Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

GOTTES WORT IST NICHT GEBUNDEN

Gottes Wort ist nicht gebunden, sondern macht uns frei, selbst wenn man, wie Paulus, hinter Gittern sitzt und es einem nicht leicht fällt, so ein Glaubensbekenntnis zu wagen.

Heute ist der Tag, an dem wir uns an eine Frau aus der Reformationszeit erinnern: Argula von Grumbach, geborene von Stauff. Geboren wurde sie 1482 auf der Burg Ehrenfels bei Regensburg von der wir aber heute nur noch wenig sehen können. Als sie zehn Jahre alt war, schenkte ihr Vater ihr eine Bibel in deutscher Sprache, die „Koberger Bibel“, die noch vor Luthers Übersetzung entstanden war. Darin las sie, so dass sie den Inhalt des heiligen Buches schließlich ganz verinnerlicht hatte. Als Hoffräulein bei Herzogin Kunigunde, einer sehr gebildeten Frau, in München lernte sie viel und bekam große Unterstützung nach dem Tod ihrer Eltern, die beide 1509 an der Pest gestorben waren. 1516 heiratete sie den fränkischen Reichsritter Friedrich von Grumbach, der schon 1530 verstarb. Sie selber starb wohl 1554 in Zeilitzheim in Unterfranken. Aus der Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor.

Neben all ihrer häuslichen Arbeit las sie alles, was ihr vor ihre Augen kam und auf Deutsch geschrieben war, zum Beispiel Luthers Werke. Durch einen regen Briefwechsel stand sie mit zahlreichen Personen in Verbindung, auch mit Luther, der sie sehr schätzte und „ein einzigartiges Werkzeug Christi“ nannte. Waren andere Menschen wegen ihres Glaubens in Schwierigkeiten geraten, versuchte sie zu helfen und schreckte dabei auch vor den Gelehrten einer ihr feindlich gesonnenen Universität nicht zurück. Ihre Schriften fanden 30.000 Leser. Sie war eine der ersten weiblichen Autorinnen der evangelischen Kirche. Ihr ging es um die evangelische Wahrheit, selbst wenn das vielen nicht passte. Aber das Wort Gottes, das Evangelium sollte nicht gebunden sein.

Gebet von Elisabeth Cruciger, einer Zeitgenossin von Argula von Grumbach:

Du Schöpfer aller Dinge,
du väterliche Kraft,
regierst von End zu Ende
kräftig aus eigner Macht.
Das Herz uns zu dir wende
und kehr ab unsre Sinne,
dass sie nicht irrn von dir. Amen

Andacht: Karl Lippmann
Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

BUT GODS FIRM FOUNDATION STANDS

The word of God is not bound, it makes us free, as St. Paul discovered while he was in prison.

Today we remember one of the first women who played an important role in the beginning of the Lutheran reformation. Argula von Grumbach, née Stauff was born 1482 in a small castle near the town of Regensburg. When she was ten years old her father presented to her one of the first Bibles printed in German language before Luther’s translation. She really became familiar with what she read.

At the age of sixteen she became lady-in-waiting to the duchess Kunigunde of Bavaria in Munich. Before long both her parents fell ill from plague and died. In 1516 Argula married the baron Friedrich von Grumbach, with whom she had four children. Her knowledge of the Bible brought her in contact with the developing reformation. She wrote letters to many people including Martin Luther, whom she finally met 1530 at Coburg castle.
When one of Luther’s followers was arrested in Bavaria she wrote a famous letter to the Ingolstadt University, which later was edited as a bookled. About 30.000 people read her publications. Also her family was not always supportive to her she would never give in.

So we can say the word of God, the Gospel never was bound.

Prayer: Karl Lippmann
Illustration: Daniela Denk