Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Die letzten vier Wochen waren bei mir von den Exerzitien „erd-verbunden“ geprägt. Gemeinsam haben wir wahrgenommen, dass wir nicht über Gottes Schöpfung stehen, sondern ein untrennbarer Teil von ihr sind. Wir haben uns damit auseinandergesetzt, dass wir verstrickt sind in die Zerstörung dessen, was uns umgibt und wovon wir leben.

An einem der letzten Tage der Exerzitien dachten wir über die „Spiritualität der Ökologie“ in Verbindung mit einem kurzen Zitat nach:

„Diese Spiritualität verleiht unserem Leben eine tiefe Bedeutung und treibt uns zum Handeln an. Sie ist eine heilige Gabe des Schöpfers, die Energie, die uns Kraft gibt, für das Leben einzutreten und es zu schützen.“ (Gemeinsam für das Leben, Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK), 2012)

Mich hat während der Exerzitien immer wieder beschäftigt, dass Ökologie nicht nur etwas mit Blumen und Bienen zu tun hat. Wenn beispielsweise ungehemmter Bergbau die Landschaft zerstört, zerstört er auch Land, auf dem Menschen Lebensmittel anbauen. Wenn Menschen so ihre Lebensgrundlage entzogen wird, hat das soziale Folgen. Dahinter steht die moderne religiöse Überzeugung, dass beständiges Wirtschaftswachstum nötig ist. Politisches Handeln kann dem Tür und Tor öffnen oder Einhalt gebieten. Man kann nicht trennen zwischen ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen, religiösen und politischen Fragen. Am Ende laufen alle Fragen auf die eine Frage zu: Was dient dem Leben, der „heiligen Gabe des Schöpfers“?, wie es in dem Zitat heißt.

Die Passionszeit erinnert uns an das Leiden Gottes an der Zerstörung seiner „heiligen Gabe“. Die Auferstehung an Ostern zieht uns hinein in „die Energie, die uns Kraft gibt, für das Leben einzutreten und es zu schützen.“

 

Andacht: Michael Seitz, Referat Mission Interkulturell, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk: Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

During the last four weeks I took part in spiritual exercises called “earth-bound”. Together we have understood that we are not above God’s creation, but an inseparable part of it. We looked at the fact that we are entangled in the destruction of all that surrounds us and from which we live.

On one of the last days of the exercises, we reflected on the „spirituality of ecology“ in connection with a short quotation:

“Spirituality gives our life a deep meaning and drives us to act. It is a sacred gift from the Creator, the energy for affirming and caring for life.” (Together Towards Life, World Council of Churches (WCC) 2012)

During the exercises, I realized more and more that ecology is not just about flowers and animals. For example, when unrestrained mining destroys the landscape, it also destroys land on which people grow food. When people are deprived of their livelihood in this way, it has social consequences. Behind this is the modern religion that tells us constant economic growth is necessary. Political action can open the door to this or put a stop to it. One cannot separate ecological, social, economic, religious and political issues. In the end, all questions come down to one question: what serves life, the „sacred gift of the Creator“, as the quote says.

The Lent season reminds us of God’s suffering because of our destruction of his „sacred gift“. The resurrection at Easter draws us into „the energy that gives us strength to stand up for and protect life.“

 

Prayer: Michael Seitz

Illustration: Daniela Denk