Seit 1952 wird jedes Jahr im März die Woche der Brüderlichkeit gestartet. Deutschlandweit organisieren Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Veranstaltungsprogramme zu einem jährlich wechselnden Motto. Das Jahresthema 2021 lautet „… zu Eurem Gedächtnis – Visual Hiatory“. Ziel der Woche der Brüderlichkeit ist die Stärkung des jüdisch-christlichen Dialogs und das Streben nach Achtung der Menschenwürde jeder*jedes Einzelnen.

Das Programm der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken findet sich hier:

https://www.wdb-franken.org/

 

Vom Praxisjahr in Brasilien bis zur Mitarbeit im Leitungsteam der Nicaraguagruppe in Nürnberg und bei der Gestaltung von Lateinamerikawoche und Zentralamerikatag: Seit 25 Jahren pflegt Kerstin Schönleben enge Verbindungen nach Lateinamerika. Dass die Theologin und Sozialpädagogin nun ihre Erfahrungen als Lateinamerikareferentin bei Mission EineWelt, dem Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), einbringt, erscheint da fast schon folgerichtig.

Kerstin Schönleben beginnt ihren neuen Dienst in schwierigen Zeiten. Lateinamerika wird derzeit immer wieder von verheerenden Umweltkatastrophen heimgesucht. Dazu kommen schwierige bis krisenhafte politische und gesellschaftliche Entwicklungen, Raubbau an der Natur, Populismus, Rassismus, Armut, Flucht, Vertreibung. Zudem grassiert COVID-19. Brasilien gilt als eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. „Die Menschen in den Ländern Lateinamerikas brauchen das partnerschaftliche Miteinander dringender denn je“, sagt Schönleben. „Besonders wichtig ist gerade jetzt konkrete Hilfe.“ Gerade die Naturkatastrophen in Mittelamerika machten zudem die gemeinsame Verantwortung deutlich: „Wir im globalen Norden belasten das Klima zu sehr, die Menschen auf der anderen Seite des Globus leiden.“ Vielversprechende Ansätze zur Änderung dieses Missverhältnisses sieht die 49-Jährige in den Projekten der Klimakollekte oder in Konzepten wir der Klimapartnerschaft im Rahmen der Städtepartnerschaft Nürnberg-San Carlos.

In der Partnerschaftsarbeit möchte die neue Lateinamerikareferentin „den Schwung der Digitalisierung“ mitnehmen und mehr junge Menschen für diese Arbeit begeistern. Dazu will sie in Kooperation mit anderen Referaten von Mission EineWelt daran mitarbeiten, mehr projekt- und themenorientierte Partizipationsmöglichkeiten für junge Leute zu entwickeln.

Erfahrung aus der Arbeit mit jungen Menschen im internationalen Kontext bringt die 49- Jährige ebenfalls mit. Vor Ihrem Wechsel zu Mission EineWelt arbeitete sie seit 2007 als Pfarrerin in der Evangelischen Studierendengemeinde Nürnberg.

Einblicke in die kirchliche und diakonische Arbeit in Lateinamerika hat sie unter anderem bei einem Studiensemester im Fach Sozialpädagogik in Montevideo und als Pfarrerin zur Ausbildung in der Iglesia Luterana de Nicaragua “Fe y Esperanza“ mit Verantwortung in den Bereichen Fortbildung und Gemeindedienst gesammelt.

„Über die Menschen, deren Leben und Projekte ich seither begleite, ist ein starkes Band innerer Verbundenheit mit einzelnen Personen, aber auch mit gesellschaftlichen, diakonischen und innerkirchlichen Fragestellungen in Zentralamerika wie in Brasilien gewachsen“, fasst Kerstin Schönleben ihre bisherige Geschichte mit Lateinamerika zusammen. Jetzt kommt ein neues Kapitel dazu.

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Wie ist es um Ihre Superkräfte bestellt? Haben sie Superkraft (Superman)? Können sie durch Gedanken feste Materie bewegen (Flash)? Ist Ihre Kampfkunst legendär (Wonder Woman)? Wie? – Sie haben keine Superkräfte?

Die strumpfhosengewandeten Superheld*innen der Comics sind ja irgendwie zu stark, zu perfekt, um wahr zu sein. Sie sind Projektionsflächen unserer Sehnsucht nach einer Welt, in der aus dem Nichts Rettung kommt. So wie damals, auf dem Spielplatz, als wir uns ganz stark fühlten, wenn der große Bruder grimmig über unsere Schulter schaute und dem Sandschaufeldieb Respekt einflößte. Nur, wir sind ja nun „schon groß“, Sie und ich. Wir wissen: Das mit den Superkräften des großen Bruders ist auch nicht das Gelbe vom Ei …

… doch: Rettung naht! Superheld*innen sind mitten unter uns! Manch einer ganz zart, grün und weiß: das Schneeglöckchen. Unscheinbar kommt es daher, mit der Superkraft, aus sich selbst heraus neun Grad Celsius zu produzieren und damit durch den gefrorenen Boden zu brechen. Das härteste Eis wird durch Herzenswärme erweicht!

Entdecke die Schneeglöckchenkraft in Dir und in anderen, denn „meine Kraft ist in den Schwachen mächtig” (2. Kor. 12,9)! Das flüstert uns der Himmel diese Woche zu!

 

Andacht: Irina Ose, Referat Diakonie und Theologie, Samariter Stiftung

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

What about your superpowers? Do you have super strength (Superman)? Can you move solid matter through thought (Flash)? Is your martial art legendary (Wonder Woman)? What? You don’t have any superpowers?

The superheroes in tights as represented in comics are somehow too strong, too perfect to be true. They are projections of our longing for a world in which salvation comes out of nowhere. Just like back then, on the playground, when we felt really strong when big brother looked grimly over our shoulder and impressed the sand shovel thief. Only, we’re „grown up“ now, you and me. We know: The superpowers of the big brother is not the answer …

… but: Rescue is at hand! Superheroes are among us! Some of them are very delicate, green and white: the snowdrop. They come along inconspicuously, with the super power to produce nine degrees Celsius out of itself and to break through the frozen ground with it. The hardest ice is softened by warmth of heart!

Discover the snowdrop power in yourself and in others, for “my power is mighty in the weak” (2 Cor. 12:9)! This is what heaven whispers to us this week!

 

Prayer: Irina Ose

Illustration: Daniela Denk

Translation: Alexandra Nießlein

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Jer. 29,11

 

„Die Zukunft war früher auch besser“ – auch so ein Satz des kürzlich schon in einer anderen Andacht zitierten Komikers Karl Valentin. Im Moment würden viele Menschen diesen Satz vielleicht gar nicht so abwegig finden. Die oft geäußerte Aussage „Ich will meine schöne Normalität wieder haben“ ist im Grunde ein wehmütiger Blick zurück. Der Blick nach vorne ist gerade wenig attraktiv, die nächsten Wochen und Monate werden weiter ein Hauptthema haben: Corona mit allen Einschränkungen und Bedrohungen, die es für unser Leben bringt. Das verunsichert und stellt alle persönlichen und beruflichen Pläne in Frage.

Mir kam im Lockdown wieder der alte Ratschlag aus dem Jakobusbrief in den Sinn (Jak. 4,15). Jakobus rät, nicht hochfliegende Pläne zu schmieden, denn prinzipiell, ob mit oder ohne Corona, ist die Zukunft eher schwer vorhersehbar und so oder so wissen wir nicht, was sie uns bringen wird: „Dafür sollt ihr sagen: So der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun“. In Rückbindung an Gott können wir getrost Pläne für die Zukunft machen. Wir sollten nicht meinen, wir müssen nur alles in Gottes Hand und unsere Hände in den Schoß legen, dann wird das schon. Wir dürfen ruhig als selbstverantwortliche Menschen unsere Zukunft vorausdenken, aber eben als Menschen, die sich nicht selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern als Menschen, deren Lebensmitte und Rückhalt Gott ist, der Gott, der schon vor über 2600 Jahren durch den Propheten Jeremia ausrichten ließ: „Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“

 

Andacht: Günter Fischer, Tagungsstätte, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

I know well the thoughts that I have toward you, saith the LORD; thoughts of peace, and not of sorrow; that I may give you a future and a hope. Jer. 29:11

 

„The future was better in the past“ – another sentence by the recently in another prayer quoted comedian Karl Valentin. At the moment, many people might not find this sentence so absurd. The often uttered statement „I want my beautiful normality back“ is basically a wistful look back. Looking forward is not very attractive right now, the next weeks and months will continue to have one main theme: Corona with all the restrictions and threats it brings to our lives. This is unsettling and calls all personal and professional plans into question.

The old advice from the letter of James came to my mind again in the lock down (Jam. 4:15). James advises not to make lofty plans, because in principle, with or without Corona, the future is rather difficult to predict and either way we do not know what it will bring us. „For this you shall say, if the Lord will and we live, we will do this or that“. In recommitment to God, we can confidently make plans for the future. We should not think that we just have to put everything in God’s hands and put our hands in our laps and everything will work out. We are allowed to think ahead about our future as self-responsible people, but as people who do not put themselves at the centre, but as people whose life’s centre and support is God, the God who, more than 2600 years ago, sent word through the prophet Jeremiah: „I know well the thoughts that I have toward you, saith the LORD: thoughts of peace, and not of sorrow, that I may give you a future and hope.

 

Prayer: Günter Fischer

Illustration: Daniela Denk

Die Kongo-Kampagne will mit einer deutschlandweiten Banneraktion auf die Situation von Frauen in der Demokratischen Republik Kongo aufmerksam machen, die täglich von Vergewaltigung als Kriegswaffe bedroht sind. Die Aktion startet zum Internationalen Frauentag am 8. März 2021.

Banner als sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Frauen im Kongo

Die Kongo-Kampagne ruft Kirchen in ganz Deutschland zum Mitmachen auf. An großen Fassaden und Kirchtürmen gut sichtbar platziert appellieren die Banner an die Passant*innen, die Resolution zur Beseitigung der sexualisierten Kriegsgewalt im Kongo unter www.die-kongo-kampagne.de zu unterschreiben. Darin fordert die Kongo-Kampagne gemeinsam mit Friedensnobelpreisträger Dr. Denis Mukwege die Bundesregierung auf, sich konsequent dafür einzusetzen, dass sexualisierte Gewalt im Kongo strafrechtlich verfolgt wird und dass deutsche Unternehmen verpflichtet werden, bei der Rohstoffbeschaffung die Menschenrechte einzuhalten. Die Teilnahme an der Banneraktion ist bis zum Abschluss der Unterschriftensammlung Ende Mai 2021 möglich.

Interessierte Kirchengemeinden, aber auch andere Gebäudeeigentümer können sich unter info@die-kongo-kampagne.de an die Kongo-Kampagne wenden. Die Kongo-Kampagne stellt die Vorlagen für Banner und weiteres Aktionsmaterial zur Verfügung und begleitet die Banneraktion gleichzeitig mit Pressearbeit und auf Social Media.

Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe gegen Frauen und Mädchen im Kongo

Im Kongo wird sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen gezielt und oftmals straffrei als Kriegswaffe eingesetzt. Vergewaltigung als Kriegswaffe hat nicht nur unmittelbar physische und psychische Folgen für die Überlebenden, sondern auch soziale. Überlebende werden häufig von ihren Familien und aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Kinder aus Vergewaltigungen leben mit traumatisierten Müttern, für die es teilweise schwer ist, ihr Kind zu akzeptieren und zu lieben. Darüber hinaus werden sie häufig durch ihr soziales Umfeld stigmatisiert. Durch die Massenvergewaltigungen wird der soziale Zusammenhalt von Familien und Gesellschaft strategisch zerstört.

Die Täter – Milizen sowie Soldaten – verfolgen das Ziel, Kontrolle über Gebiete zu gewinnen, indem sie die Bevölkerung demoralisieren und einschüchtern. Bei bewaffneten Auseinandersetzungen werden oftmals die Einwohner*innen ganzer Dörfer ermordet oder vertrieben und die ökonomischen Grundlagen der Bevölkerung vernichtet. Die Gründe hierfür sind vielfältig und komplex. Unter anderem geht es um Zugang zu Land und den Abbau gewinnbringender Rohstoffe. Rohstoffe aus dem Kongo werden unter anderem für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien verwendet – Produkte, die im Rahmen der Digitalisierung und der Elektromobilität auch in Deutschland benutzt werden.

 

Über die Kongo-Kampagne

Die Kongo-Kampagne ist ein Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen mit einem gemeinsam angestrebten Zukunftsbild: Frauen und Kinder im Kongo sollen mit ihren Familien ein selbstbestimmtes Leben in Frieden, ohne Angst, ohne Gewalt oder sexualisierte Gewalt führen können. Als wichtige Schritte auf diesem Weg müssen die Kultur der Straflosigkeit durchbrochen und Menschenrechtsverletzungen als Verbrechen durch unabhängige Gerichte verfolgt werden. Darüber hinaus sehen wir die Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union als Nutznießerinnen kongolesischer Konfliktrohstoffe in der Verantwortung – und auch uns selbst als Verbraucher*innen –, für eine Wirtschaft einzustehen, die im Einklang mit den Menschenrechten steht. Dazu gehören das Recht auf Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, Zugang zum Recht und Sicherheit der Person. Zur Achtung, Förderung und zum Schutz dieser Rechte hat sich die Weltgemeinschaft in verschiedenen Konventionen verpflichtet und diese Verpflichtung immer wieder bekräftigt. Diese Verpflichtung gilt allen Menschen gegenüber – auch den Frauen und Kindern im Kongo!

Die Kongo-Kampagne wird gefördert von Brot für die Welt, Difäm Weltweit, der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, dem Katholischen Fonds und Mission EineWelt. Weitere unterstützende Organisationen und Gruppen sind die Evangelischen Frauen Baden, die Handy-Aktion Baden-Württemberg, die International Justice Mission Deutschland, Micha Deutschland, Studifäm und das Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche Weltweit.

Mit dem Vortrag zum Thema „Deutsche Rohstoffpolitik: Warum wir eine Rohstoffwende brauchen“ startet die HandyAktion Bayern (www.handyaktion-bayern.de) eine kostenlose Online-Vortragsreihe unter dem Motto: „Rohstoffkatastrophe Handy“.

„Weltweit gehört Deutschland zu den größten Importeur*innen metallischer Rohstoffe. Ihre Gewinnung ist jedoch vielfach mit Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverstößen in den Abbauregionen im Globalen Süden verbunden. So führt der wachsende Hunger nach Metallen global zu einem enormen Verbrauch an Wasser, Land und Luft, rückt immer weiter in bereits gefährdete (Öko-)Systeme vor oder missachtet die Erwartungen und Interessen der Abbauländer. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen fordern daher im Vorfeld der kommenden Bundestagswahlen eine politische Wende in der deutschen Rohstoffpolitik – eine Rohstoffwende“, so die Referentin Hannah Pilgrim, Leiterin des AK Rohstoffe-Koordinierungsbüros bei PowerShift e.V., die am Donnerstag, 4.März 2021, um 19 Uhr diese Position zur Diskussion stellen wird.

Weitere Vorträge zu den Abbaubedingungen im Bergbau in Zentralamerika, der DR Kongo und weiteren Ländern folgen. Die Online-Veranstaltungen sind offen und kostenlos für alle Interessierten und finden über Zoom statt. Sie sollen über die sozialen und ökologischen Folgen der Handyproduktion aufmerksam machen und zur Diskussion über mögliche Alternativen einladen.

Die Zugangsdaten für die einzelnen Vorträge sind zu finden unter:

https://mission-einewelt.de/wp-content/uploads/2021/02/Vortragsreihe_Rohstoffkatastrophe-Handy.pdf

 

Mit der HandyAktion Bayern rufen Mission EineWelt und das EineWelt Netzwerk Bayern zum Sammeln von alten, ungenutzten oder kaputten Handys auf, damit diese fachgerecht recycelt und die in ihnen enthaltenen wertvollen Metalle zurückgewonnen werden können. Die Erlöse der Sammelaktion kommen Bildungsprojekten in Liberia, El Salvador und Bayern zugute. Seit Beginn der HandyAktion im Jahr 2017 wurden bereits fast 48.000 Handys gesammelt und ein Erlös von rund 36.500 Euro erzielt.

Des Weiteren lädt die HandyAktion Bayern ab 24. März auch zu Online-Info-Veranstaltungen ein, bei der sich alle am Thema Interessierten über die Sammelaktion, die pädagogischen Materialien und Angebote ausführlich informieren können.

Mehr Informationen dazu unter:

https://mission-einewelt.de/events/online-informationsveranstaltungen-zur-handyaktion-bayern/

 

Infos zur HandyAktion Bayern unter: www.handyaktion-bayern.de

 

Weitere Informationen:

Denice Kanda, Trainee bei MissionEineWelt

praktikant.ep1@Mission-EineWelt.de

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Lehre mich rechtes Urteil und Erkenntnis, denn ich vertraue deinen Geboten. Psalm 119,66

 

Stau, rote Ampeln, spät dran. Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel, seine Werke in Sanftmut und Weisheit (Jak 3,13). Tja, das sagt sich so leicht. Manchmal geht das halt nicht, cool bleiben und nochmal drüber nachdenken. Und dann? Dann sind Klugheit, Weisheit und Sanftmut vielleicht auch mal egal. Handeln geschieht dann aus dem Vertrauen heraus, dass das, was ist, trotz allem Störendem gut ist. Handeln geschieht dann gegen das Wissen um das Schlechte, auf die Hoffnung hin, dass es besser wird.

 

Andacht: Eva Dorer

Illustration: Daniela Denk

 

 

Teach me knowledge and good judgment, for I trust your commands. Psalm 119: 66

 

Traffic jam, red lights, late again. Who is wise and understanding among you? Let them show it by their good life, by deeds done in the humility that comes from wisdom. (Jak 3:13) Well, that’s so easy to say. Sometimes, it’s just not possible to stay calm and to rethink something.

So? Maybe, at this point, knowledge, meekness and wisdom aren’t that important. Action is then based on the trust that what is is good despite everything that is disturbing. Action then happens against the knowledge of the bad, with the hope that it will get better.

 

Prayer: Eva Dorer

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Philipper 2,4

 

Einiges gehört nur mir, aber vieles kann oder muss ich mit anderen teilen. Ich habe Eltern und Geschwister. Zusammen sind wir eine Familie, mit den anderen Verwandten eine Art Großfamilie. „Meine“ Kinder sind nicht mein, sondern Gottes Gabe an mich. Wir alle wollen füreinander da sein. Wie ist es mit Gott? – Manchmal möchte ich, dass er mich anderen Menschen vorzieht, er ist doch „mein“ Himmlischer Vater. Aber zum Glück ist Gott nicht parteiisch. Wir beten „Vater unser“ und wollen bewusst damit sagen: Er „ge-hört“ allen, das heißt. Er hört auf alle – auch die Nicht-Glaubenden dürfen sich an ihn wenden.

In der Bibel gibt es viele Geschichten, die uns auf positive Weise den rechten Weg zeigen sollen. Aber auch einige ganz traurige, abschreckende Beispiele wie Kain und Abel. Neben dem Glauben an Gott erobern sich die Eifersucht und die Angst immer wieder ihren Platz in unserem Herzen. Gott warnt den Kain, aber dessen Eifersucht oder Angst, sein Selbstmitleid, setzt sich durch und er erschlägt seinen Bruder. Hat er jetzt Gott für sich allein? Nein, er hat nicht nur seinen Bruder, sondern auch Gott verloren, obwohl der ihm weiterhin die Hand zur Versöhnung hinhält.

Häufig streiten wir uns aber über Kleinigkeiten: Bei kleinen Kindern geht es um Spielzeug und endet, wenn jemand stirbt und sein Erbe zu verteilen ist.

Wieweit geht das Teilen? In Papua-Neuguinea herrscht in den Krankenhäusern oft Mangel an Blutspenden. „Warum soll ich spenden, spende doch du!“, hörte ich gelegentlich von europäischen Kollegen. Sie teilten am Seminar großzügig ihr Wissen mit ihren Schülern, aber Blutspenden, das geht doch zu weit, oder?

Paulus gibt uns das Bild vom Leib Christi. Alle sind wir verschieden, aber alle sind wir miteinander durch das Band der Liebe verbunden, Teil des Leibes, bei dem Christus das Haupt ist.

Das „krasseste“ Beispiel ist der Barmherzige Samariter. Er kümmert sich um jemanden, der sogar sein Gegner sein könnte. Wenn heute ein Unglück geschieht, vergessen viele zu helfen, weil sie doch das Geschehen mit dem Smartphone oder der Kamera festhalten müssen. Jesus hat seinen Jüngern nicht einen Vortrag über Hygiene gehalten, sondern ihnen die Füße gewaschen.

Wir beten: Lieber himmlischer Vater, du beschenkst uns alle. Lass uns dankbar werden und nicht eifersüchtig, damit wir uns auch um deine anderen Kinder kümmern können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen

 

Andacht: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

 

 

Not looking everyone to his private good, but keeping in mind the things of others. Philippians 2:4

 

Some things belong only to me, but I have to share a lot with others. I have parents and siblings. Together we are a family, with other relatives we are an extended family. “My” children are not mine, but god’s gift to me. We all want to be there for one another. How about God? Sometimes I want him to prefer me to other people, he’s MY heavenly father. But luckily god is not partial. We pray “Our Father” and we want to say consciously: He belongs to everyone. He listens to everyone – even non-believers are allowed to turn to him.

There are many stories written in the bible, which want to show us the right way in a positive manner. But even very sad and cautionary examples like Cain and Abel. In addition to believing in god, jealousy and fear repeatedly conquer their place in our heart. God warns Cain, but Cain’s jealousy and fear, his self-pity is dominating him and he kills his brother. Does he have God to himself alone, now? No, he not only lost his brother but also God. Although God still extends his hand to reconciliation.

We often discuss about little things: Children argue about their toys, adults about their heritage.

What means sharing for us? In Papua New Guinea there is often lack of blood donations. “Why should I donate? You donate.”, I heard occasionally from European colleagues. They shared their knowledge generously at the seminar with the students, but donating blood, that goes too far, isn’t it?

Paul gives us the wonderful image of the Church as the Body of Christ. We are all different but we are all connected by the bond of love, part of the body where Christ is the head.

The most blatant example is “the good Samaritan”. He cares about someone who could even be his opponent. When an accident happens, today many people forget to help because they have to record what is happening with the mobile phone or the camera. Jesus did not give his followers a lecture on hygiene, but washed their feet.

Let us pray (Quote): Dear Father God, we constantly fall short of what you want from us. Thank you for your undeserved grace, mercy and love. As we navigate the year ahead, please help us to walk humbly with you. Amen

 

Prayer: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Siehe: Der die Berge gemacht und den Wind geschaffen hat, der dem Menschen sagt, was er im Sinne hat, der die Morgenröte zur Finsternis macht und der auf den Höhen der Erde einherschreitet- er heißt »HERR, Gott Zebaoth«. Amos 4,13

 

Mit diesen Worten begründet der sozialkritische Prophet Amos im 8. Jahrhundert vor Christus seine Strafpredigt und Unheilsankündigung an die Oberschicht des damaligen Samarias. Alle Aufforderung zur Umkehr, alles Offenlegen der korrupten und ausbeuterischen Strukturen zugunsten der Reichen und auf Kosten der Armen, hat nichts genützt. Er droht ihnen mit Katastrophen und dem Untergang. Und Amos erinnert die damaligen Nutznießer*innen des Systems daran, dass nicht sie die Herren der Welt sind, sondern Gott Zebaoth, der Herr der Heerscharen. Amos verweist darauf, dass die Bestimmung der göttlichen Schöpfung nicht Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Eigennutz ist, sondern ein gerechtes und friedliches Miteinander. Und dass Gott, dass die Liebe das letzte Wort hat. Im Wirken, Leben, Sterben und Auferstehen von Jesus ist dies offenbar geworden. Das ist für mich tröstlich und gibt mir immer wieder Hoffnung. Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

He who forms the mountains, who creates the wind, and who reveals his thoughts to mankind, who turns dawn to darkness, and treads on the heights of the earth— the Lord God of hosts is his name. Amos 4:13

 

With these words the socially critical prophet Amos justifies in the 8th century BC his sermon of punishment and announcement of doom to the upper class of Samaria at that time. All the calls for conversion, all the exposure of the corrupt and exploitative structures in favour of the rich and at the expense of the poor, have not benefited. He threatens them with disasters and doom. And Amos reminds the beneficiaries of the system that they are not the masters of the world, but God Almighty, Lord of hosts. Amos points out that the purpose of the divine creation is not exploitation, injustice and selfishness, but a just and peaceful coexistence. And that God, that love has the last word. In the work, life, death and resurrection of Jesus this has been revealed. This is comforting to me and always gives me hope. Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. Römer 8,38-39

 

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen – aber es ist vielleicht zu hinterfragen: Schön und gut, aber wo ist diese Liebe Gottes spürbar, wenn mein Geschäft Corona-bedingt geschlossen bleiben muss und ich finanziell nicht ein noch aus weiß? Wo ist sie spürbar, wenn ein geliebter Mensch durch Krankheit oder Unfall plötzlich nicht mehr da ist? Wir machen immer wieder Erfahrungen, bei denen wir uns alleingelassen fühlen und wenig von der Liebe Gottes spüren.

Wenn man genau liest, ahnt man vielleicht, dass solche leidvollen Erfahrungen in diesen Worten eingeschlossen sind. Da ist von Tod und Leben oder von Hohem und Tiefem die Rede. Auch an den Tiefpunkten des Lebens, sogar beim Tod, gilt: Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.

Von Gott und seiner Liebe begleitet zu werden, heißt nicht, keine schwierigen Zeiten zu durchleben. Es heißt, jemand an der Seite zu haben in schwierigen Zeit. Ich finde einen Gedanken Dietrich Bonhoeffers in diesem Zusammenhang sehr hilfreich: „Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus …”

 

Andacht: Michael Seitz, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

For I am convinced that neither death nor life, neither angels nor demons, neither the present nor the future, nor any powers, neither height nor depth, nor anything else in all creation, will be able to separate us from the love of god that is in Christ Jesus our Lord. Romans 8:38-39

 

There is really nothing to add in principle. But perhaps it must be questioned: That is all well and good, but where can this love of god be felt, if my company has to remain closed due to corona and I do not see any financial way out? Where can this love be felt when a loved one is suddenly no longer with me due to illness or an accident? We keep making experiences in which we feel left alone and feel little of the love of god.

If you read carefully, you might guess that such painful experiences are included in these words. There is talk of death and life or of high and low. Even at the low points of life, even at death, then also applies: Nothing can separate us from the love of god.

To be accompanied by god and his love does not mean that you won’t go through difficult times. It means having someone by your side in difficult times. I find one thought of Dietrich Bonhoeffer very helpful in this context: “I believe that God wants to give us as much resilience as we need in any emergency. But he doesn’t give it beforehand …”

 

Prayer: Michael Seitz

Illustration: Daniela Denk