Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Josua sprach zum Volk: Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, dass ihr euch den Herrn erwählt habt, um ihm zu dienen. Und sie sprachen: Ja! Josua 24,22

 

Flexibilität scheint in der heutigen Zeit eines der höchsten Güter zu sein. Egal ob bei der Arbeitsgestaltung, dem Wohnort oder der Mode – es geht oft darum, den neusten Trend aufzuspüren und ihm hinterher zu rennen. So etwas wie Treue und Verlässlichkeit erscheint in diesem Zusammenhang als überholt und irrelevant. Und doch taucht in aller gehypten Schnelllebigkeit immer wieder eine Sehnsucht nach Verlässlichkeit auf. Egal ob in den Beziehungen, in denen wir leben, oder im allgemeinen Weltenlauf. Denn: Flexibilität erzeugt auch Unsicherheit. Die Dinge ändern sich! Ständig und ohne dass wir das Gefühl haben, wir könnten daran irgendetwas ändern. Und weil das so ist, brauchen wir Treue: Etwas an dem wir uns festhalten können. Einen Anker im Leben, der bei allen Stürmen fest im Meeresboden des Lebens sitzt. Hätten wir ihn nicht, würde unser Lebensschiff auf den Wellen hin und her schaukeln, richtungslos dem Wind ausgeliefert sein und am Ende wahrscheinlich kentern oder an einer Klippe zerschellen.

 

Für viele von uns ist der Glaube so ein Anker im Leben. Er hält uns auf Kurs, gibt uns Halt – egal in welchem Lebensorkan wir uns gerade befinden. Dabei geht es bei dieser Glaubenstreue nicht einfach um ein verbissenes Festhalten an einer Sache, der wir uns einmal verschrieben haben. In unserer Beziehung zu Gott ist Platz für Zweifel, Wut oder Trauer genauso wie für Glück, Zuversicht und Sicherheit. Es geht in ihr nicht um Prinzipienreiterei, sondern um ein mündiges Miteinander, das am Ende von der Treue Gottes zu uns getragen wird. Bei allen Veränderungen im Leben, die wir scheinbar nicht unter Kontrolle haben, gibt er uns die Sicherheit ihm, der Welt und uns selbst treu zu bleiben.

Die Denkerin Lou Andreas-Salomé, eine Zeitgenossin von Nietzsche und Rilke, hat einmal geschrieben, dass nur jemand, der sich selbst treu bleibt, jemand anderen lieben kann. Einfach deshalb, weil sie oder er nur dann ein wirkliches Gegenüber, ein*e echte*r Partner*in ist. Gut, dass wir in Gott so eine*n Partner*in haben!

 

Andacht: Hanns Hoerschelmann, Direktor Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

And Joshua said to the people, You are witnesses against yourselves that you have made the decision to be the servants of the Lord. And they said, We are witnesses. Joshua 24:22

 

Flexibility seems to be one of the greatest goods in today’s world. Regardless of whether it is the design of the job, the place of residence or fashion – it is often about tracking down the latest trend and running after it. In this context loyalty seems tob e an outdated relationship-model that is not in demand. But yet there is such a thing as a longing for reliability. No matter whether in the relationships in which we live in or in the general course of the world. Despite all the flexibility, we are driven by a certain uncertainty. Because things change! Constantly and without having the feeling, that we could do anything about it. And because of that, we need loyalty: something to hold on to. An anchor in our lives, that sits firmly in the seabed of life in all storms! If we do not have this, our ship of life would rock back and forth on the waves, be at the mercy of the wind without direction, and in the end probably capsize or crash against a cliff.

 

For many of us, faith is such an anchor in life. Faith keeps us on course, gives us stability – no matter what we are facing in life. Faith is not just about dogged clinging to something that we once committed to. In our relationship with God there is room for doubt, anger or sadness as well as for happiness, confidence and security. It is not about practicing principles, but about responsible cooperation that is ultimately borne by God’s faithfulness to us. With all changes in life that we don’t seem to have under control, he gives us the security to remain true to him, to the world and to ourselves.

The thinker Lou Andreas-Salomé, a contemporary of Nietzsche and Rilke, once wrote that only those who remain true to themselves can love someone else. Simply because only then is he or she a real counterpart or a real partner. Good for us, that we have such a partner in God!

 

Prayer: Hanns Hoerschelmann

Illustration: Daniela Denk