Kaum zu glauben, aber in der Schweiz des Jahres 1971 gab es tatsächlich noch kein flächendeckendes Wahlrecht für Frauen! – Immerhin wurde am 7. Februar im gleichen Jahr das Wahlrecht für Frauen auf Bundesebene angenommen. Die Mehrzahl der Kantone folgte dieser Entscheidung. Aber in manchen Teilen der Schweiz dauerte es noch Jahre, bis Frauen Wahlrecht bekamen. Das unrühmliche Schlusslicht war der Kanton Appenzell Innerrhoden, der erst 1990 nach einer bundesgerichtlichen Entscheidung sein Wahlrecht modernisierte.

„Die göttliche Ordnung“ von Regisseurin Petra Volpe erzählt die Geschichte der jungen Hausfrau und Mutter Nora, die 1971 mit Mann, zwei Söhnen und biestigem Schwiegervater in einem Dorf in Appenzell lebt. Nora setzt sich für das Frauenwahlrecht ein und stößt damit auf erbitterten Widerstand konservativer Kräfte. Dennoch schafft es die junge Frau, andere Frauen zu mobilisieren. Und bald wendet sich der Protest nicht mehr nur gegen den Ausschluss der Frauen von Wahlen, sondern auch gegen die antiquierte und prüde Sexualmoral. Aber wie eigentlich immer gibt es auch in diesem Fall nichts umsonst: Für Noras Familie und die Dorfgemeinschaft bedeutet der Protest eine Zerreißprobe.

Das Mittwochskino von Mission EineWelt zeigt „Die göttliche Ordnung“ am 28. November 2018 um 19.30 Uhr im Otto-Kuhr-Saal (Hauptstraße 2 in Neuendettelsau). Der Eintritt ist frei.