Zwischenzeitig waren es etwa 100 Friedensaktivisten, Interessierte und Passanten, die auf der Museumsbrücke in Nürnberg an der Gedenkveranstaltung „Nacht der 70.000 Lichter“ teilnahmen. Heute vor 70 Jahren, am 6. August 1945, fiel kurz nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit die erste Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima. Drei Tage später wurde die Stadt Nagasaki vom zweiten Atomschlag getroffen. 70.000 Menschen starben sofort, in den folgenden vier Monaten weitere 130.000.
In einer bundesweiten Aktion haben am gestrigen Abend und bis nach Mitternacht Friedensgruppen an dieses Ereignis mit der Absicht gedacht, 70.000 Lichter für die Menschen anzuzünden, die bei den Atombomben-Angriffen unmittelbar ums Leben kamen. In Nürnberg forderten die Friedensinitiativen und kirchlichen Organisationen die Abschaffung der Atomwaffen, die Schließung der Atomkraftwerke und den sofortigen Stopp des Uranabbaus. „Hiroshima mahnt – Atomwaffenfrei jetzt“ war eine der Forderungen, die auf Transparenten auf der Museumsbrücke zu lesen war.
Mission EineWelt und die Pazifik Informationsstelle gehörten neben den Friedensinitiativen aus Nürnberg zu den Mitveranstaltern der nächtlichen Aktion. Nach Ansicht von Julia Ratzmann (Pazifik Informationsstelle) waren noch nie so viele Menschen zu der alljährlich stattfindenden Gedenkveranstaltung gekommen. Sie hatte in einem kurzen Beitrag die Folgen der Atombombentest im Pazifik beschrieben, die dort fünfzig Jahre lang stattgefunden haben. Gisela Voltz hatte im Namen von Mission EineWelt unter anderem den Uranabbau und seine Folgen vor allem in Afrika geschildert und angeprangert. Gleichzeitig hatte die Referentin für Entwicklungspolitik die klare Haltung der bayerischen Landessynode aufgezeigt, die sich eindeutig für die Abschaffung der Atomwaffen ausgesprochen hat.
Den vollständigen Redebeitrag von Gisela Voltz finden Sie hier: Redebeitrag zum Hiroshimatag2015.