Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem: UN-Schätzungen zufolge erleiden bis zu 70 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle, körperliche oder seelische Qualen. Für Frauen und Mädchen zwischen 14 und 44 Jahren ist Gewalt von Männern die häufigste Ursache für Behinderung oder Tod. In Deutschland fliehen nach Schätzungen jährlich etwa 45.000 Frauen vor gewalttätigen Männern in ein Frauenhaus.

Gewalt an Frauen ist eine Konsequenz der strukturellen Ungleichheiten zwischen Mann und Frau. Vor allem leiden Frauen in traditionell patriachalen Gesellschaftsstrukturen, die auch in heutigen Gesellschaften noch immer wirken. Wie Männer haben Frauen und Mädchen das Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ wurde erstmals 1981 von Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Sie gedachten dabei auch drei Schwestern, die in der Dominikanischen Republik verschleppt, vergewaltigt und ermordet wurden. Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal starben am 25. November 1960 durch die Hand von Soldaten des Trujillo-Regimes.

1999 erkannten die Vereinten Nationen den Aktionstag offiziell an. In internationalen Dokumenten wird Gewalt gegen Frauen heute als Menschenrechtsverletzung eingestuft. Das verpflichtet Regierungen zu Aufklärung, Vorbeugung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen, auch wenn Vergewaltigungen und Misshandlungen im privaten Kreis stattfinden.