Pfarrer Hannes Kühn mit Synodalpfarrer Joaninho Borchardt. © MEW/Zeller

Seit Anfang November ist Pfarrer Hannes Kühn nun an seinem neuen Einsatzort in São Luís im Nordosten von Brasilien angekommen. Dort wird er für die nächsten drei Jahre im Rahmen eines Austausches zwischen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien arbeiten. Nun wurde Pfarrer Kühn in seine neue Aufgabe eingeführt.

Schon lange hatte die kleine Gemeinde dort auf einen neuen Pfarrer gewartet, nachdem Pfarrerin Fanciele Sanders vor einem halben Jahr in den Mutterschutz ging. Da der „religiöse Markt“ in Brasilien durch eine Vielzahl von neo-pfingstlerischen Freikirchen hart umkämpft ist, setzt eine Vakanz einer Gemeinde besonders zu. Entsprechend freudig wurde der Festakt begonnen: die Kirche, die sich noch teilweise im Rohbau befindet, wurde festlich geschmückt, weitere Stühle besorgt und viele Einladungen verteilt. Da die Gemeinde in São Luís gute ökumenische Kontakte pflegt, waren auch Vertreter der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche eingeladen. Für den festlichen Gottesdienst reiste Synodalpfarrer Joaninho Borchardt (vergleichbar mit einem Regionalbischof) knapp dreitausend Kilometer aus Vitória an.

Zu Beginn des Gottesdienstes betonte der Kirchenvorstand Nascimento Vierira, dass die lutherische Gemeinde in São Luis zwar klein, dafür aber wie eine Familie sei, in der jeder herzlich willkommen ist, und in der man sich gegenseitig unterstützt. Diese Herzlichkeit und Hingabe konnte Pfarrer Kühn nur bestätigen. In seiner Predigt betonte er, dass Christen weltweit trotz unterschiedlicher Kulturen und Sprachen durch den Glauben an den einen Gott verbunden sind, dem „alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen“ (Daniel 7,14). Synodalpfarrer Borchert drückte seine Anerkennung für den Zusammenhalt und das Engagement aus, mit der sich die Gemeinde trotz der langen Vakanz durch verschiedene soziale Projekte für die Menschen in ihrer Umgebung einsetzt. Für die Zeit der Eingewöhnung wünschte er Hannes Kühn Gottes Segen. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es bei gemeinsamen Essen und Trinken die Möglichkeit, den neuen Pfarrer aus Deutschland besser kennenzulernen.