Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

HERR unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.

Psalm 8,2

Da staunt einer und bricht in das Lob des Schöpfers aus. In unserer problembewussten und krisengeschüttelten Welt wirkt das vielleicht befremdlich. Wie kann man nur die Anwesenheit Gottes so überschwänglich betonen? Zeigt uns nicht der erste Blick in die Zeitung am Morgen, wie schlimm es um die Erde steht? – Und da behauptet eine kleine, unbedeutende Religionsgemeinschaft, das Volk Israel, dass der Name Ihres Gottes herrlich sei in allen Landen. How dare you! Nun ja, vielleicht liegt das daran, dass die damals keine Zeitung und kein Internet kannten.

Aber vielleicht ist es einfach eine andere Perspektive: „Für diesen Psalm bricht die Frage nach dem Wesen des Menschen (und der Welt) nicht in der Krise oder Sinnlosigkeit auf. Es ist nicht ein Fragen, das Halt und Hilfe sucht inmitten einer haltlos gewordenen Gesellschaft. Die Frage ist vielmehr der staunend-dankbare Ausruf eines Einzelnen, der von der Gesamtgemeinde übernommen wird, angesichts der Erfahrung, dass das Geheimnis des Menschen im Geheimnis Gottes gründet.“ (E. Zenger)

Wer sich so den Blick öffnen lässt für diese Welt, der kommt ins Staunen und ins Loben Gottes. Da wird das Herz weit, weil wir sehen, „was Gott an uns gewendet hat“ und wie er diese Welt und uns durch alle möglichen Krisen hindurch erhält und rettet. Ist das nicht eine wunderbare Einsicht?

Das letzte Wort des großen Theologen Karl Barth in einem Telefonat mit seinem Freund lautete: „Es wird regiert.“

Gott hat immer noch alles in Griff. In dieser Zuversicht wollen wir heute an unser Tagwerk gehen.

Wir beten: „Abend und Morgen sind seine Sorgen. Segnen und Mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.“

 

Andacht: Gerhard Knodt

Illustration: Daniela Denk

 

 

O Lord, lour Lord, how noble is your name in all the earth!

Psalm 8.2

One is amazed and breaks out in the praise of the creator. In our problem-conscious and crisis-ridden world this may seem strange. How can you emphasize the presence of God so exuberantly? Doesn’t the first look in the newspaper in the morning show us how difficult it is with this earth? And then a small, insignificant religious community – the people of Israel –  claims that the name of its god is noble in all the earth. How dare you! Well, maybe it’s because at that time they knew no newspaper and no internet.

But it’s also just a question of the chosen point of view: “For this psalm, the question of the nature of man (and the world) does not arise in crisis or senselessness. It’s not a question that seeks support and help in the midst of a society that has become baseless. The question is rather the amazingly grateful exclamation of an individual, which is taken over by the whole community, in the face of the experience that the mystery of man is based on the mystery of god.” (E. Zenger)

Whoever opens his eyes to this world is amazed and praised by God. The heart grows wide, because we see what God has done to us and how he preserves and saves this world and us through all possible crises. Isn’t that a wonderful discernment?

The great theologian Karl Barth’s last word on a phone call to a friend was: it is governed.

God still has everything under control. With this confidence, we want to go to our day’s work today.

We pray: “Evening and tomorrow are his worries. To bless and increase, to reject unhappiness are his works and deeds alone. When we lie down he is there; when we get up he gives up his mercy on us.”

 

Prayer: Gerhard Knodt

Illustration: Daniela Denk