Am 29. September 2026 lud die Fair Toys Organisation, bei der Mission EineWelt Gründungsmitglied ist, zu einem Symposium ein. In mehreren Beiträgen wurden aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Transformation der Spielzeug-Branche beleuchtet und neue Wege aufgezeigt.
Markus Krajewski, Professor am Lehrstuhl Öffentliches Recht und Völkerrecht der FAU Erlangen, betonte, dass trotz der Abschwächung des seit 2021 in Kraft getretenen deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) und der Europäischen Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) klar sei: Der Zug gehe langfristig in Richtung verpflichtende soziale Standards entlang der weltweiten Lieferketten. Die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten werde immer wichtiger. Dies zeige auch die seit 27. September 2026 geltende EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition), die vage Werbeaussagen wie „umweltfreundlich“, „fair“, „klimaneutral“, „natürlich“ oder „ökologisch“ ohne klaren und direkt sichtbaren Nachweis auf einem Produkt innerhalb der EU untersagt.
In den folgenden Gesprächsrunden forderte Axel Gottstein von der Firma sigikid, dass es angesichts der Billigkonkurrenz über Online-Plattformen wie Temu, Ali, Shein oder amazon dringend weltweit bindender Sicherheits- und Sozialstandards bedürfe. Josephine Dransfeld, Geschäftsführerin des Plüschspielwaren-Herstellers Heunec, stellte fest, dass „Fairtrade“ leider noch nicht das Kaufkriterium Nummer 1 sei und dass die Konsument*innen die Wahl hätten: Lieber weniger und dafür unter fairen Bedingungen hergestellte Waren zu kaufen, wäre ja eine Option. Ihr Unternehmen hält alle geforderten Sozialstandards ein und hat das Fair Toys-Siegel.
Helga Riedl vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg stellte die Verantwortung der Kommunen und der öffentlichen Beschaffung heraus. Ihre These: Wenn alle Kindertagestätten faire Spielsachen einkaufen würden, hätte das Vorbildcharakter. Für die Zukunft der Fair Toys Organisation wünschte sie dieser noch deutlich mehr Mitglieder, damit ihr Einfluss in der Branche wachsen könne.
Gisela Voltz