„33 Jahre lang hat Jürgen Bergmann unser Leben hier bei Mission EineWelt bereichert und die Welt ein wenig besser gemacht“, sagte Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt, anlässlich der Verabschiedung von Jürgen Bergmann in den Ruhestand am 26. Juni 2026 in der Klarakirche Nürnberg.
Der promovierte Agrarökonom kann als langjähriger Beauftragter des bayerischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED), Leiter des heutigen Referates „Bildung Global“ bei Mission EineWelt und Mitglied in verschiedenen Organisationen wie dem Eine Welt Netzwerk Bayern und der Fair Toys Organisation auf eine lange Liste beruflicher Stationen innerhalb von ELKB und Diakonie Bayern im Zusammenhang mit Bildungsarbeit, Politik und Entwicklungszusammenarbeit zurückblicken. Seine Verabschiedung in den Ruhestand hatte er unter das Motto „Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen“ gestellt.
Letzteres war ihm von Beginn seines Arbeitslebens im Lutherischen Entwicklungsdienst in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELCT-PNG) an, wichtig. Der Einsatz gegen ungerechte Strukturen, gesellschaftliche Missstände und Not dürfe nicht vor der Haustür enden. Partnerschaftliche (und auch freundschaftliche) Beziehungen zu pflegen, bedeute eben auch, sich der Probleme und Herausforderungen in den Partnerländern gemeinsam anzunehmen und die „Lasten zu teilen, wenn diese zu schwer werden“ – so legte Bergmann den Wochenspruch aus Galater 6 „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ in seiner Predigt in der Klarakirche aus.
Diese Kirche und die Mitarbeitenden des Caritas-Pirckheimer-Hauses (CPH) nebenan seien ihm ans Herz gewachsen, betonte Bergmann, der als Referatsleiter im Stadtbüro von Mission EineWelt im CPH angesiedelt war. Diese enge Verbundenheit hob beim anschließenden festlichen Empfang auch CPH-Direktor Siegfried Grillmeyer hervor. Bergmann sei zu jeder Zeit auf einen fairen Kaffee auf der Dachterrasse willkommen, sagte Grillmeyer und lobte dabei Bergmanns Engagement für faire Arbeitsbedingungen in der „Einen Welt“ und seinen unermüdlichen Einsatz für das Lieferkettengesetz und die Handyaktion Bayern.
Tsehaie Semere, der KED-Beauftragte aus der Evangelischen von Kurhessen-Waldeck, betonte in seinem Grußwort die Herzlichkeit seines bayerischen KED-Kollegen. Bergmann sei allen Menschen „auf Augenhöhe“ begegnet und habe stets ein „offenes und respektvolles Ohr“ für die Anliegen seiner Gesprächspartner*innen gehabt. Ihm habe dabei am besten gefallen, dass Bergmann nie großspurig hätte beweisen müssen, was er alles könne und wüsste, sondern man ihm einfach angemerkt habe, dass da ein „Entwicklungsexperte mit Herz und Verstand“ spreche.
Helga Riedl von der Fair Toys Organisation bezeichnete Bergmann in ihrem Grußwort mit einem Augenzwinkern als „Jürgen, der Schrecken der Spielwarenmesse“. Hier habe er stets mit Aufsehen erregenden Kampagnen und Objekten, wie etwa einem chinesischen Papierdrachen, für fair produziertes Spielzeug geworben. Besonders freue sie sich, dass es dem Bündnis gelungen sei, einen fair produzierten Kuschelhasen namens „Albrecht“ (benannt nach Albrecht Dürer) auf den Markt zu bringen, der sich wachsender Beliebtheit erfreue. Den „Albrecht“ bekamen auch an diesem Abend einige von Bergmanns Weggefährten geschenkt.
Mit einer Foto-Präsentation zu „25 Jahre in 25 Bildern“ von der Landessynodalen Renate Käser und Kuratoriums-Mitglied Kathrin Winkler (beide auch Mitglied im „Fachausschuss Bildung Global“) endete der Abschiedsabend mit einem – natürlich lokal produzierten und saisonalem – Spargelessen bei lateinamerikanischer Musik von „Cuatro Pueblos“.
Julia Ratzmann