Mission EineWelt ist Mitglied von Act Alliance, dem internationalen kirchlichen Aktionsbündnis für nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe, und unterstützt den Lutherischen Weltbund (LWB) in der humanitären Arbeit für Geflüchtete. In Flüchtlingscamps und -ansiedlungen wie in Kakuma, Kenia, oder Nakivale, Uganda, ist der LWB nicht nur in die Versorgung mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln involviert, sondern schafft durch seinen Einsatz vor Ort Perspektiven und Teilhabemöglichkeiten für die Geflüchteten. Diese bekommen Zugang zu Schulbildung und Berufsausbildungen, Geschäftsgründungen werden ebenso unterstützt wie Jugendparlamente oder Kultur- und Sportprogramme.
Durch die abrupte, mehr oder minder vollständige Abwicklung der US-amerikanischen Entwicklungszusammenarbeit gerät dieses System in ernste Schwierigkeiten. Anstatt diese Lücke mit verstärkten Anstrengungen zu füllen, fahren viele europäische Regierungen ihre Mittel für Entwicklungszusammenarbeit herunter, auch die Bundesregierung folgt diesem Trend.
Mission EineWelt unterstützt deshalb den aktuellen Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der die Einsparungen als „kontraproduktiv“ kritisiert und den Rat der EKD bittet, „seinen Einsatz gegenüber den politischen Parteien, der Bundesregierung, dem Bundestag und den EU-Institutionen für eine stark aufgestellte deutsche und europäische Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe mit Nachdruck fortzusetzen und an das international verein-barte Ziel zu erinnern, 0,7 Prozent der Wirtschaftsleistung für öffentliche Entwicklungsleistungen aufzubringen“.
„Die fortgesetzten drastischen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit gefährden die Versorgung Notleidender und verhindern, dass Geflüchtete vor Ort konkrete Möglichkeiten bekommen, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und zu gestalten“, betont Gabriele Hoerschelmann, Mitglied der EKD-Synode und Direktorin von Mission EineWelt. „Das wird immer mehr Menschen, die hauptsächlich vor Kriegen und klimawandelbedingten Katastrophen geflohen sind, dazu bringen, sich wieder auf den Weg zu machen. Wer vor Ort keine Perspektive hat, riskiert sein Leben auf dem Mittelmeer und auf dem Weg dahin.“
Der Beschluss der EKD-Synode wendet sich aber auch die Gliedkirchen der EKD und bittet diese, trotz aller Notwendigkeit von Einsparungen „die besondere Verantwortung der immer noch reichen Kirchen des Nordens für den Globalen Süden zu bedenken“. Die Arbeit des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED), und die internationale Partnerschaftsarbeit der Missionswerke müssten „die letzten Bereiche sein, in denen Kürzungen angesetzt werden“, fordert der Beschluss.