Besonders für die, die jetzt noch irgendwo auf der Welt unterwegs sind, für die, die vielleicht festsitzen und nicht mehr weiter und nach Hause kommen. Und für uns alle, die wir derzeit nicht so recht wissen, wo die sprichwörtliche Reise hingeht, ist dieser Reisesegen Verheißung von Aufgehobensein bei Gott. Egal, wo wir uns befinden und wie unübersichtlich und verfahren die Situation auch sein mag: Wir dürfen von Gott begleitet und bei ihm geborgen fühlen. Das glauben wir.

Die heutige neutestamentliche Tageslosung aus dem 1. Petrusbrief 2,3 erinnert uns:

„Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist!“

Ich finde, dass dieser Vers ein guter Mutmacher in Zeiten wie dieser ist, in der wir unser privates, soziales und berufliches Leben völlig umstellen und uns laufend auf neue Herausforderungen einstellen!

Wir tun dies in der begründeten Hoffnung, dass unser Gott uns auch jetzt nicht allein lässt.

Wie er es immer schon getan hat, wird er uns auch diesmal neue Türen auftun und uns die Kraft, Liebe und Besonnenheit schenken, um diese Türen auch zu finden!

Ich wünsche uns allen dafür eine kräftige Portion von „Gottes Freundlichkeit“ – und über allem seinen Segen für diesen Tag!

Klaus Dotzer, Leiter des Referats Afrika bei Mission EineWelt

Auch die für 22. bis 28. März 2020 geplante Aktion „Eine Woche ohne Plastik“ muss wegen der Corona-Pandemie leider verschoben werden. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Wegen des Corona-Virus und der damit verbundenen Ansteckungsgefahr werden alle Veranstaltungen von Mission EineWelt leider entfallen. Diese Entscheidung des Kollegiums von Mission EineWelt gilt vorerst bis einschließlich 11. Mai 2020. Wo es möglich und machbar ist, werden Veranstaltungen mit Hilfe digitaler Technik ganz oder teilweise virtuell durchgeführt. Wer sich bereits zu einer Veranstaltung angemeldet hat, wird per E-Mail informiert, wenn diese virtuell stattfindet.

„Es tut uns sehr leid, dass Veranstaltungen von Mission EineWelt ausfallen müssen. Aber aus Gründen der Solidarität und Fürsorgepflicht halten wir diese Maßnahmen in der momentanen Situation für angemessen und notwendig. Sie stehen im Einklang mit den Beschlüssen und Empfehlungen vom Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und von anderen internationalen kirchlichen Organisationen“, begründen die MEW-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann diese Entscheidung.

Eigentlich wollten die Bundesminister Gerd Müller (CSU) und Hubertus Heil (SPD) am 10. März 2020 erste Eckpunkte für das von ihnen angekündigte Lieferkettengesetz vorlegen. Doch kurz vorher wurden sie laut Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Bundeskanzleramt zurückgepfiffen. Mission EineWelt kritisiert mit anderen Mitgliedern der bundesweiten Initiative Lieferkettengesetz dieses Vorgehen. „Damit stellt sich die Bundesregierung ein Armutszeugnis in Sachen konsequenter Politik für die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten aus“, moniert Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik von Mission EineWelt.

Im Dezember 2019 schien es so, als würden sich Vernunft, Weitsicht und Humanität durchsetzen. Das Ergebnis der ersten Umfragerunde zur freiwilligen Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten deutscher Unternehmen entlang ihrer Lieferketten im Rahmen des bereits 2011 aufgelegten Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) war desolat ausgefallen. Gerade einmal 464 von rund 7100 Unternehmen mit über 500 Beschäftigten und Hauptsitz in Deutschland hatten sich überhaupt beteiligt. Von diesen wenigen konnten nur 20 Prozent überzeugend darlegen, dass sie entlang ihrer Lieferketten auf die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten achten.

Daraufhin hatten die Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die jahrelange Hängepartie beendet. Sie verzichteten darauf, das Ergebnis einer weiteren Umfragerunde abzuwarten, legten das im NAP verankerte Freiwilligkeitsprinzip ad acta und kündigten ein Lieferkettengesetz an. Müllers Fazit: „Freiwilligkeit führt nicht zum Ziel.“

Zuletzt war angekündigt, dass die Minister am 10. März 2020 erste Eckpunkte des Lieferkettengesetzes vorlegen würden. Doch laut Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hat das Bundeskanzleramt im Verein mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Veröffentlichung verhindert.

Als Mitglied der bundesweiten Initiative für ein Lieferkettengesetz kritisiert Mission EineWelt dieses Vorgehen. „Unter moralischen Aspekten ist die fortgesetzte Verweigerung einer handfesten Politik für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten durch die Bundesregierung ein Offenbarungseid“, kritisiert Jürgen Bergmann. „Dieses nationale Gesetz wäre wenigstens ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen. Denn noch immer blockiert die Bundesregierung die internationalen Verhandlungen für eine verbindliche gesetzliche Regelung zur Unternehmensverantwortung, das so genannte ‚UN Binding Treaty‘. So verspielt die Bundesregierung ein letztes Quäntchen Glaubwürdigkeit, wenn es um die Einhaltung von Menschenrechten geht.“

Verbindliche, national und international einklagbare Rechte für Arbeitnehmer/innen würden zu mehr globaler Fairness führen und Bemühungen um demokratische und gemeinwesenorientierte Entwicklungen wesentlich stärken. Umweltkatastrophen, Diktaturen, Bürgerkriege und daraus resultierende massenhafte Fluchtbewegungen sind auch Resultat einer internationalen Wirtschafts- und Handelspolitik der Industrienationen, die auf maximale Profite durch Ausbeutung der Menschen in den Ländern des globalen Südens ausgelegt ist.

„Wir fordern, dass die Bundesregierung sich schnellstens um die Umsetzung eines nationalen Lieferkettengesetzes bemüht und sich konstruktiv an den Verhandlungen für ein international gültiges Regelwerk beteiligt“, sagt Bergmann.

Wegen des Corona-Virus findet die für Freitag und Samstag, 13. und 14. März 2020, geplante Welt-Uni zum Thema „Künstliche Intelligenz“ jetzt virtuell statt. Alle, die sich angemeldet haben, bekommen die weiteren Informationen zum Ablauf und darüber, wie das Ganze für sie funktioniert, im Lauf des Freitags, 13. März 2020, via Mail. Wer noch nicht angemeldet ist, aber gerne an der nunmehr virtuellen Welt-Uni teilnehmen möchte, kann sich per Mail an elearning@mission-einewelt.de anmelden.

Am 4. und 5. März kam zum ersten Mal eine Gruppe Vikar/innen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) zum „Ökumenischen Lernen“ zu Mission EineWelt nach Neuendettelsau. Der Kurs diente ihnen zur Vorbereitung auf ihre ökumenische Studienreise nach Griechenland.

Bisher fand das „Ökumenische Lernen“ im Predigerseminar in Nürnberg statt und dauerte nur einen Nachmittag. Jetzt bekommen Vikar/innen eineinhalb Tage dafür Zeit, sich mit interkulturellen Fragen auseinanderzusetzen und die weltweite Dimension der lutherischen Kirche kennenzulernen. Ein Höhepunkt war für viele eine Begegnung mit Mitarbeitenden von Mission EineWelt und des Landeskirchenamts, die aus Partnerkirchen der ELKB kommen oder diese aus eigener Erfahrung intensiv kennengelernt haben.

Michael Seitz

Digitalisierung ist inzwischen auch im letzten Winkel dieses Planeten omnipräsent. Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Form immer intelligenterer, lernfähiger Systeme steht dabei mehr und mehr im Vordergrund. So enorm die Fortschritte sind, so groß sind die Probleme. „Für wen bremst das autonom fahrende Auto?“ ist eines der bekanntesten. In der KI stecken aber auch jede Menge Chancen. Eine davon lotet Bramwel Omondi aus Kenia aus, der am Campus of Technology der TH Nürnberg zum Einsatz von KI für die Gestaltung von nachhaltigen Lieferketten forscht. Er ist ebenso bei der Welt-Uni am 13. und 14. März 2020 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg vertreten wie die Religionspädagogin Birte Platow, die Fußball spielenden Roboter von robotics Erlangen und einige mehr.

Der Digitalisierungsprozess schreitet nicht nur im Norden, sondern auch im globalen Süden rasant voran. Welche Herausforderungen stellen sich angesichts der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI)? – Welche Risiken, aber auch Möglichkeiten eröffnen sich gerade in Afrika, das das Festnetz-Zeitalter in einigen Regionen übersprungen hat? – Was kann die KI leisten zur Angleichung der Lebensbedingungen und für das Recht auf ein gutes Leben aller Menschen auf dieser Erde? – Welche Fragestellungen ergeben sich angesichts der durch die KI induzierten Neuerungen in der Landwirtschaft/Ernährungssicherung, Plattformökonomie und einer veränderten Arbeitswelt? – Welche Verantwortung tragen Zivilgesellschaften, Religionen und Regierungen? – Diese Fragen werden mit verschiedenen Expert/innen in Vorträgen und Workshops bei der Welt-Uni am 13. und 14. März 2020 im Caritas-Pirckheimer Haus diskutiert. Außerdem gibt es am Freitagabend eine Vorführung von KI in der Praxis: Roboter von robotics Erlangen spielen Fußball.

Während Birte Platow, Professorin für evangelische Religionspädagogik an der TU Dresden, die ethischen Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) beleuchtet, wird Bramwel Omondi aus Kenia, der am Nuermberg Campus of Technology) zu den Möglichkeiten von KI für die Gestaltung von nachhaltigen Lieferketten forscht, das Thema vor allem aus afrikanischer Perspektive angehen. Einen Workshop zum Thema „KI in der Ernährung und Landwirtschaft“ wird Lena Luig, Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft des Netzwerks Inkota, anbieten. Werner Rätz, Mitglied im Koordinierungskreis von attac Deutschland, leitet einen Workshop zum Thema „Marktwirtschaft, nur digital? Plattformökonomie und KI“.

Die Welt-Uni ist für alle offen, die sich vorher anmelden. Veranstalterin ist Mission EineWelt, das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, in Kooperation mit der Katholischen Stadtakademie Caritas-Pirckheimer-Haus, dem Studienbegleitprogramm für ausländische Studierende, STUBE Bayern, attac Nürnberg und dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ im Eine Welt Netzwerk Bayern.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Tagung unter www.mission-einewelt.de/weltuni

Kontakt: Gisela Voltz, gisela.voltz@mission-einewelt.de, Tel.:0911-36672-0

Die Mission-EineWelt-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann

Die Mission-EineWelt-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann

Der Europaabgeordnete Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen) hat zusammen mit weiteren Mitstreiter/innen eine Eil-Petition lanciert, die einen humanen und geordneten Umgang mit den Geflüchteten an der griechisch-türkischen Grenze einfordert. Mission EineWelt unterstützt diese Petition. „Die derzeit unter dem Einsatz von Polizeigewalt praktizierte, rigide Abschottung der EU-Außengrenzen zwischen Griechenland und der Türkei gegen Geflüchtete widerspricht zutiefst unseren christlichen Werten und Überzeugungen“, sagt Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt, dem internationalen Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. „Das Grundrecht auf Asyl muss gewahrt werden. Grenzsicherung darf nicht über Menschenrechte gehen.“

Mission EineWelt unterstützt deshalb die Forderungen, die in der Petition erhoben werden. Im Kern: Stopp der Polizeigewalt und Wahrung der Grund- und Menschenrechte, Unterstützung der griechischen Regierung bei der ordentlichen Registrierung der Schutzsuchenden, Gewährleistung des Zugangs zu fairen Asylverfahren, Zusammenführung von Geflüchteten aus den Aufnahmelagern in Griechenland mit ihren in Deutschland lebenden Verwandten und Aufnahme eines Kontingents von Geflüchteten aus den griechischen Auffanglagern in Deutschland.

Über 120 Städte und Kommunen haben sich derzeit bereiterklärt, zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen. Dennoch fürchten manche politischen Entscheidungsträger/innen, dass extrem rechte Parteien und Organisationen verstärkt Zulauf bekommen, wenn mehr Geflüchtete aufgenommen werden. Mission EineWelt bittet deshalb die Bürger/innen darum, die Petition zu unterzeichnen. „Wir wollen den politischen Entscheidungsträgerinnen und –trägern zeigen: Die große Mehrheit der Menschen in diesem Land steht dafür ein, dass Nächstenliebe und die Wahrung der Menschenrechte praktisch gelebt werden. Das ist die Erwartung an die Politik. Dass der Koalitionsausschuss jetzt entschieden hat, 1000 bis 1500 besonders schutzbedürftige Kinder und Jugendliche aufzunehmen, begrüßen wir. Aber angesichts der vielen  Menschen an der türkisch-griechischen Grenze und in den Aufnahmelagern in Griechenland, die schon viel zu lange unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, ist das zu wenig“, betont Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann

Die Petition im Internet: https://www.change.org/europasgrenze

Friederike Spörl-Springer (m.), pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk Schwabach, bei der Spendenübergabe an Reinhild Schneider (l.) und Julia Ratzmann (r.) von Mission EineWelt

Friederike Spörl-Springer (m.), pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk Schwabach, bei der Spendenübergabe an Reinhild Schneider (l.) und Julia Ratzmann (r.) von Mission EineWelt

„Frauen: Yes, we can“- so lautete das Thema des diesjährigen evangelischen Frauenmahls im Evangelischen Bildungswerk Schwabach. Zu den eingeladenen Referentinnen gehörte auch die 24-jährige Leah Kavuli aus Kenia. Die gelernte Kinderpflegerin absolviert derzeit einen Freiwilligendienst über Mission EineWelt in einer Kindertagesstätte in Hersbruck.

Kavuli wuchs mit sechs Geschwistern in einem Slum von Nairobi auf. Ihren Vater hat sie nicht kennengelernt. Nach dem Tod ihrer Mutter standen die Kinder buchstäblich auf der Straße. Dort begegnete Leah Mitarbeitenden des Pangani Lutheran Children’s Centre (PLCC).

Das PLCC wurde von Frauen der Kenya Evangelical Lutheran Church (KELC) 1994 ins Leben gerufen. Mission EineWelt unterhält seit Jahren partnerschaftliche Beziehungen zur KELC und unterstützt des PLCC personell und finanziell.

Das PLCC nimmt Mädchen auf, die in den Straßen Nairobis betteln und in Slums leben. Sie besuchen weder eine Schule noch eine sonstige Bildungseinrichtung. Sexuelle Übergriffe, Drogenmissbrauch, Prostitution und Kriminalität gehören zum Leben dieser obdachlosen Mädchen. Im PLCC erhalten die Mädchen nicht nur eine Unterkunft und Verpflegung, sondern sie können auch die Schule besuchen und anschließend eine Ausbildung absolvieren.

Beim Frauenmahl schilderte Leah Kavuli den rund 250 teilnehmenden Frauen in eindrucksvollen Bildern ihren Lebensweg. Die junge Frau berichtete über die Arbeit des PLCC und stellte Schicksale anderer Mädchen vor. Die anwesenden Frauen waren tief berührt und spendeten 1.420 Euro für die Arbeit des PLCC. Diese Spende überreichte jetzt Friederike Spörl-Springer, pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk und Mit-Organisatorin des Frauenmahls, an Reinhild Schneider, Leiterin des Mission EineWelt-Referats Partnerschaft und Gemeinde, und Julia Ratzmann, Leiterin der Pazifik-Infostelle bei Mission EineWelt. Mit dem Spendengeld soll die Arbeit des PLCC weiter unterstützt werden.

Julia Ratzmann