Vom 1. Juni bis zum 27. Juli 2019 riefen die Fairtradestädte (Nord-)Schwabens zur #HandychallengeSchwaben auf: „Schaffen wir es, 1600 Handys zu sammeln und dem Recyclingkreislauf zuzuführen?“ – Nun ist der Inhalt der Sammelkisten ausgezählt: Genau 2210 Althandys konnten für den Recycling-Kreislauf gesammelt werden. In Rohstoffen bedeutet das: mehrere Kilo recyceltes Kupfer sowie kleinere Mengen Silber und Gold. Der Erlös wird für Bildungsangebote in Liberia, El Salvador und Bayern verwendet. Gesammelt haben die Fairtradestädte Aichach, Augsburg, Bad Wörishofen, Bobingen, Oettingen, Pöttmes, Senden und Stadtbergen. Die #HandychallengeSchwaben wurde initiiert durch die Eine-Welt-Promotorin der Region (Nord-) Schwaben, Henriette Seydel, in Zusammenarbeit mit den Fairtradetowns. Die Handyaktion Bayern wird von Mission EineWelt und dem Eine Welt Netzwerk Bayern koordiniert.

Rodrigo Mundaca kämpft in seiner Heimat Chile für den freien Zugang zu Wasser. 90 Prozent der Wasserrechte sind dort privatisiert, exportorientierte große Agrarunternehmen nutzen das Wasser aus Flüssen und Brunnen. Leidtragende dieser ausschließlich profitorientierten Praxis ist die Landbevölkerung: Die Menschen dort haben keinen freien Zugang zu Wasser und leiden somit unter extremer Wasserknappheit.

Nach der festlichen Verleihung des internationalen Menschenrechtspreises am 22. September 2019 im Nürnberger Opernhaus an Rodrigo Mundaca, gab es bei der anschließenden Nürnberger Friedenstafel die Gelegenheit, dem Preisträger zu begegnen. Die Mission EineWelt-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann nutzten diese Möglichkeit und überreichten Mundaca ein kleines Geschenk.

Bereits vor der Preisverleihung hatte Mission EineWelt zusammen mit dem Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg am 20. September eine „Wasserkonferenz“ veranstaltet. Federführend dabei waren für Mission EineWelt unter anderen Menschenrechtsreferent Sergio Rios Carrillo mit einem Vortrag und Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik, als Moderator der Podiumsdiskussion zu Wasser und Privatisierung. Zudem gab es einen Wasser-Workshop für Schulklassen und eine Wasserausstellung von Brot für die Welt.

 

Jürgen Bergmann

Die Linie bis zum Träger des diesjährigen Menschenrechtspreises, Rodrigo Mundaca, der sich in Chile unter Lebensgefahr für den freien Zugang zu Wasser einsetzt, ist lang: Bruce Lees Kung Fu-Credo, die Massenproteste in Hongkong, eine Wutrede des Propheten Amos, ein Versprechen Jesu. Überall geht es um Wasser: als Methode, als (zentraler) Stoff und Quelle des Lebens, als Symbol für Gerechtigkeit und als inspirativer Kraftstoff zum Wirken für Mitmenschen und Mitwelt.

Anhand dieser Knotenpunkte zeigte am 22. September 2019 in der Nürnberger St. Martha-Kirche Mission EineWelt-Direktorin Gabriele Hoerschelmann in ihrer Predigt zur Verleihung des diesjährigen Nürnberger Menschenrechtspreises die vielfältige konkrete, kulturelle und spirituelle Bedeutung von Wasser als Stoff und Begriff auf.

„Auf Wasser basiert unser ganzes Leben, das menschliche wie auch das der Pflanzen und Tiere“, machte die Theologin klar. Die Dimension dieser Erkenntnis begännen die Menschen „nur langsam zu begreifen“. Der Einsatz für den freien Zugang aller Menschen, zu sauberem Wasser, der seit 2010 von den Vereinten Nationen zum Menschenrecht erklärt wurde, sei „ein Gebot der der Menschlichkeit und gleichzeitig ein Gebot Gottes“.

Die Kraft für diesen Einsatz könnten Christ/innen aus einem Versprechen Jesu schöpfen: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.“ (Johannes 4,14)

Folgerichtig mündete die Predigt in eine Aufforderung, im Vertrauen auf Gott aktiv zu handeln. „Dass Jesus uns das Wasser des Lebens gibt, bedeutet, dass wir selber die Kraft bekommen, zu handeln“, betonte Gabriele Hoerschelmann. „Wir werden befähigt, selber Wasser zu sein, uns fließend einzusetzen für die Rechte der anderen. Mit der Kraft des lebendigen Wassers sind wir in der Lage, alles zu durchdringen und zu verändern.“

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ – Während in Berlin die Regierungskoalition über ein „Klimaschutzpaket“ verhandelt, demonstrieren heute überall Menschen für mehr Klimaschutz. Auch im sonst beschaulich ruhigen Neuendettelsau machte sich eine Gruppe von internationalen Freiwilligen und Mitarbeitenden von Mission EineWelt auf die Socken und demonstrierte lautstark für mehr und konsequenten Klimaschutz – JETZT!!!

Vom 20. bis 23. August 2019 hat die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (Evangelical Lutheran Church in Tanzania, ELCT) ihre 20. Generalversammlung in Arusha/Tansania abgehalten. Das Thema der diesjährigen Vollversammlung lautete „Shepherd the flock of god …“ (1. Pet. 5:2).

Im Rahmen der Versammlung wurde Bischof Dr. Fredrick Shoo als leitender Bischof der ELCT für vier weitere Jahre (2019 – 2023) bestätigt. Ebenso wurde Alice Mtui als Church Recording Secretary für vier weitere Jahre (2019 – 2023) wiedergewählt.

Herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl!

Wir wünschen Dr. Fredrick Shoo und Alice Mtui für die kommenden Aufgaben alles Gute, viel Kraft und Gottes Segen.

Engagement für ein friedliches Zusammenleben, in einer multireligiösen Welt, das war das Anliegen einer dreiwöchigen Internationalen Summer School von Mission EineWelt im Juli 2019. 25 Teilnehmende aus 20 verschiedenen Ländern haben ihre Erfahrungen dazu miteinander geteilt, diskutiert und sich gegenseitig für ihr weiteres Engagement in ihrem Umfeld ermutigt.

Das Zusammenkommen der vielfältigen Lebensgeschichten war der eigentliche Schatz des Seminars, und so wurde viel erzählt, zugehört, gelacht, und nicht selten auch starke Betroffenheit miteinander geteilt. Unterstützt wurde die konstruktive und offene Atmosphäre auch durch William Obaga, der in kurzer Zeit viele für gemeinsames Singen begeistern konnte. Friedensarbeit braucht sehr viel fachliche Kompetenz und Konzepte, aber auch eine respektvolle Haltung, und die Fähigkeit und die Bereitschaft, vertrauensvoll und verantwortungsvoll miteinander umzugehen. Es ist ein informelles Netzwerk entstanden, das in sehr verschiedenen Ländern weitere Impulse setzen will.

Die Gruppe hat in Deutschland islamisches, jüdisches, buddhistisches und säkulares Leben kennengelernt, in Bayern, Wittenberg und Berlin. Auch die Gemeindebesuche für ein Wochenende waren für viele sehr bereichernd. Gleichzeitig gab es hochkarätige Impulse durch weitere Referentinnen und Referenten. So lernten sie die Organisation wings of hope kennen, die sich in vielen Ländern für die Heilung von Traumata engagiert, oder auch kokon, eine evangelische bayerische Einrichtung zur Unterstützung von Konfliktbearbeitung. Außerdem gab es Gäste, mit denen über Interkulturelle Kompetenz für die Kirchen, Interreligiöse Beziehungen, Menschenrechte, Postkolonialismus oder Öffentliche Theologie diskutiert werden konnte. Auch ein langes Treffen im Auswärtigen Amt war möglich, mit aufmerksamem gegenseitigem Zuhören. Besuche auf der Wartburg oder auch im Konzentrationslager Buchenwald, in Leipzig, in Naumburg oder in Nürnberg gehörten zum Programm. So blieben neben Martin Luther auch Elisabeth von Thüringen und Katharina von Bora im Gedächtnis.

In den letzten Tagen entstand eine „Joint Vision“ (pdf zum Download: A Joint Vision_Summerschool_2019), eine gemeinsame Vision: Die Teilnehmenden haben zusammengefasst, was sie mitnehmen, und was sie weitertragen wollen, für ihre weiteren Wege und für ihre Kirchen. Damit nahmen sie die Zusage Jesu auf, die am Anfang des Seminars stand, und die allen gilt, die es hören: Selig sind, die Frieden stiften. Sie werden die Kinder Gottes genannt werden.

Gottfried Rösch

Hiroshima war gestern. Kleiner leichter schneller, fünf bis 50 Mal mehr Sprengkraft, ein Sprengkörper, der mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit bis zu zehn Meter tief in massives Gestein eindringen kann und dort erst explodiert, ein ausgeklügeltes Navigationssystem on bord. Das sind laut Physiker Wolfgang Nick vom Friedensmuseum Nürnberg die Attribute der atomaren US-Mittelstreckenraketen neuester Bauart. Und wenn die Bundesregierung nicht endlich den Bundestagsbeschluss von 2010 umsetzt, wonach es in Deutschland keine Nuklearwaffen mehr geben soll, werden diese Raketen die etwa 20 US-Atombomben ersetzen, die im Bundeswehrfliegerhorst Büchel in der Eifel stationiert sind.

Hiroshima mahnt! – das jährliche Gedenken an die verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki stand dieses Jahr mehr denn je im Zeichen der aktuellen atomaren Bedrohung. Die Kündigung des INF-Vertrags durch die USA, der vor über 30 Jahren das atomare Wettrüsten von Russland und den USA beendete, lässt einen neuen Wettlauf um das infernalste Arsenal von Massenvernichtungswaffen befürchten. Und an diesem neuerlichen Wettrüsten werden nicht mehr zwei Atommächte teilnehmen, sondern möglicherweise sechs oder sieben. „Die Gefahr eines Atomkriegs, auch eines Atomkriegs hier in Mitteleuropa, steigt rasant“, meint Wolfgang Nick. Die OrganisatorInnen des Hiroshima-Gedenkens in Nürnberg, das Nürnberger Evangelische Forum für den Frieden (NEFF), die Friedensinitiative Nürnberg-Nordost (FINO), das Friedensmuseum Nürnberg, Mission EineWelt, die Pazifik-Informationsstelle Neuendettelsau und die Internationale Ärzteinitiative zur Verhinderung des Atomkriegs (IPPNW) Nürnberg, fordern die Bundesregierung auf, sich international für ein neues Abrüstungsabkommen einzusetzen. Zudem, so das Aktionsbündnis, solle die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen und seine Ratifizierung im Bundestag forcieren. Der Atomwaffenverbotsvertrag wurde im Juli 2017 von 122 Staaten der UN-Vollversammlung beschlossen und ist mittlerweile von über 60 Staaten unterzeichnet worden. Unter anderem verbietet er jegliche Aktivitäten mit Kernwaffen: von der Entwicklung und Herstellung über Tests, Transport und Lagerung bis hin zum Einsatz sowie zu dessen Androhung. Unter das Verbot fiele auch bereits die Unterstützung solcher Aktivitäten.

Luisa Buckel/Thomas Nagel

Hiroshima mahnt! Keine zivile und militärische Nutzung von Kernenergie! Atomwaffenfrei jetzt! Diese Forderungen stehen am 6. August 2019 im Fokus des alljährlichen Hiroshima-Gedenktags. An diesem Tag vor 74 Jahren starben in Hiroshima (Japan) mehr als 70.000 Menschen durch den Abwurf einer US-amerikanischen Atombombe. Nach einer Phase der Abrüstung kehrt die momentane Weltpolitik wieder zu einer Tendenz der Aufrüstung zurück. Im Iran wird wieder mehr waffenfähiges Uran angereichert, nachdem die USA 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen ist. Auch der INF-Vertrag, der 1987 zwischen der damaligen Sowjetunion und den USA zur Eindämmung der Aufrüstung abgeschlossen wurde, läuft, wenn Russland keine Kehrtwende macht, Anfang August dieses Jahres aus. Mission EineWelt und die Pazifik-Informationsstelle laden mit weiteren lokalen Initiativen und Organisationen am 6. August von 21 bis 23 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf der Museumsbrücke in Nürnberg ein. 

Mit einem „Kerzenmeer“, Lesungen und Live-Musik wird an die unzähligen Opfer atomarer Strahlung und Zerstörung erinnert. Die Musik kommt vom mehrfach ausgezeichneten amerikanischen Chapman-Stick-Virtuosen Eliah Levy.

Tod, Verzweiflung, Fehlgeburten, Krebserkrankungen, Geisterstädte, zerstörte Familien, Vertreibung, Ungewissheit, Ungerechtigkeit, Verlust und Vernichtung. – alles Worte, die einem ein komisches Gefühl in der Magengegend geben und über die man nicht gerne nachdenkt oder redet. Alles Worte, die gerade heutzutage wieder aktuell werden und zu einem Thema passen: Atomwaffen.

Vor 74 Jahren, im Jahr 1945, detonierte die erste Atombombe auf US-amerikanischen Boden in New Mexico, etwa 40 Kilometer von dem kleinen Dorf Tularosa entfernt. Dies war der erste Testlauf der Massenvernichtungswaffe, bei dem laut Aussagen der Regierung nur ein paar Klapperschlangen und Kojoten ums Leben kamen, sonst aber Niemand einen Schaden erlitt. Die Menschen in Tularosa und Umgebung sehen das anders. Sie wurden nicht gewarnt und kämpfen bis heute um Schadensersatz für erlittene Krebserkrankungen sowie mit dem Verlust geliebter Menschen. Zwei Monate später warf die US-Regierung zwei Atombomben über Japan ab: Hiroshima und Nagasaki. Zusammengerechnet starben dabei 150.000 Zivilisten. Durch die Spätfolgen und die „Strahlenkrankheit“ (Blutkrebs), kamen noch weitere rund 100.000 Tote dazu. Viele Familien wurden zerrissen. Weitere Folgen waren verseuchtes Trinkwasser und nicht mehr nutzbare Felder.

Infolge einer Welle der Empörung, von Demonstrationen und Verhandlungen wurden nach diesen schrecklichen Ereignissen einige wichtige, zukunftsweisende Verträge und Abkommen unterzeichnet, die alle die Abrüstung und den vorsichtigen Umgang mit Atomwaffen zum Ziel hatten. Doch diese Sicherheitspfeiler geraten momentan mächtig ins Wanken.

Luisa Buckel

VeranstalterInnen:

Mission EineWelt (MEW), Pazifik-Informationsstelle, Friedensinitiative Nordost (FINO), Friedensmuseum Nürnberg, Nürnberger Evangelisches Forum für den Frieden (NEFF)

Wie drängend sollen Klimawandel und Umweltzerstörung noch werden, bevor die Menschheit endlich mit der notwendigen Konsequenz handelt? – Diese Frage, die derzeit endlich breit diskutiert wird, prägte auch die Lila Nacht und das Fest der weltweiten Kirche am 20. und 21. Juli 2019 bei Mission EineWelt. Das Centrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Partnerschaft, Entwicklung und Mission hat mit seiner im Mai gestarteten Jahreskampagne „Die Schöpfung – Not for Sale“ den tief im christlichen Glauben verankerten verantwortungsvollen Umgang mit Gottes Schöpfung ins Zentrum gestellt.

Mit dieser Kampagne wolle Mission EineWelt „nicht den Zeigefinger erheben, sondern dazu einladen, gemeinsam diese Welt verantwortungsvoll zu gestalten“, sagte Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann zum Auftakt des Festgottesdienstes am 21. Juli in der Neuendettelsauer Nikolaikirche. „Wir sind befreit aus Gottes Gnade. Und diese Befreiung birgt die Chance, konsequent zu handeln.“ Filibus Musa, Präsident des Lutherischen Weltbundes, brachte die Dringlichkeit, endlich verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen, in knappen Worten auf den Punkt: „Der Zeitpunkt, zu handeln, war gestern. Als ChristInnen sind wir aufgefordert, aktiv zu werden.“ Der Lutherische Weltbund (LWB) setzt sich bereits seit 1977 für die Bewahrung der Schöpfung ein. „Mit unserem aktuellen Programm „Waking the Giant“ wollen wir die Kirchen weltweit einladen, ihre Stimme zu erheben und sich für die Umsetzung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen zu engagieren.“

Upolu Luma Vaai, Leiter des Pacific Theological College auf Fidschi, betonte in seiner Predigt, das Jahresthema „Die Schöpfung – Not for Sale“ passe „sehr gut zu dem Kampf, den wir in unserer Welt führen“. Die pazifischen Inseln seien „durch industrielle Ausbeutung verwüstet“ worden, und zwar von „Unternehmen, die das Luxusleben der reichen Nationen sichern“, prangerte Vaai die sich immer weiter verschärfende globale Ungerechtigkeit an. Die Folgen, die Vaai aufzählte, sind existenziell: Ganze Inseln drohen zu versinken, immer öfter wüten Zyklonen, die großen Fischereigesellschaften fischen die Meere leer und nehmen den InselbewohnerInnen ihre Nahrungsgrundlage, und zudem verseucht Mikroplastik Fische und Meeresfrüchte. Das Fazit des Theologen: „Ozeanien steht kurz vor der Auslöschung, wenn wir nicht handeln.“ Und, weiter gefasst, aber nicht minder einsichtig: „Wenn die Erde stirbt, sterben auch wir.“

Höhe- und Schlusspunkt des Festes der weltweiten Kirche war traditionell die Verabschiedung der Freiwilligen, die im Rahmen des IEF-Programms (Internationale Evangelische Freiwilligendienste) für ein Jahr ins Ausland gehen. 26 junge Menschen bekamen dieses Jahr den Segen für ihren Einsatz in China, Argentinien, Bolivien, Costa Rica, Brasilien, Chile, Papua-Neuguinea und auf den Fidschi-Inseln.

Den Rahmen bildete ein buntes Programm mit Information, Konzerten und Mitmachangeboten. Für beste Musik sorgten Michael Lewerenz (Salsa), das Gospeltrio JES, die Tanzbühne Nürnberg mit Hula – traditional, A Desert Symphony, Grupo Sal Duo, Bienads, Gsus Praise und Mount Lion.

Am Abend zuvor hatten bei der Lila Nacht Menschen verschiedenster Herkunft den Innenhof von Mission EineWelt bevölkert und im festlichen Ambiente zusammen gegessen und bei Musik von Wally & Ami Warning ein Fest der Vielfalt und des internationalen Miteinanders gefeiert.

Insgesamt kamen rund 1.500 Menschen zu den Veranstaltungen von Mission EineWelt.

Am 20. Juli 2019 wurden im Rahmen eines Studientags mit anschließendem Gottesdienst in der St. Nikolaikirche in Neuendettelsau und Empfang bei der Lila Nacht Reinhard Hansen, Leiter des Referats Afrika und stellvertretender Leiter von Mission EineWelt, und Ulrike Hansen, Studienleiterin im Referat Mission Interkulturell, verabschiedet. Mit dabei waren unter anderem auch der Präsident des Lutherischen Weltbundes und Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria, Filibus Musa, und Professor Faustin Mahali, Vize-Kanzler der Tumaini University Makumira inTansania. Für Mission EineWelt geht mit dem Abschied der Hansens zweimal eine Ära zu Ende. „Ihr habt an uns allen und an den Menschen in der Ferne, die uns verbunden sind, gewirkt“, sagte Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt.

Sie haben große Spuren hinterlassen. „Die Liste dessen, was du bewegt und in Frage gestellt hast, würde die Zeit für dieses Grußwort bei weitem sprengen“, drückte Drea Fröchtling, Vorsitzende der Kommission für Frauen und Gender in Mission und Ökumene des Evangelischen Missionswerks in Deutschland, ihrer Kollegin Ulrike Hansen ihre Bewunderung aus. Kirchenrat Hans-Martin Gloël stand dem nicht nach: „Ich sehe einen ganzen Wald von Bäumen, die du gepflanzt hast“, lobte er Reinhard Hansen.

In ihrer gemeinsamen Predigt beim Verabschiedungsgottesdienst nahmen Ulrike und Reinhard Hansen unter anderem kritisch Stellung zum derzeitigen Umgang der EU mit Menschen, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. „Jesus möchte, dass menschliche Regelungen das menschliche Zusammenleben positiv fördern. Aber leider gibt es viele Bereiche, wo das nicht der Fall ist, legte Reinhard Hansen den Finger in die Wunde. Ein Beispiel sei die Seenotrettung. „Die Retter stehen vor Gericht. Menschen ertrinken im Mittelmeer, das zum größten Massengrab der Geschichte wird.“ Früher habe die simple Regel gegolten, „wer in Seenot ist, wird gerettet, und basta“. Inzwischen scheine die EU aber ihre Werte verloren zu haben. Von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern forderten die Hansens eine deutliche Ansage zu solchen Missständen: „Jesus fordert von uns, dass wir uns damit befassen.“

Ulrike Hansen war seit 1995 Studienleiterin im heutigen Referat Mission Interkulturell von Mission EineWelt. Bis 2005 lag ihr Arbeitsschwerpunkt in der Begleitung ausländischer StipendiatInnen, anschließend in der ökumenischen Frauenarbeit. Von 2004 bis 2009 und von 2016 bis 2019 war sie zudem Vorsitzende der heutigen Kommission für Frauen und Gender in Mission und Ökumene des Evangelischen Missionswerks in Deutschland – früher: EMW-Kommission Frauen in der Mission. Die Arbeit bei Mission EineWelt war aber nur eine Hälfte ihrer beruflichen Tätigkeit. Auch nach ihrem Abschied von Mission EineWelt wird die 62-Jährige weiter auf ihrer halben Stelle als Gemeindepfarrerin in Vestenberg arbeiten.

Reinhard Hansen arbeitete von 1994 bis 2001 als Fachreferent Tansania und danach bis heute als Leiter des Referats Afrika für Mission EineWelt. Der 63-Jährige tritt nun in die passive Phase seiner Altersteilzeit über.