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Schatzkiste statt Elektroschrott

Auftakt der HANDYAKTION Bayern am Freitag im Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg

Am kommenden Freitag ist das Johannes-Scharrer-Gymnasium in Nürnberg Schauplatz der Auftaktveranstaltung der HANDYAKTION Bayern. In der Aula der Schule werden die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen von 11.30 bis 12.15 Uhr über die Ziele und Angebote der gemeinsamen Aktion von evangelischem Centrum Mission EineWelt und Eine Welt Netzwerk Bayern e. V. informiert.

Die HANDYAKTION Bayern will in erster Linie Bewusstsein schaffen für die Themen Rohstoffverbrauch und -gerechtigkeit, Konfliktmineralien und nachhaltigen Konsum. Neben den Bildungsangeboten gibt es eine Sammelaktion für Althandys in Kooperation mit der Deutschen Telekom, die auch für eine sichere Datenlöschung der abgegebenen Geräte garantiert. Pro Handy werden 70 Cent an Bildungsprojekte in El Salvador, Liberia und Bayern gespendet.

Die Schülerinnen und Schüler des Nürnberger Fairtrade-Gymnasiums in der Tetzelgasse 20 werden über die Hintergründe der Handyproduktion, die sozialen und ökologischen Folgen unseres Rohstoffverbrauchs sowie alternative Handlungsmöglichkeiten mit einem kurzweiligen Quiz und einem Kurzfilm informiert. Sie erfahren, welche Rohstoff-Schatzkisten ihre alten gebrauchten Mobiltelefone sind. Alte Handys sollen deshalb nicht in der Schublade oder im Hausmüll verschwinden, sondern sie als Second-Hand-Ware weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wichtige Rohstoffe zurückgewonnen werden und Menschen und Umwelt geschont werden.

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung wird die Sammelbox der HANDYAKTION Bayern für gebrauchte Mobiltelefone im Schulsekretariat aufgestellt.

Unter dem Motto „Ich mach mit! Ich bin Rohstofflieferantin!“ setzt sich auch die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen, Frau Dr. Beate Merk, für die HANDYAKTION Bayern ein: „Gerne unterstütze ich die HANDYAKTION Bayern als Schirmfrau. Die Sammelaktion will unser Bewusstsein schärfen für die Situation der Menschen, aus deren Ländern die Rohstoffe für unsere Handys stammen. Ganz wichtig finde ich die Aufklärung über die sozialen und ökologischen Zusammenhänge, die durch Bildungskisten, Workshops, Filme und vieles mehr vermittelt werden. Ich wünsche der HANDYAKTION  Bayern einen guten Start und eine hohe Beteiligung! Allen, die mitmachen, sage ich danke und viel Erfolg!“

Weitere Sammelboxen in der Region Nürnberg sind im Caritas Pirckheimer-Haus (Königstr. 64, Rezeption), im Fenster zur Welt (Vordere Sterngasse 1), im Lorenzer Laden (Nonnengasse 18), in der Jugendkirche Lux (Leipziger Str. 25), im Melanchthon-Gymnasium (Sekretariat, Sulzbacher Str. 32), im Dritte-Weltladen Erlangen (Neustädter Kirchplatz), im Welthaus Fürth (Gustavstr. 31) sowie im Rathaus Roßtal (Marktplatz 1).

Wer auch als Kirchengemeinde, Kindertagesstätte, Schule, Universität, Einrichtung, Laden oder Arztpraxis eine Sammelbox aufstellen und sich an der Aktion beteiligen will, oder weitere Informationen über die HANDYAKTION Bayern haben will, wird fündig unter www.handyaktion-bayern.de.

Kontakt:
Mission EineWelt
Gisela Voltz, Caren Rehm
Telefon: 0911 36672-0
Mail: gisela.voltz@mission-einewelt.de; caren.rehm@mission-einewelt.de

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„Wir können nicht auf einer Insel des Reichtums leben, ohne uns um das Meer der Armut um uns herum zu kümmern.“

Insgesamt 17 verschiedene Workshops und vier konsumkritische Stadtführungen boten am 14. und 15. März ein interessantes Rahmenprogramm für die Teilnehmenden der Schulmesse „Global Learning“. Bereits zum dritten Mal wurde die Messe in Nürnberg von kommunalen, lokalen und kirchlichen Kooperationspartnern, darunter Mission EineWelt, veranstaltet. Und auch in diesem Jahr waren die Plätze mit insgesamt 600 Schülerinnen und Schülern restlos ausgebucht.

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Global Learning Messe 2017 in Nürnberg ausgebucht

Schülerinnen und Schüler wollen mehr über weltweite Zusammenhänge erfahren.

Mit rund 300 Teilnehmenden pro Tag ist die dritte Nürnberger Messe „Global Learning“ im Caritas-Pirckheimer-Haus bereits restlos ausgebucht. Die Schulmesse findet am 14. und 15. März 2017 statt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe. Diese haben die Möglichkeit, sich an beiden Tagen verschiedenen Themen rund um die Eine Welt zu widmen. Das Centrum Mission EineWelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist neben kommunalen, lokalen und weiteren kirchlichen Kooperationspartnern Mitglied in der Nürnberger Fairtrade Steuerungsgruppe und Mitveranstalter der Messe.

Neben konsumkritischen Stadtführungen werden im Rahmen der Veranstaltung zahlreiche Workshops aus dem Bildungsprogramm von Mission EineWelt angeboten. Globales Lernen ist dabei ein wichtiges Stichwort. Die Teilnehmenden sollen motiviert werden, sich mit komplexen Herausforderungen wie Klimawandel, Migration, Ressourcenverknappung oder sozialer Ungleichheit auseinanderzusetzen und sich künftig für eine gerechtere und zukunftsfähige Welt einzusetzen. Dazu erhalten sie tiefe Einblicke in soziale und ökologische Missstände und erarbeiten Wege, wie sie selbst gegensteuern können.

Am Dienstag, 14. März, startet die Schulmesse mit einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Ulrich Maly. Am Mittwoch werden die Stadtdekane Dr. Jürgen Körnlein und Hubertus Förster den Tag einleiten. Anschließend präsentieren die Schülerinnen und Schüler des Nürnberger Scharrer-Gymnasiums bzw. des Schwabacher Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums ein Theaterstück und einen Filmbeitrag zum Fairen Handel und nachhaltigem Engagement, bevor die Workshoprunden beginnen. Abgerundet wird die Schulmesse mit einer bunten Menschenkette im Innenhof des Caritas-Pirckheimer-Hauses.

Erst Mitte Februar wurde Nürnberg als Faire Metropolregion ausgezeichnet. Mit der Schulmesse „Global Learning“ findet nun eine erste Aktion statt, die über die Stadt hinausstrahlt. Angemeldet sind neben Schülerinnen und Schülern aus Nürnberg auch Teilnehmende aus Fürth, Erlangen, Bamberg, Lauf, Heilsbronn und Ansbach.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Mission EineWelt
Caren Rehm
Telefon: 0911 36672-0

Programm Schulmesse „Global Learning“ 2017 (PDF)

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Ehemaliger Chef-Ökonom der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung zu Gast in Herrieden

Über 70 Personen versammelten sich am vergangenen Montag im Gasthaus Bergwirt in Herrieden, um gemeinsam mit Dr. Heiner Fassbeck über die Zusammenhänge von Markt- und Landwirtschaft zu diskutieren. Eingeladen zu dem Informationsabend mit dem ehemaligen Chef-Ökonomen der Vereinten Nationen hatten neben Mission EineWelt auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der Bundesverband deutscher Milchviehhalter, der Weltladen Herrieden und Bioland.

Dank an Dr. Heiner Fassbeck © Doris Haspel

Dank an Dr. Heiner Fassbeck, der als Referent den Abend kurzweilig und interessant gestaltete © Doris Haspel

Mit kurzweiligen Ausführungen und einer lebhaften Diskussionsrunde zum Abschluss des Abends fesselte Fassbeck das Publikum. Dabei erklärte er unter anderem, warum die Erzeugerpreise so stark schwanken und bereits bei leicht erhöhtem Angebot ins Bodenlose fallen können. „Die Nachfrage nach Lebensmitteln wie Fleisch und Milch ist nicht elastisch“, so der 66-Jährige. Auch bei niedrigeren Preisen würden diese Produkte nicht stärker nachgefragt. In anderen Wirtschaftsbereichen gibt es staatliche Eingriffe und Regulierungen um die Märkte zu stabilisieren. „Das Wenigste, was sie fordern sollten, sind Mindestpreise.“ appellierte er an die anwesenden  Bäuerinnen und Bauern. Diese seien – so Fassbeck – genauso machbar wie der Mindestlohn. Und der habe auch keine Arbeitsplätze gekostet, sondern die Wirtschaft angekurbelt.

Deutliche Worte fand der Wirtschaftswissenschaftler auch zur Eurokrise. Er warnte die Teilnehmenden vor einer massiven Abwertung neuer Währungen beim Zerbrechen der Währungsunion. Deutsche Produkte würden in den entsprechenden Ländern so teuer, dass sie nicht mehr absetzbar wären. Mitverursacher an der Eurokrise ist – laut Fassbeck – Deutschland. „Andere Länder mit unserem Zeug kaputt zu machen, das wir produzieren, aber gar nicht brauchen, das ist menschenverachtend.“ urteilte der 66-Jährige. Nur Deutschland könne – als Exportüberschussweltmeister mit niedrigsten Lohnkosten – den Euro retten. Wie? Durch stärker steigende Löhne und den Abbau der Exportüberschüsse.

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Gegen CETA und für einen gerechten Welthandel

Nürnberger Bündnis schreibt bayerische EU-Parlamentarier an

Die bayerischen EU-Abgeordneten sollen Mitte Februar im EU-Parlament gegen das Freihandelsabkommen CETA zwischen der Europäischen Union und Kanada stimmen. Dazu hat ein breites Bündnis im Großraum Nürnberg aus Umwelt- und Sozialverbänden, politischen Parteien und dem kirchlichen Partnerschaftszentrum Mission EineWelt in einer Briefaktion aufgefordert.

Nachdem EU-Kommission, EU-Regierungen und Kanada das umstrittene Freihandelsabkommen CETA Ende Oktober 2016 unterschrieben haben, wird voraussichtlich am 14. Februar das EU-Parlament darüber abstimmen. Das „Bündnis gegen CETA, TTIP, TiSA&Co – für einen gerechten Welthandel“ im Großraum Nürnberg  hat deshalb alle EU-Abgeordneten aus Bayern, die sich noch nicht entschieden haben, angeschrieben und aufgefordert, gegen das Abkommen zu stimmen.

Das Bündnis kritisiert einerseits die in CETA enthaltenen Sonderklagerechte für Konzerne und die regulatorische Kooperation, die zu einer weitgehenden Selbstentmachtung der Parlamente zugunsten von Konzernen und Banken führt.  Gesetzesvorhaben würden demnach einem demokratisch nicht legitimierten transatlantischen „Regulierungsrat“ vorgelegt, bevor sie überhaupt in die nationalen Parlamente gelangen. Andererseits weist das Bündnis nachdrücklich darauf hin, dass CETA nicht zur Förderung eines gerechten Welthandels beitrage. Statt an der Lösung globaler Probleme wie Hunger, Klimawandel und Verteilungsungerechtigkeit mitzuwirken, grenze CETA die Länder des globalen Südens aus und berücksichtige nicht die negativen Auswirkungen auf diese Länder.

Vor allem die EU-Parlamentarierin Kerstin Westphal von der SPD wird in dem Brief aufgefordert, sich an die roten Linien zu CETA zu halten, die 2014 in der SPD beschlossen wurden. Die beiden anderen bayerischen  SPD-Abgeordneten Ismail Ertug und Maria Noichl hätten nach Aussage des Bündnisses ihre geplante Ablehnung zu dem Abkommen bereits signalisiert. Auch die fünf CSU-Abgeordneten im Europa-Parlament Albert Deß, Markus Ferber, Monika Hohlmeier, Angelika Niebier und Manfred Weber sowie Ulrike Müller von den Freien Wählern sind angeschrieben worden. Fünf von 13 bayerischen EU-Abgeordneten haben bisher  versprochen, gegen CETA zu stimmen.

Das regionale Bündnis gegen CETA, TTIP, TiSA&Co beteiligt sich damit an der europaweiten Aktion „CETA-Check“, die alle Abgeordneten auf ihr Abstimmungsverhalten zu CETA befragt. Zum regionalen Bündnis gehören attac, der Bund Naturschutz, Mehr Demokratie e.V.,  das Nürnberger Sozialbündnis, das Fürther Sozialforum, das evangelische Partnerschaftszentrum Mission EineWelt, sowie die ÖDP, die Linken und das Bündnis90/Die Grünen .

Unter www.mehr-demokratie.de/ceta-check kann man sich auch als Einzelperson an der Aktion beteiligen und die Abgeordneten per E-Mail dazu auffordern, gegen CETA zu stimmen.

Nähere Infos bei:

Gisela Voltz
TeIefon: 0911 36672-0
gisela.voltz@mission-einewelt.de

Der Brief an die SPD-Abgeordnete Kerstin Westphal:

Brief (PDF)

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„Die Menschenrechte brauchen Heimat in Europa. Sonst ist Europa keine Heimat.“

Mehr als 450 Gästen waren am Samstagabend zur diesjährigen Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises in die Tafelhalle nach Nürnberg gekommen. Aus insgesamt 385 eingereichten Produktionen hatten mehrere Fachjurys die sechs Gewinner der 10. Preisverleihung ermittelt. Erwartungsgemäß waren Vertreibung, Flucht und Integration von Geflüchteten ein Themenschwerpunkt. Die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, Zwangsarbeit und Menschenhandel sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Bürgerkriegsgebieten waren weitere Themen.

Die Preisverleihung moderierte Christoph Süß. Prof. Dr. Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion und Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung mahnte als Gastredner: „Man wird das 21. Jahrhundert, man wird Europa einmal daran messen, wie es mit den Flüchtlingen umgegangen ist.“ Man werde es daran messen, welche Anstrengungen unternommen wurden, um entheimatete Menschen ihre Heimat wiederzugeben, betonte der Publizist. „Die Menschenrechte brauchen Heimat in Europa. Sonst ist Europa keine Heimat.“

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird im Rhythmus von zwei Jahren vergeben und aktuell von 18 Veranstaltern aus der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit, religiösen und kirchlichen Organisationen wie Mission EineWelt getragen.

Weiterführende Informationen: http://menschenrechts-filmpreis.de
DMFP auf Facebook: www.facebook.com/deutscher.menschenrechtsfilmpreis

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Welt-Aids-Tag: Mehr finanzielles Engagement von der Bundesregierung gefordert

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am morgigen 1. Dezember fordert das landeskirchliche Partnerschaftscentrum Mission EineWelt zusammen mit dem bundesweiten Aktionsbündnis gegen Aids von der Bundesregierung ein deutlich größeres finanzielles Engagement zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Dies sei nötig, um das UN-Nachhaltigkeitsziel „Ende von AIDS/HIV bis 2030“ zu erreichen.

Durch das große Engagement des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) konnten in den letzten Jahren wichtige Fortschritte erzielt werden. So habe sich beispielsweise die Zahl der Menschen mit Zugang zu einer lebensbewahrenden Behandlung seit 2011von 9 Millionen auf über 18 Millionen verdoppelt. Damit erhält heute rund die Hälfte der 37 Millionen mit HIV lebenden Menschen weltweit diese Therapie. Außerdem habe sich die Zahl der Aids-bedingten Todesfälle seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts von 2 auf 1,1 Millionen verringert.

Dennoch infizieren sich weltweit rund 1,9 Millionen Erwachsene jährlich neu mit dem HI-Virus. Für umfassende Präventionsmaßnahmen, Behandlungsprogramme und eine Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsversorgung sei dringend ein deutlich höheres finanzielles Engagement der wirtschaftlich starken Staaten erforderlich. Deutschland habe in den letzten Jahren lediglich ein Drittel der mittleren Beitragshöhe wirtschaftlich vergleichbarer Staaten Europas aufgebracht.

Pfarrer Reinhard Hansen, Afrika-Referent bei Mission EineWelt, meint: „Der Kampf gegen HIV und Aids ist eine klassische Querschnittsaufgabe im Entwicklungskontext. Letztendlich sind praktisch alle Aktivitäten des Centrums Mission EineWelt mit der Thematik verbunden.“

Das landeskirchliche Zentrum unterstützt finanziell und personell die lutherischen Partnerkirchen in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Pazifikraum in ihrem Engagement gegen HIV/AIDS. Die Partnerkirche in Tansania klärt beispielsweise über den Radiosender „Stimme des Evangeliums“ über die Übertragungswege von HIV/AIDS auf und betreibt zudem mehrere Waisenhäuser für Aids-Waisen. Für die kirchliche Arbeit in der nationalen Koordinierungsstelle zu HIV/AIDS in der Demokratischen Republik Kongo hat Mission EineWelt ein Ehepaar entsandt, das Aufklärungsprogramme in kirchlichen Schulen und in der Frauenbildung sowie Programme zur Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation von Frauen durchführt.

Unterstützen auch Sie diese wichtige Arbeit mit Ihrer Spende:

Mission EineWelt
Evangelische Bank eG
IBAN: DE12 5206 0410 0001 0111 11
Stichwort: AIDS Hilfe Afrika

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Gisela Voltz / Helge Neuschwander-Lutz

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Hunger bekämpfen heißt Klimawandel eindämmen

Zum Welternährungstag am 16.10.2016

Hunger hat vielfältige Ursachen. Doch die Folgen des Klimawandels wie Dürren oder Überschwemmungen sowie damit verbundene Ernteausfälle bedrohen gerade die kleinbäuerlichen Familien auf dem Land in vielen Teilen von Afrika, Asien und Lateinamerika immer stärker. Drei von vier Hungernden sind Kleinbäuerinnen und ‐bauern, v. a. Frauen. Der Klimawandel ist bereits heute spürbar und zerstört Lebensmöglichkeiten. In Entwicklungsländern produzieren kleinbäuerliche Familienbetriebe einen Großteil der landwirtschaftlichen Erträge. Damit spielen sie eine zentrale Rolle für die Ernährung der Bevölkerung. Wird ihre Widerstandsfähigkeit gegen die zunehmenden Dürren, Fluten und andere extreme Ereignisse nicht deutlich verbessert, sind nach einer Studie der Weltbank im Jahr 2030 bis zu 100 Millionen Menschen mehr vom Hunger bedroht. Schon jetzt leiden ca. 11 % der Weltbevölkerung (ca. 795 Mio.) an Hunger und Unterernährung. Die Internationale Organisation für Migration rechnet bis 2050 mit bis zu 200 Millionen Klimaflüchtlingen.
„Wenn wir den Hunger erfolgreich bekämpfen wollen, müssen wir uns engagiert für die Eindämmung des Klimawandels und die Umsetzung der Energiewende einsetzen, gesamtgesellschaftlich  wie im persönlichen Bereich“, fordert Gisela Voltz, Fachreferentin für entwicklungspolitische Bildungs‐ und Öffentlichkeitsarbeit von Mission EineWelt. „Ebenso brauchen wir dringend eine  agrarökologische Wende, die die Kleinbäuerinnen und -bauern bei der Anpassung an den Klimawandel und der Umstellung auf ‚Bio‘ unterstützt.“
Mission EineWelt fördert zahlreiche Projekte der Partnerkirchen in diesen Bereichen: z. B. das ökologische Beratungs‐ und Ausbildungsprogramm CAPA für Kleinbauern in Brasilien der Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) sowie ein Programm zur Umstellung auf holzsparende Öfen in Nicaragua der Lutherischen Kirche „Glaube und Hoffnung“ in Nicaragua (ILFE), das auch als Klimakompensationsprojekt anerkannt ist.

Gisela Voltz

 

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Flucht hautnah

Freiwillige besuchen einen Baumarkt, der als Flüchtlingsquartier genutzt wird

„In diesem Supermarkt wohnen die Menschen?“ Agustina schüttelt entsetzt den Kopf. Sie steht vor dem ehemaligen Praktiker in Zirndorf. Mit anderen Freiwilligen aus dem Internationalen Evangelischen Freiwilligenprogramm, kurz IEF, lässt sie sich das Gelände zeigen, auf dem Geflüchtete untergebracht sind. Es war zwar kein Supermarkt, wie die junge Argentinierin dachte, sondern ein Baumarkt. Aber das macht das Gebäude nicht einladender. In der riesigen Halle leben 300 Personen. Die dünnen Stellwände, die jeweils vier Stockbetten von den anderen trennen, bieten keinerlei Privatsphäre. Nachts wird es nie dunkel und nie leise. Auch Familien mit kleinen Kindern „wohnen“ hier.

Agustina und ihre Gruppe erfahren hautnah, unter welchen Umständen Flüchtlinge in Deutschland leben. Seit sechs Monaten ist sie in Deutschland zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Wohnheim für behinderte Menschen. Sie und die anderen Freiwilligen (aus Brasilien, Tansania und Malaysia) werden von Mission EineWelt während dieses Jahres begleitet. Thema des Zwischenseminars im September ist Migration. An ihren Einsatzorten haben die Freiwilligen jeweils eigene Erfahrungen mit Geflüchteten gemacht. Auch die wechselnde Stimmung in unserem Land bekommen sie mit und werden selbst für Asylsuchende gehalten. „Wenn ich sage, dass ich kein Flüchtling bin, werde ich gleich freundlicher behandelt“ erzählt Irene aus Tansania. Gemeinsam diskutiert die Gruppe über Ursachen und Folgen von Flucht und Migration. Das Online-Spiel „auf und davon“  vermittelt den jungen Leuten anschaulich, wie es Flüchtenden ergehen kann.

Nach fünf Tagen intensiven Austauschs fahren sie wieder zurück zu ihren Einsatzstellen – zu Kindergärten, Altenheimen und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung. „Unser Blick wurde geweitet – wir haben viel gelernt“ meldet Agustina zurück.

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Mission EineWelt prämiert die Gewinner des diesjährigen Fotowettbewerbs

Drei prämierte Aufnahmen, das Siegerfoto stammt von zwei Freiwilligen

Australien, Papua-Neuguinea und Argentinien, in diesen Ländern wurden die diesjährigen Siegerbilder des Fotowettbewerbs von Mission EineWelt aufgenommen. Jedes Jahr können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Evangelischen Freiwilligenprogramms jeweils ein Foto in drei Kategorien einreichen. Eine fünfköpfige Jury wählte aus den Einsendungen die drei Gewinnerfotos aus.

Platz 1 ging an ein Foto, das zwei Freiwillige im australischen Alice Springs aufgenommen haben: Hoa-Quynh Rex aus dem oberbayerischen Eichenau und Stephanie Schwarz aus Hohenschäftlarn beim Starnberger See. Die Jury zeigte sich von der deutlichen Bildbotschaft beeindruckt: „Ein Wettkampfbild, das nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander betont, das die gemeinsame Freude am Spiel ausstrahlt und auf die Betrachterinnen und Betrachter überträgt.“ Die Dynamik des Moments sei wunderbar eingefangen, zudem sei das Bild farblich und kompositorisch hervorragend fotografiert.

2. Preis: Kaffeeanbau in Papua-Neuguinea. © Daniel Schlüter

2. Preis: Kaffeeanbau in Papua-Neuguinea. © Daniel Schlüter

3. Preis: Gemeinsam in Argentinien. © Sophie Reiter

3. Preis: Gemeinsam in Argentinien. © Sophie Reiter

Eine Momentaufnahme vom Kaffeeanbau in Papua-Neuguinea verhalf dem Oberpfälzer Daniel Schlüter aus Neutraubling nahe Regensburg auf den 2. Platz. Nach Ansicht der Jury unterstreiche der klare Aufbau, der gute Umgang mit Licht und Weite und die einfache, aber ausdrucksstarke Komposition die Ruhe in dem Bild. Das Foto zeige „einen realen und alltäglichen Zusammenhang zwischen globalem Norden und globalem Süden: Der Kaffee, den viele in Deutschland trinken, wird weit von hier entfernt unter oft mühsamen Bedingungen und mit hohem Aufwand angebaut“, so die Begründung der Entscheidung.

Die Übergabe der Urkunden fand im Rahmen des Auswertungsseminars statt, bei dem die Freiwilligen, die ein Jahr im afrikanischen und asiatisch-pazifischen Raum mitgearbeitet haben, vergangene Woche in Neuendettelsau zusammen waren. Dritte Preisträgerin ist Sophie Reiter aus dem oberbayerischen Kirchanschöring am Waginger See mit ihrer Aufnahme aus Argentinien. Sie bekommt ihre Urkunde in der kommenden Woche, wenn die Freiwilligen aus dem lateinamerikanischen Raum ihr Auswertungsseminar haben werden. „Die Jury lobt die wunderbare Umsetzung der Idee des Freiwilligendienstes in diesem Bild: gemeinsam arbeiten und gemeinsam lernen. Die Szene erzählt eine Geschichte ohne Text über eine vertraute Gruppe von Frauen, die in ihre Tätigkeiten und gemeinsame Arbeit versunken die Fotografin gar nicht wahrzunehmen scheint.“

Das Siegerfoto wird von Mission EineWelt mit 300 Euro prämiert, Platz 2 mit 200 Euro und der 3. Platz mit 100 Euro. Die Jury bildeten in diesem Jahr Wengel Ayalew, Dr. Jürgen Bergmann, Daniela Denk (alle Mission EineWelt), Wolfgang Heilig-Achneck (Nürnberger Nachrichten) und Claus Laabs (Evangelische Medienzentrale).