Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

 

Ist nicht mein Wort wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der die Felsen zerschlägt? Jeremia 23,29.

Ich bin gekommen, um ein Feuer in der Erde zu entfachen. Und ich wäre froh, wenn es schon brennen würde! Lukas 12,49 BB

 

Wenn wir von Gott sprechen, müssen wir in der Lage sein zu erkennen, dass dieses Wort nicht unser eigenes ist, sondern das Wort des Herrn. Wer das Wort Gottes in seinem Mund hat, muss dieses Wort verwenden, ohne es zu verfälschen. Aber wie können wir wissen, wenn eine Botschaft nicht vom Herrn ist? Vor allem, wenn die Botschaft wie ein Feuer ist, das brennt und verwundet, oder eine Botschaft wie ein Hammer, der zerstört, ohne aufzubauen. Ich erinnere mich an einen Lehrer, der uns den folgenden Satz lehrte: „Gesegnet ist die Frau, gesegnet ist der Mann, der sich der Gegenwart des Heiligen Geistes bewusst ist, wenn er das Wort des Herrn spricht.“ Es gibt immer wieder Menschen, die sich selbst Propheten nennen. In den schlimmsten Fällen manipulieren politische Führer*innen das Wort Gottes und präsentieren sich als von Gott gesandte Messiasse, die die absolute Wahrheit für sich gepachtet haben. Es sind nicht nur Pastor*innen (z.B. in Lateinamerika), die religiösen oder politischen Fanatismus fördern, sondern es gibt auch Politiker*innen, die politischen Fanatismus durch Religion fördern. Die Losungstexte erinnern mich an ein Lied des Propheten Jeremia: „Wie kann ich vor dir fliehen, wie kann ich nicht reden, wenn deine Stimme in mir brennt?“ In einer anderen Strophe heißt es: „Heute fordere ich euch, mein Volk, auf, zu zerreißen und niederzureißen.“ Und wenn ich darüber nachdenke, füge ich hinzu: „Um zu bauen, muss man dekonstruieren und dann pflanzen“. Und in diesem Sinne ist Gottes Wort wie ein Hammer: zum Dekonstruieren und dann zum Aufbauen.

Gott weiß, wer seine Propheten sind und wer von ihm auserwählt wurde, das Feuer und der Hammer zu sein, um wiederaufzubauen und zu etablieren. In manchen Kirchen verwenden religiöse Führer diesen Text, um Gemeinden „Angst zu machen“. Aber Gott spricht nicht mit Feuer und Hammer, um einzuschüchtern. Er redet von falschen Propheten. Wenn ich anfange, über die Symbolik des Feuers zu recherchieren und zu schreiben, wird dieser Text zu lang. Nur so viel: „Feuer“ bedeutet auch reinigen, läutern und loswerden, was alt und verrottet ist. Seien wir wie das Feuer und der Hammer, trennen wir uns von Altem, um uns neu zu machen und gemeinsam einen neuen Weg der Liebe, der Hoffnung und des Friedens zu bauen.

 

Andacht: Sergio Rios Carrillo, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Is not my word like a fire, says the LORD, and like a hammer that breaks the rocks? Jeremiah 23:29.

I have come to kindle a fire in the earth. And I would be glad if it were already burning! Luke 12:49 BB

 

When we speak of God, we must be able to recognize that this word is not our own, but the word of the Lord. Whoever has the word of God in his mouth must use that word without distorting it. But how can we know when a message is not from the Lord? Especially if the message is like a fire that burns and wounds, or a message like a hammer that destroys without building up. I remember a teacher who taught us the following phrase: „Blessed is the woman, blessed is the man who is aware of the presence of the Holy Spirit when he speaks the word of the Lord.“ There are always people who call themselves prophets. In the worst cases, political leaders manipulate the word of God and present themselves as messiahs sent by God, who have the absolute truth for themselves. Not only are there pastors (e.g. in Latin America) who promote religious or political fanaticism, but there are also politicians who promote political fanaticism through religion. The slogan texts remind me of a song of the prophet Jeremiah: „How can I flee from you, how can I not speak, when your voice burns within me?“ Another verse says, „Today I challenge you, my people, to tear up and tear down.“ And thinking about it, I add, „To build, you must deconstruct and then plant.“ And in this sense, God’s Word is like a hammer: to deconstruct and then to build.

God knows who His prophets are and who has been chosen by Him to be the fire and the hammer to rebuild and establish. In some churches, religious leaders use this text to „scare“ congregations. But God does not speak with fire and hammer to intimidate. He is talking about false prophets. If I start researching and writing about the symbolism of fire, this text will become too long. Just this: „fire“ also means to cleanse, purify and get rid of what is old and rotten. Let us be like the fire and the hammer, let us separate ourselves from the old in order to make ourselves new and build together a new path of love, hope and peace.

 

Prayer: Sergio Rios Carrillo

Illustration: Daniela Denk