Rund ein Vierteljahr nach ihrer offiziellen Aussendung ist es soweit: Am 1. Juli fliegen Paula und Fabian Trzebiatowski nach Kenia.

Foto: Daniela Denk

Foto: Daniela Denk, MEW

Paula  Trzebiatowski wird in der Kenyan Evangelical Lutheran Church (KELC) als „Director of Christian Education“ und als Gemeindepfarrerin in Nairobi arbeiten. Unter anderem soll die 29-jährige Theologin Bildungsprojekte planen und begleiten, Schulungen durchführen und Materialien für verschiedene Zwecke, vom Kindergottesdienst bis zur Erwachsenenbildung, entwerfen.

Der studierte Politikwissenschaftler Fabian Trzebiatowski, der seit 2016 in einer Grünwalder Managementberatung tätig war, soll in der KELC als „Projects and Strategy Advisor and Consultant“ mitarbeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär der KELC soll der 28-Jährige Struktur und Projekte der KELC analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten entwickeln.

Foto: Thomas Paulsteiner

Foto: Thomas Paulsteiner

Choong Chee Pang wurde am 10. September 1942 in Ipoh im Norden von Malaysia geboren. Dort wuchs er als Kind chinesischer Flüchtlinge auf. In diesen Jahren verdächtigten die britischen Kolonialherren alle chinesisch stämmigen Menschen in Malaysia, kommunistische Rebellen im Norden Malaysias zu unterstützen. Deshalb wurden sie in umzäunten Lagern, sogenannten „New Villages“, untergebracht. Die hygienischen und medizinischen Verhältnisse in diesen Lagern waren katastrophal, so dass schon bald verschiedene Lutherische Kirchen und später auch der Lutherische Weltbund (LWB) humanitäre Hilfe für diese Menschen bereitstellten. Anfangs skeptisch gegenüber Missionaren, die oft ebenfalls aus dem kommunistischen China deportiert worden waren, kam Choong Chee Pang näher mit ihnen in Berührung, als diese eine Kirche gegenüber seinem Elternhaus errichteten. Beeindruckt war er von der Gastfreundlichkeit der Missionarsfamilien und von den christlichen Hakka-Liedern, die sein Interesse an der biblischen Botschaft weckten. 1961 erhielt er ein Stipendium, um in Singapur zu studieren, wo er in einer Studierendengemeinde eine neue geistliche Heimat fand. Sein akademischer Weg führte ihn nach London, Aberdeen, Oxford und Harvard, wo er Literaturwissenschaften, Theologie und Philosophie studierte. Tief verwurzelt in der chinesischen Kultur war es sein Anliegen, das Evangelium für diese Kultur zu interpretieren.

Mit Leidenschaft, wissenschaftlicher Gründlichkeit und Charisma avancierte er zu einem der bedeutendsten Theologen Asiens. In den 1980er und 90er Jahren war er Dozent und Principal des ökumenischen Trinity Theological College in Singapur sowie Gastprofessor an der Beijing University in Peking und der Fudan University in Shanghai. Zeit seines Lebens hielt er engen Kontakt zu den lutherischen Kirchen in Malaysia und in Singapur sowie zum Lutherischen Weltbund. Bei der 9. Vollversammlung des LWB 1997 in Hongkong hielt er die Haupteröffnungsrede.

Eine gewisse Berühmtheit erlangte er auch als abstrakter Künstler und aktives Mitglied der Modern Art Society Singapore und der Singapore Art Society. Seine Gemälde wurden in über 15 Ländern ausgestellt.

Choong Chee Pangs Beziehungen zum Missionswerk und später zu Mission EineWelt reichen zurück bis in die späten 1970er Jahre, als er am ersten „Summer-School-Symposium“ für Theologen aus Ostasien teilnahm. Seit dieser Zeit war es seine unermüdliche Empfehlung, die jungen lutherischen Kirchen in Asien ins Blickfeld zu nehmen und die Beziehungen zu intensivieren. In den folgenden Jahren besuchte er Neuendettelsau mehrfach. Sein besonderes Anliegen waren die sogenannten „Kultur-Christen“ an chinesischen Universitäten, also hochgebildete chinesische Akademiker*innen, die sich zunächst aus akademisch-philosophischem oder religionswissenschaftlichem Interesse mit dem Christentum befassten und dadurch nicht selten zu einem persönlichen Glauben an Jesus Christus fanden. Das Missionswerk und später MEW finanzierte diesen außergewöhnlichen Einsatz und Choongs Gastdozenturen an staatlichen chinesischen Universitäten bis 2017, als die langen Reisen zunehmend beschwerlicher für ihn wurden. Danach hat er sich verstärkt auf die Veröffentlichung verschiedener Bücher und Beiträge konzentriert.

Bei zahlreichen Begegnungen, ob mit dem jeweiligen PPO-Referenten, oder mit offiziellen Besucher*innengruppen und kirchenleitenden Delegationen war er ein äußerst gern gesehener Interpret und Gesprächspartner, der dabei half, Erfahrungen und Beobachtungen, die man in China gemacht hatte, einzuordnen und im größeren Zusammenhang zu verstehen.

Choong Chee Pang war eine inspirierende Person. Es ist ihm gelungen, das Wesentliche des Glaubens an Jesus Christus mit seiner Liebe zur chinesischen Kultur in Einklang zu bringen. Als Theologe war das sein Vermächtnis. Seine Empfehlung an das Missionswerk und später an Mission EineWelt war, sich ganz bewusst mit dem zunehmend, dominierenden weltweiten Einfluss der chinesischen Kultur und Politik auseinander zu setzen. Die wachsende Aufgeschlossenheit vieler Chinesinnen und Chinesen für den christlichen Glauben hat Choong als besondere Chance erkannt und darin Gottes persönliches Eingreifen im historischen Wandel Chinas gesehen.

Choong Chee Pang verstarb am 12. Juni 2021 in Singapur nach einer jahrelangen Krebserkrankung im Kreis seiner Familie. Möge er im Frieden ruhen und gut in Gottes Hand aufgehoben sein, und möge Gott seiner Frau und allen, die um ihn trauern, nahe sein und sie in seine Arme schließen.

Gernot Fugmann, Thomas Paulsteiner

v.l.n.r.: Gesa Birkmann (TDF – Terre des Femmes), Susan Pusunc-Meier (Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V.), Dr. Gisela Schneider (Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission e. V.), Aleksandra Koluvija (IJM – International Justice Mission Deutschland), Beauftragte der Bundesregierung für v.l.n.r.: Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe Dr. Bärbel Kofler, Helle Døssing (Brot für die Welt), Anke Täubert (Brot für die Welt). Bildnachweis: Farys, Difäm.

Am 22. Juni überreichte die Kongo-Kampagne 11.815 Unterschriften an Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.
Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege und den 16 beteiligten Organisationen, darunter auch Mission EineWelt, fordern die Unterstützer*innen: Die Bundesregierung soll sich für die Beseitigung der Straflosigkeit von Tätern sexualisierter Gewalt einsetzen und deutsche Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte in der Rohstoffgewinnung und deren Lieferketten verpflichten.

Mehr Infos: https://www.die-kongo-kampagne.de/de/home

Mission EineWelt-Direktorin Gabriele Hoerschelmann spricht darüber, dass zur Kommunikation mit Gott auch mal eine Silbe reichen kann. Entscheidend ist, dass die Verbindung nicht abreißt – über alle menschlichen Höhen und Tiefen hinweg.

https://youtu.be/gFIpb22_WZ4

 

Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2021 ruft Mission EineWelt, das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, dazu auf, Abschiebungen aus Deutschland für die Zeit der Pandemie auszusetzen. Es ist aus humanitären Gründen nicht zu verantworten, Menschen in Länder mit unzureichendem Gesundheitssystem und hohem Infektionsgeschehen zurückzuschicken. Sie werden zum einen einer hohen individuellen Ansteckungsgefahr ausgesetzt, die infolgedessen zum anderen das weltweite Pandemiegeschehen nur noch weiter fördert“, sagt Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt.

Trotz Corona schiebt Deutschland weiterhin Geflüchtete in ihre Heimatländer ab, allein 2020 waren es 10.800 Menschen. Abgeschoben wird auch in Hochinzidenzländer und Risikogebiete wie Afghanistan, Iran, Pakistan, Äthiopien oder Nigeria. Auch mit der Pandemiebekämpfung überlastete europäische Länder wie Griechenland, Rumänien, Bulgarien, Italien oder Spanien sind im Zuge der Dublin III-Verordnung Zielgebiete.

Die psychische Belastung für Menschen, denen eine Abschiebung droht, ist auch ohne Corona immens. Die ständig im Raum stehende Drohung mit Abschiebung verstärkt Depressionen und Hoffnungslosigkeit. Immer wieder kommt es aus Angst vor Abschiebung zu Suizidversuchen.

Bereits auf ihrer Frühjahrstagung 2021 appellierte die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern an die bayerische Staatsregierung, während der Corona-Pandemie Abschiebungen in Konflikt- und Risikoregionen einzustellen, sowie Überstellungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung auszusetzen.

„Deutschland hat eine christliche, humanitäre und moralische Fürsorgepflicht für Geflüchtete. Zumal sich durch die Pandemie in vielen Ländern die wirtschaftliche und politische Situation massiv verschlechtert hat. Deshalb würde ein Abschiebungsmoratorium für die Zeit der Pandemie unserer Gesellschaft, die sich zu christlichen und humanistischen Werten bekennt, gut zu Gesicht stehen“, sagt Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt. „Gemeinsam mit unseren Partnern weltweit setzten wir uns für die Bekämpfung von Fluchtursachen wie Klimawandel, Umweltzerstörung, unfaire Handelsbedingungen und ausbeuterische Arbeitsbedingungen ein.“

Dafür ist leider auch das deutsche Lieferkettengesetz in seiner kürzlich verabschiedeten Form unzureichend. An den Verhandlungen über ein weitergehendes globales UN-Abkommen für weltweit gleiche verbindliche menschen-, arbeits- und umweltrechtliche Standards, das so genannte UN Binding Treaty, beteiligt sich die Bundesregierung bislang nicht aktiv.

Gemeinsam mit anderen Stimmen aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich Mission EineWelt für ein Abschiebungsmoratorium wenigstens während der Pandemie ein und fordert auch für die Zeit danach eine faire und humanitäre Asylpolitik.

 

Weitere Informationen: https://abschiebungsmoratorium.de/

Julienne Lusenge, Gründerin der Frauenrechtsorganisation SOFEPADI im Kongo berichtet: In den Konfliktregionen im Osten der Demokratischen Republik Kongo wird Vergewaltigung als Kriegswaffe gegen die Bevölkerung eingesetzt, mitunter vor den Augen der eigenen Familie. Doch die Täter kommen wegen des schwachen Justizapparats und eigenmächtiger Richter oftmals nahezu straflos davon.“ Aber wie können die Justiz im Kongo gestärkt und der Rohstoffsektor für mehr Sicherheit und Stabilität im Land und ein Ende sexualisierter Kriegsgewalt in die Pflicht genommen werden? Diese Fragen diskutierten Vertreter*innen der kongolesischen und der deutschen Zivilgesellschaft mit der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung und Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler. Eine Überwachung der gesamten Rohstofflieferkette und eine Einhaltungspflicht menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten waren nur zwei der genannten Forderungen. Im Vorfeld des Welttags gegen sexualisierte Konfliktgewalt hatten Brot für die Welt, das Deutsche Institut für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) und die Kongo-Kampagne zur Diskussion eingeladen.

Sexualisierte Gewalt im Kongo, Straflosigkeit und Rohstoffe

Ein erster Schritt und Hoffnungsschimmer für die Betroffenen sexualisierter Gewalt im Kongo seien laut Lusenge sogenannte Wandergerichte. Hier fänden die Strafverfahren am Ort der Kriegsverbrechen statt. Im Beisein von juristisch aufgeklärten Betroffenen müssen die Richter ihre Urteile vertreten. Viele internationale Berichte, Resolutionen und Vorhaben blieben dagegen aus der Sicht von Lusenge folgenlos.

„Der Kampf gegen Straflosigkeit und sexualisierte Gewalt ist eine der Säulen unserer Arbeit im Auswärtigen Amt. Es ist ganz klar, dass diese im Kongo deutlich verstärkt werden muss“, sagte Bärbel Kofler. „Menschenrechtsfragen und die Frage der Straflosigkeit sind zentrale Fragen der laufenden Regierungsgespräche mit dem Kongo.“ Die Gespräche wurden Ende 2020 nach vierjähriger Pause wiederaufgenommen und sind entscheidend für die Bereitstellung von Entwicklungsgeldern. Dabei sei es auch wichtig, die Anliegen der kongolesischen Zivilgesellschaft partizipativ zu berücksichtigen.

Dr. Nene Morisho, Forscher für Konfliktökonomie, Handel und Frieden am Pole-Institut in Goma im Kongo, erklärte: “Vor allem wirtschaftliche Interessen an den Bodenschätzen treiben die anhaltenden Konflikte im Land voran und befördern damit sexualisierte Gewalt und weitere Verletzungen von Frauenrechten und Kinderrechten.“ Daher plädierte er für eine Überwachung der gesamten Rohstofflieferketten, um Menschenrechtsverletzungen aufzuzeigen, und sprach sich gegen einen Boykott kongolesischer Rohstoffe zulasten der Bevölkerung aus. Eine neue Plattform seines Instituts für Schürfer*innen, um Verstöße im Bergbau zu melden, trug beispielsweise schon zu ersten Verbesserungen bei. „Es ist wichtig, dass deutsche Unternehmen, die mit Unternehmen oder Menschen im Kongo Handel treiben, sich an Standards halten. Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten zu beachten, muss direkt in der Geschäftsführung verankert sein“, pflichtete Kofler bei.

Alle Teilnehmenden begrüßten zwar das neue Lieferkettengesetz und die EU-Konfliktmineralienreform. Dennoch seien sie nur erste Schritte zu einer menschenrechtlichen Verantwortung, besonders im Handel mit Rohstoffen aus dem Kongo.

Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider schloss mit einem Appell der Solidarität an künftige Bundestagskandidat*innen ab: „Menschenrechte dürfen keine parteipolitische Frage sein. Es muss unser aller Anliegen sein, uns für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.“

Eine Aufzeichnung der Veranstaltung findet sich unter: www.die-kongo-kampagne.de/de/
news/pressemitteilung-welttag-gegen-sexualisierte-konfliktgewalt

Susan Pusunc-Meier

Berlin, 11.06.2021. Der Bundestag hat in seiner heutigen Sitzung das Lieferkettengesetz verabschiedet. Mission EineWelt hat sich in Politik und Öffentlichkeit engagiert für ein möglichst starkes Lieferkettengesetz eingesetzt. Johanna Kusch, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Initiative Lieferkettengesetz“, kommentiert:

„Im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in den Lieferketten sind wir noch lange nicht am Ziel, aber seit heute endlich am Start: Erstmalig verpflichtet hierzulande ein Gesetz Unternehmen, Verantwortung für die Menschen in ihren Lieferketten zu übernehmen. Das ist ein Erfolg der Zivilgesellschaft und eine gute Nachricht für Alle, die unter ausbeuterischen Bedingungen in den Lieferketten deutscher Unternehmen arbeiten.

Der heutigen Abstimmung im Bundestag ist eine Lobbyschlacht vorausgegangen, die ihresgleichen sucht. Leider haben das Wirtschaftsministerium und viele Unions-Abgeordnete das Gesetz auf Druck der Wirtschaftslobbyisten an zahlreichen Stellen abgeschwächt. Das Gesetz umfasst zu wenige Unternehmen und macht zu viele Ausnahmen bei den Sorgfaltspflichten. Es verweigert Betroffenen den Anspruch auf Schadensersatz und setzt leider kein Zeichen für den Klimaschutz in Lieferketten.

Deswegen ist dieses Gesetz nur ein Etappenerfolg. Die Zivilgesellschaft wird auch weiterhin für Menschenrechte und Umweltschutz in der gesamten Wertschöpfungskette streiten: Für Nachbesserungen im Lieferkettengesetz, für eine wirkungsvolle Umsetzung und für eine europaweite Regelung, die an entscheidenden Stellen über das deutsche Gesetz hinausgeht.“

Hintergrund:

Das „Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten“, das der Bundestag heute verabschiedet hat, tritt 2023 in Kraft und erfasst zunächst Unternehmen ab 3.000, von 2024 an dann Unternehmen ab 1.000 Mitarbeiter*innen. Diese Unternehmen müssen fortan bei direkten Zulieferern sowie anlassbezogen auch bei indirekten Zulieferern Risiken für Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung ermitteln, Gegenmaßnahmen ergreifen und diese gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) dokumentieren.

Insbesondere auf Druck der CDU und des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums ist der ursprüngliche Gesetzentwurf an zahlreichen Stellen abgeschwächt worden. Anders als zunächst von Bundesarbeitsminister Heil (SPD) und Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) vorgesehen, gilt das Gesetz für weniger Unternehmen, schränkt die Sorgfaltspflichten von Unternehmen stark ein und begründet keinen zivilrechtlichen Haftungstatbestand mehr. Das bedeutet, dass Betroffene von Menschenrechtsverletzungen auf Basis dieses Gesetzes keinen Schadensersatz von Unternehmen einklagen können.

Eine weiterführende Analyse des Gesetzes findet sich hier: https://lieferkettengesetz.de/wp-content/uploads/2021/06/Initiative-Lieferkettengesetz_Analyse_Was-das-neue-Gesetz-liefert.pdf

Die Initiative Lieferkettengesetz hat sich seit September 2019 für ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland eingesetzt. Gestartet als Bündnis aus 64 zivilgesellschaftlichen Organisationen vereint die Initiative mittlerweile 128 Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften und kirchliche Akteure.

Kontakt:
Johannes Heeg, Sprecher „Initiative Lieferkettengesetz”, Tel.: 0151-10611346, E-Mail: presse@lieferkettengesetz.de und
Gisela Voltz, Mission EineWelt, Tel.:09874-9-1820, E-Mail: gisela.voltz@mission-einewelt.de

Die Initiative Lieferkettengesetz wird getragen von:
Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl), Brot für die Welt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Christliche Initiative Romero e.V. (CIR), CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Forum Fairer Handel e.V., Germanwatch e.V., Greenpeace e.V., INKOTA-netzwerk e.V., Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V., Oxfam Deutschland e.V., SÜDWIND e.V., ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, WEED – Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V., Weltladen-Dachverband e.V., Werkstatt Ökonomie e.V.


Video „Noch nicht am Ziel, aber endlich am Start“

Mission EineWelt, das Partnerschaftscentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), ruft anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni Unternehmen, die Politik und Konsument*innen zu mehr Engagement gegen ausbeuterische Kinderarbeit sowie zur Unterstützung eines starken Lieferkettengesetzes auf.

Wikimedia Commons (Author: Manuspanicker)

Wikimedia Commons (Author: Manuspanicker)


2021 sollte eigentlich das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Jahr zur Abschaffung der Kinderarbeit“ sein. Doch durch die globale Corona-Pandemie hat die Zahl der bisher 152 Millionen arbeitenden Kinder (2019), ca. die Hälfte unter ausbeuterischen Bedingungen, wieder zugenommen. Dies bestätigen auch die Partnerkirchen der ELKB in Asien, Lateinamerika und Afrika: Durch die coronabedingten Lockdowns und die einhergehende Wirtschaftskrise hat sich die Armut in vielen Ländern des Globalen Südens weiter verschärft: „Viele haben ihre Arbeit verloren und sehen keinen anderen Ausweg mehr, als ihre Kinder zum Betteln, zum Verkaufen oder für Dienstleistungen auf die Straße zu schicken oder sie als billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft etc. zu verdingen. Durch die Schulschließungen gab es keine kostenlosen Schulmahlzeiten mehr und viele dieser Kinder werden wohl nie wieder in die Schule gehen,“ berichtet Pfarrer Geraldo Grützmann aus Brasilien. Auch Erkrankungen und Tod haben viele Familien in schwere wirtschaftliche Notlagen gebracht. Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF entfielen weltweit für ca. 370 Millionen Kinder aufgrund der Schulschließungen die Schulspeisungen und ca. 463 Millionen Kinder konnten wegen mangelnder Ausrüstung nicht am Distanzunterricht teilnehmen.

„Deshalb ist es umso wichtiger, dass in den globalen Lieferketten unserer Alltagsprodukte endlich existenzsichernde Löhne gezahlt werden. Ein starkes Lieferkettengesetz für Unternehmen in Deutschland würde dazu beitragen. Angesichts der wachsenden Armut und Zunahme von Kinderarbeit ist es geradezu zynisch, dass insbesondere Teile der CDU im Bundestag durch ihre Blockadehaltung versuchen, verbindliche, einklagbare soziale Standards in den weltweiten Lieferketten zu verhindern“, meint Dr. Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt.
„Verbraucher*innen können etwas gegen ausbeuterische Kinderarbeit tun, indem sie von der Politik ein starkes Lieferkettengesetz einfordern sowie beim täglichen Einkauf auf die Nachhaltigkeits-Kriterien saisonal (bei Lebensmitteln), regional, bio und fairtrade achten“, so Bergmann. „Gerade jetzt in der Corona-Krise, in der sich in vielen Ländern Armut und Kinderarbeit verschärft haben, sind ein gutes Lieferkettengesetz und faire Handelsbedingungen besonders wichtig.“

Mission EineWelt unterstützt zahlreiche Projekte seiner Partnerkirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifik, die sich für die Bildung und die Rechte von Kindern sowie nachhaltige Landwirtschaft einsetzen.
Mission EineWelt bietet zahlreiche Bildungsmaterialien sowie Workshops, Vorträge und Schulungen zu Themen des Globalen Lernens an, vieles auch digital (https://mission-einewelt.de/service-und-angebot/).

Kontakt:
Gisela Voltz
Tel.: 09874-9-1820
gisela.voltz@mission-einewelt.de

Nach dem Ausbruch des Nyiragongo Ende Mai sah es erst so aus, als sei die 20 Kilometer entfernt liegende Stadt Goma einer Katastrophe entkommen, da die Lavaströme kurz vor den bewohnten Gebieten ausliefen. Dennoch haben die Eruptionen Straßen und Gebäude sowie die Versorgungssysteme in Teilen der Stadt zerstört. Und es drohen weitere Eruptionen.

© Foto: Donjuan Masudi/VEM | Hunderttausende sind vor dem Vulkanausbruch geflohen, die Angst vor weiteren Eruptionen hält an.

© Foto: Donjuan Masudi/VEM | Hunderttausende sind vor dem Vulkanausbruch geflohen, die Angst vor weiteren Eruptionen hält an.

Aus Angst vor Gebäudeeinstürzen kampieren die Menschen auf den Straßen der Millionenstadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo und viele sind in das benachbarte Ruanda und Städte in der Region geflüchtet. Mittlerweile sind über 400.000 Menschen auf der Flucht. Aufgrund der zerstörten Versorgungssysteme wird das Trinkwasser in Goma und den angrenzenden Regionen knapp – eine dramatische Entwicklung in einer Region, in der Cholera nicht selten ist.

© Foto: Donjuan Masudi/VEM | Am 22. Mai brach der Vulkan Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo zum ersten Mal seit 2002 wieder aus.

© Foto: Donjuan Masudi/VEM | Am 22. Mai brach der Vulkan Nyiragongo im Osten der Demokratischen Republik Kongo zum ersten Mal seit 2002 wieder aus.

Daniel Kaparali von der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo, Diözese Nord-Kivu, berichtet von der Situation in Goma und der Region Nord-Kivu: „Die meisten Geschäfte im Stadtzentrum bleiben aktuell geschlossen, obwohl ein Rückgang der Beben zu verzeichnen war. Nach Angaben der örtlichen Behörden muss sich die Bevölkerung von den Lavaströmen fernhalten, wachsam bleiben und auf die übermittelten Informationen hören.“

Die Situation ist nur schwer überschaubar, denn es drohen weitere Eruptionen, schreibt Daniel Kaparali: „Seit dem 29. auf den 30. Mai sind Gerüchte zu hören, wonach ein zweiter Vulkan ausbricht: Der Nyamulagira-Vulkan, dessen Intensität gering ist und dessen Lavastrom in Richtung unbewohnter Orte (Virunga-Nationalpark) fließt. Natürlich breitet sich Rauch in der Luft aus. Die Befürchtung der Regierung ist, dass die wiederholten und gleichzeitigen Ausbrüche zu einer Tragödie für diejenigen führen könnte, die bereits nach Goma zurückkehren. Der Präsident der Republik forderte sie auf, zunächst am Zufluchtsort zu bleiben, bis sich die Situation verbessert. Lasst uns weiterhin füreinander beten, damit diese Qualen zur Ehre unseres Gottes vorübergehen.“ (CW/ZMÖ)

Gemeinsam mit der Vereinten Evangelischen Mission und dem Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche ruft die EMW zur Fürbitte auf:

Schöpfer der Berge und Seen.
Herr über Erdbeben und Vulkanausbrüche.
Wir bitten dich:
Besänftige den Vulkan Nyiragongo.
Halte deine schützende und segnende Hand über die Menschen in Goma und Rubavu.
Lass sie in Frieden und Sicherheit leben.
Stärke all diejenigen, die anderen zur Hilfe kommen.
HERR, sei uns gnädig und erhöre unser Gebet.
Amen.

Text und Fürbitte übernommen mit freundlicher Genehmigung der EMW
Neuendettelsau, 8. Juni 2021

Sara Neidhardt von der Ausstellung einBlick bei Mission EineWelt fragt sich, ob Gottes Nähe gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie für alle wahrnehmbar war und ist. Und sie liest einen Liedtext, der uns hilft, auf die Gnade und Gegenwart Gottes zu vertrauen.

https://youtu.be/tUuRssVRKw4