Am 6. und 7. November 2020 trafen sich die Dekanatsmissionsbeauftragten und –pfarrer*innen zu ihrer jährlichen Tagung und zur 25. Missions- und Partnerschaftskonferenz (MiPaKo). Corona-bedingt kamen die Teilnehmenden diesmal in den digitalen Räumen von Mission EineWelt zusammen. Zentrale Themen waren das 25-jährige Bestehen der MiPaKo und die neue Jahreskampagne von Mission EineWelt und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit dem Titel „Die Erlösung – Not for Sale“, die während der Tagung offiziell vorgestellt und gestartet wurde.

Bis zu 78 Dekanatsmissionsbeauftragte und -pfarrer*innen waren dabei, als online Bilanz gezogen wurde über 25 Jahre Missions- und Partnerschaftskonferenz. Überholt, so der einhellige Tenor der Teilnehmenden, sei die MiPaKo noch lange nicht. Im Gegenteil: „Die Missions- und Partnerschaftskonferenz ist Voraussetzung dafür, eine Verbindung zwischen den regionalen Partnerschaftsgruppen und der Zentrale, Mission EineWelt, herzustellen“, zeigte sich Volker von Lepel, vor 25 Jahren Leiter der Regionalstelle Süd beim Missionswerk, der Vorgängereinrichtung von Mission EineWelt, überzeugt. Auch Joachim Grytzyk, Dekanatsmissionsbeauftragter und Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses im Dekanat Traunstein, war sich sicher: „Das braucht’s“. Eine gemeinsame Interessensvertretung der Dekanatsmissionsbeauftragte und –pfarrer*innen sei unverzichtbar, denn: Im Gegensatz zu Wortmeldungen Einzelner habe „das Votum einer Missions- und Partnerschaftskonferenz“ deutlich mehr Gewicht. Den Wert der Partnerschaftsarbeit in den Gemeinden und Dekanaten hob auch Gabriele Hoerschelmann hervor. Diese sei, so die Direktorin von Mission EineWelt, „ein unverzichtbarer Baustein unserer Arbeit“.

Der zweite inhaltliche Schwerpunkt war die Vorstellung der Jahreskampagne „Die Erlösung – Not for Sale“ von Mission EineWelt und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Vor dem aktuellen Hintergrund der Wahlen in den USA, der Attentate in Frankreich und Wien und dem Zulauf für Wohlstandevangelisten weltweit treffe das Thema „den Nerv der Zeit“, betonte Gabriele Hoerschelmann. Die Kampagne soll den ebenso wohlfeilen wie (be-)trügerischen Heilsversprechen von Fanatismus und Populismus sowie der Propagierung von Konsum als identitätsstiftender und Glück verheißender Lebenspraxis auf den Grund gehen und Möglichkeiten eines Lebensentwurfs entgegensetzen, der von christlicher Nächstenliebe getragen ist.

Weitere Informationen zur aktuellen Jahreskampagne von Mission EineWelt gibt es im Internet unter www.keine-ware.de.

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft. Ps. 86, 16

 

„Gebet in Bedrängnis; ein Gebet Davids“ – so ist der 86. Psalm überschrieben. Bedrängnis, das kann vieles sein. Wirtschaftliche oder seelische Folgen des Lockdown, generell Angst angesichts der Corona-Entwicklung. Oder Angst wegen der Vorgänge in den USA mit ihrem irrlichternden (Noch-)Präsidenten, der immer offensichtlicher die Züge eines autokratischen Herrschers trägt. Angst angesichts des islamistischen Terrors und der zunehmenden Kriegsrhetorik in diesem Zusammenhang.

David wendet sich in seiner Bedrängnis an Gott, und wir tun gut daran, das ebenso zu halten. Wir dürfen, wie David, darauf vertrauen, dass Gott uns hält und trägt, uns durchträgt durch alle bedrängenden Situationen unseres Lebens. So, wie schon unzählige Menschen vor uns.

 

Andacht: Günter Fischer, Tagungsstätte, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Turn to me and be gracious to me; strengthen your servant with your strength. Ps. 86:16

 

„Prayer in distress; a prayer of David“ is the title of the 86th Psalm. “Distress” that can mean a lot. Economic or psychological consequences of the lockdown, general fear in view of the Corona development. Or fear in the face of the processes in the USA with its president, who more and more obviously bears the signs of an autocratic ruler. Fear in view of Islamist terror and the increasing war rhetoric in this context.

David turns to God in his distress and we do well to keep it that way. Like David, we can trust that God holds and sustains us, carries us through all the distressing situations of our lives. Just as countless people have done before us.

 

Prayer: Günter Fischer

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Müsste ich entscheiden, was der Spruch des Jahres 2020 werden soll, würde ich wohl diesen nehmen: „Auf Sicht fahren“. Er sagt so deutlich, in was für einer Situation wir uns derzeit befinden: Wir können nicht langfristig planen. Zumindest bei Besuchen, Urlaubsfahrten und Aus(lands)reisen setzen wir ja mittlerweile hinzu: „Wenn’s denn möglich sein wird“. Das war vor einem Jahr nicht der Fall. Damals – erinnern Sie sich noch? – wurden die Flüge ein halbes Jahr im Voraus gebucht, die Einladungen für Feste ohne Hygiene-Schutzkonzept verschickt, und wir wussten, welche Veranstaltungen wir im nächsten Jahr durchführen würden.

Ist das nicht ein eigenartiger Zustand, an den wir uns doch recht schnell gewöhnt haben? Trotz eines Kalenders, der so weit reicht, wie ich klicken kann, können wir nicht mehr sagen, was wir in ein paar Wochen vorhaben. Zumindest nicht, ob die Sache digital stattfinden wird oder analog.

Der Gedanke dahinter ist natürlich nicht ganz neu: Was kommen wird, wird man sehen – wenn es so weit ist. Alles, was wir planen, steht unter einem Vorbehalt: Wir sind nicht Herren über die Zeit. Wenn wir genau hinschauen: auch nicht über unsere eigene. Im Arabischen drückt man das so aus, dass man das Wort „inschallah“ hinzufügt, wenn von der Zukunft die Rede ist – so Gott will, werde ich dies und jenes tun. Ganz ähnlich übrigens wie im Jakobusbrief.

Und damit ist nicht gemeint: Wir stecken den Kopf in den Sand und gucken dann in fünf Wochen, ob es gut gegangen ist. Sondern: Wir tun das Beste, was wir können, auch wenn wir auf Sicht fahren, im Wissen darum, dass unser Horizont begrenzt ist.

In der theologischen Tradition spricht man in diesem Zusammenhang von Demut. Vielleicht ist das die wichtigste Tugend, auf die wir uns besinnen müssen – in Zeiten wie diesen.

 

Andacht: Sung Kim, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

In my view, the slogan of the year 2020 should be „Run on sight“. It says so clearly what kind of situation we are currently in: We cannot plan for the long term. At least when it comes to visits, vacation trips and sending out missionaries, we are now adding „if it will be possible“. That was not the case a year ago. At that time – you remember? – flights were booked half a year in advance, invitations for parties were sent out without a hygiene protection concept, and we knew what events we would be hosting next year.

Isn’t it strange state of affairs how quickly we got used to this situation? Despite a calendar that goes as far as I can click, we can no longer say what we’ll be doing in a couple of weeks. At least not whether it will be a digital meeting or face-to-face.

The idea behind it is, of course, not entirely new: „Que sera, sera, our future’s not ours to see.“ Everything we plan is subject to one proviso: We are not Lords of the time. If we look closely: We are not even Lords of our own time. In Arabic, this is expressed by adding the word „inschallah“ when talking about the future – God willing, I will do this and that. Quite the same words you find in the epistle of James.

„God willing, I will do this and that“. And that doesn’t mean: we stick our heads in the sand and then in five weeks we’ll see whether it went well. But rather: We do the best we can, even if running on sight. We do our best knowing that our horizon is limited.

In theological tradition, this is called humility: the most important virtue we have to reflect on in times like these.

 

Prayer: Sung Kim

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ich bin der Herr, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und Schaffe Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der Herr, der dies alles tut. Jesaja 45,6-7

 

Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus. 2. Thessalonicher 3,5

 

Eigentlich wiederstrebt mir die Vorstellung eines Gottes, der, wie es die Losung des heutigen Tages nahelegt, alles – Frieden und Unheil – schafft. Gerade bei Letzterem habe ich manchmal das Gefühl, dass dies als Ausrede oder einfache Erklärung missbraucht wird. Wenn ich mir Dinge nicht erklären kann oder einen Schuldigen suche, dann mache ich Gott dafür verantwortlich. Einer möglichen Eigenverantwortung oder Mitschuld weiche ich aus. Mit einem mündigen Christentum, dessen Auftrag auch die Mitgestaltung der Welt beinhaltet, hat das wenig zu tun.

Auf der anderen Seite haben Naturkatastrophen, Pandemien, gewalttätige Auseinandersetzungen oder weltweite Herausforderungen, wie zum Beispiel die Klimaveränderung, oft die Eigenart, dass sie mich überfordern. Eine Veränderung oder Mitgestaltung zu einem Besseren, scheint auf den ersten Blick schier unmöglich. Ich fühle mich überfordert, ja machtlos.

Gerade in solchen Momenten kann die Vorstellung, dass ich all diesen Entwicklungen nicht machtlos ausgeliefert bin, Kräfte und Hoffnung freisetzen. Auf dem Hintergrund, dass diese Welt am Ende von einem Sinn zusammengehalten wird, der größer ist als der, den ich mir manchmal vorstellen kann, bekomme ich die Kraft, selbst zu handeln. Wenn mein Herz von Gottes Liebe getragen wird und auf sie ausgerichtet ist, kann sich empfundene Machtlosigkeit und Mutlosigkeit in Phantasie und Aktion verwandeln. Und dann machen eben auch die sprichwörtlichen vielen kleinen Schritte an vielen Orten der Welt einen Unterschied!

 

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

I am the Lord, and there is no other. I form the light and create darkness, I bring prosperity and create disaster; I, the Lord, do all these things. Isaiah 45:6-7

 

May the Lord direct your hearts into God’s love and Christ’s perseverance. 2. Thessaloninas 3:5

 

Actually, the idea of a God who, as the watchword for today suggests, creates everything – peace and destruction – strikes me. With the latter in particular, I sometimes have the feeling that this is being misused as an excuse or a simplified explanation. When I can’t explain things to myself or find someone to blame, I blame God for it. I avoid to take a personal responsibility or complicity. This has little to do with a mature Christianity whose mission it is to shape the world.

On the other hand, natural disasters, pandemics, violent clashes or global challenges such as the climate change, often have an overwhelming impact. A change or participation, for a better, seems almost impossible at first sight. I feel overwhelmed, even powerless.

It is precisely at such moments that the idea that I am not at the mercy of all these developments can release strength and hope. Against the background that in the end this world is held together by a meaning that is greater than what I can sometimes imagine, I get strength to act myself. When my heart is carried by God’s love and is focused on it, perceived powerlessness and discouragement can turn into imagination and action. And then the proverbial many small steps in many places around the world can make a difference!

 

Prayer: Hanns Hoerschelmann

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Von all dem Guten, das der HERR dem Haus Israel zugesagt hatte, war nichts dahingefallen; alles war eingetroffen. Josua 21, 45

 

Das heißt natürlich nicht, dass damit die ganze Arbeit schon getan war. Die Geschichte des Volkes Gottes ging weiter – und sie geht auch heute weiter.

Aber es ist doch gut, immer wieder das bereits mit Gottes Hilfe Erreichte festzuhalten, sich zu vergewissern, und daraus Hoffnung und Mut für den weiteren Weg zu schöpfen.

Als Einrichtung unserer Landeskirche haben wir bei Mission EineWelt das zum Beispiel mit der „Konzeption der Außenbeziehungen“ gemacht. Privat tue ich das, wenn ich am Morgen beim ersten Schritt ins Freie tief durchatme, egal ob bei Sonne oder Regen, und ein kleines Stoßgebet nach oben schicke: „Wie schön, mein Gott, danke für frische Luft – danke, dass ich leben darf!“

 

Andacht: Klaus Dotzer, Referat Afrika, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Not one word of all the good promises that the Lord had made to the house of Israel had failed; all came to pass. Joshua 21:45 (English Standard Version)

 

That does not mean, of course, that all the work was done. The story of God’s people continued – and it continues today.

But it is good, after all, to record from time to time what has already been achieved with God’s help, to make sure of it, and to draw from it hope and courage for the way ahead.

As an institution of the Evangelical Lutheran Church in Bavaria, we in Mission OneWorld have done this, for example, with the „Policy Statement on Foreign Relations“. In my private life I do this when I take a deep breath in the morning after leaving my house, no matter if it rains or the sun shines, and say a small prayer: „Thank you, Lord, for fresh air – thank you for the gift of life!

 

Prayer: Klaus Dotzer

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen. Zefanja 3,14-15

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 1.Johannes 2,2

 

Jauchze, frohlocke, freue dich und sei fröhlich … angesichts des teilweisen Lock-downs, der gerade beginnt, klingen diese Worte unserer heutigen Losung geradezu wie Hohn.

Wie soll ich mich freuen, wenn vieles, was mir Spaß macht, schon wieder verboten und eingeschränkt wird? Sich abends in der Kneipe mit Freund*innen treffen, sportliche Aktivitäten mit anderen, leckeres Essen im Restaurant. Besuche. Urlaub, Veranstaltungen und Kultur, alles muss wieder ausfallen. Mit Sorge erfüllen mich auch die zunehmende Frustration und Existenznot von Kulturschaffenden und kleinen Selbständigen im Freundeskreis. Wie soll das weitergehen, wo führt das noch alles hin? Die Generation meiner Kinder, Nichten und Neffen, die immer mehr wegen Klimawandel und Pandemie um ihre Zukunft bangt. Die eigentlich jetzt loslegen und mitgestalten möchte, sich aber zunehmend ausgebremst fühlt. Welche Zukunft erwartet uns?

In diese Situation hinein, wollen uns die Losungsworte Hoffnung machen. Der Prophet Zefanja mit dem Aufruf zur Freude nach einer überstandenen Notlage. Der Schreiber des 1. Johannesbriefs mit dem Glaubensbekenntnis, dass die ganze Menschheit durch Jesus Christus befreit und erlöst ist. Befreit dazu, sich hilfsbereit und solidarisch zu zeigen, befreit dazu, Gottes Liebe weiter zu geben, befreit dazu, sich für die Menschenwürde aller Menschen einzusetzen. Befreit dazu, nicht nur um sich selbst zu kreisen, sondern das Wohl der Nächsten in nah und fern im Blick zu haben, befreit dazu, Verantwortung zu übernehmen.

Weil Gott mich liebt und in Jesus Christus erlöst hat.

Vielleicht fällt es mir mit diesem Wissen dann leichter, die Lockdown-Maßnahmen mitzutragen und im Sinne des Befreit-Seins zur Nächstenliebe meine Zeit während des Lockdowns entsprechend zu gestalten: Zu helfen, wo Hilfe nötig ist; solidarisch zu sein, wo Solidarität gefragt ist.

Und wenn die Situation noch so schwierig erscheint, jedes Lächeln, das ich auf die Lippen anderer Menschen zaubern kann, wird für mich ein Grund zur Freude.

Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Sing, Daughter Zion; shout aloud, Israel! Be glad and rejoice with all your heart, Daughter Jerusalem! The Lord has taken away your punishment. Zefanja 3:14-15

Jesus Christ is the atoning sacrifice for our sins, and not only for ours but also for the sins of the whole world. 1.John 2:2

 

Sing, shout aloud, be glad and rejoice … in view of the partial lockdown in Germany that is just beginning, these words of today’s watchword sound almost like mockery. How can I be happy if many things that I enjoy are already forbidden and restricted again? Meeting with friends in the pub in the evening, sports activities with others, delicious food in the restaurant. Visits, holidays, events and culture, everything must be cancelled again. I am also concerned about the increasing frustration and existential need of cultural workers and small self-employed people in my circle of friends. How this will continue, where all this will lead? The generation of my children, nieces and nephews, who are increasingly worried about their future because of climate change and pandemic. Who actually wants to get started and to shape the future, but feels increasingly inhibited. Which future awaits us?

In this situation, the todays watchword want to give us hope. The prophet Zefanja with the call to joy after an overcome emergency. The writer of 1. John’s letter with the confession of faith that all mankind is liberated and redeemed by Jesus Christ. Liberated to show helpfulness and solidarity, liberated to pass on God’s love, liberated to work for the human dignity of all people. Liberated not only to circle oneself, but to have the well-being of neighbours in close and far in view, liberated to take responsibility for it. Because God loves me and has redeemed me in Jesus Christ.

Perhaps, in this knowledge, it is easier for me to carry the lockdown measures and, in the sense of being liberated to charity, to arrange my time during the lockdown accordingly: To help where help is necessary; solidarity, where solidarity is required. And no matter how difficult the situation seems, every smile I can conjure up on other people’s lips becomes a reason for joy for me. Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

„Mei, is des schee“ (hochdeutsch: „Meine Güte, ist das schön!“) – das waren die letzten Worte einer schwerkranken Frau, bevor sie starb.

Eine befreundete Ärztin erzählte mir die Geschichte dieser Frau. Ich darf sie in Kurzform wiedergeben.

Bei der Frau war eine Erkrankung diagnostiziert worden, die leider nicht heilbar war. Die kranke Frau ignorierte das. Aber eines Tages war klar, dass sie die nächsten Wochen nicht überleben würde, und sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Dort war meine Freundin die behandelnde Ärztin.

Immer noch war die Patientin überzeugt davon, nicht krank zu sein. Der Widerstand gegenüber der Krankheit war ungebrochen. Die Frau hielt verzweifelt am Leben fest. Sie wollte den nahenden Tod nicht wahrhaben. Verständlich.

Eines Tages hatte meine Freundin nächtlichen Bereitschaftsdienst und hatte plötzlich den Impuls, noch einmal nach der Schwerkranken zu sehen. Sie betrat das Krankenzimmer und in diesem Augenblick richtete sich die Frau in ihrem Bett auf. Und sagte laut vernehmbar: „Mei is des schee!“. Dann sank sie wieder in ihre Kissen zurück und war tot.

Die Interpretation meiner Freundin: Bei dieser Frau war der Moment des Sterbens nichts Erschreckendes. Dieser Moment erschien ihr sogar als etwas Schönes, vielleicht etwas Überwältigendes, etwas, was sie aufbaute. Ganz anders und neu gegenüber der Angst, die sie gehabt hatte.

Meine Freundin sagte übrigens, dass sie seitdem keine Angst mehr vorm Sterben habe.

Die Geschichte kann uns anregen, ernst zu nehmen, was uns viele biblische Verse über das Leben nach dem Tod andeuten. Die Geschichte kann uns Hoffnung geben. Eine ähnliche Hoffnung, wie sie uns zum Beispiel die überwältigenden Worte der Offenbarung des Johannes sagen:

„Siehe, ich mache alles neu!“ Offenbarung 21,5b

 

Andacht: Ulrike Bracks, Kirchliche Studienbegleitung

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

„My Goodness, that’s nice!“ – these were the last words of seriously ill woman before she died.

A doctor friend told me the story of this woman. I can pass on the story in brief.

 

The woman had been diagnosed with a disease that unfortunately could not be cured. The sick woman ignored that. But one day it was clear that she wouldn’t survive the next few weeks and she was admitted to the hospital. My friend was the doctor there.

The patient was still convinced that she was not sick. The resistance to the disease was unbroken! The woman desperately held on to life. She did not want to admit the approaching death. Understandable!

One day my friend was on duty at night and had the sudden impulse to look after the serious ill woman. She entered the sickroom and at thát moment the woman straightened up in her bed and said loudly: “my goodness, that’s nice!”. Then she sank back on her pillow and was dead.

My friend’s interpretation: for this woman the moment of death was nothing terrifying. This moment even appeared to her as something beautiful, perhaps something overwhelming, something that was building her up. Completely different and new to the fear she had had.

My friend said that since then she has no longer been afraid of dying.

 

This story can inspire us: to take seriously what many biblical verses suggest to us about life after death. This story can give us hope. A hope similar to that given to us in the overwhelming words of the revelation of john:

 

“See, I make all things new” Revelation 21:5

 

Prayer: Ulrike Bracks

Translation: Alexandra Nießlein

Illustration: Daniela Denk

Nach der letzten Sitzung der drei Fachjurys am 22. Oktober 2020 stehen die fünf Preisträger*innen des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2020 fest:

 

Kategorie Langfilm

„Für Sama“ (OT: For Sama)

von Waad al-Kateab und Edward Watts, Dokumentarfilm, 2019, 99 Minuten

 

Kategorie Kurzfilm

„Ab18! – Die Tochter von…“

von Joakim Demmer, Verena Kuri und Chiara Minchio, Dokumentarfilm, 2019, 28 Minuten

 

Kategorie Hochschule

„Masel Tov Cocktail“

von Arkadij Khaet und Mickey Paatszch, Satire, 2020, 30 Minuten

 

Kategorie Non Professional

„Just. Another. Month.“

von Charlotte Weinreich und Rosa-Lena Lange, Dokumentarfilm, 2019, 22 Minuten

 

Kategorie Bildung

„Masel Tov Cocktail“

von Arkadij Khaet und Mickey Paatszch, Satire, 2020, 30 Minuten

 

Im Mai 2020 wurde die 12. Wettbewerbsrunde zum Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgeschrieben. Bis zum Stichtag am 31. Juli 2020 lagen 365 Produktionen in den vier Kategorien „Langfilm“, „Kurzfilm“, „Hochschule“ und „Non Professional“ zur Sichtung und Bewertung vor. Die mit dem Bildungspreis ausgezeichnete Produktion wurde aus allen eingesandten Beiträgen ermittelt.

 

Drei Fachjurys hatten während der letzten Tage und Wochen nach den überzeugendsten Produktionen gesucht. „In den fünf Preisträger-Filmen spiegeln sich sowohl die hohe Qualität der vorgelegten Filme als auch die Vielfalt behandelter Themen wider, die vom Themenkomplex Krieg und Flucht, Rassismus und Antisemitismus, Geschlechterdiskriminierung und Stärkung der Frauenrechte bis zum Thema ‚Verschwinden lassen‘ von Menschen geht“, bilanzierte Klaus Ploth, Mitglied des Veranstalterkreises des Wettbewerbs. „In den Filmen wurde erneut sichtbar, dass Menschenrechte weiter unter Druck stehen – in Europa, weltweit – aber auch in Deutschland.“

 

Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik von Mission EineWelt, freut sich über die Globalität der Beiträge: „Ich bin beeindruckt, wie weltumspannend die Themen der Preisträgerfilme dieses Jahr sind. Menschenrechte fordern uns und die Menschen in unseren Partnerkirchen weltweit heraus. Die Filme unterstreichen das facettenreich.“

 

Die 12. Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises wird Corona-bedingt diesmal als reine Online-Veranstaltung stattfinden. Moderator ist auch in diesem Jahr der Kabarettist und Fernsehmoderator Christoph Süß, als Hauptrednerin wird Anja Reschke (NDR-Panorama) die Online-Sendung begleiten. Die Preisverleihung wird vom Bayerischen Fernsehen auf der BR KulturBühne gestreamt.

 

Weitere Informationen:

www.menschenrechts-filmpreis.de

www.facebook.com/deutscher.menschenrechtsfilmpreis

www.instagram.com/menschenrechtsfilmpreis

https://twitter.com/merefilmpreis

Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen. 2.Mose 34,21

 

Arbeit und Ruhe. Aktion und Besinnung. Aktiv sein und Zeit haben. Bereits die Menschen der biblischen Überlieferung wussten um das notwendige Zusammenspiel dieser beiden Pole für ein gelingendes Leben und Miteinander.

Ursprünglich war die biblische Sabbat-Ruhe, der arbeitsfreie Tag dafür gedacht, dass die Menschen sich Zeit für Gott nehmen, um dem Schöpfer zu danken und ihn zu loben, und auch um Zeit zu haben für die Gemeinschaft. In der modernen Gesellschaft hat sich das Verständnis dahingehend gewandelt, dass ein arbeitsfreier Tag wichtig für die Regeneration der Menschen und das soziale Miteinander von Familie und Gruppen ist.

Vor allem ein gemeinsamer freier Tag, wie bei uns der Sonntag, erscheint wichtig, um die freie Zeit miteinander verbringen zu können. Die Evangelische Kirche verteidigt seit Jahren den arbeitsfreien Sonntag, der übrigens noch mit Art.140 in unserem (deutschen)Grundgesetz geschützt ist, gegen Initiativen aus der Wirtschaft, die gerne rund um die Uhr verkaufen würden. Im internationalen Vergleich erscheint der freie Sonntag bei uns in Deutschland fast ein Privileg. Rund um den Globus ist das Recht auf einen arbeitsfreien Tag geradezu Luxus.

Der freie (Sonn-)Tag will deutlich machen: Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Das biblische Sabbatgebot stellt Gott und Mensch in den Mittelpunkt und macht klar: Arbeit und Wirtschaft stehen im Dienst des Lebens und nicht anders herum. Jenseits von Profiten und Konsum brauchen die Menschen Zeit für sich und andere sowie zur Besinnung auf das, was wichtig ist im Leben. Oder, um es mit Albert Schweitzer zu sagen: „Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie.“ Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Six days you shall work; on the seventh day you shall rest. 2 Mose 34:21

 

Work and rest. Action and meditation. Being active and having time. The people of biblical tradition already knew the necessary interplay between these two poles for a fulfilled life and togetherness. Originally, the biblical Sabbath rest, the day off from work was intended for people to take time for God, to thank and praise the Creator, as well as to have time for the community. In modern society, the understanding has changed that a day off from work is important for the regeneration of people and the social interaction of family and groups.

Above all, a common day off, such as Sunday, seems important in order to be able to spend the free time together. For years the Evangelical Lutheran Church has been defending the Sunday without work, which by the way is still protected by Art. 140 in our (German) constitution, against initiatives from the economy that would like to sell around the clock. In international comparison, free Sunday is almost a privilege for us in Germany. Around the globe, the right to a day off from work is almost a luxury. The free (Sun)day wants to make it clear: our life is more than work, buying and owning. The biblical Sabbath commandment places God and man at the centre and makes it clear that work and business are at the service of life and not the other way around.

Beyond profits and consumption, people need time for themselves and others and to reflect on what is important in life. Or to quote Albert Schweitzer: „If your soul doesn’t have a Sunday, it withers.“ Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk

Seit 26. Oktober 2020 läuft in Genf die sechste Verhandlungsrunde für ein internationales Menschenrechtsabkommen, das so genannte Binding Treaty. Ziel der vom UN-Menschenrechtsrat initiierten Arbeitsgruppe ist die wirksame Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGP): Alle unterzeichnenden Staaten verpflichten sich, die Vorgaben des Treatys zum Schutz von Menschen- und Arbeitsrechten sowie zum Umweltschutz gesetzlich zu verankern. Damit könnte die Einhaltung dieser Rechte wirksam vor Gericht eingeklagt werden. Zudem hätten die im Treaty verankerten Rechte Vorrang vor Handelsabkommen und insbesondere vor darin enthaltenen Regelungen zum Investitionsschutz. Im Hinblick auf die Umsetzung nationaler Lieferkettengesetze hätte das auch für Unternehmen die Vorteile gleicher Wettbewerbsbedingungen und besserer Überprüfbarkeit der Lieferketten.

 

Über 100 Staaten beteiligen sich aktiv an den Verhandlungen, eine Vielzahl an zivilgesellschaftlichen Organisationen setzt sich für ein Zustandekommen des Abkommens ein, auch Mission EineWelt als Mitglied der Treaty Alliance Deutschland: https://www.cora-netz.de/treaty/

 

Deutschland und die EU verharren weiter in einem rein passiven Beobachter*innenstatus und beteiligen sich nicht aktiv an den Verhandlungen.

 

Ein aktuelles Video dazu gibt es hier: https://twitter.com/MissionEinewelt