EN

Navigation
Kontakt
Mission EineWelt
Hauptstraße 2
91564 Neuendettelsau
Zentrales Spendenkonto

ELKB Mission Eine Welt
IBAN: DE12 5206 0410 0001 0111 11
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank eG

Kommentar zum Lieferkettengesetz-Drama – die Verlierer*innen stehen schon fest

Kommentar zum Lieferkettengesetz-Drama – die Verlierer*innen stehen schon fest
Kontakt & weitere Informationen
Motiv: Intiative Lieferkettengesetz.de
Motiv: Intiative Lieferkettengesetz.de

Das Ringen um die europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) und damit um unternehmerische Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten und ökologischen Standards in den globalen Lieferketten hat vorerst ein trauriges Ende gefunden: Am 13. November 2025 stimmte die konservative EVP-Fraktion im EU-Parlament zusammen mit den Rechtsextremen für eine massive Abschwächung der Richtlinie. Damit ist, wie im Vorfeld schon befürchtet, die Drohung der EVP wahr geworden und die sogenannte Brandmauer gegen rechts gefallen. Die Lobbyisten der großen Wirtschaftsverbände konnten sich durchsetzen und eine der größten Errungenschaften zivilgesellschaftlichen Engagements des letzten Jahrzehnts unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus technokratisch abwickeln. Vom nun folgenden Trilog, in dem sich EU-Kommission, Rat und Parlament auf eine Richtlinie einigen müssen, ist kaum Besserung zu erwarten: Die zivilrechtliche Haftungsregelung ist raus, lediglich der risikobasierte Ansatz bleibt bestehen. Die CSDDD droht zu einem Feigenblatt zu werden.

Menschen im Globalen Süden verlieren

Die Verlierer*innen stehen schon fest: Die Arbeiter*innen auf den Plantagen in Asien, Lateinamerika und Afrika, die für die Industrieländer den täglichen Konsum von Kaffee, Tee, Bananen, Schokolade und anderen Nahrungsmitteln sicherstellen. Die Menschen in den Weltmarktfabriken im Globalen Süden, die Kleidung, Handys, IT- und Elektro-Geräte herstellen. Die Menschen, oft Kinder, in der DR Kongo und anderswo, die die wichtigen Mineralien für digitale Geräte und E-Mobilität aus der Erde holen.

Ohne eine starke verbindliche Regulierung werden sie weiter unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, um zu überleben.

Positive Wirkung des deutschen LkSG

Dabei hatte das seit 2023 geltende deutsche Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz (LkSG) bereits erste positive Wirkungen gezeigt: So konnten durch Beschwerden gegen deutsche Discounter einige Verbesserungen erreicht werden. Aldi und Lidl lenkten ein und leisteten Entschädigungszahlungen für Arbeiter*innen auf Bananenplantagen in Costa Rica, für Bananenarbeiter*innen von Edeka– und Rewe-Zulieferern in Ecuador konnten höhere Löhne erzielt werden.

Auch die Unternehmen verlieren

Doch auch die deutsche und die europäische Wirtschaft verliert durch die deutliche Verwässerung der Lieferkettenrichtlinie, sie verliert an Glaubwürdigkeit und an einer krisensicheren Ausrichtung auf eine nachhaltige Zukunft.

Aber das Drama um das Lieferkettengesetz ist noch nicht zu Ende. Die Initiative Lieferkettengesetz, zu der auch Mission EineWelt gehört, wird sich weiter dafür einesetzen, dass Unternehmen verpflichtet werden, Menschenrechte und Umweltstandards einzuhalten.                             

Gisela Voltz

von Thomas Nagel