Welternährungstag 2019

Welternährungstag, 16.10.2019: Wieder ist die Zahl der Hungernden weltweit gestiegen, die Welternährungsorganisation spricht von derzeit rund 822 Millionen Menschen. Ein herber Rückschlag für die Weltgemeinschaft, die sich in den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) auf das Ziel verständigte, den Hunger in der Welt bis 2030 ganz abzuschaffen.

Grund für den stetigen Anstieg ist hauptsächlich der Klimawandel, der z. B. im östlichen und südlichen Afrika zu andauernden Dürren und massiven Ernteausfällen führt. Hinzu kommen zunehmend Konflikte um Ressourcen wie Wasser und Land. Die Existenzgrundlage v. a. der armen Bevölkerung wird dadurch massiv gefährdet und vielen bleibt nur noch die Abwanderung in die Städte oder die Flucht.

Einerseits wird also die kleinbäuerliche Landwirtschaft durch den Klimawandel massiv bedroht, was vielerorts zu einer Verschärfung der Hungersituation führt. Andererseits gehört aber insbesondere die (agrarindustrielle) Landwirtschaft weltweit zu einem der größten Emittenten klimaschädlicher Gase:  31 % der Klimagasemissionen schreibt der Weltklimarat IPCC direkt der Landwirtschaft und veränderter Landnutzung zu. Rechnet man noch Verarbeitung, Transport, Kühlung, Erhitzung, Zubereitung und Entsorgung von Lebensmitteln hinzu, ergibt dies, dass über 40 % aller Emissionen davon abhängen, wie wir uns ernähren und Landwirtschaft betreiben

„Wer den Hunger bekämpfen will, muss das Klima schützen und nachhaltig essen“, fordert Gisela Voltz, Fachreferentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit vom evangelischen Partnerschaftscentrum Mission EineWelt. „Solange Regenwälder für Soja als Futtermittel für die Massentierhaltung abgeholzt werden oder uralte Wälder – wertvolle CO2-Speicher – pestizidintensiven Palmölplantagen weichen müssen, wird die Zahl der Hungernden weiter steigen. JedeR einzelneR kann etwas dagegen tun: Bei Lebensmitteln saisonal, regional, bio und fair einkaufen, weniger Fleisch und tierische Produkte, weniger Auto und Flugzeug. In der aktuellen Notsituation wie z. B. in Ostafrika brauchen die vom Hunger bedrohten Menschen aber auch unsere direkte Hilfe.“

Mission EineWelt unterstützt mit den Partnerkirchen vor Ort die notleidenden Menschen und hilft ihnen, sich z. B. durch veränderte Anbaumethoden an die klimatischen Veränderungen anzupassen oder durch Wiederaufforstungsprogramme das Klima zu schützen.