Konferenz der Führungskräfte der lutherischen Kirchen in Lateinamerika in Mexiko City

Einerseits müssen Frauen in Lateinamerika dafür kämpfen, gleichberechtigt behandelt zu werden, andererseits kämpfen die Kirchen des Kontinents mit einer Ausbildungskrise. Beides waren Themen bei der diesjährigen Konferenz für Führungskräfte der lutherischen Kirchen Lateinamerikas, die am heutigen Freitag in Mexico City zu Ende geht. „Die verändernde Kraft Gottes in der theologischen Ausbildung!“ Unter diesem Oberthema stand die Veranstaltung der Kirchenleitenden im Süden des amerikanischen Kontinents.

Die Konferenz begann mit einem Vortrag von Dr. Edla Eggert, zu dem Thema: „Kontextuelle Interpretationen der Bibel aus der Sicht der feministischen Theologie.“ Sie schilderte die bestehende Unterwürfigkeit der Frauen in Lateinamerika, die eine lange Geschichte habe. Nach wie vor bestehe deshalb für Frauen eine große Schwierigkeit, studieren zu können und häufig sei eine partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben in der Familie nicht möglich. Nach Sicht Eggerts sei es aber wichtig, dass sich Lateinamerika von den europäischen feministischen und hermeneutischen Entwürfen löse und eigene Konzepte finde, die auf die Herausforderungen des lateinamerikanischen Kontextes eingehen.

Einen wichtigen Beitrag können die Ausbildungsstätten dazu leisten. Nach den Worten von Juan David Rodriguez, Professor am lutherischen Seminar in Chicago, sind aber die lutherischen Seminare in der Krise. Die finanziellen Mittel aus den Nordkirchen gehen nach seinen Worten zunehmend zurück. Das sieht auch Martin Junge so. Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes in Genf nahm zum Thema „Theologische Ausbildung in Lateinamerika“ Stellung. „Die theologische Ausbildung ist eine große Frage für viele lutherische Kirchen in der Welt. Es ist wichtig, dass die Nachhaltigkeit und die Ziele der theologischen Ausbildung gesichert sind. Durch eine gute Ausbildung können sich die Kirchen engagiert an dem Wirken Gottes in dieser Welt beteiligen.“ „Ich habe“, so fährt er fort, „dabei mehr Fragen als Antworten. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Antworten gefunden werden.“

Auch das bayerische Partnerschaftszentrum Mission EineWelt sei nach seinen Worten aufgefordert, sich an den Gesprächen und Reflexionen zu diesem Thema zu beteiligen. Es könne nicht sein, dass Kirchen in der lutherischen Weltgemeinschaft alleine gelassen werden. Nur eine programmatische Ausrichtung mit einer guten Wegbegleitung werde garantieren, dass die Kirchen Lateinamerikas diese Krise bewältigen können.

Nach Meinung Junges kann Mission EineWelt von diesen Prozessen, wie man beispielsweise mit der religiösen Vielfalt umgeht, auch lernen und die Erfahrungen in die eigene Kirche zurückgeben.