Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und Schaffe Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut. Jesaja 45,6-7

 

Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus. 2. Thessalonicher 3,5

 

Eigentlich wiederstrebt mir die Vorstellung eines Gottes, der, wie es die Losung des heutigen Tages nahelegt, alles – Frieden und Unheil – schafft. Gerade bei Letzterem habe ich manchmal das Gefühl, dass dies als Ausrede oder einfache Erklärung missbraucht wird. Wenn ich mir Dinge nicht erklären kann oder einen Schuldigen suche, dann mache ich Gott dafür verantwortlich. Einer möglichen Eigenverantwortung oder Mitschuld weiche ich aus. Mit einem mündigen Christentum, dessen Auftrag auch die Mitgestaltung der Welt beinhaltet, hat das wenig zu tun.

Auf der anderen Seite haben Naturkatastrophen, Pandemien, gewalttätige Auseinandersetzungen oder weltweite Herausforderungen, wie zum Beispiel die Klimaveränderung, oft die Eigenart, dass sie mich überfordern. Eine Veränderung oder Mitgestaltung zu einem Besseren, scheint auf den ersten Blick schier unmöglich. Ich fühle mich überfordert, ja machtlos.

Gerade in solchen Momenten kann die Vorstellung, dass ich all diesen Entwicklungen nicht machtlos ausgeliefert bin, Kräfte und Hoffnung freisetzen. Auf dem Hintergrund, dass diese Welt am Ende von einem Sinn zusammengehalten wird, der größer ist als der, den ich mir manchmal vorstellen kann, bekomme ich die Kraft, selbst zu handeln. Wenn mein Herz von Gottes Liebe getragen wird und auf sie ausgerichtet ist, kann sich empfundene Machtlosigkeit und Mutlosigkeit in Phantasie und Aktion verwandeln. Und dann machen eben auch die sprichwörtlichen vielen kleinen Schritte an vielen Orten der Welt einen Unterschied!

 

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

I am the Lord, and there is no other. I form the light and create darkness, I bring prosperity and create disaster; I, the Lord, do all these things. Isaiah 45:6-7

 

May the Lord direct your hearts into God’s love and Christ’s perseverance. 2. Thessaloninas 3:5

 

Actually, the idea of a God who, as the watchword for today suggests, creates everything – peace and destruction – strikes me. With the latter in particular, I sometimes have the feeling that this is being misused as an excuse or a simplified explanation. When I can’t explain things to myself or find someone to blame, I blame God for it. I avoid to take a personal responsibility or complicity. This has little to do with a mature Christianity whose mission it is to shape the world.

On the other hand, natural disasters, pandemics, violent clashes or global challenges such as the climate change, often have an overwhelming impact. A change or participation, for a better, seems almost impossible at first sight. I feel overwhelmed, even powerless.

It is precisely at such moments that the idea that I am not at the mercy of all these developments can release strength and hope. Against the background that in the end this world is held together by a meaning that is greater than what I can sometimes imagine, I get strength to act myself. When my heart is carried by God’s love and is focused on it, perceived powerlessness and discouragement can turn into imagination and action. And then the proverbial many small steps in many places around the world can make a difference!

 

Prayer: Hanns Hoerschelmann

Illustration: Daniela Denk