Seit den 1960er Jahren bedeutete in Tansania eine Schwangerschaft für junge Frauen das unwiderrufliche Ende ihrer Schulbildung. Gleichzeitig leiden junge Frauen in dem ostafrikanischen Land besonders häufig unter sexueller Gewalt. Die Quote von Teenager-Schwangerschaften eine ist der höchsten der Welt. Dennoch verteidigte der tansanische Präsident John Pombe Magufuli bis in jüngste Zeit das bestehende Gesetz und forderte noch im Jahr 2017 öffentlich dessen strikte Anwendung. Daraufhin hatten die Weltbank und andere Geber/innen ihre Zahlungen an das tansanische Bildungssystem über Jahre ausgesetzt.

Dennoch überraschend kam am 7. April 2020 die Meldung auf der News-Plattform allafrica.com, wonach die tansanische Bildungsministerin Joyce Ndalichako angekündigt hat, junge Frauen in Tansania, die während ihrer Schulzeit Mutter geworden sind, dürften jetzt nach der Entbindung ihre Schullaufbahn fortsetzen.

„Teenagerschwangerschaften sind in Tansania ein großes Problem. Wenn es zukünftig erlaubt wird, dass junge Mütter zurück in die Schule können, wäre das eine echte Verbesserung für Tausende junge Frauen in Tansania“, zeigt sich Claus Heim, Tansaniareferent bei Mission Eine Welt, vorsichtig optimistisch.