Am 3. September 2025 ist der ehemalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), Johannes Friedrich, im Alter von 77 Jahren verstorben. „Mit Johannes Friedrich verlieren wir einen engagierten Theologen, dem die Ökumene, die weltweite Kirche und der interreligiöse Dialog ganz besonders am Herzen lagen. Das durfte ich schon zu Beginn seiner Amtszeit als Landesbischof erfahren, als ich ihn im Herbst 2000 auf seiner ersten Dienstreise zum Ökumenischen Rat der Kirchen und zum lutherischen Weltbund begleitet habe“, erinnert sich Mission EineWelt-Direktorin Gabriele Hoerschelmann, die damals am Ökumenischen Institut Bossey, einer Ausbildungseinrichtung des Ökumenischen Rats der Kirchen in der Schweiz, arbeitete.
Die weltweite Kirche nimmt großen Anteil. Aus den Partnerkirchen der ELKB von Papua-Neuguinea über Singapur, Malaysia, die Philippinen bis nach Liberia, Kenia, Mosambik und die DR Kongo sind inzwischen Kondolenzschreiben bei Mission EineWelt eingetroffen, die auch Friedrichs Engagement für die weltweite Kirche würdigen.
Bereits 1985 wurde der promovierte Theologe als Pfarrer und Probst an die Erlöserkirche in Jerusalem berufen, wo er sich insbesondere im ökumenischen Miteinander mit anderen christlichen Religionsgemeinschaften und im interreligiösen Dialog mit Vertreter*innen der jüdischen und der muslimischen Religion engagierte. Ab 1991 bis zu seiner Wahl zum Landesbischof arbeitete Friedrich als Dekan in Nürnberg.
Daneben bekleidete Johannes Friedrich weitere Ämter: Von 2000 bis 2005 fungierte er als Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), anschließend wurde er zu deren Leitendem Bischof gewählt. Zudem war er Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Beide Ämter übte Friedrich bis 2011 aus, der von 2002 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2013 auch Mitglied des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war.
Johannes Friedrich trug sein Engagement für Toleranz und Verständigung auch über die Kirche hinaus in die Gesellschaft ein. So war er an der Gründung des Bündnisses für Toleranz Bayern beteiligt. Für seinen Einsatz wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Bayerischen Verdienstorden.