Themengottesdienst statt. Neben dem interkulturellen Beratungszentrum wirken dabei Pfarrerin Dr. Aguswati Hildebrandt Rambe, die mit evangelischen Gemeinden anderer Sprache und Herkunft in Bayern arbeitet, und die Menschenrechtsreferentin Aneth Lwakatare vom Partnerschaftszentrum Mission EineWelt mit.

Im Anschluss an den Gottesdienst findet im Gemeindezentrum von St. Johannes eine Informationsveranstaltung zum Thema Migration statt. Mit Oberhausen ist dabei ein guter Schauplatz für die beiden Veranstaltungen gewählt, weil es hier die größte Migrationsdichte in Augsburg gibt.

Mission EineWelt unterstützt Kindertagesstätten an WM-Austragungsstätten in Brasilien

Der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) im Jahr 2002 eingeführte Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni fällt dieses Jahr auf den Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien.
Mehr als 200 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren werden weltweit als „Kinderarbeiter“ ausgebeutet, Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen. Die wichtigste Ursache für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern. Der Welttag gegen Kinderarbeit erinnert an diese Tatsachen und versucht, ein kritisches Bewusstsein für die weltweite Ausbeutung von Kindern zu schaffen.

Die Zivilgesellschaft in Brasilien hat an vielen Orten gegen die hohen Baukosten der Fußballstadien protestiert. Die Finanzen hätten nach Ansicht der Demonstranten unter anderem sinnvoller in Bildung investiert werden sollen. Genau auf die Bildung der Kinder legen viele Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien besonderen Wert. Sie unterhalten Kindertagesstätten, um benachteiligten Kindern einen fairen Start ins Leben zu ermöglichen.

Mission EineWelt stellt auf wm2014.mission-einewelt.de für jeden Austragungsort der Fußball-WM ein beispielhaftes Projekt vor, darunter auch kirchliche Einrichtungen, die Kindern einen besseren Start ins Leben ermöglichen.

Unter dem Motto „Salz der Erde“ trafen sich am gestrigen Pfingstmontag rund 10.000 Menschen beim 63. Bayerischen Kirchentag auf dem Hesselberg. Bei bestem Wetter gingen sie alle der Frage nach, wie einzelne Christen in der Gesellschaft und gemeinsam als Kirche heute das „Salz der Erde“ sein können. Auch Mission EineWelt war wieder vertreten und freute sich über das große Interesse an den angebotenen Informationen und Materialien.

Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft präsentierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mission EineWelt in einem Pavillon verschiedene Projekte aus der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien und informierten zusätzlich über die aktuelle Kampagne zum Thema Land. Das umfangreiche Angebot aus themenbezogenen Infomaterialien, interaktiven Elementen und Spielen („Brasilien-Twister“) lockte viele Besucher, darunter auch den bayerischen Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, an den Stand.

Während des Workshop-Programms wurde zudem die komplett überarbeitete „Fußball-Kiste“ vorgestellt, die ab sofort bei Mission EineWelt ausgeliehen werden kann. Mit pädagogisch aufbereitetem Material bietet sie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen ganzheitlichen Zugang an entwicklungspolitische Fragestellungen und beleuchtet das Thema Fußball innerhalb von zwölf Stationen.

Insgesamt bietet Mission EineWelt zu neun verschiedenen, entwicklungspolitischen Themen ausleihbare Kisten an. Mehr Informationen zu den einzelnen Themenschwerpunkten und den Ausleihmöglichkeiten finden Sie unter:
http://www.mission-einewelt.de/index.php?id=1818&L=doifldtbvlcx