Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Philipper 2,4

 

Einiges gehört nur mir, aber vieles kann oder muss ich mit anderen teilen. Ich habe Eltern und Geschwister. Zusammen sind wir eine Familie, mit den anderen Verwandten eine Art Großfamilie. „Meine“ Kinder sind nicht mein, sondern Gottes Gabe an mich. Wir alle wollen füreinander da sein. Wie ist es mit Gott? – Manchmal möchte ich, dass er mich anderen Menschen vorzieht, er ist doch „mein“ Himmlischer Vater. Aber zum Glück ist Gott nicht parteiisch. Wir beten „Vater unser“ und wollen bewusst damit sagen: Er „ge-hört“ allen, das heißt. Er hört auf alle – auch die Nicht-Glaubenden dürfen sich an ihn wenden.

In der Bibel gibt es viele Geschichten, die uns auf positive Weise den rechten Weg zeigen sollen. Aber auch einige ganz traurige, abschreckende Beispiele wie Kain und Abel. Neben dem Glauben an Gott erobern sich die Eifersucht und die Angst immer wieder ihren Platz in unserem Herzen. Gott warnt den Kain, aber dessen Eifersucht oder Angst, sein Selbstmitleid, setzt sich durch und er erschlägt seinen Bruder. Hat er jetzt Gott für sich allein? Nein, er hat nicht nur seinen Bruder, sondern auch Gott verloren, obwohl der ihm weiterhin die Hand zur Versöhnung hinhält.

Häufig streiten wir uns aber über Kleinigkeiten: Bei kleinen Kindern geht es um Spielzeug und endet, wenn jemand stirbt und sein Erbe zu verteilen ist.

Wieweit geht das Teilen? In Papua-Neuguinea herrscht in den Krankenhäusern oft Mangel an Blutspenden. „Warum soll ich spenden, spende doch du!“, hörte ich gelegentlich von europäischen Kollegen. Sie teilten am Seminar großzügig ihr Wissen mit ihren Schülern, aber Blutspenden, das geht doch zu weit, oder?

Paulus gibt uns das Bild vom Leib Christi. Alle sind wir verschieden, aber alle sind wir miteinander durch das Band der Liebe verbunden, Teil des Leibes, bei dem Christus das Haupt ist.

Das „krasseste“ Beispiel ist der Barmherzige Samariter. Er kümmert sich um jemanden, der sogar sein Gegner sein könnte. Wenn heute ein Unglück geschieht, vergessen viele zu helfen, weil sie doch das Geschehen mit dem Smartphone oder der Kamera festhalten müssen. Jesus hat seinen Jüngern nicht einen Vortrag über Hygiene gehalten, sondern ihnen die Füße gewaschen.

Wir beten: Lieber himmlischer Vater, du beschenkst uns alle. Lass uns dankbar werden und nicht eifersüchtig, damit wir uns auch um deine anderen Kinder kümmern können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen

 

Andacht: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk

 

 

Not looking everyone to his private good, but keeping in mind the things of others. Philippians 2:4

 

Some things belong only to me, but I have to share a lot with others. I have parents and siblings. Together we are a family, with other relatives we are an extended family. “My” children are not mine, but god’s gift to me. We all want to be there for one another. How about God? Sometimes I want him to prefer me to other people, he’s MY heavenly father. But luckily god is not partial. We pray “Our Father” and we want to say consciously: He belongs to everyone. He listens to everyone – even non-believers are allowed to turn to him.

There are many stories written in the bible, which want to show us the right way in a positive manner. But even very sad and cautionary examples like Cain and Abel. In addition to believing in god, jealousy and fear repeatedly conquer their place in our heart. God warns Cain, but Cain’s jealousy and fear, his self-pity is dominating him and he kills his brother. Does he have God to himself alone, now? No, he not only lost his brother but also God. Although God still extends his hand to reconciliation.

We often discuss about little things: Children argue about their toys, adults about their heritage.

What means sharing for us? In Papua New Guinea there is often lack of blood donations. “Why should I donate? You donate.”, I heard occasionally from European colleagues. They shared their knowledge generously at the seminar with the students, but donating blood, that goes too far, isn’t it?

Paul gives us the wonderful image of the Church as the Body of Christ. We are all different but we are all connected by the bond of love, part of the body where Christ is the head.

The most blatant example is “the good Samaritan”. He cares about someone who could even be his opponent. When an accident happens, today many people forget to help because they have to record what is happening with the mobile phone or the camera. Jesus did not give his followers a lecture on hygiene, but washed their feet.

Let us pray (Quote): Dear Father God, we constantly fall short of what you want from us. Thank you for your undeserved grace, mercy and love. As we navigate the year ahead, please help us to walk humbly with you. Amen

 

Prayer: Karl Lippmann

Illustration: Daniela Denk