Infoabend zum Thema Markt- und Landwirtschaft mit Dr. Heiner Fassbeck in Herrieden © MEW / Angela Müller

Über 70 Personen versammelten sich am vergangenen Montag im Gasthaus Bergwirt in Herrieden, um gemeinsam mit Dr. Heiner Fassbeck über die Zusammenhänge von Markt- und Landwirtschaft zu diskutieren. Eingeladen zu dem Informationsabend mit dem ehemaligen Chef-Ökonomen der Vereinten Nationen hatten neben Mission EineWelt auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bundesverband deutscher Milchviehhalter, der Weltladen Herrieden und Bioland.

Dank an Dr. Heiner Fassbeck © Doris Haspel

Dank an Dr. Heiner Fassbeck, der als Referent den Abend kurzweilig und interessant gestaltete © Doris Haspel

Mit kurzweiligen Ausführungen und einer lebhaften Diskussionsrunde zum Abschluss des Abends fesselte Fassbeck das Publikum. Dabei erklärte er unter anderem, warum die Erzeugerpreise so stark schwanken und bereits bei leicht erhöhtem Angebot ins Bodenlose fallen können. „Die Nachfrage nach Lebensmitteln wie Fleisch und Milch ist nicht elastisch“, so der 66-Jährige. Auch bei niedrigeren Preisen würden diese Produkte nicht stärker nachgefragt. In anderen Wirtschaftsbereichen gibt es staatliche Eingriffe und Regulierungen um die Märkte zu stabilisieren. „Das Wenigste, was sie fordern sollten, sind Mindestpreise.“ appellierte er an die anwesenden  Bäuerinnen und Bauern. Diese seien – so Fassbeck – genauso machbar wie der Mindestlohn. Und der habe auch keine Arbeitsplätze gekostet, sondern die Wirtschaft angekurbelt.

Deutliche Worte fand der Wirtschaftswissenschaftler auch zur Eurokrise. Er warnte die Teilnehmenden vor einer massiven Abwertung neuer Währungen beim Zerbrechen der Währungsunion. Deutsche Produkte würden in den entsprechenden Ländern so teuer, dass sie nicht mehr absetzbar wären. Mitverursacher an der Eurokrise ist – laut Fassbeck – Deutschland. „Andere Länder mit unserem Zeug kaputt zu machen, das wir produzieren, aber gar nicht brauchen, das ist menschenverachtend.“ urteilte der 66-Jährige. Nur Deutschland könne – als Exportüberschussweltmeister mit niedrigsten Lohnkosten – den Euro retten. Wie? Durch stärker steigende Löhne und den Abbau der Exportüberschüsse.