Protestantische Weltverantwortung

Zum Jahresempfang begrüßte das Direktoren-Ehepaar Dr. Gabriele und Hanns Hoerschelmann die rund 170 Gäste in Nürnberg. © MEW/Neuschwander-Lutz

Mission EineWelt feierte beim Jahresempfang in Nürnberg sein 10jähriges Bestehen

Für Professor Dr. Dietrich Werner stehen die Begriffe Mission und Entwicklung in engem Zusammenhang. Beim Jahresempfang von Mission EineWelt, der am gestrigen Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis und Dekanat in Nürnberg stattfand, empfahl der theologische Grundsatzreferent von Brot für die Welt (Berlin) eine engere Zusammenarbeit zwischen den Organisationen aus beiden Bereichen. „Sowohl Mission als auch Entwicklung sind Anwälte eines Perspektivwechsels“, der sich stärker der Verantwortung für eine „protestantische Weltverantwortung“ verpflichtet sehe und nicht nur die eigenen Interessen im Blick hat.

Missionswerke und kirchliche Entwicklungsorganisationen hätten eine lange Erfahrung im Umgang mit anderen Kulturen und dem interreligiösen Dialog, so Werner in seinem Festvortrag anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Mission EineWelt vor rund 170 Gästen. Diese Kompetenz der Kirchen sei heute angesichts national-populistischer Tendenzen nicht nur wichtig, sondern werde auch von politischer Seite zunehmend stärker nachgefragt.

Der Jahresempfang hatte mit der Vorstellung der Talente-Aktion „mach was draus“ des Partnerschaftszentrums und der Begrüßung durch das Direktoren-Ehepaar Dr. Gabriele und Hanns Hoerschelmann begonnen. Mission EineWelt dürfe sich angesichts der zehn Jahre nicht zurücklehnen und auf die Schultern klopfen, so die Direktoren, sondern versuche beispielsweise mit dieser Aktion, Talente wachzurufen und zu lüften. Das sei einer der Lerneffekte aus der Übersee-Arbeit, dass dort, wo die Ressourcen begrenzt sind, Talente gefragt seien. Die seien auch hierzulande vorhanden. „Feiern Sie mit uns 10 Jahre Mission EineWelt und machen Sie was draus“, betonte das Direktoren-Paar den Gedanken, dass nur gemeinsam Dinge in Bewegung zu bringen sind.

Elisabeth Hann von Weyhern, Regionalbischöfin des Kirchenkreises Nürnberg, betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig der weltweite Horizont kirchlicher Arbeit sei. Schon während ihrer theologischen Ausbildung sei sie in Neuendettelsau dieser weltweiten Vernetzung begegnet. Damals sei das noch eine etwas fremde Welt für sie gewesen. Die Regionalbischöfin betonte, wie wichtig es sei, „nicht nur im eigenen Vorgarten zu denken“, sondern mit Weitblick über den Horizont zu schauen.

Bei Getränken und einem reichhaltigen Imbiss im gastgebenden Caritas-Pirckheimer-Haus wurde ein Film von Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (Stuttgart) uraufgeführt.

„Wir bauen mit euch Zukunft“ ist das filmische Ergebnis einer Reise im vergangenen Jahr in die Partnerkirchen von Mission EineWelt nach El Salvador und Nicaragua.

Geehrt wurden in diesem Jahr stellvertretend für viele Ehrenamtliche im Umfeld von Mission EineWelt Christa Bernhardt, Karl Saemann, Dekanatsmissionsbeauftragter im Dekanat Uffenheim, und Dr. Annemarie Schraml, die leider nicht dabei sein konnte, zusammen mit Dr. Heinz Giering vom Projekt Feuerkinder.

Musikalisch wurde der Jahresempfang von Addi Manseicher untermalt. Er präsentierte unter anderem das Mottolied „Allein aus Gnade“, das er im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zum Reformationsjubiläum 2017 komponiert hat.