Schöne Bescherung – Ein Flugzeug für Mission EineWelt

Zum Abschluss seines Aufenthalts in Deutschland hatte Volkher Jacobsen noch ein Geschenk für Mission EineWelt dabei. Ein Modell seines Flugzeugs, mit dem er in Papua-Neuguinea fliegt. Das Besondere daran: Volkher Jacobsen hat ein spezielles Luftfahrzeugkennzeichen eintragen lassen, das dokumentiert, in wessen Auftrag er unterwegs ist: P2-MEW prangt jetzt auf dem Modell und natürlich auch auf dem Original. „Für Mission EineWelt ist diese Wertschätzung eine tolle Bestätigung“, freute sich MEW-Direktor Hanns Hoerschelmann bei der Übergabe.

Evangelisches Frauendinner in Schwabach – Spende für Usa River

„Unser täglich Brot“ war das Motto des diesjährigen „Evangelischen Frauendinners“ im Evangelischen Haus Schwabach Anfang Februar. Rund 180 Frauen waren dazu eingeladen, sich nach einem Abendessen aus regionalen Bio-Lebensmitteln an mehreren Thementischen über die Bedeutung unseres „täglich Brotes“ auszutauschen und zu informieren.

Getreu dem Motto war auch das Spendenprojekt des Abends ausgewählt worden: Die Veranstalterinnen baten um Spenden für die Bäckerei des Rehabilitationszentrums Usa River in Tansania. Dort hatte vor einigen Jahren der deutsche Bäcker Kai Küfner im Auftrag von Mission EineWelt eine Bäckerei aufgebaut und Einheimischen sein Wissen, was das Backen von Brot und Brötchen angeht, weitergegeben. Aus kleinen Anfängen erwuchs ein regional bekanntes Projekt. Inzwischen werden die Backwaren aus Usa River auch weit über den Ort hinaus vertrieben. Die Bäckerei bietet auch den in Usa River lebenden Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit, sich mit ihren Gaben für die Gemeinschaft einzubringen und zum Unterhalt des Zentrums beizutragen.

Das Projekt überzeugte auch die Teilnehmerinnen am Evangelischen Frauendinner: Sie spendeten über 600 Euro. Friederike Spörl-Springer, die Leiterin des Evangelischen Bildungswerks Schwabach, überreichte das Geld persönlich an Julia Ratzmann von Mission EineWelt.

Das Evangelische Frauendinner ist eine gemeinsame Veranstaltung des Bildungswerks in Kooperation mit dem Bund Naturschutz Schwabach, dem Eine-Welt-Laden, der Kirchengemeinde Sankt Martin Schwabach sowie den Dekanatsfrauen. Es fand bereits zum fünften Mal statt. Im Mittelpunkt des Abends steht stets ein biblisches Wort, über das die Frauen nach dem gemeinsamen Abendessen an Thementischen ins Gespräch kommen.

Als Mensch mit Behinderung in Tansania zu leben ist hart! Noch immer wird in einigen Dörfern eine Behinderung als Strafe Gottes angesehen. Das Usa River Rehabilitations- und Trainingscenter hält dieser Sichtweise bereits seit über 20 Jahren den Slogan „Wir glauben an deine Fähigkeiten!“ entgegen. Etwa 150 Menschen mit und ohne Behinderung leben und lernen an diesem Ort der Hoffnung. Hier werden ihre Schwächen respektiert und die Stärken gefördert. Denn jede/r ist es wert, gefördert zu werden. Rund 400 Frauen und Männer bekamen im Usa River Rehabilitations- und Trainingscenter bisher Hilfe und Ausbildung, damit sie ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen können.

Julia Ratzmann

Einen Monat voll im Einsatz – Volkher Jacobsen rockt!

MAF-Pilot Volkher Jacobsen war in etwa vier Wochen auf Tour in Bayern. Die Frequenz seiner Auftritte toppt die einer Rockband locker:

Insgesamt war er während dieser vier Wochen 38 Mal im Einsatz. Er sprach vor Schulklassen, in Gottesdiensten, bei Gemeindeabenden, bei Partnerschaftstreffen, bei der STUBE, bei Fliegerclubs, bei SponsorInnen und bei Mission EineWelt. Rund 1.200 Personen hörten ihm zu und waren ebenso beeindruckt wie begeistert. Jetzt fliegt er wieder zurück nach Australien. Unsere besten Wünsche begleiten ihn.

Viel erlebt, viel gelernt – Süd-Nord-Freiwillige vor der Rückkehr

Von 8. bis 11. Februar 2018 trafen sich die Süd-Nord Freiwilligen zum Abschluss-Seminar in Neuendettelsau. Nach einem Jahr in Deutschland fahren einige von ihnen schon in den nächsten Wochen in ihre Heimatländer zurück, andere haben (auf Grund späterer Einreisen) noch einige Zeit in Deutschland vor sich. Beim Seminar haben sie sich intensiv über ihre Erfahrungen in Arbeit und Alltag in Deutschland ausgetauscht, lustige Situationen und auch die Trauer über den anstehenden Abschied miteinander geteilt. Alle waren sich einig, dass sie die Zeit in Deutschland stark geprägt hat und sie gerade an schwierigen Momenten wachsen konnten. Nico fliegt nun als erster wieder nach Argentinien zurück. Sein Fazit: „Ich bin zufrieden mit dem, was ich hier gelernt und gemacht habe, und kann sagen: Mission accomplished.“

Ines Ackermann

Afrika und Europa: eine Zukunftsfrage – Studientag im cph

Hunger, Diktatur, Bürgerkrieg, Verfolgung. Viele Menschen in Afrika sehen keine andere Möglichkeit mehr als Flucht. Wenn sie es nach Europa schaffen, treffen sie auf Vorurteile und Ablehnung, manchmal auch auf Gewalt. Zwischen diesen Polen setzt die europäische Politik einerseits auf Abschottung und leistet andererseits der fortgesetzten ökonomischen Ausbeutung afrikanischer Länder Vorschub. Wer Afrika und Europa im konstruktiven Miteinander denkt, hat auf dem Weg dorthin einiges zu tun. Perspektiven dafür, wie eine gleichberechtigte Koexistenz beider Kontinente entwickelt werden könnte, soll der Studientag „Afrika und Europa – Miteinander Zukunft weiter denken“ am 3. Februar 2018 von 9.30 Uhr bis 17 Uhr im Caritas-Pirckheimer-Haus Nürnberg aufzeigen.

Zum Auftakt wird Jeanne Werner-Dietrich, geboren im Kongo und Pädagogin im Familientrainingsprogramm „PAT — Mit Eltern lernen“ der AWO Nürnberg, über die Situation von MigrantInnen aus Afrika in Deutschland und über die Perspektiven interkultureller Gemeinden berichten. Anschließend erörtert der äthiopisch-deutsche Unternehmensberater und politische Analyst Prinz Asfa-Wossen Asserate die Frage, ob die Flucht- und Migrationsbewegung aus Afrika letztendlich auf eine gescheiterte europäische Afrikapolitik zurückgeht. Nach der Mittagspause informiert Reinhard Hansen, Leiter des Referats Afrika bei Mission EineWelt, über Migrationsfaktoren in Afrika. Danach unterzieht Reinhard Palm, Leiter des Afrikareferats bei Brot für die Welt, unter der Überschrift „Gut gemacht und gedacht?“ die Agenda 2063 und den Marshallplan mit Afrika einer kritischen Betrachtung. Fidon Mwombeki vom Lutherischen Weltbund zeigt im letzten Vortrag des Tages „Symbole der Hoffnung“ und Handlungsmöglichkeiten für die weltweite Gemeinschaft der lutherischen Kirchen auf.

Nach jedem Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen und Diskussion. Zudem werden in Gesprächsgruppen am Vormittag und zum Abschluss besonders zentrale Fragestellungen vertieft.

Zum Programm geht’s hier lang.

Handyaktion Bayern boomt – Sammelaktion für alte Handys stößt auf wachsende Resonanz

Seit dem Start im Mai 2017 verzeichnet die von Mission EineWelt und dem Eine Welt Netzwerk Bayern lancierte Handyaktion Bayern steigende Zahlen in allen Kategorien. Die jüngst erfolgte Auswertung des vierten Quartals 2017 ergab nochmals ein deutliches Plus.

Die Zahl der zurückgesendeten Handys stieg von 762 im dritten Quartal 2017 auf 2787 im vierten Quartal. Bei den Sammelstellen kamen im vierten Quartal nochmals 63 hinzu. Insgesamt sind es jetzt etwa 115 in ganz Bayern. Möglicherweise sind noch nicht einmal alle Handy-Sammelstellen erfasst, da keine Pflicht zur Registrierung bei Mission EineWelt oder dem Eine Welt Netzwerk besteht. Exorbitant nach oben gingen die Bestellungen für Sammelboxen: 92 waren es im dritten Quartal, im folgenden Vierteljahr wurden 168 Boxen geordert.

An den Weiterbildungsangeboten, Workshops und sonstigen Veranstaltungen zu den sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Handyproduktion und -nutzung nahmen bislang rund 1.060 Personen teil.

Die Handyaktion Bayern sammelt alte Handys und führt sie dem Recycling zu. Begleitend werden Materialien, Veranstaltungen und verschiedene Informations- und Bildungsformate angeboten, in denen der Themenkomplex „Handy/Handyproduktion/Handynutzung“ aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und diskutiert wird. Schirmfrau der Aktion ist die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen, Beate Merk (CSU).

Weitere Informationen: https://mission-einewelt.de/kampagnen/handyaktion-bayern/

„Zusammen Ideen entwickeln“ – Einführung von Friederike Deeg als neue Lateinamerikareferentin

Friederike Deeg ist nun ganz offiziell Lateinamerikareferentin bei Mission EineWelt. In einem feierlichen Gottesdienst in der Nikolaikirche in Neuendettelsau mit anschließendem Empfang wurde die 44-Jährige am 20. Januar 2018 offiziell in den Dienst bei Mission EineWelt eingeführt. Sie ist die erste Frau, die dort die Leitung eines Länderreferats übernimmt. „Wir freuen uns, dass wir mit Friederike Deeg eine Person gefunden haben mit Leidenschaft für die Kirchen in Südamerika und einem wachen Blick für die Menschen“, begrüßte Mission EineWelt-Direktorin Gabriele Hoerschelmann die neue Leiterin des Referats Lateinamerika.

Lateinamerika ist für Friederike Deeg kein Neuland. Unter anderem ein Auslandsvikariat in Santiago de Chile und vier Jahre Tätigkeit als Referentin für Mittel- und Südamerika der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben ihr einiges an Erfahrung für ihre neue Stelle mitgegeben. Einen zentralen Wunsch für ihre neue Aufgabe formulierte sie in ihrer Predigt: „Niemand ist ein Dauerleuchter. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig leuchten lassen. Das hoffe ich für meine Arbeit.“

Friederike Deeg hat in Erlangen, Jerusalem und Heidelberg Theologie studiert. Nach ihrem eineinhalbjährigen Auslandsvikariat in Santiago de Chile hat sie als Pfarrerin in Regnitzlosau und Erlangen-Bruck gearbeitet, bevor sie nach Hannover zur EKD wechselte.

Fluchtursachen bekämpft man nicht mit Mauern – Plakataktion und Mailkampagne

„Fluchtwege bitte freihalten – Fluchtursachen bekämpft man nicht mit Mauern“. Das ist der Titel einer bayernweiten Plakataktion von Mission EineWelt, die am 23. Januar 2018 startet. Mit den Plakaten kritisiert das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) die Abschottungspolitik der EU, die maßgeblich auch von der Bundesregierung mitgestaltet wird. Gleichzeitig wirbt Mission EineWelt für eine Politik, die sich an den Menschenrechten orientiert und wirklich zur Bekämpfung von Fluchtursachen beiträgt. Wer diese Forderungen unterstützen möchte, kann eine entsprechende E-Mail an Bundeskanzlerin Angela Merkel versenden unter:

https://mission-einewelt.de/kampagnen/fluchtwege

Die Bundesregierung betreibt unter dem Feigenblatt „Fluchtursachenbekämpfung“ Abschottungspolitik und schreckt dabei auch nicht vor der Zusammenarbeit mit und der militärischen Aufrüstung von Regierungen zurück, deren Legitimation und Regierungspraktiken unter demokratischen Gesichtspunkten wenigstens fragwürdig sind. Auch die Diskussion über Obergrenzen schürt Hass und Intoleranz und lenkt von den eigentlichen Ursachen und VerursacherInnen von Ungerechtigkeit und Armut in nationalen und internationalen Zusammenhängen ab. Zur Lösung der globalen Problemstellungen in Gegenwart und Zukunft trägt sie nicht bei.

Die Ursachen dafür, dass Menschen angesichts desaströser Lebensumstände in ihrer Heimat keine andere Möglichkeit mehr sehen als Flucht, werden mit dieser Politik und den zugehörigen Diskursen nicht im Geringsten zum Positiven verändert.

Eine Politik der Industrieländer, die zur Schaffung besserer Lebensperspektiven in so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern beiträgt, sieht anders aus. Ein Anfang wäre die Umsetzung folgender Maximen:

► menschenwürdige Arbeit

► keine Waffenexporte in Krisenregionen

► Religionsfreiheit weltweit

► Klimaziele einhalten

► gerechter Welthandel

Die Plakate hängen bis Mitte März 2018 auf Großflächen in sieben bayerischen Städten: Augsburg, Bayreuth, Ingolstadt, München, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen/Schwabach, Regensburg und Würzburg.

Theologische Antwort auf Gewalt – Vortrag der TheologInnen Monica Melanchthon und Jione Havea

Um Gewalt in der Asien-Pazifik-Region und die Möglichkeit einer theologischen Antwort darauf geht es am Dienstag, 23. Januar 2018, um 19.30 Uhr im Johann-Flierl-Saal bei Mission EineWelt. In der Reihe „begegnen und bewegen“ referieren die beiden TheologInnen Monica Melanchthon und Jione Havea. Der Eintritt ist frei.

Die indische Theologin Monica Melanchthon wurde am 20. April 1962 geboren. Sie hat am United Theological College, Bangalore, und an der Lutheran School of Theology at Chicago Theologie studiert und lehrt als Professorin an der Divinity University in Melbourne, Australien.

Seit Anfang des Wintersemesters ist Monica Melanchthon Vicedom-Gastdozentin an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. Die Vicedom-Gastdozentur ist nach dem Missionar Georg Friedrich Vicedom benannt. Vicedom war von 1929 bis 1939 als Missionar in Neuguinea. Später leitete er das Neuguinea-Referat in der Neuendettelsauer Mission. Von 1946 bis 1956 war er Inspektor des Missionshauses. Ab 1956 hatte er den missionswissenschaftlichen Lehrstuhl an der Augustana-Hochschule inne, bis er 1972 emeritierte. 1964 wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Der 52-jährige Theologe Jione Havea kommt aus Tonga und lehrt am United Theological College in Sydney, Australien.

Im Anschluss an die Vorträge führt Julia Ratzmann von der Pazifik-Infostelle durch die Ausstellung „Gender Violence auf Neuguinea“.

Weitere Informationen:

 

https://mission-einewelt.de/events/vortragsabend-theological-response-to-violence-in-the-asia-pacifica/

Die Zukunft im Blick – 31. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG)

Unter dem Leitmotto aus Joh. 10,10 „In Christus leben, im Überfluss gewinnen“ tagte bis Mitte Januar 2018 die 31. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG) im Sine-Sine Bezirk des Ost-Chimbu-Kirchenkreises. Nach einigen krisenhaften Jahren stehen die Zeichen auf Aufbruch. Unter ihrem neuen Bischof Jack Urame will die ELC-PNG wieder mit thematischer Arbeit zu theologischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Themen Relevanz gewinnen. Ein Höhepunkt der Synode war die Unterzeichnung der Partnerschaftsvereinbarung der ELC-PNG mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) durch den Generalsekretär der ELC-PNG, Bernard Kaisom. Die Vereinbarung war zuvor schon während der Herbstsynode der ELKB von den Bischöfen Jack Urame und Heinrich Bedford Strohm sowie von Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel unterzeichnet worden.

Die 31. Synode der ELC-PNG bezog eindeutig Stellung gegen die derzeit in Papua-Neuguinea noch gesetzlich legitimierte Todesstrafe und gegen den Tiefseebergbau vor der Küste, wie ihn vor allem das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals Inc. betreibt. Auch in diesem Zusammenhang positioniert sich die ELC-PNG nun als Gesamtkirche gegen die Linie der Regierung und stellt sich an die Seite der KüstenbewohnerInnen, die Widerstand gegen die mit dem Tiefseebergbau verbundene großflächige Zerstörung des Meeresbodens leisten.
Kirchenpolitisch wurde die Absicht erklärt, die Rolle von Frauen in der Kirche zu stärken. In diesem Kontext begrüßte die Synode, dass sich inzwischen Frauen in Theologie-Studiengänge eingeschrieben haben. Was diese Entwicklung im Hinblick auf die Einführung der Frauen-Ordination bedeutet, bleibt abzuwarten.

Weitere Diskussionen drehten sich um Bildungsnot und Arbeitsplatzmangel, Gewalt gegen Frauen und die Verbesserung der theologischen Ausbildung.

Die offiziellen Ergebnisse der 31. Synode werden in einigen Wochen veröffentlicht.

Thomas Nagel
Medien- und Pressereferent