Die Teilnehmer der CILCA-Konferenz in Managua kamen aus El Salvador, Nicaragua, Honduras, Costa Rica, Brasilien und Bayern. © privat

Im Mittelpunkt standen Vertragsfragen und das Thema Klimawandel und seine Folgen

Länder wie El Salvador oder Honduras kommen in der großen Weltpolitik nicht vor. Costa Rica ist nur Urlaubern bekannt, die es zum Surfen ans Meer zieht. Vor 30 Jahren ging Nicaragua durch die Presse, weil dort eine Diktatur gestürzt wurde. In den letzten 25 Jahren haben sich junge lutherische Kirchen entwickelt, die inzwischen eine wichtige religiöse und gesellschaftliche Rolle in den katholisch geprägten Ländern spielen. Die lutherischen Kirchen in den vier Ländern Costa Rica, El Salvador, Honduras und Nicaragua haben eine Gemeinschaft der lutherischen Kirchen in Zentralamerika (CILCA) gebildet. Die bayerische Landeskirche ist seit 1995 mit der CILCA vertraglich verbunden. In 2015 steht die Vertragserneuerung wieder an.

Um darüber und über die theologische Ausbildung zu reden, kamen Pastor Martin Giron aus Honduras, Erick Umaña aus Costa Rica, Bischof Medardo Gomez aus El Salvador und Victoria Cortez aus Nicaragua als Vertreter dieser Kirchen in Managua zusammen. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), Nestor Friedrich, nahm ebenfalls teil, weil über den Dreiervertrag zwischen bayerischer Landeskirche, brasilianischer Kirche und lutherischen Kirchen Zentralamerikas ein intensiver Austausch besteht.

Neben der Gewalt durch die Drogenkartelle bedrückt die zentralamerikanischen Kirchen zurzeit besonders die ökologische Situation. In El Salvador ist dies deutlich geworden. Die Folgen des Klimawandels wie starke Regenfälle und Stürme, weil Zentralamerika zwischen Atlantik und Pazifik liegt und deshalb sehr verletzlich ist, sind in Mittelamerika jetzt schon massiv spürbar. Dazu kommen Krankheiten und lange Trockenzeiten. Die zentralamerikanischen Länder fordern aus diesen Gründen von den Industrieländern eine Verminderung der CO2-Emissionen und Hilfen für die armen Ländern.

Bei einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur weltweit um 2 Grad wird sich in El Salvador die Temperatur um 4 Grad erhöhen. Deshalb muss noch in diesem Jahrzehnt etwas geschehen. Die Industrieländer müssen den unterentwickelten Ländern helfen. Beim 16. Weltklimakonferenz 2010 in Cancún wurde zwar eine Konvention aufgestellt, aber nicht umgesetzt. German Watch hat El Salvador auf der Liste der verletzlichsten Staaten ganz oben angesiedelt. Benötigt werden aus diesen Gründen ein Techniktransfer, Anpassungsmaßnahmen in den Ländern und Ausgleichszahlungen an die ärmeren Länder. Dadurch sollten jedoch die bisherige Projektarbeit nicht ersetzt werden.

Ein wichtiges Thema der Konferenz war die Vertragsverlängerung zwischen den Kirchen in Brasilien, Bayern und der CILCA, die mit einigen Veränderungen übereinstimmend gewünscht wird. Darüber hinaus wurde ein theologisches Fortbildungsprogramm beschlossen. Der bayerische Theologe Dr. Martin Hoffmann soll Kurse zu theologischen Themen anbieten.