Wie hat sich das Leben in Tansania unter dem Eindruck der drohenden Corona-Pandemie verändert? – Was tut die Regierung? – Wie bereitet sich das Gesundheitswesen vor? – Über diese und weitere Fragen spricht MEW-Mitarbeiterin Dorcas Parsalaw in einem Videointerview mit ihrem Bruder Alpha, der als Englischlehrer und Anwalt in Dar es Salaam und Arusha lebt und arbeitet.

Das Interview gibt es auf dem Youtube-Kanal von Mission EineWelt zu sehen:

https://www.youtube.com/user/MissionEineWelt

Unlängst haben zwei französische Wissenschaftler während einer Sendung auf dem Fernsehkanal LCI vorgeschlagen, mögliche Impfstoffe gegen Corona in Afrika an Menschen zu testen. Die All Africa Conference of Churches (AACC) zeigt sich schockiert und entsetzt über diese Vorschläge. Mission EineWelt schließt sich dieser Kritik an. „Es passiert leider immer wieder, dass Krisensituationen absurde Theorien und unsolidarische, menschenverachtende Haltungen in die Öffentlichkeit spülen – wie in diesem Fall auch gerne unter dem Deckmäntelchen wissenschaftlicher Erwägungen“, empört sich Klaus Dotzer, Afrikareferent des Partnerschaftszentrums der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Am 8. April hatte AACC-Generalsekretär Fidon Mwombeki sein Entsetzen und seine Enttäuschung in einem Osterschreiben zum Ausdruck gebracht. „Wir sind tief schockiert und enttäuscht von den unangemessenen Bemerkungen zweier französischer Wissenschaftler“, schrieb Mwombeki. Die Äußerungen der Wissenschaftler seien „erniedrigend“ und verletzten die Würde Afrikas, „basierend auf dem Bild von Afrika als Quelle und Ziel aller möglichen Formen von Ärger und Problemen“.

Mwombeki zeigte sich dankbar, dass Afrika bisher von einem massiven Corona-Ausbruch verschont geblieben sei und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das Virus in einer globalen, solidarischen Anstrengung mit Gottes Hilfe erfolgreich bekämpft werden könne: „Wir beten dafür, dass Gott der Menschheit hilft, global Lösungen zu finden.“ An die Adresse der Wissenschaftler und all jener, die deren Thesen teilen, gewandt, schrieb er: „Wir wollen die Würde Afrikas stärken und verteidigen und mit Nachdruck die Rechte und die Integrität der afrikanischen Menschen hochhalten. Deshalb rufen wir die Welt dazu auf, ein realistischeres und positives Bild eines Afrikas zu entwickeln, das wir, die wir auf diesem Kontinent leben, so täglich erfahren.“

Den Wissenschaftlern, die sich inzwischen für ihre Äußerungen entschuldigt haben, signalisierte er seine Bereitschaft zur Vergebung.

Trotz der Entschuldigung der beiden Wissenschaftler ist es wichtig, dass wir mehr darauf achten müssen, wie wir in der Einen Welt übereinander reden und denken“, mahnt Klaus Dotzer. „Afrika ist durch Corona erheblichen Risiken und Herausforderungen ausgesetzt. Die wirtschaftlichen und logistischen Hilfsmöglichkeiten sind um ein Vielfaches weniger als in reicheren Teilen der Welt. Afrika braucht deshalb Hilfe und bittet auch darum. Die Corona-Pandemie kennt keine Grenzen. Was wir brauchen, ist weltweite Solidarität unter Wahrung der jeweiligen Würde des Anderen und in gegenseitigem Respekt und mit Feingefühl.“

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Als vor gut 25 Jahren das neue Evangelische Gesangbuch rauskam, war ich gerade Vikar in Oldenburg bei Bremen. Und meine Vikarskolleg/innen waren sehr neidisch auf das bayerische Gesangbuch, weil es mit Bildern und Texten ist. Ich war neidisch auf das Oldenburger Gesangbuch, weil es ein Lied enthält, das es leider nicht in das bayerische Gesangbuch geschafft hat. Im katholischen Gotteslob kann man es finden (Nr. 270). Es ist ein Lied von Eckart Bücken und heißt „Kreuz, auf das ich schaue.“

Mir ist dieses Lied sehr wichtig, weil es die Kreuzestheologie in einzigartiger Weise auf den Punkt bringt: Wir haben viel Leid vor Augen und vertrauen dabei dem, der es selbst am Kreuz durchlitten hat, Jesus. Aufgrund der Auferstehung Jesu haben Christ/innen selbst in dunklen Zeiten noch Hoffnung. Etwas Neues wird entstehen, und wir müssen deshalb nicht verzagen! Möge dieses Lied auch Euch in der Karwoche und in den dunklen Zeiten, die wir gerade durchleben müssen, etwas Zuversicht geben!

 

Barmherziger Gott, stärke uns, indem wir den Sinn von Kreuz und Auferstehung neu verstehen und spüren können. Gib uns ein friedliches Osterfest! Amen.

 

Andacht: Christoph von Seggern, Referat Partnerschaft und Gemeinde, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

About 25 years ago, we recieved a new hymnbook in the lutheran church of Germany. It’s a bit different in the several parts of Germany. At that time I was a Vikar in the church of Oldenburg, near Bremen in northern Germany. My colleagues have been very envious because the Bavarian hymnbook included pictures and small other texts. I have been envious because the hymnbook of Oldenburg included a special hymn, that was not part of the Bavarian hymnbook. You can find this song in the catholic hymnbook (no 270). It’s a song by Eckart Bücken end it’s called “I look at the cross”. I try to translate:

I look at the cross, it is a sign, the one whom I trust in, is close to me through it.

I flee to the cross out of the darkness, instead of sorrow and pain it’s time for hope now.

From the cross I step into a new day, please, stay close to me in order not to despair.

This song is very important for me, because it points out the main ideas of a theology of the cross: Everyday we face a lot of suffering, but in spite of this we trust in the one who suffered himself at the cross, Jesus. Because of his resurrection christians still have hope even in dark times. Something new will be created, so we don’t have to despair! I hope this song is able to make you a bit more confident in the holy week and in the dark times we are going through just now, too.

 

https://youtu.be/H5ECXey8moM

 

Merciful god, strengthen us by understanding and feeling the idea of your cross and resurrection again. Give us a peaceful Easter together! Amen.

 

Prayer: Christoph von Seggern

Illustration: Daniela Denk

Wie ist die aktuelle Situation in Costa Rica bezüglich Corona? Wie viele dokumentierte Infektionen gibt es?

Die aktuelle Situation in Costa Rica ist bei allen möglichen Einschränkungen recht entspannt. Dokumentierte Infektionen: 10. März: 9; 15. März: 23; 20. März: 89; 25. März: 201; 30. März: 303; 4. April: 435; 5. April: 454; 6. April: 468; 7. April: 483 Fälle. Also ich finde, das sieht ganz gut aus.

 

Was geschieht zur Aufklärung der Bevölkerung?

Zur Aufklärung der Bevölkerung wird viel getan. Überall hängen Veröffentlichungen und man bekommt pausenlos per WhatsApp irgendwelche Nachrichten. Im Fernsehen wird auf drei öffentlichen Kanälen pausenlos informiert. Wie die Menschen mit niedrigem Bildungsstand in den Prekarios informiert sind, weiß ich nicht. Eher schlechter.

 

Gibt es schon Maßnahmen, die ergriffen werden?

Schulen, Universitäten sind zu, Behörden ebenso, im Prinzip so wie in Deutschland. Kindergärten haben aber offen, auch unserer.

Jetzt, in der Karwoche, wo sowieso normalerweise alle im Urlaub sind, sind die Einschränkungen sehr streng.

Seitens der Regierung wurden auch Maßnahmen getroffen, um die Bevölkerung finanziell zu entlasten. Ich musste im April plötzlich nur noch ein Drittel meines Krankenkassenbeitrags bezahlen, und bedürftige Familien können Unterstützung beantragen. Flüchtlinge bekommen 500 US Dollar.

 

Wie bereitet sich das Gesundheitswesen vor?

Das Gesundheitswesen in Costa Rica ist ohnehin eines der Besten des gesamten Kontinents und ich bin sicher, dass alle möglichen Maßnahmen getroffen werden.

 

Wie sind die Kliniken ausgestattet?

Die normalen Krankenstationen und Krankenhäuser sind eher schlicht ausgestattet, aber es gibt ja unzählige Privatkliniken, sodass, ohne dass ich es sicher weiß, die Situation ganz gut ist.

 

Wie bereiten Sie sich vor? – Hat sich die Alltagssituation für Sie/für die Bevölkerung verändert und, wenn ja, wie?

Ich bin ja nach 42 Jahren Rauchen – obwohl ich vor eineinhalb Jahren aufgehört habe – wohl Risikogruppe. Also bleibe ich daheim und fahre nur alle zwei Tage zum Einkaufen. In den Supermärkten sind alle möglichen Vorkehrungen getroffen. Die Bevölkerung ist ruhig, besonnen und viele laufen mit Maske herum. „#PURA VIDA, Quédate en casa“ (bleibt zu Hause) finde ich, spricht für sich.

 

Wie ist die Situation in Ihrem Arbeitsfeld?

Die Aktivitäten in der Kirche sind ja im Moment abgesagt, in meine Indigenagemeinden DARF ich momentan gar nicht fahren. Wenn am Ostermontag der Kindergarten wieder aufmachen sollte, werde ich da weiter einmal pro Woche vorbeischauen. Kontakt mit Kollegen und Gemeinden habe ich per WhatsApp.

 

Wie ist Ihre Einschätzung der Lage? – Wird es in Costa Rica gelingen, das Virus unter Kontrolle zu halten?

Wie es weitergeht kann ich nicht sagen, aber ich bin gerade lieber hier als in Deutschland. Ich finde, Costa Rica macht das ganz gut mit dem Virus.

 

Joachim Höring wurde von Mission EineWelt nach Costa Rica ausgesendet. Er arbeitet dort als Pfarrer

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Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Psalm 51,14

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.

Joh. 16,20

 

Was wir auch tun. Was wir auch schaffen oder oft genug nicht schaffen: Gott ist das Zünglein an der Waage. Mit seiner Hilfe können wir etwas aus unserem Leben machen, das nachhaltiger ist als Karriere, Status und Selbstoptimierung. Mit seiner Hilfe und in seiner Nähe schaffen wir Freude bei uns und vor allem auch bei unseren Mitmenschen, im Kleinen wie im Großen.

Andacht: Thomas Nagel, Medien- und Pressereferent, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Deliver me from bloodguiltiness, O God, O God of my salvation, and my tongue will sing aloud of your righteousness.

Psalm 51:14

You will be sorrowful, but your sorrow will turn into joy.

Joh. 16:20

 

Whatever we do. Whatever we accomplish or not: God tips the scales. With his help we can make something out of our lifes that is more sustainable than a stellar career, social status or self-optimization. With his help an in his vicinity we can create pleasure for ourselves and still more for our fellow human beings both on the large and small scale.

Prayer: Thomas Nagel

Illustration: Daniela Denk

Markus Schmidt über die Situation in der DR Kongo:

>> Es gibt, Stand 5. April 2020, 161 bestätigte Fälle von COVID19, 18 Verstorbene, fünf Geheilte. Die meisten Fälle wurden weiterhin in Kinshasa entdeckt, jedoch sind insgesamt fünf von 26 Provinzen betroffen.

Die USA, Schweiz, Belgien und Frankreich haben Flüge organisiert, um ihre Staatsbürger/innen auszufliegen. Eine Privatinitiative – geführt vom französischen Konsul – in Lubumbashi hat ein Flugzeug nach Brüssel gechartert. Immer mehr Europäer/innen und Amerikaner/innen verlassen das Land.

Vital Kamerhe, der „chef de cabinet“ des Staatspräsidenten (könnte man wohl als Präsidialamtsminister betrachten), muss wegen Veruntreuungsvorwürfen, die er allerdings bestreitet, vor Gericht erscheinen. Den ersten Termin am 6. April hat er nicht wahrgenommen, jetzt gibt es eine neue Vorladung. Noch spricht man nicht von einer Regierungskrise. Aber auch der Regierungsbeauftragte für die Coronabekämpfung steht unter starker Kritik, nachdem seine Äußerungen zu einer möglichen Testphase von Impfungen falsch verstanden wurden. Es wurde vermutet, dass die kongolesische Bevölkerung als Versuchsobjekte missbraucht werden könnte. In den sozialen Medien machen „fake news“ die Runde, wonach sogar der chinesische Staatspräsident alle Afrikaner/innen vor den amerikanischen und europäischen Impfungen warnt.

Kuba bietet seine Unterstützung an und hofft im Gegenzug darauf, dass die DRKongo bei den USA für eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Karibikstaat wirbt.

Die Coronakrise in Afrika scheint die große Bühne der Weltpolitik zu entern. <<

 

Markus Schmidt und seine Frau Sibylle arbeiten im Sozial- und Gesundheitswesen in der DR Kongo. Wichtige Tätigkeitsfelder sind die HIV/AIDS-Aufklärung und -prävention sowie die Versorgung und Behandlung von Epilepsiepatient/innen. Sibylle und Markus Schmidt wurden von Mission EineWelt ausgesendet.

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Der Herr, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.

Zefanja 3,15

Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?

Markus 4,40

Angst ist eine schlechte Ratgeberin. Wir Christ/innen haben das Privileg, dass wir angstfrei durchs Leben gehen dürfen. Wir können so entscheiden und handeln, wie wir es eigentlich für gut, richtig und sinnvoll halten, und brauchen uns nicht von Ängsten und Zwängen unser Leben diktieren zu lassen. Denn da ist EINER, der uns auffängt. Unglaublich: Wir dürften viel mutiger sein, als es die meisten von uns gewöhnlich sind. Welche Gnade! – Welche Freiheit! – DANKE!

Andacht: Thomas Nagel, Medien- und Pressereferent, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

The Lord, the King of Israel, is with you; never again will you fear any harm.

Zeph 3,15

 He said to his disciples, “Why are you so afraid? Do you still have no faith?

Mark 4:40

Fear is a bad advisor. As christians we are privileged to live our lifes fearless. We can decide and act according to our conviction of what is right and what is good. We do not need to allow fear and constraints to dictate us how we have to live. Because there is ONE who takes care of us. It is unbelievable: We could be much more courageos than most of us usually are. What grace! – What freedom! – Thank YOU!

Prayer: Thomas Nagel

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stmme.
Johannes 18,37

Komm, Heiliger Geist,
erneuere in uns den Mut, Fanatismus gegenüberzutreten und einen weiten Horizont aufzumachen.
Komm, Heiliger Geist, erneuere in uns die Klarheit, Populismus zu entlarven, und die Denkmuster zu hinterfragen.
Komm, Heiliger Geist, erneuere in uns die Kraft, wegzugeben, was wir haben, und die Regeln des Kaufens und Verkaufens zu durchbrechen, damit wir eintreten in dein Reich der Freude, in dem die Liebe Gottes erklingt und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes uns vereint, jetzt und immerdar. Amen

Andacht: Gabriele Hoerschelmann, Direktorin Mission EineWelt, in Anlehnung an das Abendgebet der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, Windhoek, Namibia
Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

„Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.“

Psalm 89,16

Juchzen, jubeln, glücklich sein – all das sind Attribute des Lebens, die im Moment bei vielen von uns zu kurz kommen. Fallzahlen, Todeszahlen, sich Sorgen machen und in Unsicherheit leben: Das ist es, was unser Leben im Moment eher bestimmt. Doch als Christinnen und Christen sind wir gerade in Anbetracht der kommenden Osterzeit aufgerufen, „Protestleute gegen den Tod“ zu sein. Wir sind aufgerufen, uns nicht von den Widrigkeiten des Lebens unterkriegen zu lassen. Wir sind aufgerufen, im Vertrauen auf Gottes Liebe zu lachen, zu jubeln, zu jauchzen.

Nicht so einfach, mögen viele entgegnen – aber ich denke, es geht.

Ein Blick in die erwachende Natur entlockt mir ein Jauchzen. Die prächtigen Farben der Narzissen oder die dicken Knospen an Büschen und Bäumen sind für mich deutlich Zeichen des Lebens! Da will jemand Farbe in mein Leben bringen! Aber auch ein Blick auf die vielen, durchaus humorvollen Nachrichten und Posts in den sozialen Netzwerken bringen mich zum Lachen und hellen meinen Alltag auf. Ich empfinde das nicht als Galgenhumor, sondern als ein tiefes Bewusstsein dafür, dass unser Leben auch etwas mit Spaß und Freude zu tun hat – ja, zu tun haben soll. Wie gesagt, als Christinnen und Christen sind wir „Protestleute gegen den Tod“. Wir sind Botschafter/innen der Liebe und des Lachens, das Gott uns geschenkt hat – bei aller Sorge und bei aller Unsicherheit, die uns im Moment auch umgibt. Das sollten wir nicht vergessen!

Segen und Fröhlichkeit

 

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

How happy are the people who worship you with songs, who live in the light of your kindness.

Psalm 89,16 (Good News Bible, Today’s English version)

Cheering, rejoicing, being happy – all these are attributes of life that many of us are neglecting at the moment. The number of cases, the number of deaths, worrying and living in uncertainty is what determines our lives at the moment. But as Christians we are called to be “protest people against death” – especially in view of the coming Easter season. We are called not to let the adversities of life get us down. We are called to laugh, to cheer, to exult trusting in God’s love.

Not so easy, many may reply – but I think it works.

A look at the awakening nature in our continent elicits a shout. The magnificent colors of the daffodils or the thick buds on bushes and trees are for me clearly signs of life! Someone wants to bring color to my life! But also a look at the many, quite humorous, messages and posts in the social networks make me laugh and brighten up my everyday life. I don’t see that as a gallows humor but as a deep awareness that our life also has something to do with fun and joy – yes, it should have something to do with it. As I said, as Christians we are “protest people against death”. We are ambassadors for the love and laughter that God has given us – with all the worry and uncertainty that also surrounds us at the moment. We shouldn’t forget that!

Blessings and happiness

 

Prayer: Hanns Hoerschelmann, Director, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Design, Mission EineWelt

Corona im Kongo – Angst in der Bevölkerung und schlechte Versorgung

Interview mit Markus Schmidt

 

Wie ist die aktuelle Situation im Kongo bezüglich Corona?

Offiziell ist seit 10. März der erste Fall einer COVID19-Erkrankung bestätigt. Die ersten Fälle waren zunächst sogenannte importierte Fälle, vor allem aus Frankreich und Belgien. Zu diesen Ländern unterhält die Demokratische Republik Kongo traditionell enge Beziehungen. Seither steigen die Fallzahlen stetig. Zunächst war nur Kinshasa betroffen. Mittlerweile sind auch in zwei anderen Provinzen (vergleichbar den Bundesländern) vereinzelt Fälle bestätigt worden.

 

Wie viele dokumentierte Infektionen gibt es?

Täglich gibt es eine Pressekonferenz in Kinshasa, wo der nationale Beauftragte über die neuesten Entwicklungen berichtet. Stand heute (31. März 2020, 14 Uhr) sind 98 Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CCoV-2 bestätigt. Es gibt die Internetseite www.stopcoronavirusrdc.info, wo der neueste Stand zeitnah berichtet wird. Dort findet man auch Verhaltensregeln und Regierungsverordnungen. Laut www.poitico.cd verfügt die DR Kongo derzeit über Material für 200.000 Tests. Allerdings liegt die tägliche Kapazität bei lediglich 50, nur durchführbar in Kinshasa – für ein Land mit 95 Millionen Einwohnern und einer Ausdehnung fast sieben Mal so groß wie Deutschland. Allein in Deutschland sind es aktuell 60.000 PCR-Tests täglich. Das sind 1.200 Mal so viele wie im Kongo. Mittelfristig wird in Deutschland über 200.000 Tests pro Tag nachgedacht. So viele Tests sind aktuell der komplette Vorrat des Kongo. Es ist also anzunehmen, dass aufgrund der Testkapazitäten vor Ort kein realistisches Bild der Lage im Kongo zu bekommen ist. Auffällig sind die durchsickernden Identitäten der Verstorbenen: Meist sind sie aus dem engeren Umfeld der Regierung, aus der Elite des Landes. Es fehlen mir generell die Nachrichten über „die kleinen Leute“. Im Moment habe ich den Eindruck, dass sich die Regierung vor allem mit sich selbst statt mit COVID19 beschäftigt, auch wenn es gute Initiativen gibt. Gestern lagen wir bei einer Sterblichkeitsrate von knapp unter 10 Prozent. Wenn man das mit anderen Ländern vergleicht, die intensiv testen, kann man wohl erahnen, dass wir in der Breite wohl ganz andere Infektionszahlen hätten, wenn es mehr Testkapazitäten gäbe.

 

Was geschieht zur Aufklärung der Bevölkerung?

Ganz interessant war die Idee der Regierung, einen Wettbewerb für die sozialen Medien auszurufen. Ambitionierte junge Menschen können sich melden und ihre Ideen vorschlagen, wie über diesen Kanal korrekte Informationen verbreitet werden können. Einer von zehn Menschen nutzt in der DR Kongo das Internet. Außerdem erreichen mich mehrmals täglich SMS-Nachrichten: Das Gesundheitsministerium schickt über jeden Mobilfunkanbieter Nachrichten mit kurzen Ratschlägen. In einem Land, wo Kommunikation hauptsächlich über Mobiltelefone passiert, ist dies sehr sinnvoll, denn jede zweite Person im Kongo hat laut wko.at Zugang zu Mobilfunk.

Im Staatsfernsehen und -radio werden täglich Informationen verbreitet. Aber auch hier ist immer etwas Vorsicht geboten: COVID19 kann auch zu politischen Zwecken genutzt werden. Da ist das Radio der Vereinten Nationen, Radio Okapi (auch im Internet unter www.radiookapi.net) ein guter, neutraler Informationskanal. Leider planen die Vereinten Nationen, sich aus diesem Bereich, wie überhaupt aus dem ganzen Land, mittelfristig zurückzuziehen.

Bei der breiten Bevölkerung ist viel Angst zu spüren. Es ist schwierig, ein solch komplexes Thema so zu vermitteln, dass es die Menschen auf der Faktenebene erreicht.

 

Gibt es schon Maßnahmen, die ergriffen werden?

Gerade die bisher ergriffenen Maßnahmen wären schon drastisch, wenn man tatsächlich von lediglich 100 Infektionen ausgehen würde: Der nationale Gesundheitsnotstand wurde ausgerufen, der dem Präsidenten weitreichende Rechte gibt. In Kinshasa sollte es eigentlich einen kompletten „Shut-Down“ geben. Doch kaum wurde das vom Präsidenten verkündet, lehnten sich andere Politiker dagegen auf. Bis heute – vier Tage nach dem angeblichen Beginn – hält sich kaum jemand daran. Es wird mehr darüber gestritten, wer welche Maßnahmen anordnen oder widerrufen kann, als dass über die Versorgungssituation der Bevölkerung zielführend nachgedacht würde. Die Menschen leben täglich von der Hand in den Mund. Das, was man tagsüber verdienen konnte, wird am Abend für den Einkauf von lebensnotwendigen Gütern für diesen einen Tag ausgegeben. Die finanziellen Mittel für eine Vorratshaltung gibt es nicht. Wenn man tagsüber nichts verdienen kann, hat man abends nichts zu Essen.

Auch der Flugverkehr im Passagiersektor – sowohl inländisch als auch international – wurde durch ein präsidentielles Dekret vollkommen eingestellt. Für morgen, 1. April, gibt es einen letzten Evakuierungsflug hier aus Lubumbashi für Europäer/innen, organisiert von der italienischen Botschaft.

Auf dem Landweg gibt es auch nur noch Warenverkehr. In die Provinz Kinshasa darf niemand ein- und ausreisen, andere Provinzen stellen auch inländisch Reisende aus anderen Regionen sofort 14 Tage unter Quarantäne. Der öffentliche Nahverkehr ist stark reduziert. Auf den Motorrädern darf nur noch ein/e Passagier/in mitgenommen werden, wo sonst zwei, drei oder sogar vier mitfahren. In Minibussen sind maximal 16 Personen erlaubt. Schulen und Universitäten sind genauso geschlossen wie Bars, Restaurants und Diskotheken. Auch Kirchen und Gottesdienste müssen pausieren. Zunächst gilt das alles für vier Wochen bis nach Ostern.

Der Gouverneur von Lubumbashi hat eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr verhängt. Ansammlungen von mehr als 20 Personen sind untersagt. Für Beerdigungen gelten strenge Anordnungen. Was sonst mehrere Tage dauerte, geht nun binnen Stunden. Es scheint, als würde die Bevölkerung auf eine mögliche künftige Situation mit vielen täglichen Toten eingestellt.

Im Kleinen scheint es mir, als ob man an dem festhält, was man aus Ebolazeiten kennt (nebenbei: morgen kann offiziell der letzte Ebolausbruch mit mehr als 2.000 Toten in der DR Kongo für beendet erklärt werden!): vor allem Händewaschen! Eine Zeitung titelte letzte Woche: „In Afrika mit Händewaschen gegen Corona!“ Überall sieht man ein Gestell aus Rundstahl mit einem Eimer und Wasserhahn sowie Auffangschale und Seife. Das ist meiner Meinung nach Ausdruck der verzweifelten Bemühung, der Epidemie etwas entgegenzusetzen. Beim Eintritt in größere Läden, Apotheken, staatliche Einrichtungen, Gesundheitsstationen, an Verkehrsknotenpunkten und Supermärkten kommt noch eine Temperaturmessung hinzu. In Banken und bei Großapotheken herrscht Zugangsbeschränkung. Innen muss man zwei Meter Abstand halten, außen bilden sich lange Schlangen, dicht an dicht.

Auf Nieshygiene wird hingewiesen. Wer kann, kauft sich einen Mundschutz. Mein letzter Versuch, in einer Großapotheke einen Vorrat für die Versorgung unserer Epilepsiepatient/innen anzulegen, scheiterte: Der Mitarbeiter meinte, dass asiatisch aussehende Kunden gekommen wären und alles abgekauft hätten, um es wieder zurück nach China zu schicken. Ich sehe Menschen, die den selben Einmalmundschutz schon seit einer Woche tragen, ihn immer wieder auf und abziehen. Dass damit eine sehr hohe Eigengefährdung einhergeht, ist kaum jemandem bewusst. Der offizielle Rat ist, einen Mundschutz nur drei Stunden lang zu tragen, und dann einen neuen zu nehmen. Niemand denkt aber an diejenigen, die einen Schutz wirklich brauchen: Ärztinnen und Schwestern, Pfleger und Ärzte.

Wer kann, bleibt zuhause, um sich nicht anzustecken. Die Menschen haben Angst, bei all den Nachrichten, die sie aus Europa erreichen. Das scheint mit sich selbst beschäftigt zu sein. Die USA sind für mich ein Totalausfall. China sieht das ganze strategisch: Wo immer es eigenen Interessen hilft, gibt es Tonnen von Material. Auch die DR Kongo hat davon profitiert.

 

Wie bereitet sich das Gesundheitswesen vor?

Es entstehen erste Isolierstationen beziehungsweise Krankenhäuser, teilweise gibt es Aufrufe an die private Wirtschaft, in einen Solidarfonds einzuzahlen. Neben dem Flughafen von Lubumbashi sollen 100 Patient/innen untergebracht werden. Der Präsident hat zugesichert, dass der Staat die Kosten übernimmt für alle Patient/innen.

Der erste Verdachtsfall in Lubumbashi berichtete über seine Quarantäne: Er wurde vom Flughafen weg in eine 30 Kilometer entfernte Gesundheitsstation gebracht, wusste nicht wo er war, bekam kein Essen und Trinken, es fehlte jegliche Grundversorgung. Es bestand Kontaktverbot. Nach 48 Stunden lag das negative Ergebnis vor. Er wurde dann in ein Flugzeug gesetzt und dahin zurückgeschickt, wo er herkam. Solche Maßnahmen dürften wenig motivieren, sich mit Symptomen oder Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus in Behandlung zu begeben.

Eine Herausforderung dürfte es auch sein, das Personal dafür zu rekrutieren. Das hängt dann stark von den Bedingungen ab, vor allem davon, wie der Selbstschutz gesichert wird: einerseits vor Ansteckung mittels ausreichend Material und Wissen, andererseits vor gewalttätigen Übergriffen. Das, was wir aus den Ebolaregionen kennen, nämlich einen tödlichen Cocktail aus einer Infektionskrankheit und kriegerischen Auseinandersetzungen, kommt auch jetzt wieder hoch: Bei uns in Lubumbashi sind kleine Gruppen von Mai-Mai-Rebellen am Wochenende von zwei Seiten in die Stadt marschiert, um die Unabhängigkeit der Provinz Katanga vom Rest der DR Kongo zu erreichen. Zeitgleich kam es im 120 Kilometer entfernten Likasi, in dem Stadtgebiet, wo wir eine lutherische Gesundheitsstation aufbauen, sowie in Kakanda und Kasumbalesa zu ähnlichen Aktionen. Es gab wahrscheinlich 30 Tote und erheblich mehr verletzte Personen. In Kinshasa haben Anhänger eines Sektenchefs ebenfalls Unruhen provoziert. So wird diese Krise auch dafür genutzt, die politische Lage zu destabilisieren.

Das Gesundheitssystem ist seit jeher auf private und kirchliche Initiativen angewiesen. Action Medeor geht davon aus, dass der überwiegende Teil der Gesundheitsversorgung von nicht-staatlichen Einrichtungen übernommen wird. Allerdings ist der Staat bisher nicht bereit, in der Coronakrise private und kirchliche Akteur/innen konkret mit einzubeziehen.

Wie sind die Kliniken ausgestattet? – Intensivbetten gibt es in den Großstädten kaum, im Landesinneren ist die Lage noch schlechter. Das beste Krankenhaus in der Zehn-Millionen-Metropole Kinshasa hat mit 15 Betten die landesweit größte Kapazität auf diesem Sektor. Beatmungsplätze in Lubumbashi mit seinen fast drei Millionen Menschen sind an drei oder vier Händen abzuzählen. Selbst zu medizinischer Grundversorgung haben viele Menschen keinen Zugang. Die Infrastruktur ist oft generell in einem schlechten Zustand. Gerade in der jetzt zu Ende gehenden Regenzeit sind einige Regionen auf dem Landweg abgeschnitten.

Die staatlichen Gesundheitsausgaben liegen bei etwa 20 US Dollar pro Kopf und Jahr. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Fehl- und Mangelernährung begegnen uns überall.

Das Krankenhauspersonal gibt oft an, sowohl schlecht ausgestattet als auch schlecht bezahlt zu sein, und möchte vor einer Behandlung für ihren Dienst eine – wie es hier heißt – „Motivation“ in Form von einigen Francs Congolais. Patient/innen berichten mir immer wieder, dass Medikamente erst bei externen Apotheken gekauft werden müssen, weil sie angeblich in der Krankenhausapotheke nicht vorrätig sind. Die Witwe eines verstorbenen Coronapatienten berichtete einem Journalisten, dass ihr Mann morgens hätte verlegt werden müssen in ein Krankenhaus mit Beatmungsplatz. Die eigens dafür eingerichtete staatliche Notfallnummer bestätigte, dass es dazu einen Krankenwagen vor Ort gäbe, der ihren Mann dorthin transportieren kann. Um 12 Uhr war ihr Mann, noch immer nicht verlegt, im Krankenhaus verstorben.

 

Wie bereiten Sie sich vor? – Hat sich die Alltagssituation für Sie/für die Bevölkerung

verändert und, wenn ja, wie?

Landwirtschaftsbetriebe kündigen Mitarbeitenden, weil ihnen Kundschaft fehlt – wie im Handels- und Dienstleistungssektor generell, hervorgerufen durch die landesweiten Ausgangsbeschränkungen.

Alle Gastronomieangestellten, Professor/innen, Lehrer/innen und Kinder, auch unsere, sind seit zwei Wochen zuhause. Wir haben noch das Glück einer Heimbeschulung mit Unterrichtsmaterial und Internetkursen, das haben 99,9 Prozent der Schüler/innen hier nicht. Am Tag vor dem Geburtstag unserer jüngsten Tochter wurde unsere Provinz unter eine 48-stündige komplette Ausgangssperre gesetzt, weil ein absolut unzuverlässiger Schnelltest, der auch vom Gesundheitsminister und der WHO nicht empfohlen ist, positiv bei einem Flugpassagier anschlug, alle anderen Passagiere aber schon den Flughafen verlassen hatten. Wer auf der Straße gesehen wurde, wurde von Polizei und Militär „gestellt“. Unser Nachtwächter hat daraufhin zwei Tage mit uns zusammen verbringen müssen und konnte nicht wie üblich tagsüber zu seiner Familie. Diese Situation hat nachhaltige Spuren auch in der ganzen Bevölkerung hinterlassen, die Bedrohung wurde real. Auch wenn bei keinem der Passagiere das neuartige Coronavirus durch das Labor in Kinshasa bestätigt wurde, sind nun viele Menschen sehr verängstigt. Allen wurde klar, wie wenig wir eigentlich in der Hand haben.

Und auch die Maßnahmen wie Isolation und Social Distancing sind absolut unrealistisch für Menschen, die von der Hand in die Mund leben und nur durch einen Großfamilienverbund überhaupt überleben können: Wo finde ich das Geld, um mein Abendessen – oft die einzige Mahlzeit am Tag – zu besorgen, wenn es nicht mal mehr Arbeit gibt? Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich mehr als verdoppelt, seit die Grenzen geschlossen wurden. Eine wirkliche Knappheit besteht nicht, da der Warenverkehr nicht voll betroffen ist. Aber unsolidarische Geschäftsleute stürzen ihre eigenen Landsleute in großes Leid.

Durch ausfallende Gottesdienste gibt es auch keine Kirchenkollekten – und damit sind auch Pfarrer und Evangelisten von Einkommenseinbußen betroffen und können kaum ihre Familien ernähren. Eine ausgefallene Geburtstagsfeier unserer Tochter dürfte – wenn sie auch etwas geknickt ist – da wohl das geringste Problem sein. Ein junger Mann aus meinem Umfeld beschrieb es so: „Corona, dazu noch keine Arbeit, kein Essen, keine Sicherheit. Es werden wohl viele leiden und sterben.“

 

Wie ist die Situation in Ihrem Arbeitsfeld?

Wir selbst können unsere Provinz nicht mehr verlassen, der Flugverkehr ist eingestellt und an den Provinzgrenzen kann es vorkommen, dass Quarantänemaßnahmen angeordnet werden. Wenn wir ausreisen würden, könnten wir aktuell auch nicht mehr einreisen, denn der Präsident hat faktisch ein Einreiseverbot für Deutsche verfügt. Wir haben uns aber bewusst dazu entschlossen, hier vor Ort zu bleiben. Einerseits geht es um das solidarische weltweite Miteinander der Kirchen. Andererseits gehören wir keiner Hochrisikogruppe an. Und unsere Kompetenzen könnten, sofern gewünscht, in den kommenden Wochen durchaus hilfreich sein.

Viele unserer Tätigkeiten wurden abgesagt oder verschoben: die Predigt in der Universitätsgemeinde, der Projektbesuch in den Frauen-Selbsthilfe-Gruppen oder die HIV/AIDS-Fortbildung für die Kirchenleitung im Missionsgebiet von Kisangani und anderes mehr. Manche Menschen sind damit vor Ort auf sich selbst gestellt, werden aber mit fast täglichen Telefonanrufen begleitet. Andererseits ist gerade im Bereich der Versorgung von Menschen mit Epilepsie unsere Präsenz hier wichtig. Trotz Einschränkung im öffentlichen Nahverkehr kommen noch an die 30 Patient/innen pro Woche zu uns. Es ist anzunehmen, dass sich die Zahl wieder nach oben korrigiert, 40 bis 50 Hilfesuchende sind eher die Regel. Wenn ihre Medikamente zur Neige gehen und die Krampfanfälle sich häufen, werden die Menschen Wege suchen, trotz der schwierigen Lage zu uns zu kommen. Der Eigenbeitrag der Patient/innen wird dann zwar gering ausfallen, weil einfach die finanziellen Mittel fehlen, aber wir werden diese Zeit, in der wir nicht wirtschaftlich arbeiten können, mit Gottes Hilfe meistern.

Herausfordernd ist eher die praktische Durchführbarkeit: Wenn jede/r Patient/in zwei Meter Abstand von allen anderen halten muss, brauchen wir eine Abtrennung zwischen den Patient/innen und eine riesige Fläche: Wo sich vorher auf Bänken im Wächterhaus und auf der Wiese unter Bäumen auf 20 Quadratmetern alle unterbringen ließen, brauchen wir nun ein Fläche von 60 bis 80 Quadratmetern plus separate Sitzgelegenheiten plus Überdachung. Corona kostet richtig viel Geld, wenn es nicht Leben kosten soll. Schutzmaterial gibt es zudem kaum oder zu horrenden Preisen. Während in Deutschland und anderen Staaten in Europa über das Tragen von Atemschutzmasken für alle gesprochen wird, obwohl die Weltgesundheitsorganisation den Nutzen im Generellen nicht sieht, haben wir hier das Nötigste nicht vor Ort, um medizinisches Personal zu schützen, auch für uns nicht.

Es wäre schön, wenn alle die Ressourcenverteilung weltweit im Blick hätten. Aber da ist die Coronakrise dann eben nur ein Abbild der ungerechten Verteilung von Gütern in der Welt. Ratschläge zum Selberbasteln von Atemschutzmasken aus Stoff, wie sie zur Zeit über das Internet auch aus Deutschland in die Partnerkirchen hinein kursieren, empfinde ich sehr zynisch in unserem Kontext.

 

Wie ist Ihre Einschätzung der Lage? – Wird es im Kongo gelingen, das Virus unter Kontrolle zu halten?

Das ist eine Frage für Wissenschaftler/innen, die dann Politiker/innen beraten, die wiederum Entscheidungen treffen müssen. Doch auf welcher Basis wird agiert? Geringe Testkapazitäten und kaum Behandlungsmöglichkeiten gepaart mit generellem Ressourcenmangel lassen wenig Spielraum.

Wenn ich mir die Alterspyramide ansehe, dann fällt mir auf, dass lediglich 3 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt ist. 46 Prozent der Bevölkerung ist unter 15 Jahren. 51 Prozent sind zwischen 15 und 64 Jahren alt. Wenn ich die bisherigen Erkenntnisse richtig einordnen kann, dann könnte es vor allem einen kleinen Anteil der Bevölkerung im höheren Alter besonders schlimm treffen. Die Auswirkungen auf HVI/AIDS-Patient/innen sind noch nicht genau erforscht. Sofern diese unter Therapie sind, könnten sie damit gut geschützt sein. Ohne HIV-Therapie, und das dürften hier etwa 50 Prozent der mit HIV Infizierten sein, ist wohl – je nach Immunstatus – eine erhöhte Sterblichkeitsrate zu erwarten. Der Einfluss von Malaria, Tuberkulose, Wurminfektionen, Masern, Mangelernährung und anderen hier grassierenden Krankheiten könnte eher nachteilig sein.

Wir können wenig an der Gesamtsituation ändern, doch wir können uns als Kirche für die einsetzen, die es am schlimmsten treffen wird. Heilung werden wir nicht geben können, das übersteigt die Kapazitäten. Außerdem reklamiert der Staat alle Kompetenz in diesem Bereich für sich. Aber die Wahrung der Würde des Menschen, auch am Lebensende, auch in Notzeiten, ist eine wichtige Aufgabe, die uns zu Teil wird. Wir wollen zunächst einmal in zwei unserer Gesundheitseinrichtungen, in Kimbeimbe bei Lubumbashi und Likasi, die normale Grundversorgung verbessern und eine Art „Nothospiz“ mit Pfarrern und Freiwilligen aufbauen und bereithalten, um gegebenenfalls der älteren Generation und den geschwächten Menschen und ihren Familien den nötigen Respekt gegenüber ihrem Leben, auf den sie Anspruch haben, zukommen zu lassen. Wenn wir diese Notversorgung nicht brauchen, wäre es schön. Doch einfach die Augen zu verschließen vor der Realität, wie sie in anderen Ländern schon existiert(e), wäre wohl fahrlässig. Die Kirchenleitung sieht die Notwendigkeit zum Handeln. Wie wir die konkrete Umsetzung realisieren können, wissen wir im Detail noch nicht, aber es sollte angegangen werden. Und wenn es dann Behandlung und Impfung gibt, wollen wir gemeinsam wieder verstärkt nach vorne sehen.

 

Markus Schmidt arbeitet zusammen mit seiner Frau Sibylle im Sozial- und Gesundheitswesen in der DR Kongo. Wichtige Tätigkeitsfelder sind die HIV/AIDS-Aufklärung und -prävention sowie die Versorgung und Behandlung von Epilepsiepatient/innen. Sibylle und Markus Schmidt wurden von Mission EineWelt ausgesendet.

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