Kontakt Referat Lateinamerika (LA)

Kerstin Schönleben
Referatsleitung

Telefon: 09874 9-1601
Telefax: 09874 9-1699

Geraldo Grützmann
Fachreferent Brasilien

Telefon: 09874 9-1490
Telefax: 09874 9-1699

Mail:

Länderinformationen

Flagge von Brasilien

Brasilien in Stichworten

BrasilienInformationen zu Land, Geschichte und Kirche

Länderinfo Brasilien
Download Folder (PDF)

Basisinformationen zum Land sowie Reise- und Sicherheitshinweise erhalten Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes. Die Daten dort werden regelmäßig aktualisiert.

Weiterführende Links

Website der IECLB: www.luteranos.com.br

Partnerschaften Bayern – Übersee

Mission EineWelt begleitet und unterstützt im Auftrag der bayerischen evangelischen Landeskirche mehr als 70 Dekanats- und Schulpartnerschaften sowie Partnerschaften von Institutionen. Eine Übersicht über alle Partnerschaften im Raum der bayerischen evangelischen Landeskirche finden Sie in unserem Partnerschaftskatalog und unserer digitalen Partnerschaftslandkarte.

Brasilien: IECLB

Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil, IECLB)

Die Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB oder auch IECLB) ist aus der Migration von Deutschen nach Brasilien im 19. Jahrhundert hervorgegangen. Inzwischen hat sich die EKLBB zu einer in der brasilianischen Gesellschaft verwurzelten Kirche entwickelt. In manchen Gemeinden spielt die deutsche Sprache in Gottesdienst und Seelsorge noch eine gewisse Rolle. Die EKLBB ist geografisch vor allem im Süden Brasiliens beheimatet.

Das Brasilienheft können Sie sich als PDF herunterladen oder in gedruckter Form in unserem Online-Shop bestellen.

Impressionen aus Brasilien

Allgemeine Informationen zur Partnerkirche

Um mehr Informationen zu erhalten, klicken Sie nachfolgend auf das „+“-Symbol.

Der Sitz der Kirchenleitung ist Porto Alegre. Die Adresse lautet:

Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil (IECLB)
C.P. 2876
90001-970 Porto Alegre/RS
Brasilien

Telefon: +55 51 3284 5400
Telefax: +55 51 3284 5419

E-Mail: secretariageral(a)ieclb.org.br
Webseite: www.luteranos.com.br

Kirchenpräsidentin Pastorin Sílvia Beatrice Genz
Präsidentin des Rates der Kirche: Anelize Marleni Berwig

  • Die Kirche ist in 18 Synoden (475 Pfarreien mit 1810 Gemeinden) unterteilt.
  • Mitgliederzahl: 715.085
  • Theologische Mitarbeiter: 718 ordinierte Pfarrer/innen, 72 Katechet/innen, 107 Diakone/innen, 24 Missionare/innen
  • Bayerische Mitarbeiter/innen: 4 Pfarrer, 8 Freiwillige im Rahmen des “Internationalen Evangelischen Freiwilligenprogramms” IEF
  • Brasilianische Mitarbeiter/innen in Bayern: 4 Pfarrer und 2 Freiwillige im Centrum Mission EineWelt

Brasilien leidet besonders unter der neoliberalen Globalisierung. Die Wirtschaft arbeitet exportorientiert und vernachlässigt den Aufbau eines Binnenmarktes. Die Lutherische Kirche hat eine wichtige Stimme und Aufgabe in diesem Land. So kommt ihr eine große Bedeutung bei der humanen Gestaltung wirtschaftlicher Globalisierung zu. Im Zeichen der Mission im 21. Jahrhundert wird es eine Herausforderung sein, Gemeindeaufbau in einer multireligiösen Umwelt zu betreiben.

Die Synoden der Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien sind dabei von großer Autonomie geprägt. Im Zuge tiefgreifender Reformen wurden 1997 Aufgaben von der Kirchenleitung auf die Ebene der Synoden delegiert. Gerade an Grundsatzfragen (theologische Ausrichtung, Missionsarbeit) wird dabei deutlich, dass die Delegation zentraler Aufgaben eine große Herausforderung darstellt.

Missionsplan PAMI 2008-2012: “Mission Gottes in unserer Passion …”

4 Dimensionen:

  • Evangelisation
  • Gemeinschaft
  • Diakonie
  • Liturgie

3 Querachsen:

  • Christliche Erziehung
  • Nachhaltigkeit
  • Kommunikation

Weitere Arbeitsschwerpunkte sind:

  • Bildung und Erziehung (zum “Synodalen Netz der Erziehung” gehören 58 Schulen mit ca. 40.000 Schüler/innen),
  • Diakonie und Entwicklung (die Kirche hat eine eigene “Lutherische Stiftung für Diakonie” eingerichtet),
  • Arbeit mit Kleinbauern (CAPA) und mit Indianern (COMIN).
  • Viele Gemeinden unterhalten diakonische Angebote für Marginalisierte, v.a. für Straßenkinder.

Jede Gemeinde finanziert ihre Ausgaben und auch das Gehalt des Pfarrers / der Pfarrerin aus der Gemeindekasse. Einzige Einnahmen sind die Beiträge und Spenden der Gemeindeglieder. Da die Beiträge der Mitgliedsfamilien meist nicht ausreichen, werden Mittel durch Feste, Verlosungen, Beihilfen der Kirchenleitung und Projektgelder von Überseekirchen erwirtschaftet und eingenommen.

Missions- und Kirchengeschichte

Bei den gezeigten Daten handelt es sich um kirchengeschichtliche Informationen. Einen allgemeinen Abriss zur Geschichte des Landes erhalten Sie z. B. auf Wikipedia oder in Online-Lexika.

  • 1822: Brasilien wird unabhängig und wirbt europäische Siedler an.
  • 1824: Einwanderergruppen aus der Schweiz, Holland, vor allem aber aus Deutschland bilden die ersten evangelischen Gemeinden. Die größten Gruppen siedeln in den südlichen Staaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná, und im mittelöstlichen Staat Espirito Santo in Rio de Janeiro.
  • 1827: Erste Gemeinden mit eigenen Pastoren in Novo Friburgo und São Leopoldo.
  • 1875 – 1914: Haupteinwanderungsperiode mit Entstehung einer großen Anzahl von unabhängigen Einwanderergemeinden, von denen sich 1886 erstmals einige zur Sinodo Riograndense, zu einer Synode (Kirchenkreis), im Süden Brasiliens zusammenschließen. Weitere drei Synoden bilden sich in den folgenden Jahren.
  • 1897: Aussendung von Otto Kuhr als erster bayerischer Pfarrer nach Brasilien durch den “Verband der lutherischen Gotteskastenvereine”. 1898 erfolgten die nächsten Aussendungen.
  • 1932: Aus dem Lutherischen Gotteskastenverein wird der Martin-Luther-Verein.
  • 1946: Gründung der Theologischen Hochschule in São Leopoldo.
  • 1949: Zusammenschluss der vier bestehenden Synoden zu einem Synodalverband.
  • 1968: Der noch lose Synodalverband wird zur “Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil” (IECLB)/ Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien mit einer einheitlichen Kirchenverfassung.
  • 1980: Partnerschaftsvereinbarung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit der IECLB.
  • 1998: Neustrukturierung der IECLB in 18 Synoden.
  • 2000: Missionarischer Aktionsplan der IECLB wird erarbeitet.
  • 2001: Verlängerung der „Partnerschaftsvereinbarung“ mit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für weitere zehn Jahre.
  • 2010: Erneute Verlängerung der „Partnerschaftsvereinbarung“ mit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern für weitere zehn Jahre.

Zusammenarbeit

Familie aus Brasilien

Die Zusammenarbeit mit den Diasporagemeinden Brasiliens, aus denen 1968 die IECLB hervorgegangen ist, reicht bis ins Jahr 1897 zurück, als Pfarrer Otto Kuhr in Rothenburg vom “Verband der lutherischen Gotteskastenvereine” zum Dienst unter den Lutheranern nach Brasilien entsandt wurde. Heute zählt man in Brasilien 140 Pastoren und eine Pastorin, die über die damals angelegte Verbindung aus Bayern nach Brasilien kamen. Sie leisteten einen immensen Beitrag zum Aufbau der lutherischen Kirche.

Die enge Verbindung zwischen Bayern und Brasilien wurde 1980 durch eine “Partnerschaftsvereinbarung” besiegelt und 2010 zum dritten Mal um weitere 10 Jahre verlängert. Mission EineWelt unterstützt die IECLB in unterschiedlichen Bereichen. Neben finanziellen Mitteln, die für diverse Projekte zur Verfügung gestellt werden, ist auch der personelle Austausch mit der Partnerkirche sehr wichtig. Das Centrum Mission EineWelt sucht daher regelmäßig Interessenten für die Mitarbeit in Basilien.

Personeller Austausch

Auf gesamtkirchlicher Ebene arbeiten bayerische Pfarrer/innen in Brasilien und brasilianische Pfarrer/innen in Bayern. Darüber hinaus bestehen Austauschprogramme von Theologiestudierenden und Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige im “Internationalen Evangelischen Freiwilligendienst” (IEF). Unsere Partnerkirche hält für dafür zwölf Einsatzplätze bereit. Zusätzlich unterstützen wir unsere Partner durch Stipendienprogramme. Insgesamt gibt es bayerische Postgraduiertenstipendien für zwei bis vier MitarbeiterInnen der IECLB.

Unterstützung kirchlicher, sozialer sowie bildungs- und entwicklungspolitischer Projekte

Die bayerische Landeskirche unterstützt Projekte in Brasilien – finanziell und materiell. Sie hat dafür Richtlinien erarbeitet, die im Referat Lateinamerika erhältlich sind.

Konkrete Projekte:

  • Hilfe bei Gemeindeaufbau in Diasporasituationen und in großen Städten
  • Hilfe bei der Entfaltung gesamtkirchlicher Aufgaben: Diakonie, Ausbildung, Jugendarbeit
  • Projektmittel für Integrationsprogramme und Ausbau der Infrastruktur.
  • Zusammenarbeit in Forschung und Lehre (Gastdozenten/Lehrstuhl für Lutherforschung)

Begleitung von Partnerschaften

Kern der Partnerschaftsbeziehungen heute sind vielfältige gegenseitige Verbindungen von Dekanatsbezirken und Gemeinden, Einzelpersonen und kirchlichen Einrichtungen. Sie sind lebendig in Begegnungsreisen und Briefen, Veranstaltungen und Projekten. Gegenwärtig bestehen in Bayern etwa 20 Partnerschaften von Dekanaten, Gemeinden und Einrichtungen zu entsprechenden Institutionen in Brasilien.

Jetzt spenden

Datenschutz

Gerechter Welthandel

Die derzeitige Politik der EU folgt größtenteils den Interessen von großen Konzernen und Unternehmen. Eine faire und nachhaltige Handelspolitik wird bestenfalls in Sonntagsreden beschworen. In der Praxis handelt die EU immer wieder Abkommen aus, die nicht nur ungerechte Regeln und Strukturen festschreiben, sondern auch die sozialstaatlich basierte Gestaltungsfreiheit der sozialen Daseinsvorsorge und rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Finanzmarktkontrolle drohen für die Interessen internationaler Konzerne ausgehöhlt zu werden. Solche Abkommen verschärfen die Armut im globalen Süden und vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich weltweit. Sie tragen somit zu einem erhöhten Migrationsdruck bei. Und sie stehen im Widerspruch zur christlichen Grundüberzeugung, dass die Wirtschaft im Dienst des Lebens steht und dem Wohl aller Menschen dienen soll.

Eigentlich verpflichtet der EU-Vertrag von Lissabon die europäische Handelspolitik dazu, zur Förderung der Menschenrechte, der Armutsbekämpfung und der nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Doch die derzeit verhandelten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit afrikanischen Staaten (Economic Partnership Agreements - EPAs) verstärken asymmetrische Handelsbeziehungen, und Rohstoffraubbau, behindern die regionale Integration in Afrika und erzwingen den Marktzugang für billige europäische Produkte auf Kosten einheimischer ProduzentInnen.

Die Politik muss die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in Handelsverträgen fest verankern und Menschenrechte vor Konzerninteressen setzen. Handelsabkommen müssen stets auf ihre Verträglichkeit mit dem Wohl des Gemeinwesens überprüft werden.

 

Weitere Informationen:
Netzwerk Gerechter Welthandel:
www.gerechter-welthandel.org
Entwicklung braucht Entschuldung – Bündnis erlassjahr.de: www.erlassjahr.de

Religionsfreiheit weltweit

„Gewalt im Namen von Religion und islamistischer Terror gehören zur Wirklichkeit unserer Zeit und machen Angst. Daraus darf aber keine Angst vor der Religion an sich werden oder generell vor Menschen muslimischen Glaubens. Dieser Trugschluss gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Religionsfreiheit.

Als Christinnen und Christen treten wir für Religionsfreiheit ein. Wir sehen die verbindenden Ursprünge und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen, genauso wie wir die Unterschiede sehen. Der Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ist nicht immer einfach, jedoch fruchtbar, wo es Offenheit und Respekt auf allen Seiten gibt. Toleranz endet, wo Religion und Religionsfreiheit missbraucht werden, um Menschen und ihre Würde zu verletzen. Deswegen stehen wir an der Seite bedrängter und verfolgter Christinnen und Christen weltweit.“
(https://www.ekd.de/Zehn-Ueberzeugungen-Flucht-und-Integration-14970.htm)

Überall sind Politik, Religionsgemeinschaften und jede/r Einzelne gefordert, die Religionsfreiheit zu achten und Menschen nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung zu diskriminieren, zu misshandeln, zu verfolgen oder zu ermorden.

 

Weitere Informationen:

https://www.bayern-evangelisch.de/was-uns-bewegt/christenverfolgung.php

https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/oekumenischer_bericht_religionsfreiheit2017.pdf

http://www.bruecke-nuernberg.de/

https://mission-einewelt.de/internationale-beziehungen/partnerkirchen-uebersee/

Menschenwürdige Arbeit

Ein Großteil unserer alltäglichen Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Kleidung oder IT-Produkte werden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Viele ArbeitnehmerInnen werden nicht ausreichend bezahlt und leiden unter mangelndem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Versuche, sich zur Durchsetzung von Arbeitsrechten gewerkschaftlich organisieren, werden vielerorts massiv, nicht selten auch mit physischer Gewalt, unterdrückt.

-Wirtschaftliche Betriebe sollen ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht durch die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nachkommen. Dazu gehört auch die Verantwortung für die Einhaltung dieser Standards und Normen entlang der kompletten Lieferkette.

- Die Politik ist gefordert, klare gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durch Unternehmen zu gestalten. Die Einführung einer Berichtspflicht sowie von Sanktionsmöglichkeiten sind unabdingbar. Mission EineWelt fordert die Bundesregierung auf, sich ernsthaft und konstruktiv für das Zustandekommen des auf Ebene der Vereinten Nationen angestrebten verbindlichen internationalen Abkommens für Wirtschaft und Menschenrechte („UN-Treaty“) einzusetzen, das klare Regeln für Unternehmen und Klagemöglichkeiten für Geschädigte vorsieht und vor allem die Einhaltung von Menschenrechten vor Handelsinteressen stellt.

 

Weitere Informationen:

Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.: www.eineweltnetzwerkbayern.de

Treaty Alliance Deutschland: https://www.cora-netz.de/cora/die-treaty-alliance-deutschland/

Aktion fair toys: www.woek.de/themen-projekte/fair-spielt/

Kampagne für Saubere Kleidung: http://www.saubere-kleidung.de/

Handyaktion Bayern: www.handyaktion-bayern.de