Vom Praxisjahr in Brasilien bis zur Mitarbeit im Leitungsteam der Nicaraguagruppe in Nürnberg und bei der Gestaltung von Lateinamerikawoche und Zentralamerikatag: Seit 25 Jahren pflegt Kerstin Schönleben enge Verbindungen nach Lateinamerika. Dass die Theologin und Sozialpädagogin nun ihre Erfahrungen als Lateinamerikareferentin bei Mission EineWelt, dem Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), einbringt, erscheint da fast schon folgerichtig.

Kerstin Schönleben beginnt ihren neuen Dienst in schwierigen Zeiten. Lateinamerika wird derzeit immer wieder von verheerenden Umweltkatastrophen heimgesucht. Dazu kommen schwierige bis krisenhafte politische und gesellschaftliche Entwicklungen, Raubbau an der Natur, Populismus, Rassismus, Armut, Flucht, Vertreibung. Zudem grassiert COVID-19. Brasilien gilt als eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder weltweit. „Die Menschen in den Ländern Lateinamerikas brauchen das partnerschaftliche Miteinander dringender denn je“, sagt Schönleben. „Besonders wichtig ist gerade jetzt konkrete Hilfe.“ Gerade die Naturkatastrophen in Mittelamerika machten zudem die gemeinsame Verantwortung deutlich: „Wir im globalen Norden belasten das Klima zu sehr, die Menschen auf der anderen Seite des Globus leiden.“ Vielversprechende Ansätze zur Änderung dieses Missverhältnisses sieht die 49-Jährige in den Projekten der Klimakollekte oder in Konzepten wir der Klimapartnerschaft im Rahmen der Städtepartnerschaft Nürnberg-San Carlos.

In der Partnerschaftsarbeit möchte die neue Lateinamerikareferentin „den Schwung der Digitalisierung“ mitnehmen und mehr junge Menschen für diese Arbeit begeistern. Dazu will sie in Kooperation mit anderen Referaten von Mission EineWelt daran mitarbeiten, mehr projekt- und themenorientierte Partizipationsmöglichkeiten für junge Leute zu entwickeln.

Erfahrung aus der Arbeit mit jungen Menschen im internationalen Kontext bringt die 49- Jährige ebenfalls mit. Vor Ihrem Wechsel zu Mission EineWelt arbeitete sie seit 2007 als Pfarrerin in der Evangelischen Studierendengemeinde Nürnberg.

Einblicke in die kirchliche und diakonische Arbeit in Lateinamerika hat sie unter anderem bei einem Studiensemester im Fach Sozialpädagogik in Montevideo und als Pfarrerin zur Ausbildung in der Iglesia Luterana de Nicaragua “Fe y Esperanza“ mit Verantwortung in den Bereichen Fortbildung und Gemeindedienst gesammelt.

„Über die Menschen, deren Leben und Projekte ich seither begleite, ist ein starkes Band innerer Verbundenheit mit einzelnen Personen, aber auch mit gesellschaftlichen, diakonischen und innerkirchlichen Fragestellungen in Zentralamerika wie in Brasilien gewachsen“, fasst Kerstin Schönleben ihre bisherige Geschichte mit Lateinamerika zusammen. Jetzt kommt ein neues Kapitel dazu.