Unter dem Eindruck der gewaltsamen Niederschlagung der regierungskritischen Proteste während der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Oktober 2025, haben sich kurz vor Weihnachten die evangelischen Landesbischöf*innen Kristina Kühnbaum-Schmidt von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (ELKBO) und Christian Kopp von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) in einem Brief an die Leitung der Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT) mit Bischof Alex Malasusa gewandt.
In dem Schreiben drücken die deutschen Bischöf*innen den Menschen in Tansania und der langjährigen Partnerkirche ELCT ihr tiefes Mitgefühl und ihre Solidarität aus. Dabei üben sie deutliche Kritik an der tansanischen Regierung, konkret benennen sie unter anderem das Verschwindenlassen von Oppositionellen, „die Unterdrückung der Rede und Pressefreiheit“, die „Polizeigewalt“ bis hin zur Ermordung von Demonstrierenden und unbeteiligten Passanten sowie die „Drohungen gegen die Kirchenleitungen und gegen die, die offen die Wahrheit aussprechen“.
In diesem Klima der Unterdrückung, so die Bischöf*innen weiter, „sind wir überzeugt, dass die gegenwärtige Situation ein prophetisches Zeugnis der Kirche verlangt“. Es sei für die Kirche „nicht angemessen, still zu bleiben, und so zu tun, als wäre nichts gewesen“. In diesem Sinne kündigen sie an, die deutsche Bundesregierung zu bitten, mit der Regierung in Tansania zu sprechen: „Als deutsche Missionsgesellschaften und Kirchen, werden wir unsere eigene Regierung kontaktieren und sie bitten, mit der tansanischen Regierung in Verbindung zu treten und sie zu bitten, die gegenwärtige Situation anzugehen.“
Den vollständigen Brief gibt es hier: