„Jesu Blick gilt den Gebeugten“ – Verabschiedung von Hans Zeller, Lateinamerikareferent bei Mission EineWelt

„Du hast an uns allen gewirkt“, würdigte Gabriele Hoerschelmann den Einsatz von Hans Zeller, seit 2009 Leiter des Lateinamerikareferats bei Mission EineWelt, der am Samstag, 9. Dezember 2017, mit einem Gottesdienst in der Neuendettelsauer St. Nikolai-Kirche und einem Empfang im Tagungszentrum von Mission EineWelt feierlich verabschiedet wurde.

Die Worte der Mission EineWelt-Direktorin waren an diesem Samstagabend kein Einzelfall. Schnell wurde deutlich, welch tiefen Eindruck der scheidende Lateinamerikareferent bei allen hinterlassen hat, die mit ihm gearbeitet haben oder wenigstens einmal mit ihm in Lateinamerika unterwegs waren. „Du hast Dich mit aller Kraft und Liebe für die Menschen eingesetzt, die es schwer haben“, zeigte sich die Landessynodalin Helga Neike, Vorsitzende des Fachausschusses Lateinamerika, tief beeindruckt. Durch Zeller habe jede Sitzung des Fachausschusses Lateinamerika zu einer „Erweiterung unseres Horizonts“ beigetragen. Traugott Farnbacher, Leiter des Referats Papua-Neuguinea/Pazifik/Ostasien bei Mission EineWelt, sagte, Zeller sei „ein Beziehungsmeister“, der „eine tiefe Liebe zu den Menschen“ ausstrahle. „Da scheint etwas durch von einem Höheren“, attestierte er seinem Kollegen. Sein Fazit: „Du bist ein Geschenk für uns alle, ein Segen, ein Hoffnungsträger.“

Vorher hatte Hans Zeller in seiner Predigt zu Lukas 13, 10-13 noch einmal fast programmatisch formuliert, auf was es ihm ankam und ankommt: „Jesu Blick gilt den Gebeugten, den Randfiguren, den Randgruppen. Die Ehre Gottes ist der aufgerichtete Mensch. Er will uns ein großes Herz und einen weiten Blick schenken“.

Pionier in Phnom Penh – Erster Pfarrer in Lutherischer Kirche von Kambodscha ordiniert

Daniel Orn ist der erste Pfarrer der noch jungen Lutherischen Kirche in Kambodscha (LCC). Im Rahmen eines Festgottesdienstes in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh wurde der 36-jährige Theologe im November 2017 zum geistlichen Amt ordiniert. Die Anfänge der LCC liegen knapp 10 Jahre zurück. Damals hatte Orn mit Unterstützung der Lutherischen Kirche in Singapur und des Partnerschaftscentrums Mission Eine Welt in der Kampung-Chnan-Provinz die „Gemeinde zum guten Hirten“ gegründet.

Inzwischen gibt es vier Gemeindezentren in dem überwiegend buddhistisch geprägten Land. Daran angekoppelt sind verschiedene Angebote: unter anderem Englischunterricht, Computerschulungen, Landwirtschaftsschulungen und Sprechstunden von medizinischen Teams aus Singapur. In Phnom Penh ist die City Church der LCC gleichzeitig ein Studierendenheim, wo 50 Nachwuchs-AkademikerInnen Platz finden und Angebote wie Sprach- oder Computerkurse wahrnehmen können. Insgesamt hat die LCC momentan rund 300 Mitglieder. Schätzungen zufolge sind etwa ein Prozent der 16,1 Millionen EinwohnerInnen Kambodschas ChristInnen. Das Zusammenleben von BuddhistInnen und ChristInnen verlaufe „ohne Konflikte“, sagt Traugott Farnbacher, Leiter des Referats Papua-Neuguinea/Pazifik/Ostasien von Mission EineWelt, und lobt den frisch ordinierten Daniel Orn für seine Aufbauarbeit: „Daniel Orn hat in den sieben Jahren seit den ersten Taufen eine bewundernswerte Pionierarbeit geleistet. Er hat Jahre gründlicher Ausbildung und Studienbegegnungen, auch in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, durchlaufen. Vor ihm liegen große, schöne Aufgaben.“

Das Leben der Menschen in Kambodscha ist hart. Unter anderem sind die Folgen des Klimawandels dort deutlich zu spüren. Ernteausfälle und Hungersnöte sind die Folgen. Ökonomisch wird das Land laut Farnbacher „von neoliberaler Politik im Stil eines brutalen Turbokapitalismus“ gebeutelt. Landgrabbing und rigorose Ausbeutung von Arbeitskräften sind an der Tagesordnung. 70 Stunden Wochenarbeitszeit zu Stundenlöhnen von weniger als einem Dollar zwingen viele Menschen in Armut und Elend.

Ohne Menschenrechte keine Demokratie – Matinée und Aktion zum Internationalen Tag der Menschenrechte in Nürnberg

Demokratie braucht Menschenrechte“ – unter diesem Titel veranstaltet Mission EineWelt am 10. Dezember 2017, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, um 11 Uhr im Haus eckstein, Burgstraße 1 – 3 in Nürnberg, eine Matinée mit dem ehemaligen UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Religionsfreiheit, Professor Heiner Bielefeldt. KooperationspartnerInnen sind die evangelische Stadtakademie und das Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg.

Heiner Bielefeldt, Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, analysiert die aktuellen Entwicklungen in Europa, in den USA, in der Türkei und weltweit in Bezug auf Menschenrechte und Demokratie. Anschließend wird die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“ der Nürnberger Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mayr mit einer Vernissage eröffnet.

Am Nachmittag macht das evangelische Partnerschaftscentrum Mission EineWelt gemeinsam mit der Allianz gegen Rechtsextremismus und der Bürgerbewegung für Menschenwürde in Mittelfranken mit einer Aktion auf die zentrale Bedeutung der Menschenrechte für Demokratie und weltweite Gerechtigkeit aufmerksam. Unter dem Motto „Menschenrechte bewegen″ ziehen 30 Freiwillige als Menschenrechtssäulen verkleidet um 16 Uhr von der Straße der Menschenrechte durch die Nürnberger Innenstadt. Begleitpersonen werden Geschenkkarten zum Thema „Menschenrechte“ verteilen und mit PassantInnen ins Gespräch kommen.

Zum Abschluss hält Pfarrer Reinhold Seidl (Herz Jesu Nürnberg) um 17.30 Uhr eine Kurzandacht auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt.

Gisela Voltz

Suchbewegung und Aufbrüche – Hans Zeller, Lateinamerikareferent bei Mission EineWelt, geht in den Ruhestand

Hans Zeller, seit 2009 Leiter des Lateinamerikareferats bei Mission EineWelt, geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Offiziell verabschiedet wird der 65-jährige Theologe, Agraringenieur und Sozialarbeiter am Samstag, 9. Dezember 2017, um 17 Uhr mit einem Gottesdienst in der Neuendettelsauer St. Nikolaikirche. Anschließend gibt es einen Empfang in der Tagungsstätte von Mission EineWelt.

„Fortwährende Suchbewegungen“ – so beschreibt Hans Zeller seinen Werdegang und sein Leben. Schon die schlichten Fakten in Form von drei Studienabschlüssen legen nahe, dass er mit dieser Charakterisierung nicht danebenliegt. Der Weg zu seinem ersten Studiengang war quasi traditionell vorgezeichnet. Als Sohn einer Landwirtin und eines Landwirts studierte Zeller Anfang der 1970er Jahre Agrarwissenschaften. Doch er war auch ein Kind seiner Zeit und von der Studierendenbewegung beeinflusst. Sein Interesse an sozialen, ökologischen und entwicklungspolitischen Fragen führte ihn 1976 zur Evangelischen Landjugend in Bayern. Parallel zu seiner Tätigkeit als Landessekretär studierte er in München Sozialarbeit, weil ihm das betriebswirtschaftliche Denken zu eindimensional auf ökonomische Optimierung hin ausgerichtet war. Bei der Landjugend merkte Zeller, der „mit 20 eher Atheist“ war, dass „auch das Soziale eine geistlich-geistige Basis braucht“. Gleichzeitig war er in dieser Zeit auf Anregung des damaligen Lateinamerikareferenten Ulrich Fischer die ersten beiden Male in Brasilien. Dort hatte er die erste Berührung mit Befreiungstheologen wie Hans Trein, die sein Denken bis heute prägen.

Nach einem Jahr als Referent für entwicklungsbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit beim Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) in Bayern begann Hans Zeller 1982 ein Theologie-Studium. Am 6. Dezember 1987, also vor fast genau 30 Jahren, wurde er als Pfarrer ordiniert. Nach ein paar Jahren Pfarrdienst in bayerischen Kirchengemeinden arbeitete er von 1991 bis 1998 als Pfarrer in Brasilien. Wieder zurück in Deutschland begleitete er als Mentor brasilianische VikarInnen, StipendiatInnen und ReligionspädagogInnen, bis er schließlich 2009 Lateinamerikareferent bei Mission EineWelt wurde.

Wichtig waren ihm „Aufbrüche“ und die Arbeit daran, auf der geistlich-geistigen Basis des christlichen Glaubens die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Besseren zu verändern. 2013 begann er in Zusammenarbeit mit der Stiftung Wings of Hope, ein Programm zum Aufbau von Traumaausbildung und Traumaarbeit in den lateinamerikanischen Partnerkirchen zu etablieren. Aktuell beschäftigt Hans Zeller auch der zunehmende gesellschaftliche und politische Einfluss der Pfingstkirchen in den Ländern Lateinamerikas, die dort eine religiös unterfütterte Renaissance neoliberalen Denkens und neoliberaler Politik initialisieren. Zu letzterem Thema findet am 9. Dezember von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr ein Studientag in der Tagungsstätte von Mission EineWelt in Neuendettelsau statt.

„Hans Zeller hat mit seiner Offenheit und seiner Bereitschaft, immer wieder aufzubrechen und über den sprichwörtlichen Tellerrand hinauszublicken, die Partnerschaftsarbeit mit Lateinamerika unglaublich bereichert und vorangebracht. Er steht mit seiner Arbeit für einen Glauben, der sich nicht in eine Nische zurückzieht, sondern in jedem Aspekt des Lebens engagiert und tätig ist. Er hat sehr viel bewegt und erreicht, und dafür sind wir ihm von Herzen dankbar“, würdigt Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt, den Beinahe-Ruheständler.

Abschied, Aufbruch, Herausforderung – Ökumenische Mitarbeitende vor ihrer Rückkehr

Es war eine bunte Gruppe von Menschen, die sich am 30. November 2017 bei Mission EineWelt auf die Rückkehr in ihre Heimatländer vorbereitete. Eine Familie aus Tansania, eine Familie aus Korea und zwei Familien aus Brasilien. Für zwei, fünf oder sechs Jahre haben sie in Deutschland gelebt und gearbeitet und ihre Gaben in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eingebracht: Sie haben in der Gemeinde gearbeitet, an ihrer Dissertation geschrieben oder sich als Mitarbeitende bei Mission EineWelt eingebracht. Manche ihrer Kinder sind hier geboren und kennen das eigene Land allenfalls von Besuchen.

Jetzt war die Zeit für einen ersten Rückblick. „Es war eine echte Herausforderung, sich an die so anderen Umgangsformen, das andere Schulsystem, die ausgefeilte Bürokratie zu gewöhnen“, sagen die einen. „Wir haben viel gelernt und zusätzlich zu einer neuen Sprache interkulturelle Kompetenzen erworben oder erweitert“, stellen andere fest.

Auch die Rückkehr in das eigene Herkunftsland wird eine Herausforderung werden – das betonten Pfarrer Hildebrand Rambe und Pfarrerin Reinhild Schneider, die das Seminar begleiteten. Denn auch dort hat sich etwas verändert, und auch man/frau selbst hat sich verändert während der vergangenen Jahre. Die wesentlichen Ressourcen für die gute Bewältigung eines solchen Übergangs sind die Familie, die Freunde und der Glaube.

Reflexion und Ermutigung zogen sich durch den Tag, von dem die Kinder ein selbst gebasteltes Schatzkästlein guter Erinnerungen mit nach Hause nahmen.

 

Reinhild Schneider

„Walking side by side“ – Partnerschafts- vereinbarung von ELKB und ELC-PNG

„Walking side by side – Miteinander und nebeneinander Gehen“: Das ist der Geist, den die Partnerschaftsvereinbarung zwischen den lutherischen Kirchen Bayerns (ELKB) und Papua-Neuguineas (ELC-PNG) atmet, die am 30. November 2017 auf der in Amberg stattfindenden Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unterzeichnet wurde. Darin wird von beiden Seiten die lange Geschichte der Partnerschaft gewürdigt und die Eckpunkte zukünftiger Zusammenarbeit werden festgehalten. „Besonders wichtig ist dabei, dass wir einander als unterschiedliche, aber gleichwertige Partner ansehen“, erklärte Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt, des Centrums für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der Text sei kein minutiöser Zeit- und Aufgabenplan, sondern „eine Wanderkarte, die beide lesen können“ und „ein Beispiel für interkulturelle Arbeit“.

Die Unterschrift der Bischöfe Jack Urame (ELC-PNG) und Heinrich Bedford-Strohm (ELKB) unter die Partnerschaftsvereinbarung dokumentiert nun ganz offiziell die lange Geschichte der Partnerschaft mit Papua-Neuguinea, die 1886 mit der Aussendung von Johann Flierl ihren Anfang nahm. „Das bedeutet nicht, dass wir etwas neu anfangen, sondern es ist ein wichtiges Zeichen unseres gemeinsamen Weges“, betonte Jack Urame. Partnerschaft sei ein fortwährender Prozess und müsse „immer wieder erneuert und gestärkt“ werden.

Getragen vom Anspruch, „weiterhin im wechselseitigen Lernen und in gemeinsamer Arbeit aufmerksam und vertrauensvoll miteinander“ umzugehen und „füreinander da“ zu sein, werden Eckpunkte und Ziele der Partnerschaft definiert: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern soll gestärkt, „die zunehmende soziale Ungerechtigkeit und die Gefahren für die Zukunft unserer globalisierten Welt“ sollen bekämpft und der Dialog ebenso wie das friedliche Miteinander von „Menschen unterschiedlichen Glaubens“ sollen gefördert werden. Weitere Prioritäten sind das Eintreten für die Einhaltung der Menschenrechte, die Anwaltschaft für die, die ihrer (Menschen-)rechte beraubt sind, sowie der Kampf „gegen Korruption in der Gesellschaft insgesamt“.

Mit der Partnerschaftsvereinbarung geht es laut Hanns Hoerschelmann vor allem darum, den Umbruch und Neuanfang in der ELC-PNG unter dem 2016 gewählten Bischof Jack Urame durch ein „Zeichen der Verlässlichkeit“ zu unterstützen und gleichzeitig „in einer Zeit der Abgrenzung und des wie auch immer gearteten ‚… first‘“, zu betonen, „dass die großen Ziele wie Frieden, Verständigung und Entwicklung nur in einem weltweiten Miteinander zu erreichen sind“.

„Das Ende von Aids kommt nicht von alleine“ – Mission EineWelt fordert mehr Engagement der Industrieländer im Kampf gegen Aids

Seit 15 Jahren setzt sich das bundesweite Aktionsbündnis gegen AIDS, dem auch das evangelische Partnerschaftscentrum Mission EineWelt angehört, für den gemeinsamen Kampf gegen die Infektionskrankheit ein. In den globalen nachhaltigen Entwicklungszielen, den SDGs (Sustainable Development Goals), streben die Vereinten Nationen an, die Ausbreitung der Krankheit bis 2030 zu stoppen. Doch trotz aller erzielten Erfolge gibt es noch viel zu tun.

Zwar wurde in den letzten Jahren einiges erreicht: Immer mehr Menschen, derzeit etwa 21 Millionen, erhalten Zugang zu HIV-Therapien. Allein in Südafrika stieg die Zahl derer, die im Land mit Medikamenten behandelt werden können, von 80 im Jahr 2000 auf aktuell 4 Millionen Menschen. Dem globalen Gesundheits-Fonds kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu.

Doch trotz aller Erfolge sind weiterhin große Anstrengungen nötig, um das Ende von Aids zu erreichen. Nach Erkenntnissen von UNAIDS haben weltweit noch immer 47 Prozent der Menschen mit HIV-Infektion keinen Zugang zu einer angemessenen Behandlung. Gleichzeitig sind Deutschland und die meisten anderen Industriestaaten noch immer weit davon entfernt, die von der Weltgesundheitsorganisation geforderten 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens in den globalen Gesundheits-Fonds einzuzahlen. Im Moment ist sogar zu befürchten, dass sich einige Regierungen aus ihrer Verantwortung zurückziehen.

Zudem werden in vielen Ländern Menschen mit HIV weiterhin diskriminiert und sogar verfolgt, vor allem in Osteuropa und Afrika. Laut Ärzte ohne Grenzen schrecken gerade in Afrika noch immer viele Menschen aus Angst vor Diskriminierung davor zurück, ihre Medikamente abzuholen. In Osteuropa stieg zwischen 2010 und 2016 die Zahl der Neuinfektionen mit HIV um 60 Prozent an – unter anderem deshalb, weil auch dort eine HIV-Infektion nicht selten gesellschaftliche Ächtung nach sich zieht.

„Das Ende von Aids kommt nicht von alleine. Wir müssen mehr tun und brauchen dafür auch mehr finanzielle Mittel“, betont Reinhard Hansen, Afrika-Referent bei Mission EineWelt. Das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unterstützt die Partnerkirchen dabei, die Aufklärung über HIV und Aids in der kirchlichen Bildung und Ausbildung fest zu verankern, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu verstärken, die medizinische Fortbildung bezüglich HIV/Aids in kirchlichen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen auszubauen und Aids-Waisenhäuser zu betreiben.

Gisela Voltz

Kreativ werden und helfen – „mach was draus“ wird bis Ende 2017 verlängert

Da geht noch was. Mission EineWelt schickt die Aktion „mach was draus“ in die Verlängerung. Noch bis 31. Dezember 2017 können sich Einzelpersonen und Gruppen anmelden, solange der Vorrat an Startkapital reicht. Bisher haben 70 Projekte, bestehend aus 438 Personen, 1.800 Euro Startkapital zu rund 14.000 Euro vermehrt, die der Arbeit von Mission EineWelt in den Partnerkirchen zufließen. Mindestens 200 Euro warten noch auf kreative Eingebungen.

Es ist eigentlich ganz einfach, was sich Mission EineWelt aus Anlass des 10-jährigen Bestehens ausgedacht hat: Man/frau nehme 10 Euro Startkapital und mache daraus etwas, das ein Mehrfaches der Ursprungssumme wieder einspielt. Eben, eigentlich. Denn erstens braucht man/frau dafür Mut, zweitens eine gute Idee und drittens eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen, damit es auch wirklich klappt mit der Vermehrung des Startkapitals. Umso erfreulicher war es, dass prominente VertreterInnen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Teil direkt nach der Eröffnung der Aktion während der Landessynode 2017 loslegten. Drei Beispiele: Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel, die auch Schirmherrin von „mach was draus“ ist, verkaufte selbstgekochte Chutneys. Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt, putzte Schuhe, die A-Capella-Band Viva Voce trat während einer Konzertreise in Brasilien zusätzlich, wann immer sich die Gelegenheit bot, im öffentlichen Raum auf und ließ anschließend in klassischer StraßenmusikerInnen-Manier den Hut rumgehen.

Aber Promis haben ja Übung in solchen Dingen. Die spannende Frage war, ob auch NormalbürgerInnen das Wagnis eingehen würden. Tatsächlich fanden sich viele mutige und engagierte Menschen, die mit ihren Fähigkeiten die Arbeit von Mission EineWelt unterstützen wollten. KonfirmandInnen aus Oberferrieden verkauften beim Gemeindefest Badebomben, Muffins und Fruchtsmoothies aus eigener Herstellung und boten verschiedene Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Fahrradreparaturen an. Die Laienspielgruppe aus Bertholdsdorf führte das Stück „Katharinas Erinnerungen“ auf und bewirtete anschließend die ZuschauerInnen. Der Gesangsverein Rohr brachte zusammen mit der Singgruppe der Kirchengemeinde Bertholdsdorf das Singspiel „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf die Bühne. Die Synodalen Renate Käser, Kathrin Neeb und Karl Georg Haubelt schnallten sich einen Bauchladen um und verkauften selbstgebackene Sympathiekekse. „Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere kreative „mach was draus“-Aktionen, die unsere Erwartungen weit übertroffen haben“, freut sich Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt. „Zumal ja alle, die sich beteiligen, dadurch auch Botschafterinnen und Botschafter unserer Arbeit sind. Das setzt schon viel Identifikation voraus.“

Weil „mach was draus“ bisher so erfolgreich war und weiterhin regelmäßig Anfragen und Projektideen bei Katrin Bauer, Leiterin des Fachbereichs Fundraising bei Mission EineWelt und zuständig für „mach was draus“, eintrudeln, hat Mission EineWelt beschlossen, die Aktion, die eigentlich zum 31. Oktober 2017 enden sollte, bis Ende des Jahres zu verlängern. Bis 31. Dezember können sich alle, die noch eine Idee haben, die sie in den Dienst der Arbeit von Mission EineWelt stellen möchten, 10 Euro Startkapital ordern.

Weitere Informationen: www.mach-was-draus.de

Mach was draus – Viva Voce singen zur Eröffnung der Herbstsynode

Überraschung zur Eröffnung der Herbstsynode: Am Ende der Rede des EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischofs  Heinrich Bedford-Strohm enterten Viva Voce zur Überraschung (fast) aller Anwesenden Saal und Bühne. Synodale und Gäste waren restlos begeistert. Hintergrund: Die A Capella-Band hatte während einer von Mission EineWelt organisierten Brasilien-Reise, wann immer sich die Gelegenheit bot – in Zügen, Bussen, auf Straßen und Plätzen -, Spontanauftritte hingelegt und damit Geld für die ebenfalls von Mission EineWelt organisierte Aktion mach was draus gesammelt, die auf der Frühjahrssynode gestartet wurde und – eigentlich – zur Herbstsynode enden sollte. Eigentlich? – Dazu in den nächsten Tagen mehr …

… und Videos vom Viva Voce-Auftritt gibt’s hier: https://www.facebook.com/MissionEineWelt/

Für die Schwachen und Ausgegrenzten dieser Welt – Vortrag von Monica Melanchthon

Angesichts der vielen Missstände in der Welt: Welche befreiende Kraft steckt in der Bibel? – Dieser Frage widmet sich die renommierte indische Theologin Monica Melanchthon, die mit Beginn des Wintersemesters als Vicedom-Gastdozentin an der Augustana-Hochschule ist. Die von Mission EineWelt und der Augustana-Hochschule organisierte Gastdozentur beginnt mit einem öffentlichen Vortrag von Monica Melanchthon am 28. November 2017 um 19 Uhr im Pechmann-Haus in Neuendettelsau.

Im Zentrum von Monica Melanchthons Forschungstätigkeit steht die Perspektive von Menschen am Rande der Gesellschaft, wie zum Beispiel der Dalits in Indien. Neben Fragen von Gender und der Unterdrückung von Frauen spielen in ihrer Arbeit auch die kritische Betrachtung marktorientierter Gesellschaftssysteme und der daraus folgenden Tendenz, „das Christentum mit denselben Methoden zu verkaufen, die schon beim Verkauf von Waschmitteln und Deodorants erfolgreich waren“, eine wichtige Rolle. Zentral ist für die 55-jährige Theologin die Frage, welche befreiende Kraft die Bibel angesichts aktueller Problemlagen in sich trägt.

Monica Melanchthon wurde am 20. April 1962 geboren. Sie hat am United Theological College, Bangalore, und an der Lutheran School of Theology at Chicago Theologie studiert und lehrt als Professorin an der Divinity University in Melbourne, Australien.

Die Vicedom-Gastdozentur ist nach dem Missionar Georg Friedrich Vicedom benannt. Vicedom war von 1929 bis 1939 als Missionar in Neuguinea. Später leitete er das Neuguinea-Referat in der Neuendettelsauer Mission. Von 1946 bis 1956 war er Inspektor des Missionshauses. Ab 1956 hatte er den missionswissenschaftlichen Lehrstuhl an der Augustana-Hochschule inne, bis er 1972 emeritiert wurde. 1964 erhielt er den Bayerischen Verdienstorden.