Jahresempfang in Augsburg zum Thema Migration und Flucht

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Mit diesem Wort von Karl Valentin begrüßte Regionalbischof Michael Grabow die rund 100 regionalen und internationalen Gäste, die zum gemeinsamen Jahresempfang von Mission EineWelt und dem Kirchenkreis Augsburg und Schwaben gekommen waren. Das Motto der Kampagne von Mission EineWelt „Türen auf! Gottes Volk kennt keine Fremden“ gefalle ihm besonders gut. „Es geht um den Menschen, nicht um den Fremden“, so Grabow. 50 Millionen seien derzeit auf der Flucht. „Wir haben als Deutsche eine besondere Verantwortung“, betonte der Regionalbischof, als Christen hätten wir diese Verpflichtung ohnehin. Es ginge nicht nur darum, die Flüchtlingsprobleme hierzulande zu lösen, sondern weltweit die Ursachen der Flucht zu bekämpfen.

Die Augsburger Situation schilderte Matthias Schopf-Emrich, der beim Diakonischen Werk Augsburg das Referat Migration leitet. Augsburg kenne derzeit keine rassistischen Auswüchse, obwohl sie an dritter Stelle der Städte mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund stehe. Derzeit gebe es in Augsburg 900 Asylsuchende in acht Unterkünften. „Wir können es nur schaffen, neue Unterkünfte anzubieten, wenn Kirche, Staat und Stadt neue Flächen zur Verfügung stellen“, so Schopf-Emrich. Es gebe viele Initiativen im Landkreis, die sich des Themas annehmen.

Dr. Renate Gierus, die als Koordinatorin des Indianermissionsrat COMIN in Brasilien dafür arbeitet, dass die Urbevölkerung der Kaingang gehört wird, machte auf deren Situation aufmerksam. „Migration findet dort statt, weil es keine Arbeit gibt oder kein Wohnraum vorhanden ist“, erzählte eine Vertreterin der Kaingang. Problem sei auch, dass die Urbevölkerung ihrer Rechte beraubt würde.

„Es wird derzeit viel über Flüchtlinge berichtet“, erzählte Emmanuel Ndoma, der sich im Auftrag von Mission EineWelt um Flüchtlinge, unter anderem in Erstaufnahmelager Zirndorf, kümmert. Das Grundgesetz sage, dass die Würde des Menschen unantastbar sei. Die Lebenswirklichkeit in solchen Lagern in Deutschland, so Ndoma, sage etwas anders. Deutschland brauche ein Zuwanderungsgesetz und Flüchtlinge müssten hierzulande arbeiten dürfen.

Den Gedanken der Einen Welt mittragen: Unter diesem Motto wurde sechs Ehrenamtliche während des Jahresempfangs für ihren engagierten und teilweise jahrzehntelangen Einsatz geehrt.

Zum Schluss bedankte sich Direktor Peter Weigand für die Gastfreundschaft in Augsburg und den gelungenen Rahmen für den diesjährigen Empfang.