Pandemiebedingt geht die diesjährige Lateinamerikawoche von 24. Januar bis 30. Januar 2021 online über die Bühne. Statt in der Nürnberger Villa Leon findet der Veranstaltungsreigen aus Lesung, Vorträgen, Diskussion, Ausstellung, Workshops und ökumenischem Gottesdienst im virtuellen Raum statt. Über den Einwahllink auf der Website www.lateinamerikawoche.de kommen Interessierte in die Onlinekonferenz via Zoom und können mitdiskutieren. Wer die Veranstaltungen später ansehen will, kann das ab dem jeweils nächsten Tag auf YouTube.

Inhaltlich geht es vor allem um die Auswirkungen der Corona-Krise auf Demokratie, Ökonomie und Gesundheitsversorgung in Lateinamerika. Die Covid-19- Pandemie hat die tiefgreifenden strukturellen Probleme in Lateinamerika offengelegt. Nun steht der Subkontinent vor der tiefsten Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren. Politisch könnte das zur Rückkehr von Diktaturen und zum Auftrieb neofaschistischer Bewegungen wie in Brasilien führen. Die ohnehin tiefe soziale Spaltung, die sich in der Corona-Krise in der Verweigerung von Gesundheitsfürsorge für einen beachtlichen Teil der Bevölkerungen zeigt, droht sich weiter zu verschlimmern. Mit Referentin Katja Maurer von medico international kann am Montag, 25. Januar, um 20 Uhr diskutiert werden, was die sozialen Bewegungen in dieser Situation vermögen und wie konkrete Solidarität aussehen kann. Dieser Frage widmet sich auch der ökumenische zweisprachige Gottesdienst am 24. Januar um 19 Uhr, bei dem die nicaraguanische lutherische Bischöfin Victoria Cortez, der katholische Pater Juan Goicochea aus Lima/Peru und der lutherische Pastor Sandro Luckman aus Brasilien die jeweilige Situation in ihren Ländern im Licht des Evangeliums kurz beleuchten werden. Am Gottesdienst kann man virtuell oder in Präsenz in der St. Jakobskirche in Nürnberg am Weißen Turm teilnehmen (Anmeldung bitte an entwicklung.politik@mission-einewelt.de).

Einen weiteren Schwerpunkt der diesjährigen Lateinamerikawoche bilden die Folgen des industriellen Rohstoffhungers und eines „fossilen Kapitalismus“ am Beispiel der indigenen Naporuna in Ecuador, deren Land für die Erdölförderung enteignet wird (Montag, 25. Januar, 18 Uhr). Weiterhin gibt es eine Diskussion mit dem Rohstoffexperten Oscar Choque aus Bolivien darüber, wie sich die dortige MAS-Regierung einen für das Land gewinnbringenden Lithiumabbau vorstellt, welche Konfliktlinien sich dadurch ergeben und welche Rolle Deutschland dabei spielt – ist doch Lithium das weiße Gold von IT und E-Mobilität (Freitag, 29. Januar, 19 Uhr). Diese Diskussion wird dann auch bei der Gesprächsrunde am Samstag, 30. Januar, um 19 Uhr mit Oscar Choque und Vertreter*innen von Fridays for Future und Ende Gelände weitergeführt, bei der nachhaltige Alternativen, Klimaschutz sowie der Widerstand gegen die Umweltzerstörung im Mittelpunkt stehen.

Des Weiteren stehen der Umgang Cubas mit der Corona-Pandemie (Dienstag 26. Januar, 19 Uhr), der Weg Chiles auf dem Weg zu einer neuen Verfassung nach dem erfolgreichen Referendum (Mittwoch, 27. Januar, 19 Uhr) sowie die Rolle der Pfingstkirchen in Brasilien (Donnerstag, 28. Januar, 19 Uhr) auf dem Programm. Den Auftakt der Lateinamerikawoche 2021 bildet die zweisprachige Lesung des Polit-Thrillers „Marielas Traum“ mit der Autorin Alexandra Huck am Sonntag, 24. Januar, um 11.30 Uhr.

Ein besonderes Angebot gibt es auch für Gruppen und Schulklassen, die sich mit dem Thema der diesjährigen Ausstellung „Mein Smartphone – eine Rohstoffkatastrophe“ auseinandersetzen wollen. In einer virtuellen Führung oder einem digitalen Workshop erfahren sie mehr über die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Rohstoffabbaus für unsere IT-Geräte sowie darüber, wie wir zu einem nachhaltigeren Konsum beitragen können. Anmeldungen für Workshops (auch noch nach der Lateinamerikawoche möglich) bitte an eineweltstation.nuernberg@mission-einewelt.de.

 

Weitere Informationen: www.lateinamerikawoche.de

 

Kontakt: Gisela Voltz

gisela.voltz@mission-einewelt.de

Tel.: 0179-7875830