Seit 15 Jahren setzt sich das bundesweite Aktionsbündnis gegen AIDS, dem auch das evangelische Partnerschaftscentrum Mission EineWelt angehört, für den gemeinsamen Kampf gegen die Infektionskrankheit ein. In den globalen nachhaltigen Entwicklungszielen, den SDGs (Sustainable Development Goals), streben die Vereinten Nationen an, die Ausbreitung der Krankheit bis 2030 zu stoppen. Doch trotz aller erzielten Erfolge gibt es noch viel zu tun.

Zwar wurde in den letzten Jahren einiges erreicht: Immer mehr Menschen, derzeit etwa 21 Millionen, erhalten Zugang zu HIV-Therapien. Allein in Südafrika stieg die Zahl derer, die im Land mit Medikamenten behandelt werden können, von 80 im Jahr 2000 auf aktuell 4 Millionen Menschen. Dem globalen Gesundheits-Fonds kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Doch trotz aller Erfolge sind weiterhin große Anstrengungen nötig, um das Ende von Aids zu erreichen. Nach Erkenntnissen von UNAIDS haben weltweit noch immer 47 Prozent der Menschen mit HIV-Infektion keinen Zugang zu einer angemessenen Behandlung. Gleichzeitig sind Deutschland und die meisten anderen Industriestaaten noch immer weit davon entfernt, die von der Weltgesundheitsorganisation geforderten 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens in den globalen Gesundheits-Fonds einzuzahlen. Im Moment ist sogar zu befürchten, dass sich einige Regierungen aus ihrer Verantwortung zurückziehen.

Zudem werden in vielen Ländern Menschen mit HIV weiterhin diskriminiert und sogar verfolgt, vor allem in Osteuropa und Afrika. Laut Ärzte ohne Grenzen schrecken gerade in Afrika noch immer viele Menschen aus Angst vor Diskriminierung davor zurück, ihre Medikamente abzuholen. In Osteuropa stieg zwischen 2010 und 2016 die Zahl der Neuinfektionen mit HIV um 60 Prozent an – unter anderem deshalb, weil auch dort eine HIV-Infektion nicht selten gesellschaftliche Ächtung nach sich zieht.

„Das Ende von Aids kommt nicht von alleine. Wir müssen mehr tun und brauchen dafür auch mehr finanzielle Mittel“, betont Reinhard Hansen, Afrika-Referent bei Mission EineWelt. Das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unterstützt die Partnerkirchen dabei, die Aufklärung über HIV und Aids in der kirchlichen Bildung und Ausbildung fest zu verankern, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu verstärken, die medizinische Fortbildung bezüglich HIV/Aids in kirchlichen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen auszubauen und Aids-Waisenhäuser zu betreiben.

Gisela Voltz