Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

„Am Ende dieser Krise werden wir uns gegenseitig viel verzeihen müssen.“ – Mit diesen Worten stellte sich Gesundheitsminister Spahn vor einigen Monaten vor die Kameras. Kurz zuvor waren die strengen Corona-Regeln verkündet worden. Ohne große Debatte gab es plötzlich Ausgangsbeschränkungen, Kontaktsperren und vieles mehr.

Die sonst üblichen politischen Diskussionen hatte es nicht gegeben. Es musste schnell gehandelt werden. Mancher Einwand und manch andere gute Idee blieben deshalb ungehört und Manche fühlten sich übergangen oder ungerecht behandelt.

„Am Ende dieser Krise werden wir uns gegenseitig viel verzeihen müssen.“

Diese Worte eines Politikers fand ich bemerkenswert. Er handelte nach bestem Wissen und Gewissen und wusste zugleich, dass das nicht ohne Fehler abgehen würde.

Sich gegenseitig etwas verzeihen. Wie geht das?

Vielleicht so, dass man sich selbst nicht für allwissend hält, dass man demütig ist und seine eigenen Grenzen kennt. Und dass man umgekehrt dieses auch Anderen zugesteht.

Mir fällt dazu ein Vers aus dem 1 Petrusbrief ein:

Seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. 1 Petr 3,8

 

Andacht: Ulrike Bracks

Illustration: Daniela Denk

Übersetzung: Alexandra Nießlein

 

 

„At the end of this crisis, we will have to forgive each other a lot.“ – With these words, the Minister of Health, Jens Spahn, stood in front of the cameras a few months ago. Shortly before, the strict corona measures had been announced. Suddenly there were exit restrictions, contact lock and much more without a big debate.

The usual political discussions did not take place. It had to be dealt with quickly. Because of that some flaws and other good ideas went unheeded and some felt ignored or treated unfairly.

„At the end of this crisis, we will have to forgive each other a lot.“

I found these words of a politician remarkable. He acted to the best of his knowledge and belief and at the same time he knew that it would not go off without mistakes.

Forgive one another. How does it work?

Perhaps in such a way that you do not consider yourself omniscient, that you are humble and know your own limits. And that, conversely, this is also conceded to others.

A verse of the 1 Peter comes to my mind:

Last of all, see that you are all in agreement; feeling for one another, loving one another like brothers, full of pity, without pride. 1 Peter 3:8

 

Prayer: Ulrike Bracks

Illustration: Daniela Denk

Translation: Alexandra Nießlein