Kontakt Referat Lateinamerika (LA)

Kerstin Schönleben
Referatsleitung

Telefon: 09874 9-1601
Telefax: 09874 9-1699

Geraldo Grützmann
Fachreferent Brasilien

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Telefax: 09874 9-1699

Mail:

Länderinformationen

Flagge von Chile

Basisinformationen zum Land sowie Reise- und Sicherheitshinweise erhalten Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes. Die Daten dort werden regelmäßig aktualisiert.

Weiterführende Links

Websites der IELCH:
http://ielch.cl/v2/

Partnerschaften Bayern – Übersee

Mission EineWelt begleitet und unterstützt im Auftrag der bayerischen evangelischen Landeskirche mehr als 70 Dekanats- und Schulpartnerschaften sowie Partnerschaften von Institutionen. Eine Übersicht über alle Partnerschaften im Raum der bayerischen evangelischen Landeskirche finden Sie in unserem Partnerschaftskatalog und unserer digitalen Partnerschaftslandkarte.

Chile: IELCH

Evangelische Lutherische Kirche in Chile (Iglesia Evangélica Luterana en Chile, IELCH)

Die Evangelische Lutherische Kirche in Chile (IELCH) besteht aus zehn Gemeinden – vorwiegend in den Armenvierteln – in Santiago, Concepción, Osorno und Punta Arenas. Da vom wirtschaftlichen Wachstum Chiles nur Wenige profitieren und eine hohe Einkommens- und Vermögensdisparität besteht, sieht sicht die IELCH dazu berufen, unter den Armen und Unterdrückten zu arbeiten und hier sozialdiakonische Projekte aufzubauen.

Impressionen aus Chile

Allgemeine Informationen zur Partnerkirche

Um mehr Informationen zu erhalten, klicken Sie nachfolgend auf das „+“-Symbol.

Der Sitz der Kirchenleitung ist Santiago. Die Adresse lautet:

Iglesia Evangélica Luterana en Chile (IELCH)

P.O. Box 167-11
Pedro de Valdivia 3420, depto. H 33
Nuñoa, Santiago
Chile

Telefon: 0056 2-223 31 95
Telefax: 0056 2-205 21 93

E-Mail-Adressen:
obispado(a)ielch.cl

Bischöfin Pastorin Izani Bruch

Die Kirche ist in zehn Gemeinden in Santiago, Concepción, Osorno und Punta Arenas unterteilt.

  • Gemeindeglieder: ca. 3000
  • PfarrerInnen: 9 ordinierte Pfarrer, 2 Pfarrerinnen
  • Freiwillige: ca. 40 Jugendliche, die in den Sozialprojekten ein FSJ leisten

Für die IELCH gibt es einige besondere Aspekte des gemeinsamen Lebens, die sie als lutherische Kirche charakterisiert:

  • Aktive Beteiligung von „Laien“ („Allgemeines Priestertum aller Gläubigen“)
  • Demokratische Organisation
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Ökumenische Berufung
  • Engagement mit prophetischer Stimme: Die Kirche verkündigt den barmherzigen Gott und klagt alles, was gegen seinen Willen verstößt, an.

In der Hauptstadt betreut die IELCH unter anderem zwei sozialdiakonische Projekte in den Armenvierteln Villa O`Higgins (La Florida) und La Bandera (San Ramon): zwei Kindertagesstätten, eine Schule von der 1. – 8. Klasse, zwei Gemeindezentren, eine Selbsthilfegruppe für Männer und ein Beratungsbüro für Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Das diakonische Werk kommt 220 Kindern im Kindergarten, 140 Jugendlichen in verschiedenen Gruppen, 400 Schulkindern und 200 Frauen zugute.

Perspektiven: Versöhnungsarbeit zwischen der IELCH und der ILCH

Beide Kirchen stehen durch den Rat der Lutherischen Kirchen in Chile (CILCH) in einem regelmäßigen Dialog miteinander. Im April 2005 fand ein gemeinsamer Kirchentag der IELCH und der ILCH statt.

Trotz der von beiden Seiten gewünschten Einheit ist es bis zu einem erneuten Zusammenschluss beider Kirchen noch ein weiter Weg, haben sich doch die beiden Kirchen in den letzten 25 Jahren sehr unterschiedlich entwickelt.

Im Gegensatz zur abgespalteten ILCH, deren Mitglieder die Kirche finanziell unterstützen und die vor allem zur Mittel- und Oberschicht gehören, konzentriert sich die IELCH auf die Arbeit unter den Ärmsten. Die Kirche kann sich nicht selbst finanzieren. Sie ist auf Hilfe und Unterstützung aus dem Ausland angewiesen.

Missions- und Kirchengeschichte

Bei den gezeigten Daten handelt es sich um kirchengeschichtliche Informationen. Einen allgemeinen Abriss zur Geschichte des Landes erhalten Sie z. B. auf Wikipedia oder in Online-Lexika.

  • 1860: Deutsche Evangelische emigrieren nach Chile und lassen sich im südlichen Teil des Landes nieder. Sie gründen erste Gemeinden, um ihren evangelischen Glauben zu feiern und auszuüben. Gottesdienste dürfen auf Anordnung der chilenischen Regierung nur in deutscher Sprache abgehalten werden, um chilenische Katholiken nicht mit den „Häresien“ der Einwanderer anzustecken. Pfarrer kommen aus Deutschland, direkte Beziehung zu Landeskirchen in Deutschland.
  • 1925: Die Proklamation der Trennung von Staat und Kirche in einer neuen Verfassung ermöglicht die Entstehung von nicht-katholischen Kirchen. Die Gründung der Deutschen Evangelischen Kirche in Chile erfolgt. Ein Vertrag mit der EKD wird abgeschlossen, der das zwischenkirchliche Verhältnis regelt.
  • 1959: Es erfolgt die Namensänderung der Kirche in „Iglesia Evangélica Luterana en Chile“ (IELCH), um sich stärker in die chilenische Gesellschaft zu integrieren. Spanisch wird als Sprache im Gottesdienst eingeführt.
  • 70er Jahre: Während der Regierung von Salvador Allende arbeitet die IELCH unter den Marginalisierten, Verfolgten und ökonomisch Unterdrückten.
  • 1973: Nach dem Militärputsch gründet Bischof Helmut Frenz zusammen mit Leitern anderer christlicher Kirchen das „Flüchtlingskomitee“ und später das „Komitee für den Frieden“.
  • 1975: Es bauen sich Spannungen in der IELCH aufgrund des politischen Engagements von Bischof Frenz auf. Sein Rücktritt wird gefordert. Ein kleinerer Teil der Kirche erklärte sich solidarisch mit den Gefolterten, Ermordeten und Entführten des Regimes unter General Augusto Pinochet, der größere Teil der Mitglieder befürwortete das Eingreifen des Militärs. Ende 1974 kommt es deshalb zum Bruch. Zehn Gemeinden verlassen die IELCH und gründen 1975 die ILCH (Iglesia Luterana de Chile). Heute zählt die ILCH 12.000 Mitglieder.
  • Heute: Inzwischen gibt es wieder viele gute Kontakte und hoffnungsvolle Schritte beider Kirchen aufeinander zu.

Zusammenarbeit

Tanzgruppe aus Chile

Mission EineWelt unterstützt die Partnerkirche in unterschiedlichen Bereichen. Neben finanziellen Mitteln für Projekte, gibt es auch eine personelle Unterstützung vor Ort. Mitarbeiter werden regelmäßig in diese Partnerkirche entstandt. Das Centrum Mission EineWelt sucht daher regelmäßig Interessenten.

Die Verbindungen zu Bayern entstanden in den frühen 90er Jahren durch Kontakte des damaligen Lateinamerikabeauftragten zu Gemeindegliedern der IELCH, sowie durch die Arbeit des bayerischen Pfarrers Rainer Schulz in Punta Arenas. Mittlerweile arbeiteten zwei bayerische Auslandsvikare, Pfr. z.A. Johannes Hildmann und Pfr. z.A. Friederike Meltzer, in der IELCH.

Die Beziehungen zu dieser kleinen Kirche werden auf freundschaftlicher Basis weitergeführt. Die IELCH braucht auch in Zukunft personelle Unterstützung. Deshalb ist ein weiterer Einsatz von Auslandsvikaren über die Evang.-Luth. Landeskirche Bayern angedacht.

Die Evang.-Luth. Landeskirche Bayern unterstützt die IELCH vor allem in ihrer Projektarbeit, beispielsweise 2003 beim Ausbau der Grundschule Belén.

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Gerechter Welthandel

Die derzeitige Politik der EU folgt größtenteils den Interessen von großen Konzernen und Unternehmen. Eine faire und nachhaltige Handelspolitik wird bestenfalls in Sonntagsreden beschworen. In der Praxis handelt die EU immer wieder Abkommen aus, die nicht nur ungerechte Regeln und Strukturen festschreiben, sondern auch die sozialstaatlich basierte Gestaltungsfreiheit der sozialen Daseinsvorsorge und rechtsstaatliche Prinzipien gefährden. Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Finanzmarktkontrolle drohen für die Interessen internationaler Konzerne ausgehöhlt zu werden. Solche Abkommen verschärfen die Armut im globalen Süden und vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich weltweit. Sie tragen somit zu einem erhöhten Migrationsdruck bei. Und sie stehen im Widerspruch zur christlichen Grundüberzeugung, dass die Wirtschaft im Dienst des Lebens steht und dem Wohl aller Menschen dienen soll.

Eigentlich verpflichtet der EU-Vertrag von Lissabon die europäische Handelspolitik dazu, zur Förderung der Menschenrechte, der Armutsbekämpfung und der nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Doch die derzeit verhandelten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit afrikanischen Staaten (Economic Partnership Agreements - EPAs) verstärken asymmetrische Handelsbeziehungen, und Rohstoffraubbau, behindern die regionale Integration in Afrika und erzwingen den Marktzugang für billige europäische Produkte auf Kosten einheimischer ProduzentInnen.

Die Politik muss die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in Handelsverträgen fest verankern und Menschenrechte vor Konzerninteressen setzen. Handelsabkommen müssen stets auf ihre Verträglichkeit mit dem Wohl des Gemeinwesens überprüft werden.

 

Weitere Informationen:
Netzwerk Gerechter Welthandel:
www.gerechter-welthandel.org
Entwicklung braucht Entschuldung – Bündnis erlassjahr.de: www.erlassjahr.de

Religionsfreiheit weltweit

„Gewalt im Namen von Religion und islamistischer Terror gehören zur Wirklichkeit unserer Zeit und machen Angst. Daraus darf aber keine Angst vor der Religion an sich werden oder generell vor Menschen muslimischen Glaubens. Dieser Trugschluss gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Religionsfreiheit.

Als Christinnen und Christen treten wir für Religionsfreiheit ein. Wir sehen die verbindenden Ursprünge und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Religionen, genauso wie wir die Unterschiede sehen. Der Dialog zwischen Religionen und Konfessionen ist nicht immer einfach, jedoch fruchtbar, wo es Offenheit und Respekt auf allen Seiten gibt. Toleranz endet, wo Religion und Religionsfreiheit missbraucht werden, um Menschen und ihre Würde zu verletzen. Deswegen stehen wir an der Seite bedrängter und verfolgter Christinnen und Christen weltweit.“
(https://www.ekd.de/Zehn-Ueberzeugungen-Flucht-und-Integration-14970.htm)

Überall sind Politik, Religionsgemeinschaften und jede/r Einzelne gefordert, die Religionsfreiheit zu achten und Menschen nicht wegen ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung zu diskriminieren, zu misshandeln, zu verfolgen oder zu ermorden.

 

Weitere Informationen:

https://www.bayern-evangelisch.de/was-uns-bewegt/christenverfolgung.php

https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/oekumenischer_bericht_religionsfreiheit2017.pdf

http://www.bruecke-nuernberg.de/

https://mission-einewelt.de/internationale-beziehungen/partnerkirchen-uebersee/

Menschenwürdige Arbeit

Ein Großteil unserer alltäglichen Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Kleidung oder IT-Produkte werden unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Viele ArbeitnehmerInnen werden nicht ausreichend bezahlt und leiden unter mangelndem Arbeits- und Gesundheitsschutz. Versuche, sich zur Durchsetzung von Arbeitsrechten gewerkschaftlich organisieren, werden vielerorts massiv, nicht selten auch mit physischer Gewalt, unterdrückt.

-Wirtschaftliche Betriebe sollen ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht durch die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) nachkommen. Dazu gehört auch die Verantwortung für die Einhaltung dieser Standards und Normen entlang der kompletten Lieferkette.

- Die Politik ist gefordert, klare gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einhaltung sozialer Standards und der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) durch Unternehmen zu gestalten. Die Einführung einer Berichtspflicht sowie von Sanktionsmöglichkeiten sind unabdingbar. Mission EineWelt fordert die Bundesregierung auf, sich ernsthaft und konstruktiv für das Zustandekommen des auf Ebene der Vereinten Nationen angestrebten verbindlichen internationalen Abkommens für Wirtschaft und Menschenrechte („UN-Treaty“) einzusetzen, das klare Regeln für Unternehmen und Klagemöglichkeiten für Geschädigte vorsieht und vor allem die Einhaltung von Menschenrechten vor Handelsinteressen stellt.

 

Weitere Informationen:

Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.: www.eineweltnetzwerkbayern.de

Treaty Alliance Deutschland: https://www.cora-netz.de/cora/die-treaty-alliance-deutschland/

Aktion fair toys: www.woek.de/themen-projekte/fair-spielt/

Kampagne für Saubere Kleidung: http://www.saubere-kleidung.de/

Handyaktion Bayern: www.handyaktion-bayern.de