… da sitze ich nun daheim in meiner Wohnung und bin nicht geimpft.
Im Fernsehen erzählt der Moderator, was für Covid-Geimpfte und -Genesene wieder erlaubt ist. Biergarten, Feste feiern, Freund*innen treffen, Kleidung in einem richtigen Laden kaufen. Ein komisches Gefühl steigt in mir auf und ich merke, es ist Neid. Ich bin neidisch auf meine Mitmenschen, die schon geimpft sind und deshalb bald wieder das „normale“ Leben führen können, nach dem wir uns schon seit mehr als einem Jahr sehnen. Das ist doch nicht gerecht, denke ich so bei mir. Doch der Gedanke bleibt nur kurz, denn nun erscheinen auf dem Bildschirm Bilder aus aller Welt. Ich sehe Covid-Patienten, die von ihren Verwandten zum Krankenhaus getragen werden müssen, überfüllte Hospitäler, Menschen, die in Autos beatmet werden. Viele mit Tüchern bedeckte Leichen und weinende Angehörige. Höre von schlechter bis fast nicht vorhandener medizinischer Versorgung in anderen Ländern und bin dankbar. Dankbar, dass ich hier in Deutschland leben darf. Bald werde ich geimpft sein und mein Leben wird wieder „normal“.

Doch was ist normal? Wie geht es den Menschen in unseren Partnerkirchen Brasilien, Papua-Neuguinea, Kenia, und Tansania. Die medizinische Versorgung ist hier meist schlecht. In Papua-Neuguinea sind in ländlichen Bezirken die Krankenhäuser für die ärztliche Betreuung von bis zu 80.000 Menschen zuständig. Mit 70 bis 180 Betten, Ambulanz, Kreißsaal und Operationsräumen sichern sie die Basisversorgung. Hier werden die Menschen noch lange auf eine Impfung warten müssen. Wer spricht hier von Gerechtigkeit? Die Hoffnung der Menschen weltweit liegt im Vakzin. Wir müssen den Impfstoff gerecht verteilen und allen einen Zugang dazu ermöglichen. Hier geht es nicht nur um ethisches Verhalten, denn erst, wenn ca. 70 Prozent der Weltbevölkerung geimpft sind, herrscht eine Herdenimmunität. Das Virus kann jederzeit aggressive Mutanten entwickeln und den Impfschutz aller gefährden. Nur gemeinschaftlich kann dieses Virus bekämpft und ausgemerzt werden.
Hier kann nur Teilen uns alle retten.

Mission EineWelt unterstützt seit vielen Jahren die medizinische Versorgung in den Partnerkirchen. In den letzten Monaten wurden sehr viele Corona-Maßnahmen unserer Partner großzügig finanziert. Bitte helfen auch Sie mit Ihrer Spende, damit wir auch in Zukunft für die Menschen im globalen Süden da sein können. Weil nur Teilen uns retten kann.

Weitere Spendenprojekte

Prävention im Camp: Antje Henke erklärt, wie man Knoten in der Brust erkennt. © ELKB/Niemz Communications/Jens WegenerELKB/Niemz Communications/Jens Wegener
Aufklärungsarbeit in Tansania
Jetzt spenden

Datenschutz

Gerechter Welthandel

Die derzeitige Politik der EU folgt größtenteils den Interessen von großen Konzernen und Unternehmen. Eine faire und nachhaltige Handelspolitik wird bestenfalls in Sonntagsreden beschworen. In der Praxis handelt die EU immer wieder Abkommen aus, die nicht nur ungerechte Regeln und Strukturen festschreiben, sondern auch die sozialstaatlich basierte Gestaltungsfreiheit der sozialen Daseinsvorsorge und rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Finanzmarktkontrolle drohen für die Interessen internationaler Konzerne ausgehöhlt zu werden. Solche Abkommen verschärfen die Armut im globalen Süden und vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich weltweit. Sie tragen somit zu einem erhöhten Migrationsdruck bei. Und sie stehen im Widerspruch zur christlichen Grundüberzeugung, dass die Wirtschaft im Dienst des Lebens steht und dem Wohl aller Menschen dienen soll.

Eigentlich verpflichtet der EU-Vertrag von Lissabon die europäische Handelspolitik dazu, zur Förderung der Menschenrechte, der Armutsbekämpfung und der nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Doch die derzeit verhandelten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit afrikanischen Staaten (Economic Partnership Agreements - EPAs) verstärken asymmetrische Handelsbeziehungen, und Rohstoffraubbau, behindern die regionale Integration in Afrika und erzwingen den Marktzugang für billige europäische Produkte auf Kosten einheimischer ProduzentInnen.

Die Politik muss die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in Handelsverträgen fest verankern und Menschenrechte vor Konzerninteressen setzen. Handelsabkommen müssen stets auf ihre Verträglichkeit mit dem Wohl des Gemeinwesens überprüft werden.

 

Weitere Informationen:
Netzwerk Gerechter Welthandel:
www.gerechter-welthandel.org
Entwicklung braucht Entschuldung – Bündnis erlassjahr.de: www.erlassjahr.de

Religionsfreiheit weltweit

„Gewalt im Namen von Religion und islamistischer Terror gehören zur Wirklichkeit unserer Zeit und machen Angst. Daraus darf aber keine Angst vor der Religion an sich werden oder generell vor Menschen muslimischen Glaubens. Dieser Trugschluss gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Religionsfreiheit.

Als Christinnen und Christen treten wir für Religionsfreiheit ein. Wir sehen die verbindenden Ursprünge und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen, genauso wie wir die Unterschiede sehen. Der Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ist nicht immer einfach, jedoch fruchtbar, wo es Offenheit und Respekt auf allen Seiten gibt. Toleranz endet, wo Religion und Religionsfreiheit missbraucht werden, um Menschen und ihre Würde zu verletzen. Deswegen stehen wir an der Seite bedrängter und verfolgter Christinnen und Christen weltweit.“
(https://www.ekd.de/Zehn-Ueberzeugungen-Flucht-und-Integration-14970.htm)

Überall sind Politik, Religionsgemeinschaften und jede/r Einzelne gefordert, die Religionsfreiheit zu achten und Menschen nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung zu diskriminieren, zu misshandeln, zu verfolgen oder zu ermorden.

 

Weitere Informationen:

https://www.bayern-evangelisch.de/was-uns-bewegt/christenverfolgung.php

https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/oekumenischer_bericht_religionsfreiheit2017.pdf

http://www.bruecke-nuernberg.de/

https://mission-einewelt.de/internationale-beziehungen/partnerkirchen-uebersee/

Menschenwürdige Arbeit

Ein Großteil unserer alltäglichen Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Kleidung oder IT-Produkte werden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Viele ArbeitnehmerInnen werden nicht ausreichend bezahlt und leiden unter mangelndem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Versuche, sich zur Durchsetzung von Arbeitsrechten gewerkschaftlich organisieren, werden vielerorts massiv, nicht selten auch mit physischer Gewalt, unterdrückt.

-Wirtschaftliche Betriebe sollen ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht durch die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nachkommen. Dazu gehört auch die Verantwortung für die Einhaltung dieser Standards und Normen entlang der kompletten Lieferkette.

- Die Politik ist gefordert, klare gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durch Unternehmen zu gestalten. Die Einführung einer Berichtspflicht sowie von Sanktionsmöglichkeiten sind unabdingbar. Mission EineWelt fordert die Bundesregierung auf, sich ernsthaft und konstruktiv für das Zustandekommen des auf Ebene der Vereinten Nationen angestrebten verbindlichen internationalen Abkommens für Wirtschaft und Menschenrechte („UN-Treaty“) einzusetzen, das klare Regeln für Unternehmen und Klagemöglichkeiten für Geschädigte vorsieht und vor allem die Einhaltung von Menschenrechten vor Handelsinteressen stellt.

 

Weitere Informationen:

Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.: www.eineweltnetzwerkbayern.de

Treaty Alliance Deutschland: https://www.cora-netz.de/cora/die-treaty-alliance-deutschland/

Aktion fair toys: www.woek.de/themen-projekte/fair-spielt/

Kampagne für Saubere Kleidung: http://www.saubere-kleidung.de/

Handyaktion Bayern: www.handyaktion-bayern.de