Unlängst haben zwei französische Wissenschaftler während einer Sendung auf dem Fernsehkanal LCI vorgeschlagen, mögliche Impfstoffe gegen Corona in Afrika an Menschen zu testen. Die All Africa Conference of Churches (AACC) zeigt sich schockiert und entsetzt über diese Vorschläge. Mission EineWelt schließt sich dieser Kritik an. „Es passiert leider immer wieder, dass Krisensituationen absurde Theorien und unsolidarische, menschenverachtende Haltungen in die Öffentlichkeit spülen – wie in diesem Fall auch gerne unter dem Deckmäntelchen wissenschaftlicher Erwägungen“, empört sich Klaus Dotzer, Afrikareferent des Partnerschaftszentrums der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Am 8. April hatte AACC-Generalsekretär Fidon Mwombeki sein Entsetzen und seine Enttäuschung in einem Osterschreiben zum Ausdruck gebracht. „Wir sind tief schockiert und enttäuscht von den unangemessenen Bemerkungen zweier französischer Wissenschaftler“, schrieb Mwombeki. Die Äußerungen der Wissenschaftler seien „erniedrigend“ und verletzten die Würde Afrikas, „basierend auf dem Bild von Afrika als Quelle und Ziel aller möglichen Formen von Ärger und Problemen“.

Mwombeki zeigte sich dankbar, dass Afrika bisher von einem massiven Corona-Ausbruch verschont geblieben sei und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das Virus in einer globalen, solidarischen Anstrengung mit Gottes Hilfe erfolgreich bekämpft werden könne: „Wir beten dafür, dass Gott der Menschheit hilft, global Lösungen zu finden.“ An die Adresse der Wissenschaftler und all jener, die deren Thesen teilen, gewandt, schrieb er: „Wir wollen die Würde Afrikas stärken und verteidigen und mit Nachdruck die Rechte und die Integrität der afrikanischen Menschen hochhalten. Deshalb rufen wir die Welt dazu auf, ein realistischeres und positives Bild eines Afrikas zu entwickeln, das wir, die wir auf diesem Kontinent leben, so täglich erfahren.“

Den Wissenschaftlern, die sich inzwischen für ihre Äußerungen entschuldigt haben, signalisierte er seine Bereitschaft zur Vergebung.

Trotz der Entschuldigung der beiden Wissenschaftler ist es wichtig, dass wir mehr darauf achten müssen, wie wir in der Einen Welt übereinander reden und denken“, mahnt Klaus Dotzer. „Afrika ist durch Corona erheblichen Risiken und Herausforderungen ausgesetzt. Die wirtschaftlichen und logistischen Hilfsmöglichkeiten sind um ein Vielfaches weniger als in reicheren Teilen der Welt. Afrika braucht deshalb Hilfe und bittet auch darum. Die Corona-Pandemie kennt keine Grenzen. Was wir brauchen, ist weltweite Solidarität unter Wahrung der jeweiligen Würde des Anderen und in gegenseitigem Respekt und mit Feingefühl.“