Foto: Charity Baiwes Bayacsan

Foto: Charity Baiwes Bayacsan

Das internationale Jugendseminar bei Mission EineWelt mit dem Titel „Inspired“ ist am 21. Juli 2022 zu Ende gegangen. Organisiert wurde das Seminar von Mission EineWelt und der Evangelischen Jugend Bayern. Zum Abschluss haben die Teilnehmenden 9.5 Thesen verabschiedet. Hier ist der Text des Papiers im Wortlaut:

We, as youth leaders from different countries and contexts who have come together at the International Youth Seminar ‚Inspired‘ in 2022, are inspired by the huge changes made 500 years ago by Luther, as well as our own stories of life & commitment at the churches that we are part of today.
We hope to strengthen the church in love, inclusivity, and participation as tools of God in caring for His creation.
We invite you to respond to and discuss these theses with us to promote a dialogue between generations and leaders on how our lives can relate to the new challenges we are facing.
1) The expectation for youth to be responsible can only be realized through inviting them to participate in leadership. As it is written, „Don’t let anyone look down on you because you are young. Set an example for the believers in speech, in life, in love, in faith, and in purity” (1 Timothy 4:12).
2) Through baptism, youth are already full members of the body of Christ. So, they must be empowered to participate in the ministries of the church.
3) A community is built by accepting, welcoming, and inviting everyone to embrace diversity and develop a sense of belonging.
4) God’s creation includes everything and everyone. All creation is good and loved by Him even though we are imperfect. So, we must abide in the love of God and include all His creation.
5) Inspired by everything and everyone that belongs to God, as youth, we respond in gratitude by striving to be good stewards of all that He entrusted to us. (Matt 25:14-30)

Foto: Johanna Kluge

Foto: Johanna Kluge

6) As youth, our concerns about Gender Equality and Environmental Justice (social, racial and climate) must be addressed in regard to every aspect of our lives.
7) Serving your neighbour in diakonia and humanitarian action is an essential aspect of Christ-inspired daily living. (Matt 25:14-30, James 2:17)
8) Innovation should be founded only on the gospel of Jesus Christ. We should ask ourselves if what’s moving us is the love for the world or the applause of the world. (1 John 2:15)
9) Our commitment to the gospel of Jesus Christ leads us to discipleship and evangelism. Thus, the Church can be transformed without compromising the foundation of our faith.
9.5) Let’s go! Ayi Fambi! Kezdjük El! Los geht’s! Tara na! Twende! Vamos lá! Vamos! 出发!

Nach zwei Jahren als Online-Veranstaltung fand das große Sommer-Event von Mission EineWelt, dem internationalen Partnerschaftszentrum wieder live und in Echt auf dem Gelände von Mission EineWelt in Neuendettelsau statt. Am 16. und 17. Juli kamen insgesamt über 1500 Menschen zum Jubiläumstag, zur Lila Nacht und zum Fest der weltweiten Kirche. Thematischer Schwerpunkt war diesmal die weitere Entwicklung der Mission.

Am 16. Juli wurden 15 Jahre Mission EineWelt, 50 Jahre Missionswerk Bayern, 100 Jahre Missionsausstellung (heute: Ausstellung einBlick) und 125 Jahre Erlanger Verlag gefeiert. Anlässlich dieser Ballung verschiedenster Jubiläen im Kontext der bayerischen Mission lag es auf der Hand, kritisch auf die bisherige Geschichte der Mission zurückzublicken und über deren Entwicklung in Gegenwart und Zukunft zu diskutieren. Für Hanns Hoerschelmann ist diese Diskussion auch von einer Konstante in der Geschichte der Mission geprägt: „Die drei großen Themen von Mission EineWelt, Partnerschaft, Entwicklung und Mission, waren und sind immer im Geflecht mit unserer Umwelt, unserer Gesellschaft, der Politik und in aller Regel mit den großen Bewegungen in der Welt verknüpft. Um in all dem Auf und Ab der Welt- und Kirchengeschichte immer wieder neue Antworten auf die brennenden Fragen der Zeit zu finden und gleichzeitig sich seiner Wurzeln bewusst zu sein, braucht es ein gehöriges Maß an Resilienz, an Respekt und an Zuversicht in Gottes Begleitung“, sagte der Direktor von Mission EineWelt zum Auftakt des Jubiläumstags.

Christian Weber, Studienleiter bei mission 21 in Basel, schloss in seinem Festvortrag daran an. Er warb für eine „Mission mit Durchhaltevermögen“, die trotz Krisen zuversichtlich bleibt, Mut hat, sich kritisch auch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, und den Mut hat, dem Traum von der weltweiten Kirche weiter nachzugehen. Die Theologin Leita Ngoy von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT) plädierte für verstärkte Aufbrüche in die digitale Welt und für die Anerkennung und das Aufnehmen der Vielfalt innerhalb der weltweiten Kirche.

Foto: Thorsten Krafft

Foto: Thorsten Krafft

Das Fest der weltweiten Kirche am 17. Juli begann traditionell mit einem internationalen Gottesdienst in der Neuendettelsauer St. Nikolai Kirche unter dem Motto „Let’s give God our Praise“. In seiner Predigt betonte Chediel E. Sendoro, Bischof der Mwanga Diözese in Tansania, dafür, dass Menschen Trennendes und Unterschiede überwinden, „weil wir in Gott eine enge Verbindung haben“. Seine Botschaft: „Wenn wir alle Gott nahe sind, sind wir uns untereinander nahe. Mauern, die uns voneinander trennen, haben für uns keine Bedeutung mehr. Wir sind dazu aufgerufen diese Mauern von dieser Erde verschwinden zu lassen.“

Zum Abschluss des Festes wurden nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause wieder Freiwillige zum Dienst in die Partnerkirchen ausgesendet. Von den 15 jungen Leuten gehen sechs nach Argentinien, drei nach Brasilien, drei nach Chile, eine nach Kenia und zwei nach Tansania.  Zudem wurden acht Freiwillige aus den Partnerkirchen offiziell in Neuendettelsau begrüßt.

Mit dabei bei der Aussendung der Freiwilligen war Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode. Ihr sei das nach dem Schulabschluss „‘n Ticken zu unsicher“ gewesen, bekannte sie in ihrem Grußwort und stärkte die Freiwilligen: „Ihr geht mutig diesen Weg weiter.“ Sie forderte die jungen Leute auf, viele Erlebnisse und Eindrücke zu sammeln und bei der Rückkehr mit- und einzubringen. Denn: „Wir werden viel von Euch lernen können, wenn Ihr zurückkommt.“ Hanns Hoerschelmann gab den Freiwilligen das Bibelwort „Ihr seid das Salz der Erde“ aus der Bergpredigt mit auf den Weg und versicherte: „Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Arbeit – Botschafter und Botschafterinnen für die Sache der weltweiten Kirche. Und ihr tut uns gut.“

Foto: Eine Welt Netzwerk Bayern

Bayerische Eine Welt-Tage, Fairhandelsmesse 2022

Bei den Bayerischen Eine Welt-Tagen in Augsburg am 8. und 9. Juli 2022 besuchten Staatsministerin Melanie Huml (2.v.links) und MdEP Maria Noichl (1.v. links) den Stand der HandyAktion Bayern.  Gisela Voltz von Mission EineWelt (1.v. rechts) und Alexander Fonari vom Eine Welt Netzwerk Bayern (2.v. rechts) brachten die Politikerinnen auf den aktuellen Stand der Sammelaktion. DieHandyAktion Bayern sammelt gebrauchte oder kaputte Handys und führt diese dem fachgerechten Recycling zu. Ein weiterer Schwerpunkt ist Bildungsarbeit zum nachhaltigen Umgang mit Handys.

Seit Beginn der Aktion 2017 sind über 65.000 Handys eingesammelt worden. Viele Kirchengemeinden, Schulen, Läden, Behörden, Vereine und Läden beteiligen sich als Sammelstellen an der HandyAktion Bayern. Für jedes eingeworfene Handy erhält die Aktion derzeit knapp 60 Cent. Aus dem Erlös dieser Einnahmen werden Bildungsprojekte in El Salvador, Liberia und Bayern unterstützt. Für die Bildungsarbeit stellt die HandyAktion zahlreiche Materialien wie Stationenparcours, Ausstellungen oder einen Konsumkrimi zur Verfügung. Weitere Infos: www.handyaktion-bayern.de

 

Foto: Eine Welt Netzwerk Bayern

Nach zwei Jahren als rein digitale Veranstaltungen, kommen die Lila Nacht und das Fest der weltweiten Kirche wieder zurück in die gegenständliche Welt. Am Samstag, 16., und am Sonntag, 17. Juli 2022, feiert Mission EineWelt die Lila Nacht und das Fest der weltweiten Kirche wieder auf seinem Areal in Neuendettelsau. Am Samstagnachmittag steht zudem ab 14:30 Uhr der Jubiläumstag auf dem Programm.

Im Jahr 2022 gibt es bei Mission EineWelt einige Jubiläen zu feiern: 15 Jahre Mission EineWelt, 50 Jahre Missionswerk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, 100 Jahre Missionsmuseum und 125 Jahre Erlanger Verlag für Mission und Ökumene. Der Jubiläumstag beginnt am 16. Juli 2022 um 14:30 Uhr mit Kaffee, Sekt und Häppchen im Garten von Mission EineWelt. Nach der Begrüßung durch die Mission EineWelt-Direktor*innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann und einem Grußwort von Kirchenrat Hans-Martin Gloël, Referent für Ökumene und Weltverantwortung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, geht es um 15:30 im Otto-Kuhr-Saal weiter. Dort steht ein Festvortrag von Christian Weber, Studienleiter bei mission 21 in Basel, zum Thema „Resilienz – Respekt – Zuversicht. Drei Wünsche zu vier Missions-Jubiläen 2022“ mit einer Antwort der Theologin Leita Ngoy und anschließender Diskussion auf dem Programm. Danach gibt es die Möglichkeit zu einem „Artwalk“. Zum Abschluss der Jubiläumsfeier liest Winfried Maier-Revoredo aus seinem Roman „Suche nach Unbekannt“.

 

Weitere Informationen:

https://mission-einewelt.de/events/jubilaeumsfeier-2022/

 

Am Abend des 16. Juli wird der Garten von Mission EineWelt wieder lila leuchten. Ab 18 Uhr stehen ein abendliches Picknick mit Cocktailbar und ab 20:30 Uhr Livemusik von Felicia Peters auf dem Programm. Mission EineWelt lädt ein zur Begegnung und zum Austausch mit Mitarbeitenden, Freund*innen und Förderer*innen, mit Partnerschaftsgruppen aus Bayern und mit Gästen aus der weltweiten Kirche. Tische für die Lila Nacht können unter der Telefonnummer 09874/9-1040 reserviert werden. Der Eintritt ist frei.

Das Fest der weltweiten Kirche beginnt am 17. Juli um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst (Predigt: Chediel E. Sendoro, Bischof der Mwanga Diözese in Tansania) mit internationalen Gästen in der St. Nikolaikirche in Neuendettelsau. Gegen 11:30 Uhr startet das Festprogramm mit vielfältigen Angeboten: Live-Musik, Information, Diskussion und Mitmachangebote für Erwachsene und Kinder.

 

Weitere Informationen:                                                                                                                                    

https://mission-einewelt.de/events/fest-der-weltweiten-kirche-2022/

Die Gewinner*innen des Fotowettbewerbs der Mitmach-Aktion „Eine Woche ohne Plastik!“ stehen fest. Aus 24 Einsendungen wählte die Jury drei Motive aus, die sich mit den Auswirkungen des Plastikkonsums auf die Tierwelt, mit der Vermüllung der Meere und mit der alltäglichen Flut an Plastikverpackungen auf dokumentarische, künstlerische und spielerische Art auseinandersetzen.

Foto: Marie Schmid (1. Preis)

Foto: Marie Schmid (1. Preis)

Auf Platz 1, dotiert mit 500 Euro, wurde ein Foto von Marie Schmid aus Ottobrunn gewählt. Das Foto zeigt einen ästhetisch ansprechend fotografierten Vogel, der – meist wohl erst auf den zweiten Blick erkennbar – mit dem Hals in Teile einer Plastiktüte geraten ist. „Das Foto ist ein Sinnbild für unseren zerstörerischen Plastikkonsum und Verpackungswahn sowie die katastrophale Ressourcenverschwendung und unzureichendes Abfallmanagement“, lautet die Begründung der Jury.

Foto: Christian Weber (2. Preis)

Foto: Christian Weber (2. Preis)

Den zweiten Preis in Höhe von 200 Euro gewinnt ein Bild von Christian Weber aus Nürnberg mit dem Titel „Illustration eines Quallenschwarms in der heutigen Zeit“. Die Meinung der Jury: „Das mystisch wirkende Licht führt den*die Betrachter*in in die Irre: Das abstrakt „schöne“ Bild zeigt deutlich die Vermüllung der Gewässer in seinem erschreckenden Ausmaß.“

Eine künstlerisch-spielerische Auseinandersetzung mit der Plastikmüllproblematik hat Elisabeth Lang aus Gauting fotografisch festgehalten. Ihr Foto zeigt ein Stillleben aus „Plastikverpackungen in verschiedenen Farben sortiert nach dem Farbkreis“, erstellt von Johannes Itten. Das Müllarrangement ist eines der Resultate eines Workshops der Klasse 5B der Realschule Gauting zur Woche ohne Plastik. Die Jury wählte das Foto

Foto: Elisabeth Lang (3. Preis)

Foto: Elisabeth Lang (3. Preis)

auf Platz 3, für den 100 Euro ausgelobt wurden. „Der kunstvoll angeordnete Verpackungsmüll in seinen schillernden Farben verdeutlicht den übermäßigen Ressourcenverbrauch und Müll, den unsere Produktions- und Konsumweise verursacht. Durch die Vielfalt der Plastikverpackungen wird der unnötige Verpackungswahn deutlich“, erläutern die Jurymitglieder ihre Entscheidung.

Alle eingesendeten Fotos werden beim Fest der weltweiten Kirche am 17. Juli 2022 im Garten von Mission EineWelt in Neuendettelsau ausgestellt. Die Preisverleihung wird ebenfalls in diesem Rahmen stattfinden.

Weitere Informationen: https://keine-ware.de/eine-woche-ohne-plastik/fotowettbewerb/

https://mission-einewelt.de/events/fest-der-weltweiten-kirche-2022/

 

Jurymitglieder: Peter Roggenthin (Fotograf), Sergio Rios Carrillo (Menschenrechtsreferent, MEW), Gisela Voltz (Fachreferentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, MEW)

An der Spitze des Lutheran Theological Seminary (LTS) in Honkong gab es zum 1. Juli 2022 einen Wechsel. Der bisherige Präsident Simon Chow wechselte nach 26 Jahren auf dieser Position in den Ruhestand. Als sein Nachfolger wurde Kenneth Tsang gekürt. Er übernimmt das Amt nach einjähriger Vorbereitungszeit.

Der neue LTS-Präsident kam auf Umwegen zur Theologie. Ursprünglich hatte er Soziale Arbeit studiert und in diesem Beruf gearbeitet. Im Jahr 2005 begann er sein Theologiestudium am LTS. Nach einer Promotion begann Tsang dort ab 2018 eine Lehrtätigkeit. Sein inhaltlicher Schwerpunkt ist bis dato die diakonische Arbeit der Evangelical Lutheran Church of Hong Kong.

Das langersehnte digitale Röntgengerät ist im Ilembula Lutheran Hospital angekommen. „Die Kisten sind da! Unsere Röntgenassisstenten jubeln. Sie sagen, sie müssen jetzt nicht mehr in den gesundheitsschädlichen Dämpfen der Dunkelkammer arbeiten“, freut sich der Chirurg Werner Kronenberg, der von Mission EineWelt an das kirchliche Krankenhaus entsendet wurde. Auch der Chefarzt des Ilembula Lutheran Hospital, Baldowino Mpangamawe, ist begeistert: „Diese neue Anlage wird uns helfen, die Behandlung für unsere Patienten deutlich zu verbessern.“
Die etwa 45.000 Euro teure Anlage wurde durch den kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) in Bayern finanziert. Die Gelder stammen aus Kirchsteuermitteln der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Das Ilembula Lutheran Hospital ist ein Distrikt-Krankenhaus in der Süddiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT). Ilembula liegt in der Iringa Region im Südwesten des Landes. Das Hospital ist eines von 24 Krankenhäusern der ELCT.
Claus Heim

Dürre und Hurricanes: In Nicaragua pendelt die Wetterlage immer mehr zwischen Extremen. Ernten gehen verloren, Wasser wird knapp. Die Bevölkerung des mittelamerikanischen Landes, beziehungsweise wenigstens der Teil von ihr, der nicht zu den Reichen und Privilegierten zählt, leidet unter den Auswirkungen des Klimawandels. So schilderten zusammengefasst Alejandra Lopez, Sorayda Alegria und Vilma Fajarto von der Lutherischen Kirche von Nicaragua „Glaube und Hoffnung“ (ILFE) bei einem Besuch im Nürnberger Büro von Mission EineWelt die Lage in ihrem Heimatland.

Neben der illegalen Abholzung von Wäldern in Naturschutzgebieten ist der Zugang zu Wasser ein großes Problem. Besonders in ländlichen Regionen engagiere sich die Kirche beim Bohren neuer Brunnen, die dann als Gemeindebrunnen fungieren, und in der Sensibilisierung der Bevölkerung für möglichst nachhaltige Bewässerung der Felder und sparsame Wassernutzung, berichten die Frauen.

Generell kämpfen NGOs und Kirchen für einen gleichberechtigten Zugang aller Bevölkerungsmitglieder zu Wasser. Das ist auch in den Städten ein Problem, wo die Wasserversorgung in den Wohngebieten der Reichen und Privilegierten wesentlich besser ist als in Wohngegenden mit ärmerer Bevölkerung. „Wer Geld hat, hat Wasser“, fasste Sorayda Alegria die Situation zusammen. Die Problematik des immer knapper werdenden Trinkwassers werde noch dadurch verstärkt, dass Konzerne wie Coca Cola in Nicaragua Brunnen bohren und so die Wasserknappheit noch weiter verstärken.

Gefragt nach ihren Erwartungen an ihre bayerische Partnerkirche zeigte sich die Delegation zufrieden mit der Zusammenarbeit und wünschte sich deren weitere Fortsetzung. Besonders wichtig seien Bildung, Landwirtschaftsprojekte und Sensibilisierung und Aufklärung in Sachen Klimawandel. Ein weiteres Anliegen: Die ELKB möge sich in Deutschland für Maßnahmen gegen den Klimawandel einsetzen.

Foto: Vincent Mak

Foto: Vincent Mak

Von 19. bis 24. Juni 2022 trafen sich die Kirchenleitungen der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) in Ruhpolding zu ihrer Konsultation, die alle zwei Jahre abwechseln d in Bayern und Brasilien stattfindet. Anschließend standen am 26. Juni im Garten von Mission EineWelt in Neuendettelsau das Konzert „Zeitenwanderung“ mit „Liedern, die zwischen Europa und Brasilien wandern“ und am 27. Juni Beratungen mit dem leitenden Gremium von Mission EineWelt (MEW) auf dem Programm.

Auf dem Labenbachhof in Ruhpolding diskutierten die Mitglieder der beiden Delegationen unter der Leitung von IECLB-Präsidentin Silvia Genz und Oberkirchenrat Michael Martin, Leiter der Abteilung C „Ökumene und Kirchliches Leben“ im Landeskirchenamt, über aktuelle gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen sowie über die weitere Zusammenarbeit der beiden Partnerkirchen. Ein Thema war die Polarisierung der Gesellschaft in Brasilien, die auch über die sozialen Medien befeuert wird. Marcos Bechert, Generalsekretär der IELCB, sprach von einem „ideologischen Krieg“. Auch die IECLB wird immer wieder angefeindet, wenn sie sich für benachteiligte Menschen einsetzt.

Im Rahmen der Gespräche über die Zukunft der Kirche allgemein und der seit über 40 Jahren bestehenden Partnerschaft der beiden Kirchen wurde unter anderem die MUT-Initiative der ELKB vorgestellt und d

Foto: Daniela Denk/MEW

Foto: Daniela Denk/MEW

iskutiert. Schwerpunkt der Beratungen und auch der weiteren Gespräche mit dem MEW-Kollegium am 27. Juni in Neuendettelsau war die künftige Entwicklung der bestehenden Austauschprogramme für Freiwillige, Studierende und Theolog*innen.

Zudem wurden ein gemeinsamer Studientag zur Gender-Thematik und die Weiterentwicklung des Dreiervertrags zwischen ELKB, IECLB und der Gemeinschaft Lutherischer Kirchen in Mittelamerika vereinbart.

Die nächste Konsultation soll 2024 in Rio de Janeiro stattfinden, wenn die IECLB dort ihr 200-jähriges Bestehen feiert.

Beim G7-Alternativgipfel am 24. Juni 2022 im Münchner EineWeltHaus und online wurden gerechte und nachhaltige Alternativen zur bisherigen Politik der G7-Staaten diskutiert. Mission EineWelt hat die hybride Veranstaltung unter dem Motto „Global gerecht wirtschaften in Krisenzeiten“ gemeinsam mit anderen Organisationen vorbereitet, an der insgesamt rund 150 Menschen teilnahmen. Referent*innen aus Deutschland, Südafrika, den Philippinen und Kolumbien forderten von den G7-Regierungschefs verbindliche Zusagen für einen Schuldenerlass, für Klimaschutz und -gerechtigkeit sowie für tatsächliche Impfstoffgerechtigkeit (TRIPS WAIVER). Besonders wichtig war Referent*innen und Teilnehmenden auch die Schaffung eines wirksamen internationalen Lieferkettengesetzes. Die G7, so der Tenor der Forderungen, sollten ihre Macht für das Gemeinwohl und die Menschenrechte aller einsetzen und nicht für die Profite von Konzernen. Die aufgezeichneten Beiträge sind demnächst auf dem YouTube-Kanal von Mission EineWelt zu sehen.

Die G7-Demo am 25. Juni in München, zu der auch Mission EineWelt aufgerufen hatte, stand folgerichtig unter dem Motto „Gerecht geht anders!“ Etwa 6000 Teilnehmer*innen forderten das Ende einer Politik, die Artensterben, Klimakrise und Ungleichheit hervorruft.

 

Gisela Voltz