Ein Verein mit großer Tradition verabschiedet sich. Die 1926 gegründete Neuendettelsauer Missionshilfe wird aufgelöst. Am 29. September 2018 um 14:30 Uhr findet in der Tagungsstätte von Mission EineWelt in Neuendettelsau ein Dankfest für alle SammlerInnen, UnterstützerInnen und FreundInnen des Vereins statt.

Die Anfänge der Neuendettelsauer Missionshilfe gehen noch hinter die eigentliche Vereinsgründung zurück: auf die „Plantagensammlung“ von 1908, mit der die Rückzahlung der Schulden aus dem Kauf von Finschhafen und der zugehörigen Palmenplantage in Papua-Neuguinea unterstützt wurde. Und auf die daraus entstandene „Kleinsammlung der Neuendettelsauer Mission“, die dann 1967 mit der Missionshilfe zusammengelegt wurde.

Das Prinzip dieser Sammlungen war einfach. Engagierte Ehrenamtliche gingen in ihren Gemeinden von Tür zu Tür und baten um Spenden für ausgewählte Projekte der kirchlichen Partnerschafts- und Entwicklungsarbeit. Die Bitte um Spenden war immer flankiert von persönlichen Gesprächen über die Situation von Menschen in anderen Teilen der Welt. Auf diese Weise wurden aus einzelnen Kleinbeträgen erstaunliche Gesamtsummen, mit denen Projekte in den Partnerkirchen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wirksam unterstützt werden konnten.

Doch in den letzten 15 Jahren gingen die erzielten Summen deutlich zurück. Waren es 2004 noch über 46.000 Euro, kamen im Jahr 2016 noch 12.000 Euro zusammen. Der Hauptgrund für den Rückgang liegt darin, dass die SammlerInnen alt werden und oft keine NachfolgerInnen mehr finden, wenn sie selbst nicht mehr unterwegs sein können. „Während in einigen Gemeinden und Dekanaten weiterhin von Haus zu Haus gesammelt wird, finden sich vielerorts keine neuen Sammlerinnen und Sammler mehr. Zudem sind viele Unterstützerinnen und Unterstützer dazu übergegangen, per Bankeinzug oder Dauerauftrag oder auf ein Anschreiben hin per Überweisungsauftrag ihren Beitrag zu geben“, beschreibt Reinhild Schneider die Situation. Die Pfarrerin leitet bei Mission EineWelt das Referat Partnerschaft und Gemeinde und ist 1. Vorsitzende der Neuendettelsauer Missionshilfe.

Diesen Umständen trägt nach vielen Überlegungen die Auflösung des Vereins Rechnung. Schneider blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „Es ist unendlich schade, wenn so eine wunderbare Bewegung wie die Missionshilfe zu Ende geht. Ein Trost ist, dass damit die Unterstützung für die die Entwicklungs- und Partnerschaftsarbeit nicht aufhört. Nur die Wege der Spendensammlung sind andere.“

Und auch die noch aktiven SammlerInnen können weiterhin von Haus zu Haus gehen und um Spenden bitten. Das Konto der Missionshilfe wird bei Mission EineWelt weitergeführt.