Was sich bereits im vergangenen Dezember im südkoreanischen Busan abzeichnete, ist nun in Genf traurige Wahrheit geworden: Die Bemühungen um ein globales Plastikabkommen auf UN-Ebene, insbesondere um die Eindämmung der Produktion von überflüssigen Einwegplastikartikeln, sind gescheitert. Die Kluft zwischen den Öl-Staaten wie Saudi-Arabien, Russland und Iran, die den Rohstoff für Plastik liefern, und den Ländern der High Ambition Coalition (darunter die EU und Deutschland, zahlreiche Länder in Südamerika, Afrika und Asien), die die Plastikproduktion möglichst einschränken wollen, war zu groß. Die Erdöl-Länder wollten nur ein besseres Abfallmanagement, die High Ambition Coalition deutlich weniger Einwegplastikprodukte.
„Das Scheitern des Plastikabkommens ist eine schlechte Nachricht für den Klima- und Umweltschutz. Es werden also weiterhin jährlich 400 Millionen Tonnen Plastikartikel produziert, davon die Hälfte Einwegprodukte – Tendenz steigend. Weiterhin werden schädliche Zusatzstoffe und Mikroplastik unsere Gesundheit bedrohen und unsere Umwelt vermüllen, weniger als 10 Prozent des weltweiten Plastikmülls werden bisher recycelt. Der Großteil wird entweder deponiert, verbrannt oder landet in der Umwelt“, kritisiert Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Bildung Global bei Mission EineWelt, das Scheitern der Verhandlungen. „Es wird nun wichtig sein, dass die Länder der High Ambition Coalition jetzt stärker selbstbewusst vorangehen und in ihren Ländern noch mehr Einwegplastikartikel verbieten, die Recyclingquoten erhöhen und Plastikmüllexporte vermeiden.“
Deutschland ist nach wie vor der drittgrößte Plastikmüllexporteur der Welt nach den USA und Japan. Der Müll landet größtenteils in Südostasien und der Türkei, wo nicht immer umweltschonend recycelt wird. Dadurch werden dort Menschen und Umwelt gefährdet.
Jede*r Einzelne kann viel zur Plastikreduktion beitragen: keine Plastikeinwegartikel verwenden, Plastiktüten und -verpackungen beim Einkaufen vermeiden, so wenig Plastikmüll wie möglich verursachen. Wie das gehen kann, zeigt auch die jährliche Fastenaktion von Mission EineWelt: „Eine Woche ohne Plastik“. Die nächste Ausgabe findet von15. bis 22.März 2026 statt. Schon jetzt können Gruppen, Gemeinden, Schulen, Organisationen und Einzelpersonen Aktionen dafür planen und auf die zahlreichen Bildungsmaterialien von Mission EineWelt zum Thema zurückgreifen.
Weitere Infos unter https://mission-einewelt.de/kampagnen/eine-woche-ohne-plastik/
Gisela Voltz