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Vortrag bei der Lateinamerikawoche – Globale Netzwerke der extremen Rechten

Vortrag bei der Lateinamerikawoche – Globale Netzwerke der extremen Rechten
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Bei der Lateinamerikawoche 2026 referierte die Journalistin Ute Löhning zur internationalen Vernetzung der extremen Rechten in Lateinamerika, USA und Europa. Hier kommt eine Kurzzusammenfassung der zentralen Punkte des Vortrags:

In den letzten 10 bis 15 Jahren, auch in Folge der Finanzkrise von 2007/8, hat sich die internationale Vernetzung rechtsextremer Gruppierungen deutlich intensiviert. Auf dem amerikanischen Kontinent sind in vielen Ländern rechte oder rechtsextreme Regierungen an die Macht gekommen, die alle eine ähnliche politische Agenda verfolgen:

Menschenrechtliche Errungenschaften wie Gleichberechtigung, Gendergerechtigkeit oder Inklusion von diskriminierten Minderheiten werden per Gesetz oder Dekret ebenso zurückgedrängt bzw. rückabgewickelt wie Regelungen für Klima– und Umweltschutz. Begleitet werden diese Bestrebungen von Finanzierungsentzug und aggressiven Gegenkampagnen. Betrieben wird ein Kulturkampf gegen alles was als irgendwie „links“ und progressiv gilt: Menschenrechte, Klimaschutz, Migration, Feminismus, Wokeness und einiges mehr. White supremacy, die vermeintliche Überlegenheit der „weißen Zivilisationsbringer“, wird mit einem revisionistischen Geschichtsbild verknüpft. Die Diskurse werden zunehmend religiös mit einem christlichen Nationalismus überlagert.

Zudem werden unter dem Vorwand von Kriminalitätsbekämpfung und Sicherheitsstrategien oder Bürokratieabbau demokratische Strukturen, der Rechtsstaat und die Gewaltenteilung bewusst geschwächt. Presse- und Meinungsfreiheit und die Spielräume der kritischen Zivilgesellschaft werden deutlich eingeschränkt.

Mit dieser Aufweichung nationaler wie internationaler regelbasierter Ordnungen wird in erster Linie das Ziel verfolgt, der extremen Bereicherung der reichsten und mächtigsten Akteur*innen im globalen Wirtschaftssystem möglichst keinerlei Beschränkungen mehr entgegenzusetzen. Gleichzeitig soll der möglichst ungehinderte und exklusive Zugang zu wichtigen Ressourcen gesichert werden.

Mittel der Wahl, um unliebsame politische Konstellationen zu destabilisieren und zu stürzen, sind breit angelegte Desinformations- und Meinungskampagnen, häufig getragen von Think Tanks, Instituten oder Stiftungen wie der Heritage-Foundation. Auf internationalen Konferenzen wie den Conservative Political Action Conferences (CPAC) werden Strategien beispielsweise zur Abschottung gegen Migration oder zur Deregulierung von Märkten entwickelt und diskutiert.

Gisela Voltz

Die Vorträge der Lateinamerikawoche als Video gibt’s hier: www.lateinamerikawoche.de

von Thomas Nagel