Die internationale Jugendbegegnung Like a Tree von Mission EineWelt in Kooperation mit der Evangelischen Jugend Bayern (ejb) fand aufgrund der Corona-Pandemie im Internet statt. Zu der Online-Veranstaltung, die von 24. Juli bis 2. August 2020 über die virtuelle Bühne ging, hatten sich 25 junge Leute aus den verschiedensten Ecken dieser Welt angemeldet, die in kirchlicher Jugendarbeit aktiv sind.

Verschiedene Zeitzonen, unterschiedliche Kulturen, teilweise extrem unterschiedliche Lebensumstände, dazu noch ein „sperriges“ Thema wie die SDGs (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen, Workshops und Aktionen, bei denen die Teilnehmenden auch mal aus sich herausgehen sollten – und das alles, was in der analogen Welt schon schwierig genug wäre, auch noch im Internet. Kann das gutgehen?

„Anfangs war ich skeptisch, ob eine Jugendbegegnung im virtuellen Raum unseren Zweck erfüllen kann und noch kurz vor dem ersten Meeting fragte ich mich, ob überhaupt jemand in diesem virtuellen Raum erscheinen würde. Es ist surreal, sich vorzustellen, dass jede und jeder von denen, die in unseren Live-Schaltungen dabei waren, an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit und trotzdem bei uns war…uns BEGEGNET“, beschreibt Team-Mitglied Larissa Lautscham, die als Freiwillige bei Mission EineWelt arbeitet, ihre Gefühlslage.

Es hat geklappt. Vielleicht anders als in der gegenständlichen Welt, aber mit interessanten Erkenntnissen: „Ich hab‘ das Gefühl, überall gleichzeitig auf der Welt zu sein – und irgendwie stimmt das ja auch“, brachte ein Teilnehmer auf den Punkt, was auch viele andere in ähnlicher Weise sagten.

Auch die Bilanz des Teams fällt positiv aus: „Sich in einer Gruppe zusammenzufinden, bei der alle Kontinente vertreten sind, hat auch dazu geführt, dass die Teilnehmenden angefangen haben, in neuer Weise global zu denken, die eigenen Perspektiven zu überdenken und kritisch zu fragen: ‚Wie können wir globale Fragestellungen so thematisieren, dass die eigene Perspektive nicht automatisch auch die prägendste für die ganze Diskussion ist?‘“, resümiert Johanna Kluge, Referentin für Internationale Jugendarbeit bei der ejb. Gottfried Rösch, Leiter des Referats Mission Interkulturell bei Mission EineWelt ergänzt: „Bei einem ‚normalen‘, ‚traditionellen‘ internationalen Treffen erzählt jede und jeder von den Kontexten, aus denen er oder sie kommt. In den Auswertungsrunden haben mehrere festgestellt: ‚Diesmal waren wir uns in gewissem Sinn viel näher, denn ich konnte die Wohnzimmer der anderen sehen und hören, die Gärten, die Umgebung.‘ So waren wir plötzlich in einem ballroom dance in Adelaide, und der Hahn im Garten in Costa Rica hat uns häufig begleitet. Es entstand ein globales Gefühl der Gemeinschaft. Und dementsprechend konnte auch gut gearbeitet und diskutiert werden.“ Für die Zukunft sieht Rösch, „dass wir aufgrund der guten Erfahrung mehr digital arbeiten und gerade in der globalen kirchlichen Vernetzungs- und Partnerschaftsarbeit viele neue Möglichkeiten weiter ausprobieren wollen. Der nächste Global Worship wird schon geplant.“

In den zehn Tagen der Begegnung erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm. Eingerahmt von Anfangs- und Abschlussgottesdienst, wurde über die SDGs und deren Umsetzung diskutiert, Konzepte und Methoden aus der Jugendarbeit wurden ausgetauscht, Musik, Literatur und Kunst wurden ebenso wie Gebete und Andachten geteilt. Einige Teilnehmende beteiligten sich auch aktiv am eigens für die Begegnung geschriebenen like a tree song und schickten Sounddateien mit ihren Gesangsparts. Der vollständige Song lief dann erstmals beim Abschlussgottesdienst und wird demnächst auf dem Youtube-Kanal vom Mission EineWelt (https://www.youtube.com/user/MissionEineWelt) veröffentlicht.

Möglich wurde all das durch die von den Abteilungen Online und E-Learning von Mission EineWelt entwickelte like a tree-Plattform mit Messaging, Foren, einer digital flat für spontane Videotreffen und allen Informationen zum Programm der Begegnung.