Mit einem Gottesdienst in der Neuendettelsauer Laurentiuskirche und einem anschließenden Empfang in der Tagungsstätte von Mission EineWelt wurde Gottfried Rösch am 9. November offiziell in sein Amt als Leiter des Referats Mission Interkulturell bei Mission EineWelt eingeführt, das er seit 1. November 2018 innehat. In seiner Predigt betonte der 53-Jährige, „Interkulturelle Kompetenz, interkulturelle Öffnung“ werde angesichts der zukünftigen, absehbar immer rasanteren globalen Entwicklung „ein Schlüssel sein“.

Auch Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt, hob hervor, dass angesichts der weltweiten gesellschaftlichen Herausforderungen interkulturelle Theologie und insgesamt die Arbeit von Mission EineWelt „keine Spielweise“ seien, „die man sich leistet“, sondern eine „zentrale Aufgabe unseres Kirche-Seins“. Seine Forderung: „Wir müssen mittendrin, statt nur daneben sein.“

Dieses Mittendrin sei, so Gottfried Rösch, ein Leben zwischen den Stühlen: „Als Christinnen und Christen leben wir dann genau richtig, wenn wir dabei auch zwischen den Stühlen sitzen.“ Besonders die Kenntnis „verschiedener Stuhlkanten“ wirke dabei vermittelnd und verbindend. Austausch und Begegnung, machte der neue Referatsleiter deutlich, seien zentrale Motive des Christseins. Als Zielvorstellung für seine Arbeit im Referat Mission Interkulturell forderte Rösch „Aufklärung endlich für alle Menschen“, und zwar „nicht als Ideologie des Imperialismus, sondern als Lieder der Freiheit“. Das gelte auch im Blick auf Europa: „Es würde mich freuen, wenn unsere kirchlichen globalen Partnerschaften dazu helfen könnten, dass Europa zivilisiert wird.“

Gottfried Rösch hat das Leben in interkulturellen Kontexten quasi in die Wiege gelegt bekommen: Seine Eltern Inge und Hans Rösch waren als Missionarsehepaar in Tansania aktiv. Er selbst hat seine frühe Kindheit in dem ostafrikanischen Land erlebt. Später hat er unter anderem in Aberdeen und London Theologie studiert und zwei Jahre in Edinburgh verbracht. Während seiner Zeit als Gemeindepfarrer im mittelfränkischen Eismannsberg engagierte sich Gottfried Rösch in der Partnerschaftsarbeit des Dekanats Altdorf mit dem tansanischen Dekanat Karatu. Als Gemeindepfarrer in Deggendorf prägte er den interkulturellen Dialog mit dort lebenden AussiedlerInnen aus der ehemaligen Sowjetunion und die Arbeit mit Geflüchteten.