Am Sonntag, 30. Juli, wurden Pfr. Michael mit Frau Hanne Jacobsen in einem festlichen Gottesdienst in Oberhochstatt im Dekanat Weißenburg zu einem besonderen Dienst nach Australien ausgesendet. Unsere älteste Partnerkirche, die lutherische Kirche von Australien, hatte das Centrum Mission EineWelt unserer Landeskirche darum gebeten, einen Theologen in ihre Kirche zu entsenden, da ihre Kirche einen kritischen Pfarrermangel hat, und weil zwischen beiden Kirchen eine jahrzehntelange besondere Beziehung besteht.

 

Pfr. Jacobsen wird ab Herbst für mehrere Jahre in einer Region der so genannten „Finke River Mission“ in Zentralaustralien mit lutherischen Aborigines arbeiten – im Raum Hermannsburg und Alice Springs. In dem Gesamtgebiet mit einer Raumausdehnung von Mitteleuropa leben etwa 20.000 Ureinwohner, von denen etwa die Hälfte der lutherischen Kirche angehört. Jacobsen wird sich in eine der fünf großen Sprachgruppen Zentralaustraliens einarbeiten, geistliche Schriften und weiteres Bildungsmaterial erstellen und Aborigines Pastoren und verwandte Berufsgruppen aus- und fortbilden. Diese Entsendung ist im Zusammenhang einer langen Beziehungsgeschichte zu sehen: Zwischen 1860 und 1922 wurden fast 60 Missionare/innen der damaligen „Gesellschaft“ aus Neuendettelsau zur Betreuung weißer Migranten aus Deutschland sowie zur Sozial- und Missionstätigkeit unter Aborigines entsendet. Dabei war Lebensschutz dieser ältesten nomadisch in einer Großregion lebenden Urbevölkerungsgruppe unserer Erde ein zentrales Anliegen. Die lutherische Kirche in Australien war die erste Konfession Australiens, die im Jahr 2000 angesichts all des diesem Volk zugefügten Unrechts ein Versöhnungs-Ritual zwischen Siedlern und Aborigines veranstaltete.

 

Die mit der Verabschiedung aus der Gemeinde verbundene Aussendung in dem sehr gut besuchten Gottesdienst wurde durch Direktor Hanns Hoerschelmann und Pazifik-Ostasien-Referent Dr. Traugott Farnbacher vorgenommen. Dabei wurde betont, dass es sich bei dieser „historischen“ Aussendung nicht um einen „Anschluss“ an eine damalige Missionsgeschichte handelt. Vielmehr handelt es sich um ein besonderes Mandat in gemeinsamer Mitverantwortung am Evangelium und an Diensten im Geist Jesu Christi – im Zeichen einer Partnerschaft mit einer Kirche, mit deren missionarisch-ökumenischer Arbeit Centrum Mission EineWelt in fünf verschiedenen Kooperationsbeziehungen in der Region Pazifik/Ostasien steht.

 

Pfr. Dr. Dr. h. c. Traugott Farnbacher

Referent für Papua-Neuguinea, Pazifik und Ostasien